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Verschwundener Social-Media-Auftritt: Wissenschaftler wollen Merkels Facebook-Seite f
CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX

Angela Merkel hat sich von Facebook verabschiedet - und auch die alten Beiträge ihrer Seite mit 2,5 Millionen Likes sind nicht länger sichtbar. Laut SPIEGEL-Recherchen sehen Wissenschaftler das kritisch.

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basileus97 09.02.2019, 08:39
1. Vergessen

Auch Frau Merkel hat das Recht auf vergessen im Internet wenn es ein "halb-privates" Profil war. Es ist ihr Account, es sind ihre Daten und ihre Privatsphäre. Ich finde das Argument der Wissenschaftler zulässig, finde aber man sollte ihr diesen Spielraum lassen.

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Egon von Trollingen 09.02.2019, 09:00
2. Prima

Einige Wenige haben also Zugriff.
Lässt sich sicher irgendwann Geld damit verdienen.
Es wird immer jemanden geben, der sich für Frau Merkel interessieren wird, ähnlich wie für die Politiker Margot und Erich Honecker.
Für ganz schräge Politgestalten der Geschichte gibt es ja inzwischen regelrechte Hypes...

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heutemalich 09.02.2019, 09:12
3. Respekt

Ich bin kein großer Fan von Frau Merkel (und dies keineswegs wegen ihrer Flüchtlingspolitik) Ihr Schritt, Facebook zu verlassen, hat aber meinen vollen Respekt. Dies sollten viel mehr Personen tun - gerade solche Personen, bei denen das auffällt. Ich bin nicht auf Facebook (war es nie), aber das ist sicher keinen Spiegel-Artikel wert :-)

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28zwei27 09.02.2019, 09:25
4. "Gechichtlich" interessant

Zitat von basileus97
Auch Frau Merkel hat das Recht auf vergessen im Internet wenn es ein "halb-privates" Profil war. Es ist ihr Account, es sind ihre Daten und ihre Privatsphäre. Ich finde das Argument der Wissenschaftler zulässig, finde aber man sollte ihr diesen Spielraum lassen.
"Halb-Privat" wäre zu definieren.
Solange es halb-geschäftlich oder halb-politisch ist, hat eine Löschung einen bitteren Beigeschmack.

In dem Zusammenhang muss man auch an das Interview erinnern, das sie am 4. April 1991 dem Deutschlandfunk gab. Also zu einem Zeitpunkt, als sie Ministern im Kabinett Kohl war.
Während des Gesprächs wurde sie über die Politik in der DDR befragt - und lobte ausdrücklich die Entscheidungsprozesse dort. Die Abstimmungen in der BRD seien so langwierig und schwer. Lästig.
Dieses Interview finden Sie heute nicht mehr im Archiv des DLF.
Weder die Tonauszeichnungen, noch eine Abschrift.
Historisch hoch interessantes Material, erklärend für ihr Demokratieverständnis wäre verloren, wenn es nicht private Seiten geben würden auf denen man es nachhören kann.

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lightmedien 09.02.2019, 09:49
5. Digitale Zeitdokumente

Es muss meiner Meinung nach digitale Archive geben, in denen relevante Zeitdokumente zuverlässig und für die Ewigkeit gespeichert werden - technisch dank CLOUD kein Problem.

Was Frau Merkels halbprivates Profil angeht: man kann doch die privaten Einträge privat halten („heute gab’s KOHLsuppe“, die sind doch alle beSCHEUERt, ich will selbst keine Kinder, die kann man sich aber doch jederzeit LEYEN“) und die offiziellen Einträge („Ich liebe Jean-Claude“, „Barack erklärt mir, was ich machen soll“, „GoldmanSucks“) veröffentlichen.

Bleibt noch zu klären: was sagt die DSGVO, wenn plötzlich Peter Lustigs Like und Evelyn Krauses Kommentar in Geschichtsbüchern auftauchen?

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mahnke 09.02.2019, 10:22
6. Grundverordnung - Recht auf Vergessen

Es ist eben das Recht einer Privatperson, jegliche Erinnerung an sich zu löschen. Das ist ein Grundrecht, siehe Art 1 EU DSGVO.
Das ist eben die Konsequenz aus dieser Grundverordnung: wir werden komplett das jüngere Gesicht, die Erinnerung an die jüngere Geschichte verlieren - weil niemand mehr etwas aufbewahren darf, was nicht vorher genehmigt wurde.
Diese Konsequenz wurde schon in der Einführung dieser Grundverordnung mehrfach dargestellt, konnte sich jedoch kein Gehör verschaffen. Es ist und war eben den meisten Menschen einfach nur "egal". Das jetzt dies zu Kritik führt, ist verständlich, aber eben auch nur eines: "Egal!"

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ptb29 09.02.2019, 10:33
7. Auf der Seite war außer dem Foto nichts von Angela Merkel

Glaubt jemand im Ernst, dass Merkel selbst geposted hat, ohne das ein Berater das gegengelesen hat? Eher umgekehrt, Merkel hat vor der Veröffentlichung die Texte der Berater gelesen.

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haarer.15 09.02.2019, 10:35
8. Nur konsequent

Ob es die Nachwelt noch interessiert, bleibt dahingestellt. Dafür haben wir ja schließlich noch andere und seriösere Medien und Archive. Die Kanzlerin hat hier mal was richtig gemacht. Wer bitte braucht heute noch Facebook ? Gerade dieses Social Media hat sich doch schon überlebt.

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steveleader 09.02.2019, 10:39
9. Stark wie eh und je...

zeigt sich Frau Merkel auch in diesem Fall. Geordneter Rückzug ohne Scherben zu hinterlassen. So wird es nach Ihrem Abtritt aus der Politik heißen.
Sie hat nicht einfach gelöscht, sondern lässt Raum um Regelungen zu entwickeln, wie mit Informationen in den sozialen Medien für die Nachwelt umgegangen werden soll.
Alles gut. Ich hoffe ihre Nachfolger werden ähnliches Format beweisen.

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