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Videospiel-Debatte: Wer Sexismus anprangert, wird mit Vergewaltigung bedroht
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Anita Sarkeesian prangert in ihrer Webserie "Tropes vs. Women" Rollenklischees und sexualisierte Gewalt in Videospielen an. Nun bekommt sie Morddrohen und musste aus ihrer Wohnung flüchten.

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Karl Schwert 01.09.2014, 14:34
1. Teils hat sie recht, teils auch nicht

Die Drohungen mit Gewalt vollkommen unangebracht. Jedoch verstehe ich, dass ihr auch ordentlich Gegenwind entgegengebracht wird. Sie hat in ihren Videos zwar teilweise vollkommen recht, aber erzählt aus einer viel zu einseitigen Sicht.

Allein schon Spiele anzuprangern, die versuchen realitätsnah zu sein und bspw. das Mittelalter darstellen wo Frauen gar nicht emanzipiert waren; und dann zu sagen, dass Frauen dort nur als Beiwerk oder Mätressen vorhanden sind - ist Blödsinn. Was soll man denn ihrer Meinung nach machen? Die Geschichte für sie und alle Feministen, die ein Problem damit haben, umschreiben?

Genauso werden oft Männer stereotypisch in die Welt gesetzt als hässliche Bösewichte. Warum berichtet sie nicht darüber? Nein, nur den Frauen geht es schlecht...

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happyrocker 01.09.2014, 14:36
2. Mal wieder

ein netter Artikel für alle die meinen, Feminismus wäre in Deutschland heute überflüssig. Das Netz bietet feigen Zukurzgekommenen jede Möglichkeit, solche unsäglichen Kommentare und Drohungen zu verbreiten. Übrigens: Die Gamehersteller schaden sich selbst, wenn die Zielgruppe Frauen weiterhin ignoriert wird.

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el-gato-lopez 01.09.2014, 14:38
3. Böse Videospiele

Die Mär von den "bösen Videospielen" und noch "böseren" Videospielern ist ja ein bekanntes und recht abgenutztes Vorstellungsbild deutscher Qualitätsmedien. Auch hier ist - wieder einmal - das Problemfeld des Sexismus / der Misogynie nicht singulär auf PC/ Videospiele und deren Nutzer beschränkt.

Hätte die Dame einen bekannten Rapper oder Schauspieler angegriffen, hätten seine Fans ähnlich deplaziert reagiert.
Diese PC-Spiele sind letztlich auch nur ein Spiegel des Zeitgeistes und dominanter Rollenvorstellungen - so wie andere Kunstformen auch (ja auch ein Call of Duty ist letztlich Kunst) .
Wie viele Arthouse-Filme gibt es mit der Konstellation "Alter Chauvinist (Professor, Schreiber, Maler usw) und junge, gefühgige Geliebte (Typ sexy Studentin)"? 20-30 oder 100? Romane mit dieser Melange dürfte es gar tausende geben.
Warum hört man kaum Kritik? Weil der "anspruchsvolle" Film oder der an der Buchmesse präsentierte Roman irgendeiner "Literaturgrösse" angeblich Hochkultur ist - und da wird nicht gemeckert...

Geht man in die Massenkultur ("Hollywood") sind überkommene Rollenbilder und Sexismus Standard. Auch da keine Kritik, weil die "empörten" Medien ja auch Massenmedien sind und man dem eigenen Publikum nicht vor den Kopf stossen möchte. PC/ Videospiele gelten dagegen als Nischenprogramm für "ein paar Nerds". Da ist es auch nicht schlimm, wenn man auf die losgeht.

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fredadrett 01.09.2014, 14:43
4. Gut es gibt also auch weibliche Nerds

Und Soziologiestudenten finden auch in der virtuellen Welt ausgiebig Platz sich mit Sachen zu beschäftigen die keiner braucht. Wie sinnfrei.

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Greed 01.09.2014, 14:47
5.

Es wäre nicht das erste Mal das Frau Sarkeesian oder andere (vgl. Zoe Quinn, die Sex mit Game Journalisten hat und im Gegenzug positive Presse für ihre Spiele bekommt), solche Bedrohungen erfinden / ausschlachten um mehr Geld zu bekommen.
Das diesen Videos im Internet solche Kommentare zufliegen liegt weniger daran das sie eine Frau ist, sondern an der Qualität der Videos. Es werden Ausschnitte aus anderen Videos geklaut (wozu brauchte es da Kickstarter Geld für die Produktion?) oder Situationen bewusst falsch dargestellt.
Beispiele: Im Spiel Hitman wurden angeblich Striptänzerinnen eingebaut damit der Spieler diese töten und ihre Körper herumschleifen kann. Davon das der Großteil der Spieler dieses nie erlebt, weil er, wie vom Spiel gewollt, an ihnen vorbeischleicht, wird nichts erwähnt. Ebenso wie davon, das ein Spieler vom Spieler sogar bestraft wird sobald er Zivilisten tötet.
Oder in Watchdogs, wo der Spieler einen Prostitutionsgewerbe das Handwerk legen soll. Da wird dann die Darstellung von Prostituierten als sexistisch ausgelegt.

Man hat mittlerweile das Gefühl als würde hier künstlich ein Problem herbeigeschrieben. Mir (und vielen anderen Spielern sicher ebenfalls) ist es scheißegal was Feministinnen als Problem in Spielen sehen. Es sind *Spiele*, entweder gute oder schlechte. Ob nun mit Männlein oder Fräulein ist da unerheblich. Da braucht es keine "Gleichberechtigung" um virtuelle Figuren vor virtuellen Handlungen zu schützen.
Wenn in einem Call of Duty hunderte männliche Spielfiguren niedergemacht werden, dann regt sich auch keiner auf das dort nun 50% weibliche Soldaten auf der Opferliste stehen sollten.

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chalchiuhtlicue 01.09.2014, 14:57
6. Sinnfreie Promotion einer ...

... sinnfreien Aktion. Frau Sarkeesian beklagt hier etwas, was keinerlei Auswirkungen auf das tägliche Leben hat: Angeblicher Sexismus in Videospielen. Es ist seit einer Studie einer renommierten amerikanischen Universität vor einigen Jahren bekannt, dass Videospiele das Verhalten von Menschen im wirklichen Leben NICHT verändern. Diese Studie wurde damals von einem US-Senator finanziert, der sich Beweise dafür erhofft hatte, dass sog. "Gewaltspiele" zu gewalttätigem Handeln führen, da er diese gerne verbieten lassen wollte. Für ihn ging das voll ins Auge, denn die Studie bewies das Gegenteil: Verhaltensweisen in Spielen führen nicht zu den gleichen Verhaltensweisen im "real life". Die Spieler können recht normal zw. Realität und virtueller Welt unterscheiden, ihnen sind soziale Normen sehr bewußt. Was Frau Sarkeesian hier beklagt mag möglicherweise ein Ausdruck latenten Sexismus von Herstellern und Spielern sein, aber das funktioniert bei genauerer und unvoreingenommener Beobachtung der Spiele auch vice versa. Auch männliche Figuren werden in Spielen klischeehaft und auch in einer für Spielerinnen ansprechenden Form dargestellt. Das widerrum sieht Sarkeesian nicht oder übersieht es sogar geflissentlich. Was einen unguten Geschmack hinterläßt ist die Kickstarter-Kampagne der Dame, die vor Tagen schon 150.000 US-$ eingenommen hatte, für ihre geplanten 12 Videos aber gerade mal etwa 20.000 US-$ an Kosten haben wird. Da fragen sich mittlerweile viele, was denn mit dem Rest passiert? Und irgendwie bin ich mir sicher, dass auch noch ein Buch erscheinen wird, was sie ziemlich reich machen wird. Das Geld von Kickstarter bringt jetzt nur erst den Stein ins Rollen, das richtige Absahnen kommt mit Vorlesungen, Interviews und Buchveröffentlichungen hinterher ... ----- Wenn Frau Sarkeesian wirklich für Frauen etwas ändern wollte, wäre sie gut beraten, sich einem Thema mit alltäglicher und echter Relevanz zu widmen - wie zum Beispiel eheliche Gewalt gegen Frauen - anstatt hier Inhalte einer virtuellen Welt zu einem Problem aufzuwerten, das keine Relevanz im alltäglichen Leben hat. Aber das ist halt genau das Problem von Geisteswissenschaftlern wie Sarkeesian ("Political and sociological thought", wie auch immer dieses Fach auf Deutsch heißen mag) : Sie schaffen nur selten mal etwas, was auch wirkliche Relevanz hat. Üblicherweise ist es Gerede mit vielen Buzzwords, meist nett und charismatisch vorgetragen. Nur das es dieses Mal nicht nett vorgetragen, sondern teils sehr aggressiv und diffamierend ist. Und genau das führte zu allerdings genauso überzogenen Gegenreaktionen, die ich hier keineswegs gut reden will.

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teutoniar 01.09.2014, 14:57
7. Wir haben ein großes gesellschaftliches Problem!

Wie wir an den Kommentaren hier und anderswo im Netz sehen, haben wir ein großes gesellschaftliches Problem, das endlich thematisiert wird.
Das Problem äußert sich nicht nur in ausländerfeindlichen und antisemitischen Gedankengut, sondern (wie man auch hier im Forum wieder gut sehen kann) auch in antifeministischem.

Deshalb danke ich Katrin Gottschalk ausdrücklich für diesen Artikel. Bei Heise scheint im Moment auch eine Kampagne zu laufen, da auch diese dort schon viele Jahre mit solchen Leuten zu kämpfen haben.

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ultimatekayozz 01.09.2014, 14:58
8.

Wie anderweitig schon mehrfach voran gestellt. Solche Drohungen gehen gar nicht! Aber man kann den verachtungswürdigen Twitteräußerungen ihren Werbeeffekt für Frau Sarkeesian und ihre Arbeit nicht absprechen...

Interessant ist auch, wie Spiegel plötzlich ebenfalls auf den klickträchtigen Zug aufspringt. Und dabei wie fast alle, die über das Thema berichten, völlig blind die in den Videos geäußerte Kritik übernimmt und 1 zu 1 wieder gibt. Von einseitiger Betrachtungsweise, der verfälschten Darstellung von Ingamesituationen, der Tatsache dass sie wohl nie eines der erwähnten Spiele selbst gespielt hat, so wie der Aufdeckung einer spielerischen Handlungsweise die bewusst so ausgeführt wurde, um die eigenen Argumente zu untermauern fehlt hier ebenfalls jegliche Spur.

Ich will ja nicht sagen, dass die Frau nicht in einigen Dingen recht hat, aber ihre teilweise verfälschende Präsentation bestimmter gezeigter Inhalte, ohne die Begleitumstände oder das eigentliche Setting des Spiels heran zu führen, erscheint mir mehr als fragwürdig.

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Muddern 01.09.2014, 15:00
9. Frage:

Warum ist eine halbnackte, aufgestylte Beyonce, die als perfektes Pop-Produkt vor einer Reihe halbnackter, aufgestylter Tänzerinnen mit perfekten Modelmaßen ein Lied vorführt, das sie garantiert nicht selbstgeschrieben hat, feministisch - während eine halbnackte Videospielfigur sexistisch ist?
Nur, weil da bei Beyonce im Hintergrund "FEMINIST" steht? Ist ein anbiedernder Werbegag also inzwischen Feminismus?

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