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Wikipedia - Grenzenlose Wissensfreiheit?

Die kostenlose Web Enzyklopädie Wikipedia wächst und wächst, sie hat längst mehr Einträge als berühmte Print-Konkurrenten. Ihr Gründer Jimmy Wales prophezeit nun sogar, dass Wikipedia in Zukunft Wörterbücher, Schulbücher und andere Fachliteratur überflüssig machen und kostenlos anbieten wird. Ist die "freie Kultur" unaufhaltsam auf dem Vormarsch? Oder sieht er die Möglichkeiten seiner Wissens-Plattform zu optimistisch?

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Maldoror 04.08.2005, 15:34
1. Gelungene Alternative ...

Sicherlich stellt Wikipedia eine neue Form der Wissensvermittlung dar und ist wohl auch in seinem Wachstum kaum aufzuhalten. Doch bin ich der Meinung, sollte Wikipedia bleiben was es ist! Es ist eine Möglichkeit, sich kostenlos über viele Themen zu informieren und nicht die Grundlage für Bildung und Schulen. Ich nehme mal nicht an, dass Wikipedia an Universitäten wissenschaftliche Anerkennung genießen wird. Sicher ist es eine gelungene Möglichkeit sich zu infomieren, aber man sollte nicht vergessen, dass Wikipedia von Usern geschrieben wird und nicht von Wissenschaftlern! ...
Trotz dessen, weiter so Wikipedia! :D

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Spiritogre 04.08.2005, 15:44
2.

Ich denke auch, es ist ein tolles, kostenloses Nachschlagewerk, für eine fundierte Arbeit würde ich aber eher andere, richtige Fachliteratur zu Rate ziehen.
Dazu kommt, dass Wikipedia auch Gefahr läuft den Unbillen einiger Mediengrößen auf sich zu ziehen und mit Klagen überhäuft zu werden sobald eine gewisse "Schmerzgrenze" etwa eines Lexikonverlages mit sinkenden Verkaufszahlen erreicht ist. Auch ist, und das zählt in Deutschland besonders, das verlinken auf andere Inhalte immer sehr Risikoreich wie diverse Gerichtsurteile und Weltfremdheit der Richter und vieler Juristen immer wieder zeigen.

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Luke1973 04.08.2005, 16:54
3.

Ich finde Wikipedia auch toll Aber sie hat halt einen Haken: Da alles von Usern eingegeben worden ist, weiß man eigentlich nie ob das auch alles so stimmt. Wenn es also wirklich drauf ankommt, ziehe ich dann doch ein kommerzielles Lwexikon vor.

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Pinarello 04.08.2005, 16:55
4.

Na dann warten wir mal ab, bis Bill Gates wieder mal einige Milliarden zuviel in der Geldbörse hat,

wenn das Wikipedia schön groß, bekannt und nachgefragt ist, dann wird sich Bill das ganze kaufen und kostenpflichtig machen,

so einen Fehler wie das WorldWideWeb macht der sicher nicht noch einmal.

Man stelle sich vor, was da an Milliarden pro Jahr zuverdienen gewesen wäre, wenn jeder Nutzer pro Einwahl einen Zusatzbonus bezahlen müßte.

Eichel Hans würde der Speichel im Mund zusammenlaufen, Bill Gates ebenso.

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Leser7 04.08.2005, 17:38
5. Wikipedia-Lektorate

In der täglichen Arbeit bei der Wikipedia findet man sehr schnell die Grenzen des Konzepts - bei über 250000 deutschsprachigen Artikeln gelingt es kaum, eine kritische Masse von Mitarbeitern für einen Artikel zu gewinnen. Noch schwieriger ist es, eine kritische Masse an belastbarer Kompetenz aufzutreiben.

Minderheiten nutzen dies, um sich breit zu machen. Zum Beispiel beanspruchen die Anhänger der völlig marginalen Freiwirtschaft beträchtliche Anteile an Abhandlungen über das Geldsystem oder den Zinsmechanismus. Das wieder auszutreiben kostet Zeit und Nerven. Denn um jede Änderung wird in langen, langen Diskussionsrunden gerungen werden. Oft findet man auch absolut einseitige Artikel, die über Monate unangefochten in der Wikipedia standen.

Woran es Wikipedia derzeit am meisten mangelt: ein Lektoratsprozess, der einem Artikel den Stempel der Verlässlichkeit aufdrücken kann. Zwar gibt es die "lesenswerten" und die "exzellenten" Artikel, doch ihre Anzahl ist viel zu gering - zudem können exzellente Artikel in Bearbeitungskriegen zu einseitigen und verwirrenden Artikeln werden.

Ein Berliner Verlag will Bücher mit Wikipedia-Inhalten rausgeben und engagiert so genannte "Wikipeditoren", die eine redaktionelle auswahl und Überprüfung übernehmen. Doch das ist nur ein erster Schritt, die Anzahl der von diesen Leuten betreuten Artikel wird kaum die Prozentgrenze überschreiten. Und die bezahlten Gelder reichen kaum für aufwändige Recherchen oder den Kauf von Fachbüchern aus.

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Silvia 04.08.2005, 18:14
6.

Ich nutze Wikipedia gern. Doch da ich nicht weiß, wer etwas geschrieben hat und wie fundiert sein Wissen ist, ist es als alleinige Quelle sicherlich nicht geeignet. Ein kleines Beispiel: Es steht z.B. bei Rosen, dass es 300 Arten gibt. Laut RHS (Royal Horticultural Society) sind es aber nur 150. Wer hat Recht? Ich lese daher immer gern noch anderswo, obwohl auch das keine Gewähr für Richtigkeit ist.

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TomK32 04.08.2005, 18:36
7. gibt's doch schon

Zitat von Leser7
Ein Berliner Verlag will Bücher mit Wikipedia-Inhalten rausgeben und engagiert so genannte "Wikipeditoren", die eine redaktionelle auswahl und Überprüfung übernehmen. Doch das ist nur ein erster Schritt, die Anzahl der von diesen Leuten betreuten Artikel wird kaum die Prozentgrenze überschreiten. Und die bezahlten Gelder reichen kaum für aufwändige Recherchen oder den Kauf von Fachbüchern aus.
Die Idee gibt's schon länger, Directmedia hat sich nur mal einen neuen Namen ausgedacht und wird wohl erst im Winter Ergebnisse liefern.

Bis dahin und viel länger gibt's die WikiReader
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiReader

ciao, tom (Ja, einer der Herausgeber der WikiReader)

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TomK32 04.08.2005, 20:28
8.

Zitat von Leser7
Ein Berliner Verlag will Bücher mit Wikipedia-Inhalten rausgeben und engagiert so genannte "Wikipeditoren", die eine redaktionelle auswahl und Überprüfung übernehmen. Doch das ist nur ein erster Schritt, die Anzahl der von diesen Leuten betreuten Artikel wird kaum die Prozentgrenze überschreiten. Und die bezahlten Gelder reichen kaum für aufwändige Recherchen oder den Kauf von Fachbüchern aus.
Die Idee gibt's doch schon länger als WikiReader. Directmedia hat einfach nur einen neuen Namen erfunden und will's eine Nummer größer machen als bisher.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiReader

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paparatzi 05.08.2005, 00:57
9.

Zitat von Luke1973
Ich finde Wikipedia auch toll Aber sie hat halt einen Haken: Da alles von Usern eingegeben worden ist, weiß man eigentlich nie ob das auch alles so stimmt. Wenn es also wirklich drauf ankommt, ziehe ich dann doch ein kommerzielles Lwexikon vor.
Natürlich geben die meisten User ihr Bestes - sofern das Wissen ausreicht. Oftmals wird einfach eine Internetseite kopiert und ohne Prüfung auf Wahrheit und Richtigkeit als "festen" Beitrag verwendet. Ebenso werden - speziell im Themenbereich Islam - von bestimmten Strömungen, gezielt fachlich hochwertige Fehlinformationen eingefügt, die dann in Endlosdebatten einmünden und zum frustierten Rückzug der Spezialisten führen. Einen kurzen Überblick zu einem bestimmten Thema - dafür ist die Wikipedia ok. Ein Fachbuch kann und wird Sie aufgrund der fehlenden Kontrolle nie ersetzen. Und da liegt der Haken, dass schon renomierte Verlage bestimmte Teile ungeprüft übernehmen. Diesen Test konnte ich in meinem Fachgebiet schon "erfolgreich" durchführen.

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