Forum: Panorama
Elterncouch: Vom Ego befreit
imago/ UIG

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G. Seiters 26.12.2017, 09:01
1.

Mit einer "Befreiung vom Ego" hat diese Erzählung allerdings nichts zu tun. Die Autorin ist immer noch in ihren Mustern von richtig und falsch, mag ich - mag ich nicht und gut und böse gefangen, auch wenn solche Lebenserfahrungen diese Muster lockern können. Denn das Ego, die Gedanken, Erinnerungen und Gefühle, die das Ego prägen, dehnen sich jetzt allerdings auch teilweise auf die Familie (Kinder) aus.

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noethlich 26.12.2017, 09:41
2.

Ja, das Elternsein rückt so Einiges ins, meiner Meinung nach, richtige Licht. Unsere auf Individualität ausgelegte Gesellschaft neigt dazu, den natürlichen Egozentrismus von Kindern bis weit ins Erwachsenenalter hinein fortzuschreiben. Deshalb ist auch die Klage über die Schwierigkeiten des Großziehens von Kindern heute so laut zu vernehmen wie nie zuvor, auch ich klage laut und viel. Es ist schön, wenn Freiheiten dank der wachsenden Eigenständigkeit des Nachwuchses langsam zurückkehren. Eine Rückkehr in den egozentrischen Individualismus wird es bei mir jedoch hoffentlich nicht geben, ich finde das lächerlich. Sie haben Recht, das Wir wird wichtiger. Aber nicht nur das Wir als Familie sondern insbesondere auch das Wir als Gesellschaft, die funktionieren muss, wofür ich mich jetzt mitverantwortlich fühle.

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Stöpsl 26.12.2017, 10:34
3. Ich bin müde!

Ich habe Zwillinge, kleine süße Monster mit fast 3 Jahren! Und ich bin müde... würde gern schmunzeln über meine Müdigkeit, über meine Verlustängste meines Ego-Lebens, welches ja schon fort ist - amputations-schmerz(?)... lachen über meinen Perfektionismus und dem Ärger, wenn nichts, also gar nichts, perfekt klappt! Aber: ich bin zu müde zum schmunzeln, zum Umdenken... wir haben einen Adventkranz, 4 große rote Kerzen, aber keine Kerzenhalter! Aufgefallen am ersten Advent: neue besorgt? Immer wieder vergessen! Motto: am ar*** vorbei ist auch ein Weg

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sharer1 26.12.2017, 11:09
4.

@Stöpsel, ja, müde ist man und manchmal ist am A**** vorbei genau die richtige Einstellung, als Vater von 3 Kindern ( alles dabei vom Teenie bis zum Kleinkind ) weiß ich auch wovon ich rede. ABER, nie aus den Augen verlieren warum wir das erdulden, zum Einen wird es besser und zum Anderen kann ich nur sagen was ich zurück bekomme ist un beschreiblich wertvoll und schön.Ich hoffe (bzw. weiß ) das die Müdigkeit bald nachlässt....alles gut :)

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LittleBoy 26.12.2017, 11:32
5.

Ich denke, das ist das Problem auch unserer Zeit. Da denkt jeder, das Ich ist am wichtigsten, bis sie alle mal merken, wie wichtig das Wir wird. Das kommt aber anscheinend erst, wenn man andere braucht für die Kita die Schule oder als Rettungssanitäter oder als Krankenpfleger oder sonst wo. Jeder denkt, er sei ne Insel aber eigentlich sind wir nur Teil von Kontinenten. Dann ist man aber dankbar, dass irgendwer diesen, Entschuldigung, sch****job macht und dafür sein Leben lang weniger Anerkennung erhält, wie man selbst mit sei

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LittleBoy 26.12.2017, 11:39
6.

Teil 2: (der erste wurde von meinem Kind, 8 M, abgeschickt) Auf jeden Fall kriegen die weniger als man selbst in seiner Ich Phase. Das ist auch gar kein Vorwurf, weil das jedem so suggeriert wird. Denn es verkauft sich auch viel viel besser, wenn man immer wieder ein individuelles Produkt braucht, um sich selbst abzugrenzen. Das hält den Markt in Schwung. Bei mir ist es daher etwas anders. Ich sage mir, dass ich lange genug für die Gesellschaft tätig war und ich so langsam auch mal auf mich schauen muss. Denn irgendwie macht das eh jeder.

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ryumin 26.12.2017, 11:53
7.

Es geht auch anders, wie der Autor Anselm Maria Sellen in seinem Buch "Vater!" beschreibt. Sehr lustig, sehr böse, sehr wahr...

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freigeistiger 26.12.2017, 15:39
8.

@Ínoethlich 09:41, @G. Seiters heute, 09:01,
Sie haben mit Ihren Beobachtungen Recht. Weit verbreitet, bin ich der Meinung, dass viele ihre Pubertät nicht erfolgreich zu Ende gebracht haben. Pubertät ist die Umgestaltung vom Kind der Eltern zur eigenen Selbständigkeit in der Gesellschaft und in Gemeinsamkeiten. Der zweite Teil fehlt allerdings verbreitet. Viele sind in der pubertären Trotzphase hängen geblieben, ohne den weiteren Schritt zum Erwachsen werden zu machen.
Wenn man diese Erwachsenen wie Pubertierende behandelt, kann man mit diesen zurecht kommen. Regelverletzungen fallen diesen auf die eigenen Füße, die Auswirkungen des eigenen Tuns selber tragen.

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lachina 26.12.2017, 18:22
9.

"Er meinte damit: Wir Menschen sind in der Regel weder besonders böse noch auffallend gut. Und wir wollen mehr oder weniger dasselbe: Liebe, Geborgenheit, ein bisschen Geld, ein Dach überm Kopf und dass unsere Kinder in Sicherheit aufwachsen können." Sehr schöner Text. Wir wursteln uns durch.

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