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Elterncouch: Wir brauchen strengere Handy-Regeln
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Askan 10.01.2018, 10:26
1.

Sehr schön geschrieben und dabei nicht nur die Auswirkungen auf die Kinder, sondern auf die gesamte Gesellschaft und sich selbst reflektiert. In einem ersten Schritt habe ich mich entschlossen, mein Smartphone, auf dem berufliche Mails ebenso landen wie alle möglichen Whatsapps und Fancebookmeldungen angezigt werden, nicht mehr mit in Urlaub zu nehmen.
Das hat mir sehr gut getan.
Die üblichen Infos, auf die meine Frau und ich trotzdem im Urlaub zurückgreifen möchten wie Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten am Urlaubsort, Öffungszeiten von Museen etc rufen wir über das nicht an diese Kanäle angeschlossene Handy meiner Frau ab.

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gippertm 10.01.2018, 10:34
2.

Ich bin vor einiger Zeit dazu übergegangen, Menschen wortlos sitzen- oder stehenzulassen, wenn sie in meiner Gegenwart "nur mal kurz ......" müssen. Zuvor gab es eine Zeitspanne, in der ich darauf aufmerksam gemacht hatte, wie unhöflich das sei, was aber meist nichts gebracht hat. Seither bin ich schlicht weg, wenn das Handy vor der Schnauze ist. Auch meine Frau und meine Familie wurden von mir schon oft genug stehengelassen ... und es wirkt. Klingt jetzt überheblich, ich weiß, aber ich habe diese Handysklaven sowas von satt. Ich stand unlängst als einziger ohne Handy in einem vollbesetzten Aufzug - der steheblieb, weil niemand einen Knopf drückte. Erst auf meine Frage, wer von "euch Smombies" denn die Fahstuhl-App auf dem Smartphone habe, drückte jemand verlegen den Knopf.

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überich 10.01.2018, 10:35
3.

Ich bin eines dieser seltenen Exemplare, die auf ein Smartphone verzichten.
Ich besitze ein billiges Handy für 10 Euro und dieses erfüllt seinen Zweck. Die Telefonnummer hierzu hat ausschliesslich meine Familie und gute Freunde. Für die Arbeit bin ich (in Notfällen) nur auf dem Festnetz erreichbar, - wenn ich denn Lust habe den Hörer abzunehmen.
Respekt an den selbstreflektierten (bereits süchtigen) Autor. Hoffentlich zieht er daraus den Entschluss, für die Zukunft sein Verhalten zu ändern.
Das Smartphone öfters einfach auszuschalten hilft im Hier und Jetzt Augenblicke bewusster zu geniessen. Unser kurzes Leben besteht übrigens nur aus Augenblicken. Und die Kindheit zieht schnell vorbei.
Gruß und weiterhin viel Erfolg!

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murksdoc 10.01.2018, 10:37
4.

Ich weiss nicht, welche Faszination davon ausgeht, Kinofilme, die in einer Auflösung kommen, mit der man sie auf eine Hauswand projizieren könnte, und sie wären immer noch scharf, auf Briefmarkengrösse zu schrumpfen. Ein Handy kann vielleicht alles, aber nichts kann es richtig. Seit der Erfindung der Fotografie wurden Fotos immer besser. Solange, bis Telefongestörte auf Instagram und Snapchat abfuhren. Seitdem sehen sie aus, als hätte man sie mit der billigsten aller analogen Instant-Kameras gemacht. Ich bin gespannt, wann die ersten Musikstücke oder Filme auf Telefone "optimiert" werden. Das dürfte dann das Ende aller Kunst oberhalb der ALDI-Berieselung sein. Aber am allerschlimmsten finde ich: "Auf dem Telefon der Eltern ein Hörspiel zu hören". Es gibt auf EBay für ein paar Euro MP3-Player, die auch APPLE's Audiodateien abspielen. Die Ton-Qualität ist mindestens so gut, wie die der Telefone. Was aber viel wichtiger ist: es ist der Privatbereich eines Kindes und sein Eigentum. Privatbereiche, in die niemand eindringen darf, nichteinmal die Eltern, sind sehr wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes. Wenn die Folterknechte von Diktatoren einen Menschen zerstören wollen, dann nehmen sie ihm als erstes seinen Privatbereich. Ein Mensch, der soetwas nicht hat, mit dem kann man alles machen. Ich weiss nicht, wie das bei Kindern ist, die soetwas nie hatten. Vermutlich "teilen" sie ihr ganzes Leben auf Facebook.

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Stäffelesrutscher 10.01.2018, 10:45
5.

Erstes Mittel der Wahl könnte schon mal sein, sich aus der Big-Brother-Maschine Facebook zu verabschieden.

Andererseits gab es, was manche überraschen mag, auch vor Erfindung des Smartphones schon Geräte, mit denen mal Bilder aufzeichnen konnte, manche konnten das in einer Qualität, an die auch das heutige iPhone nicht herankommt. Folglich möge sich der Autor mal fragen, wie solch eine Aufführung eine Generation früher ausgesehen hätte. Wetten, dass da Super-8-Kameras, Videokameras, Spiegelreflex oder Kompaktknipsen zu sehen gewesen wären? Sicherlich nicht in derselben Intensität (damals gingen die Datenspeicher = Filme/Cassetten noch richtig ins Geld), aber es fand statt. Übrigens mit »ratsch-bumm-klick«, »sirrrrr« und ähnlichen Geräuschen, während die heutigen Geräte lautlos arbeiten.

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werder11 10.01.2018, 10:47
6.

das ist der zustand, den die industrie damit erreichen will - vollkommene abhängigkeit von den dingern und man läßt sich ständig was einfallen, um das zu verstärken - den politikern ist das auch sehr lieb, denn wer am smartphone hängt, kommt nicht auf dumme gedanken - ein umschwung muß damit anfangen, daß kindern untersagt wird, die dinger mit in die schule oder auf klassenfahrt mitzunehmen - vor 50 jahren hat auch kein mensch sowas gebraucht - aber die eltern werden das nicht zulassen, denn dann können sie ihre lieblinge ja nicht tag und nacht erreichen! samsung & co reiben sich die hände - hier ist ein wirtschaftsvolumen zu ergattern, daß kein ende hat - irgendwann hat dann jeder ein smartphone, daß ihm morgens befiehlt, erst mal eine bestellung bei amazon aufzugeben!

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gehdoch 10.01.2018, 11:10
7.

Ich finde den Artikel SEHR gelungen und (leider) SEHR wahr !
Ich hatte jüngst ein ähnlich erleuchtendes Erlebnis:

Bei meiner täglichen Zugfahrt zum Arbeitsplatz bremste unser Zug kurz vorm Bahnhof ab und fuhr nur noch mit Schrittempo weiter. Dabei überholte uns eine -nur unwesentlich schneller schleichende- S-Bahn, deren Fensterlinie ca. einen Meter tiefer lag als unsere. Da ich gerade zufällig von meinem Smartphone aufsah, habe ich beobachten können, wie die komplette S-Bahn quasi in Zeitlupe an uns vorbeigezogen ist... vom ersten bis zum letzten Abteil. Mit Ausnahme von ein oder zwei Personen hatte JEDER der am Fenster sitzenden Fahrgäste den Blick auf sein Smartphone geheftet. Das war so gruselig, dass ich mich in meinem eigenen Abteil umgesehen habe... um im Wesentlichen das selbe festzustellen.
Ich habe selber zwei Kinder in Smartphonekompatiblem Alter und habe aus genau den gleichen Beweggründen, die in diesem Artikel beschrieben sind unser Verhalten überdacht.
Wenn wir bei Tisch sitzen ist das Ding komplett tabu mittlerweile. Auch nicht "mal schnell was googlen" oder Ähnliches... Überhaupt lege ich es jetzt bewusst weg, wenn ich zu Hause bin.
Es ist wirklich schlimm wie mittlerweile unsere Generation degeneriert und die nachwachsende Generation das als normal wahrnimmt. Da sind wir alle gefragt!

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Fruusch 10.01.2018, 11:11
8.

Die einfachste Methode, die ich anwende, um nicht permanent von meinem Handy daran erinnert zu werden, das gerade "ganz dringend" etwas reingekommen ist: Einfach diese Benachrichtigungen abschalten! Kein Brummen, kein Klingeln, kein Fiepen, kein Generve aus der Hosen-, Gürtel- oder Handtasche kann einen dann davon ablenken, mit Menschen zusammen zu sein. Mein Handy darf nur Signale von sich geben, wenn jemand anruft oder ich das ganz explizit will. Es gab noch nie einen Fall, wo ich eine SMS, Whatsapp oder sonstige Benachrichtigung so spät erst gelesen habe, dass daraus ein Schaden entstanden wäre.

Wenn bei anderen Leuten gefühlt alle 10 Sekunden das Handy brummt, bloß weil die Kollegen auf Whatsapp darüber diskutieren, wer jetzt was zur Feierabendfeier mitbringt, treibt das jedenfalls meinen Blutdruck in die Höhe, das will ich nicht auch nioch selber verursachen. Wenn etwas wirklich dringend ist, kann man sich immer noch eine extra Erinnerung in den Terminkalender eintragen, die einen dann auch lautstark erinnern darf, dass um 10.00 Uhr ein Arztbesuch ansteht.

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Nobody X 10.01.2018, 11:14
9.

Ach was - ist diese Erkenntnis jetzt auch schon durchgedrungen? Wieso wird man als halbwegs realistisch denkender Mensch immer schief angesehen und belästert, wenn man das bereits vor Jahren schon wusste? Braucht es heutzutage für die einfachsten Zusammenhänge tatsächlich irgendwelche Psychologie-Schwätzer, die sowas auch noch als weltbewegende Neuigkeit verkaufen wollen? Ich fasse es nicht.

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