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Elterncouch: Zu irgendwas müssen Väter doch gut sein
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supergrobi123 21.04.2018, 09:44
1.

Wenn es um die Schmerzen bei der Geburt geht, wird unfreundlicherweise immer wieder eine dieser Geschichten rausgeholt, wo Männern per Stromstößen der angeblich gleiche Schmerz zugefügt wird, und wir Männer danach immer als die weichen Luschis dargestellt werden, die abbrechen und eine Geburt niemals aushalten würden.
Das kann man so einfach nicht stehen lassen.
1.: Frauen schütten bei einer Geburt Unmengen von Endorphinen, also körpereigenen, morphiumähnlichen Stoffen aus, deren Ausschüttung mit der Stärke der Wehen ansteigt. Die Männer erhalten keine Morphiumspritzen während des Versuchs.
2. Die Männer haben während des Experimentes die Wahl des Abbruchs, die bei einer echten Geburt nicht besteht. Dass Männer auch Schlimmeres als eine Geburt überstehen, wenn sie nicht abbrechen können, etwa brutale Folter, schwere Verletzungen etc. steht völlig außer Frage.
3. Frauen müssen nicht so tun, als würden sie die Geburtsschmerzen easy wegstecken. Sehr, sehr viele entscheiden sich für eine Betäubung oder einen Kaiserschnitt. Und auch wenn nicht: Der Kreißsaal hat seinen Namen vom Kreischen der Frauen, die schreien, weinen und jammern.

Sehr gern würde ich mal einen direkten Wettbewerb zwischen einer Gruppe von Männern und einer Gruppe von Frauen sehen, die gemeinsam an den Stromschocker angeschlossen werden (gern mit Überwachung der Endorphinwerte im Blut).
Kann der Spiegel sowas nicht mal arrangieren?
Bringt sicher auch tolle Bilder für Spiegel TV.

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wburger271 21.04.2018, 10:21
2.

Unfug! Klar gehts auch anders rum! Meine Frau war nicht bereit unseren Jonathan zu tragen. Und ich mag wiederum keine Kinderwägen. Also rein ins Tragetuch – bauchseits - auf all meinen Wegen – selbst zum klassischen Konzert und später in den Tragerucksack bis etwa 4 – und auch dann noch hin und wieder, wenn er müde vom Laufen wurde. Frau ekelt sich vor der täglichen Bescherung. Wofür gibts die Spüle/das Waschbecken mit fließend warmen Wasser und meine reinigende rechte Hand? Die linke hält von unten. War gar nicht so schwer, auch für ihn angenehmer und spart ne Menge Feuchttücher. Frau kontrolliert nur noch pedantisch ob danach auch wirklich alles sauber ist. Uns hats gut getan – heute -12 Jahre später spielen wir beide Schach hoch im Baumhaus und unerreichbar für Mama (solange ihre Laune Wünsche offen läßt…)
Und der große Rest mit all dem Pathos? Frauen sollten endlich aufhören darüber künstlich zu jammern und es als Privileg begreifen....

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lupenreinerdemokrat 21.04.2018, 10:31
3.

Klar gibt es etwas essentielles, das Väter beitragen: die Lebensgrundlagen für Mutter und Kind sicher, so wie es seit Jahrtausenden der Fall ist. Eine hochschwangere Frau kann ebenso wenig für sich und ihren ungeborenen Nachwuchs allein sorgen, wie eine stillende Mutter. Somit ist die Rolle der Väter seit eh und je, die Lebensgrundlage von Mutter und Kind so lange zu sichern, bis sie theoretisch dazu in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen.
Heutzutage nennt sich das: Einkommen sichern, um das Leben zu finanzieren.
Natürlich könnte man entgegnen, dann zahlt halt der Staat so lange Mutterschaftsgeld an die Mütter, bis diese wieder selbst arbeiten können. Tja, aber irgendwer muss auch das Mutterschaftsgeld erst mal verdienen....

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mi-no-savi 21.04.2018, 10:46
4.

@ supergrobi: Na, da weiß einer aber genau Bescheid. Endorphine hin oder her, es tut weh. Und Pathos ist automatisch: Gebären können nämlich tatsächlich nur Frauen. "Und das ist gut so".

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krause.bettina 21.04.2018, 10:50
5.

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt der kleinen Elisa! Sicher sind die großen Brüder auch sehr stolz auf ihre neue Rolle.

Was Sie über das Limbische System schreiben, ist sehr interessant. Hoffentlich nimmt das der 'schreien-lassen'-Fraktion mal den Wind aus den Segeln. Wie sollen denn Babys zeigen, dass sie Zuwendung brauchen, egal aus welchem Grund? Ich hätte es niemals geschafft, das Weinen zu ignorieren. Sie müssen doch auch wissen, dass da jemand unter allen Umständen für sie da ist. Nennt sich Vertrauen.

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wanderer777 21.04.2018, 10:53
6.

So sehr wir Menschen unsere beiden Geschlechter auch "gleichmachen" und gutreden wollen - für die Natur sind Männchen eigentlich nur "Verheizerle" - Massenware, die gegeneinander und miteinander kämpft, damit der Sieger sein Sperma weiter verbreiten darf. Und damit hat das Männchen seinen Zweck auch meist schon erfüllt.
Ironischerweise denken auch die meisten Menschenmännchen nur an diese biologisch einprogrammierten Ziele: Ehrgeiz (Wettkampf) und Sex - ob in direkter oder abstrakter Form (sportlicher Wettkampf, Karriere etc.). Mal sehen, was aus der Rolle des Männchens wird, sobald der Mensch sich über seinen animalische Biologie erhoben hat. Noch aber stehen wir den Tieren näher, als dem, was wir "Mensch" nennen. Das wundert nicht, denn zwischen uns und dem Affen steht erst nur ein evolutionärer Wimpernschlag. Wir sind noch ganz am Anfang. Mal sehen, wie wir Menschen unsere Geschlechter in eintausend oder zweitausen Jahren definieren - wenn unsere Männchen unsere Zivilisation bis dahin nicht schon längst wieder durch Gewalt und Krieg ausgelöscht haben.

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Fabiola 21.04.2018, 10:55
7.

Meine Hebamme sagte damals, jede Wehe bringt dir dein Kind ein Stück näher. Das war die beste Motivation die Wehen auszuhalten. Das Beste daran, mit den ganzen Hormonen im Körper vergisst man die Schmerzen in dem Moment, wenn das Baby da ist. Und wie gut tat es, dass mein Mann die ganze Zeit dabei war, nein unnütze war er wahrlich nicht. Diese Vergleiche mit den Stromschlägen sind alberne Spielerreien. Das Gefühl selbst ein Baby auf die Welt zu bringen ist so überwältigend, das kann man nicht simulieren. Übrigens Väter sind großartig - völliger Quatsch wer meint die Kinder bräuchten sie nicht. Und ich bin so froh, dass mein Mann da ist und ich nicht allein erziehen muß.

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Fabiola 21.04.2018, 11:06
8.

Zitat von lupenreinerdemokrat
Klar gibt es etwas essentielles, das Väter beitragen: die Lebensgrundlagen für Mutter und Kind sicher, so wie es seit Jahrtausenden der Fall ist.
Das ist wohl das einzige wofür ich meinen Mann nicht gebraucht habe. Ich habe immer mein eigenes Geld verdient und das auch schwanger und stillend. Aber er hat mich immer unterstützt, wir haben Kinder und Familie zusammen bewältigt. Und das Gute daran ist, ich war eben nie abhängig von meinem Mann unsere Ehe basiert also nicht darauf, dass ich ihn brauche, sondern dass wir uns lieben.

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Frida_Gold 21.04.2018, 11:17
9.

@supergrobi123 - wollen wir jetzt ernsthaft Folter mit Geburt vergleichen? Eins davon macht man in der Regel freiwillig... ;) Und ich kenne keine Frau, die behauptet, die Geburtsschmerzen easy wegzustecken. Darum geht es doch gerade bei solchen Experimenten - es sind Männer, die darüber lachen und sagen na, das bisschen Aua wird Weibchen doch auchmal ertragen.

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