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Fall Marwa: Familie protestiert gegen Einstellung der Ermittlungen gegen Justizbeamte

Im letzten Juli wurde die Ägypterin Marwa El-Sherbini in einem Dresdner Gericht erstochen. Ein Polizist feuerte daraufhin nicht auf den Täter, sondern auf den Ehemann. Gegen ihn, den Richter und den Landgerichtspräsidenten wurden nun alle Ermittlungen eingestellt, die Familie Marwa ist empört.

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mm01 02.01.2010, 18:31
1. Empörung

Zitat von sysop
Im letzten Juli wurde die Ägypterin Marwa El-Sherbini in einem Dresdner Gericht erstochen. Ein Polizist feuerte daraufhin nicht auf den Täter, sondern auf den Ehemann. Gegen ihn, den Richter und den Landgerichtspräsidenten wurden nun alle Ermittlungen eingestellt, die Familie Marwa ist empört.
Ich bin auch empört. Allerdings wegen des Ansinnens der Familie Marwa.

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Pacolito 02.01.2010, 18:47
2. Nunja...

Zitat von mm01
Ich bin auch empört. Allerdings wegen des Ansinnens der Familie Marwa.
Nunja...

Dass die Familie den Polizisten, der den Ehemann fast erschossen hätte, anstatt den Täter davon abzuhalten, Frau Marwa El-Sherbini zu ermorden, gerne vor einem Gericht sehen würde, ist sicher nachzuvollziehen, meinen Sie nicht?

Zudem bin ich mir fast sicher: Hätte ein herbeieilender Gerichtsreporter oder Zeuge eines anderen Falles eingegriffen und in ähnlicher Falscheinschätzung der Lage dem Ehemann mit einem Stuhlbein eins über den Schädel gezogen, so würde dieser sicherlich in den Genuß umfangreicher Kenntnisse der Mühlen der deutschen Justiz kommen. Mit Sicherheit würde da ein Verfahren eröffnet werden.

Aber in diesem Fall trifft es eben mal wieder einen Polizisten und Angehörige der Justiz selber. Natürlich wird da nichts verhandelt. Diesbezügliche Fälle häufen sich. Man könnte meinen, dass das Methode hat.

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Brand-Redner 02.01.2010, 18:55
3. Zustimmung

Zitat von Pacolito
Nunja... Dass die Familie den Polizisten, der den Ehemann fast erschossen hätte, anstatt den Täter davon abzuhalten, Frau Marwa El-Sherbini zu ermorden, gerne vor einem Gericht sehen würde, ist sicher nachzuvollziehen, meinen Sie nicht? Zudem bin ich mir fast sicher: Hätte ein herbeieilender Gerichtsreporter oder Zeuge eines anderen Falles eingegriffen und in ähnlicher Falscheinschätzung der Lage dem Ehemann mit einem Stuhlbein eins über den Schädel gezogen, so würde dieser sicherlich in den Genuß umfangreicher Kenntnisse der Mühlen der deutschen Justiz kommen. Mit Sicherheit würde da ein Verfahren eröffnet werden. Ihrer Argumentation kann ich mich in allen Punkten anschließen. Aber der eigentliche Justizskandal steht uns möglicherweise noch bevor. Juristen aus meinem Bekanntenkreis diskutieren bereits offen darüber, dass der Revisionsantrag - im Unterschied zum hier diskutierten Ansinnen der Opferfamilie - mal wieder Erfolg haben dürfte und höchstwahrscheinlich zu einem verminderten Strafmaß führen wird. Aus formalen Gründen, versteht sich. Aber in diesem Fall trifft es eben mal wieder einen Polizisten und Angehörige der Justiz selber. Natürlich wird da nichts verhandelt. Diesbezügliche Fälle häufen sich. Man könnte meinen, dass das Methode hat.

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mr_supersonic 02.01.2010, 18:57
4. Super, erst tausend Fehler machen und sich jetzt davonschleichen....

Zitat von sysop
Im letzten Juli wurde die Ägypterin Marwa El-Sherbini in einem Dresdner Gericht erstochen. Ein Polizist feuerte daraufhin nicht auf den Täter, sondern auf den Ehemann. Gegen ihn, den Richter und den Landgerichtspräsidenten wurden nun alle Ermittlungen eingestellt, die Familie Marwa ist empört.
Ja super, erst wird die Frau seelenruhig von einem Rassisten im Gericht erstochen, der Mann von einem Polizisten niedergeschossen und jetzt stellt man die Untersuchungen ein. Ist ja normal dass man als Polizist einfach mal jemanden anschießt....

Ich wünsche der Familie durchhaltevermögen, ich hoffe dass dieser Fall umfassend geklärt wird!!

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Brand-Redner 02.01.2010, 19:03
5. techn. Korrektur

Zitat von Pacolito
Nunja... Dass die Familie den Polizisten, der den Ehemann fast erschossen hätte, anstatt den Täter davon abzuhalten, Frau Marwa El-Sherbini zu ermorden, gerne vor einem Gericht sehen würde, ist sicher nachzuvollziehen, meinen Sie nicht?
Ihrer Argumentation kann ich mich in allen Punkten anschließen. Aber der eigentliche Justizskandal steht uns möglicherweise noch bevor. Juristen aus meinem Bekanntenkreis diskutieren bereits offen darüber, dass der Revisionsantrag - im Unterschied zum hier diskutierten Ansinnen der Opferfamilie - mal wieder Erfolg haben dürfte und höchstwahrscheinlich zu einem verminderten Strafmaß führen wird. Aus formalen Gründen, versteht sich.

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Peppermint_Patty 02.01.2010, 19:04
6. Erst ballern, dann denken, dann evtl. fragen...

... und der Staatsanwalt hat damit kein Problem. :-((

Aber vor diesem Hintergrund wundert es wohl nicht wirklich:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68167769.html

Schliesslich hackt keine Krähe der anderen ein Auge aus.

Wie wäre es mit einer Verschärfung des Waffengesetzes?
Um sicherzustellen, dass derartige Fehleinschätzungen künftig glimpflicher ablaufen, wäre ich dafür, dass 90% der Polizisten ihre Knarren abgeben!

Siehe auch hier: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,56831,00.html


Ich wünsche der Fam. Marwa jedenfalls viel Erfolg auf dem langen Weg, der vor ihnen liegt.

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attila123 02.01.2010, 19:28
7. Hört hört

Zitat von sysop
Im letzten Juli wurde die Ägypterin Marwa El-Sherbini in einem Dresdner Gericht erstochen. Ein Polizist feuerte daraufhin nicht auf den Täter, sondern auf den Ehemann. Gegen ihn, den Richter und den Landgerichtspräsidenten wurden nun alle Ermittlungen eingestellt, die Familie Marwa ist empört.

Das paßt! Mit der Empörung ist der Moslem ja immer schnell bei der Hand. Bin schon gespannt wann die ersten Protestzüge vor deutschen Botschaften aufziehen.

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kleppten 02.01.2010, 19:31
8. Polizei als Prügelknabe

Zitat von Pacolito
Nunja... Aber in diesem Fall trifft es eben mal wieder einen Polizisten und Angehörige der Justiz selber. Natürlich wird da nichts verhandelt. Diesbezügliche Fälle häufen sich. Man könnte meinen, dass das Methode hat.
Das einzige, was Methode hat, ist das wohlgefällige körperliche und verbale Einprügeln auf diejenigen, die unter Einsatz ihrer Nerven, ihrer Gesundheit und zunehmend ihres Lebens unsere Grundordnung verteidigen.

Gottseidank gibt es ja das Spiegel-Forum, wo jeder mit ein wenig Halbwissen, Halbinformiertheit und Halbbekenntnis zu unserem Gemeinwesen seinen Senf absondern kann.

Ergebnis: Alles bleibt so wie es ist, Spiegel online hat ein paar Seitenaufrufe mehr für die ivw Statistik und wir gehen alle mit dem Bewusstsein ins Bett, mal so richtig unsere Meinung gesagt zu haben.

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meister007 02.01.2010, 19:37
9. Langsam reicht es

Zitat von Pacolito
Nunja... Dass die Familie den Polizisten, der den Ehemann fast erschossen hätte, anstatt den Täter davon abzuhalten, Frau Marwa El-Sherbini zu ermorden, gerne vor einem Gericht sehen würde, ist sicher nachzuvollziehen, meinen Sie nicht? Zudem bin ich mir fast sicher: Hätte ein herbeieilender Gerichtsreporter oder Zeuge eines anderen Falles eingegriffen und in ähnlicher Falscheinschätzung der Lage dem Ehemann mit einem Stuhlbein eins über den Schädel gezogen, so würde dieser sicherlich in den Genuß umfangreicher Kenntnisse der Mühlen der deutschen Justiz kommen. Mit Sicherheit würde da ein Verfahren eröffnet werden. Aber in diesem Fall trifft es eben mal wieder einen Polizisten und Angehörige der Justiz selber. Natürlich wird da nichts verhandelt. Diesbezügliche Fälle häufen sich. Man könnte meinen, dass das Methode hat.


Dem kann ich nun gar nicht folgen.

M. E. sollte der Witwer froh sein, dass überhaupt einer der Polizisten dazwischen ging. Die Einstellung der Ermittlungen gegen den mutigen Polizisten ist folgerichtig und vollkommen in Ordnung.

Alles andere wäre ein total falsches Signal mit fatalen Folgen. Im Zweifel würde dann nämlich kein Polizist oder Bürger in einer vergleichbar unübersichtlichen Situation mehr dazwischen gehen. Man könnte ja den falschen treffen und dafür bestraft werden.

Gleiches gilt für die Ermittlungen gegen den Richter und den Präsidenten des Landgerichtes. Es war überhaupt nicht vorhersehbar, dass die Situation in einer normalen Berufungsverhandlung so eskaliert. Im Übrigen, was wurde dem Richter vorgeworfen? Vielleicht, dass er sich nicht todesmutig dem Mörder entgegenstellte. Vielleicht sollte sich der Witwer mal vorstellen, ob er dies gemacht hätte, wenn es nicht um seine Belange gegangen wäre, z. B. wenn er Zuschauer in einem anderen Prozess gewesen wäre und dort ein Angriff des Angeklagten auf eine Zeugin erfolgt wäre.

Natürlich kann man die Gerichte auch zukünftig zu Festungen ausbauen. Da sollten aber auch alle bereit sein, mehr Steuern zu zahlen, da dies mit den vorhandenen Mitteln natürlich nicht bezahlbar ist.

Vielleicht stellt der Witwer die erhaltenen Spenden für diesen Zweck zur Verfügung, wenn er schon wegen Rachegelüsten und ggf. finanziellen Interessen (?) die Justiz unnütz beschäftigen möchte?

Freunde macht er sich mit seiner Vorgehensweise jedenfalls nicht.

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