Forum: Panorama
Fotoband: Auge in Auge mit echten Nazis
Edition Patrick Frey

SS-Obersturmführer, Generäle, Wehrmachtshelferinnen. Ein Bildband versammelt Porträts von Nazis - und stellt die Frage: Was unterscheidet uns eigentlich von ihnen?

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oli h 23.09.2017, 13:41
1. Nicht viel

Uns unterscheidet die Zeit und das Umfeld in das wir hineingeboren wurden von den Nazis. Hätten wir damals gelebt wären wir nicht anders gewesen, natürlich in der vollen Bandbreite von Menschlich- bis Unmenschlichkeit die es damals gab. Genau das ist das Unheimliche und genau das ist der Grund warum sich etwas wie das dritte Reich prinzipiell wiederholen kann wenn unsere Werte wieder so erodieren wie es damals geschehen ist.

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MtSchiara 23.09.2017, 13:54
2. Leute wie Du und ich?

Ich finde alle Photos unsympathisch, mit Ausnahme des letzten mit der Nummer 10. Auch in meinem jetzigen sozialen Umfeld gibt es eine Reihe von Menschen, die mir nicht sympathisch sind. aber man sollte zurückhaltend damit sein, von dem Eindruck, den ein Photo in Form einer Momentaufnahme macht, auf eine Person zu schießen.

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cajun_moon 23.09.2017, 14:04
3. Verdorbene, todbringende Seelen lassen sich nicht fotografieren

Ich finde, solche Bilder haben einen Sensationswert, man begafft sie, aber sie bringen uns nicht weiter. Nicht die Gesichter haben entsetzliche Verbrechen gegen die Menschen und die Menschlichkeit zu verantworten, sondern die Seelen. Und verdorbene, todbringende Seelen lassen sich nicht fotografieren.

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KaroXXL 23.09.2017, 14:16
4. Echt?

Zitat von cajun_moon
Ich finde, solche Bilder haben einen Sensationswert, man begafft sie, aber sie bringen uns nicht weiter. Nicht die Gesichter haben entsetzliche Verbrechen gegen die Menschen und die Menschlichkeit zu verantworten, sondern die Seelen. Und verdorbene, todbringende Seelen lassen sich nicht fotografieren.
Es heißt doch Gesichter sind der Spiegel der Seele... oder nicht?

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cajun_moon 23.09.2017, 14:41
5. Lieber selber denken

Zitat von KaroXXL
Es heißt doch Gesichter sind der Spiegel der Seele... oder nicht?
"Es heißt" (was immer das heißen soll) aber eben auch: "Gleich und gleich gesellt sich gern" sowie "Gegensätze ziehen sich an". Und "heißt es" nicht viel mehr, die Augen - nicht die Gesichter - seien der Spiegel der Seele? Sie sehen: Schubladen helfen nicht weiter. Selber denken bringt meistens mehr.

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donnied 23.09.2017, 16:09
6. Es waren Menschen wie du und ich..

Der Lack, den wir Gesellschaft nennen und der die tiefsten Abgründe, die eigenen Ängste und Instinkte überdeckt, ist dünn. Man sieht es bei Naturkatastrophen, auf einmal gibt es Diebstähle und Vergewaltigungen, begangen von Leuten die vorher keiner Fliege etwas zu leide getan haben.
Und auch heute gibt es Leute in Banken, die durch Spekulationen mit Lebensmitteln für das Hungern und Sterben von Millionen zuständig sind. Es gibt auch heute noch Leute, denen es egal ist wenn Tausende im Mittelmeer ertrinken. Der Lack ist dünn und er bekommt Risse...

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max-mustermann 23.09.2017, 17:26
7.

Finde die ganze Geschichte etwas dürftig wie mann krampfhaft versucht irgend etwas in diese Fotos hinein zu interpretieren. Wären diese Leute ohne die entsprechende Uniform abgelichtet worden würde sich kein Mensch etwas bei diesen Bildern denken.

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teacher20 23.09.2017, 18:17
8.

Zwar sollte man nicht vergessen, dass fast alle diese Bilder gestellte Portraitaufnahmen sind. Dennoch sollte uns die Normalität dieser Männer deutlich machen, dass unsere moraltriefende Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit gegenüber denjenigen, die "dabei waren" ("Warum habt ihr das nicht verhindert?"), fehl am Platze ist. Ich wäre z.B. nie auf die Idee gekommen, meinen Großvater wegen seines Mitläufertums (Blockwart) oder meinen Vater (begeisterter Marine-HJler; Kriegsmarine) anzugreifen.
Letztlich haben (bzw. hatten, da die Generation, die den NS bewusst erlebt hat, beinahe ausgestorben ist) nur die das Recht zur Kritik, die nach den Rassegesetzen der Nazis mit großer Wahrscheinlichkeit selbst Opfer geworden wären, hätte das Regime länger existiert.
Alle anderen - die ins "positive" Raster der NS-Ideologie gepasst hätten - sollten sich fragen, wo sie unter den Bedingungen der damaligen Zeit gestanden hätten, ob sie selbst zu den Widerstandshandlungen bereit gewesen wären (ich selbst wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gewesen), deren Fehlen sie den Altvorderen vorwerfen. (Da hilft es auch nicht weiter, dass Untersuchungen immer wieder betonen, niemand sei zum Tode verurteilt worden, weil er sich von der Teilnahme an einer Erschießung habe entbinden lassen).
Eine ehrliche Antwort darauf dürfte viele mit der "Gnade der späten Geburt" Gesegnete, nachdenklich machen.

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sarkasmis 23.09.2017, 18:50
9. Im Ansatz zum Scheitern verurteilt

Aus Portraits kann man reichlich wenig ziehen. Vielleicht noch aus der Uniformierung. Menschen unterscheiden sich aber gerade in ihren Einstellungen und Handlungsweisen und die lassen sich nur reichlich schwer abbilden.

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