Forum: Panorama
Hirntote Schwangere in Texas: "Wir wissen nur, dass das Herz schlägt"

Darf man eine hirntote Frau gegen den Willen ihrer Familie am Leben halten, weil sie schwanger ist? In Texas ist ein bewegender Streit entbrannt: Eltern und Ehemann möchten eine 33-Jährige sterben lassen, die Ärzte wollen das Baby zur Welt bringen.

Seite 1 von 3
McMacaber 10.01.2014, 18:35
1. optional

Tragisch, wenn der Embryo ebenfalls einen Hirnschaden erlitten hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
atech 10.01.2014, 18:52
2. Brutkasten

Da die Schwangere bereits tot ist, ist es eigentlich egal, was die Ärzte mit ihrem Körper machen. Auch wenn sie den Körper der Toten als Brutkasten benutzen. Das ist zwar pervers, aber da dadurch ein Fötus am Leben erhalten wird, entbehrt es nicht einer gewissen Berechtigung. Auch wenn es berechtigte Zweifel daran gibt, dass dieser Fötus gesund und lebensfähig ist. Wüsste man sogar sicher, dass der Fötus gesundheitlich schwer beeinträchtigt und möglicherweise nicht lebensfähig ist, dann wäre das Handeln der Ärzte allerdings unverständlich. Wie man hier ethischerweise handeln sollte, hängt von der Lebensfähigkeit des Ungeborenen ab.

Ganz anders wäre der Fall gelagert, wenn die Frau noch leben würde und die Ärzte würden sie gegen ihren Willen zum Austragen eines Fötus zwingen. Eine lebende Frau ist kein Brutkasten und darf niemals als solcher behandelt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
noalk 10.01.2014, 19:28
3. seltsame Ansicht

Zitat von atech
... Wüsste man sogar sicher, dass der Fötus gesundheitlich schwer beeinträchtigt und möglicherweise nicht lebensfähig ist, dann wäre das Handeln der Ärzte allerdings unverständlich. Wie man hier ethischerweise handeln sollte, hängt von der Lebensfähigkeit des Ungeborenen ab.
Ich will Ihnen das nicht unterstellen, aber das hört sich für mich ähnlich an wie die Begründungen, die man seinerzeit von Befürwortern der Euthanasie gehört hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
humpalumpa 10.01.2014, 19:28
4.

Bei eventuell 1Stunde ohne Sauerstoffzufuhr für das Gehirn ist es sehr wahrscheinlich dass das Kind nicht durchkommt und wenn, dann schwerstbehindert. Unverantwortlich was die Ärzte der Familie da antun. Mein Beileid zu dem doppelten Schmerz, den sie erleiden müssen :(

Beitrag melden Antworten / Zitieren
t-tiger89 10.01.2014, 19:34
5. Brutkasten

@atech: Nein, eine Frau ist kein Brutkasten und sollte nicht als solcher behandelt werden, aber ein Embryo ist ein Mensch und sollte als solcher behandelt werden - sprich: er hat ein Recht auf Leben :)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
turinturambar 10.01.2014, 19:42
6.

Die Frau wollte noch durch Maschinen am Leben gehalten werden. Die Aussage ist von Laien natürlich schnell getroffen. De facto wäre es ihrem Wunsch entsprochen , man stellt die Maschinen ab, wenn sie im Koma läge. Wenn sie allerdings wirklich nach den medizinischen Maßstäben hirntod ist, wird ihr Leiden nicht verlängert. Es findet keine Achmerzwahrnehmung statt. Das Gehirn hat sämtlichen Stoffwechsel eingestellt. Keine Aktivität, kein Bewusstsein, keine Schmerzwahrnehmung.
Und außerdem wäre es sicherlich ihr letzter Wille gewesen, dass ihr Baby zur Welt kommt.
In wie weit das Kind natürlich durch die Hypoxie Schaden genommen hat, müssen die Behandelten Ärzte Entscheiden.
Wenn keine Patientenverfügung vorliegt sollten sie vom mutmaßlichen Willen ausgehen. Ich denke der wird sein, das Beste fuer das Kind zu geben.
Es gibt hier sicher keine endgültige ethisch perfekte Loesung. De facto ist sie bereits tot.
Den angehörigen erschwert es natürlich die Trauer und Bewältigung die nicht begraben zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
AuchNurEinNick 10.01.2014, 19:47
7.

Zitat von sysop
Darf man eine hirntote Frau gegen den Willen ihrer Familie am Leben halten, weil sie schwanger ist? In Texas ist ein bewegender Streit entbrannt: Eltern und Ehemann möchten eine 33-Jährige sterben lassen, die Ärzte wollen das Baby zur Welt bringen.
Hey, das Herz schlägt! Damit ist diese Frau nach Lehre der Pro-Lifer, die es von der Kirche auch bis in dieses Forum geschafft haben, putzmunter. Kein Grund zur Sorge!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Neinsowas 10.01.2014, 19:55
8. da sieht man mal wieder....

...wie etwas unzwischen machbar ist, aber in seiner Konsequenz nicht wirklich überlegt....


Übrigens halte ich die Frau, - künstlich am L E B EN gehalten - für nicht tot! Sterben ist, heute nachgewiesenermassen, ein Prozess...sie stirbt oder sie geht unwiderruflich in den Tod...

In dieser Phase hat man mehr - wie soll ich`s sagen - "Wissen", als von aussen gedacht...geistige Kräfte wirken....das mag man glauben oder nicht...dem Sterbenden hilft es, wenn diese Erkenntnis bei Ärzten und Angehörigen zumindest in Erwägung gezogen wird....

...denn: Wer sich an dieser Stelle als Lebender offen hält, wird bald merken, dass nicht er, der Mensch, sondern das Geistige die Entscheidung fällt....ein schwer behindertes Kind wird sich ggf. nicht aufhalten lassen, tot geboren zu werden, ein gesundes Kind ist noch, im Geistgen und auch physisch, ganz mit der Mutter verbunden...wie auch immer: Wer nicht meint, er muss solche Entscheidungen erzwingen, sondern "es" abgeben kann, kann nachher auch mit den Realitäten leben....und die sind u.U. und in diesem Fall, gar nicht so aussichtslos!

Meine Meinung! >Meine Erfahrung!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
AlphaChannel 10.01.2014, 19:56
9. optional

Schlimmer Fall, auch für die Ärzte. Wenn die Mutter an einer großen Lungenembolie gestorben ist, ist es doch sehr, sehr wahrscheinlich, dass die Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr auch den Fötus unrettbar geschädigt hat - aber eben nicht sicher.
Allerdings wundert mich die Unsicherheit der Ärzte bezüglich des Zustands des Fötus. In der 20. Woche könnte man bereits sehr gut testen, ob das Baby normale Kindsbewegungen zeigt und auf äußere Reize entsprechend reagiert und daraus klare Rückschlüsse auf eventuelle Hirnschäden ziehen. Wenn es einfach nur daliegt und auf äußere Reize wie Schall oder Berührung des Bauches überhaupt nicht reagiert, z.B. durch Strampeln, wenn es keine normalen Aktivitäten und Wach-/Schlafphasen zeigt, müssten die Ärzte sicher wissen, dass es keinen Sinn mehr hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3