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Hurrikan: "Michael" richtet in Florida schwere Verwüstungen an
DAN ANDERSON/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Mindestens ein Mensch ist gestorben, Gebäude sind zerstört, Hunderttausende Haushalte sind ohne Strom: Hurrikan "Michael" ist in Florida auf Land getroffen. Das volle Ausmaß der Schäden ist noch unklar.

hunactun 11.10.2018, 06:14
1. Hurrikane, rein menschlich gesehen

Für jemanden der zwei Hurrikane erlebt hat (Gilbert 1988 und Isidore 2002 - Einzelheiten bei Wikipedia) und sich dabei an einem Ort (in Nord-Yucatán, México) aufhielt, über den jeweils das Hurrikan-Auge hinweg gezogen ist, lesen sich die hier veröffentlichten Beiträge abgehoben, weltfremd, inhuman, herzlos, vor allem aber arrogant wertend deutsch. Wenn das Auge über einen hinwegzieht, kommt (auf der Nordhalbkugel) die Wucht des Windes zuerst von Norden, dann ist ein Weilchen Pause, dann kommt noch einmal dasselbe von Süden. Das sind Windrichtungen, auf die niemand vorbereitet ist; denn normalerweise kommt der Wind bei uns aus O / NO (Passatwind). Bei einem Hurrikan handelt es sich auch nicht einfach um Wind, es sind wuchtige, hammerartige Schläge von Windenergie, die die Erdoberfläche in fortlaufenden Serien treffen und alles umwerfen, was nicht fest und tief im Boden verankert ist. Die Zitrusbäume fliegen als erste weg. Die Akustik ist ohrenbetäubend, wirkt auf den Europäer nervend bis demoralisierend. Die Menschen hier auf dem Lande bleiben in ihren (Stein-) Häusern, hocken sich in eine Ecke, also in den Schutz zweier Wände, und warten ab, bis der Sturm vorbei ist, geduldig, ruhig, gefasst, keiner spricht. Die Palmwedeldächer sind elastisch, biegsam und nachgiebig, halten der Windbelastung in aller Regel stand, sind ggf. schnell und leicht zu reparieren. Wer die ländlichen USA kennt, weiß um die Zerbrechlichkeit der hier üblichen, lediglich mit Blendsteinen aufgeschönten Holzhäuser, die ohne Fundament (oder gar Keller) auf einer dünnen Betonplatte stehen und einem Hurrikan 3. oder 4. Ordnung nichts entgegen-zusetzen haben, von den Blechhütten und Pappkartonhäusern der Karibikländer ganz zu schweigen. Dazu ist die gesamte Elektrizität oberirdisch verlegt. Den Menschen, die unter solchen Umständen leben, muss unser tiefes Mitgefühl gelten, denn sie sind größtenteils nicht in der Lage, etwas an ihrem Zustand zu ändern. Ihre wirkliche Lage kennt auch so richtig niemand. Deren bestimmende Merkmale sind Armut und Unwissenheit.

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