Forum: Panorama
Interview mit Sachsens Integrationsministerin: "Aus Demütigung entsteht Wut"
AFP

Wie sind die Vorgänge in Chemnitz zu erklären? Was hat die Wut mit dem Mauerfall zu tun? Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping über ein kollektives Gefühl der Kränkung in Ostdeutschland.

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linoberlin 08.09.2018, 11:56
1. ein Aspekt

bleibt überall unberücksichtigt: 1989 ist der Umsturz gegen eine vergreiste Regierung gelungen, die plötzlich keinen großen Bruder mehr hatte, der sie raushauen konnte. Ein schneller Erfolg, den man nun gerne wiederholen möchte. Nur, dass dies nicht so einfach gelingen wird. Auch das lässt die Wut wachsen.

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Ein_denkender_Querulant 08.09.2018, 12:04
2. Kränkungen?

1992 gab es in Rostock Lichtenhagen eine der schlimmsten rechtsextremen Ausschreitungen. Da gab es aber nicht viel Zeit der Kränkung durch den Westen.

Wieder nur ein Ansatz der Schuldverlagerung. Anstatt sich an die eigenen Nase zu fassen, das eigene Glück zu suchen und zu entwickeln hört man aus bestimmten Kreisen, die den Staat ablehnen, dass sich der Staat mehr um sie kümmern sollte.

Die These ist absurd. Das einzige, was den Menschen fehlt, ist Bildung. Und Bildung bekommt an vor allem durch Eigeninitiative und dazu gehört nicht das Lesen von Verschwörungsseiten oder AfD Programmen.

Mir reicht es langsam mit den Rassisten, Gewaltbereiten, Hass Säenden und ewig Jammernden. Sie zerstören unseren Staat, nicht Kriegsflüchtlinge, die dankbar sind, aus dem Meer gerettet worden zu sein und in ein paar Jahren wieder gehen werden.

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dirk.resuehr 08.09.2018, 12:04
3. Die Demütigung

Aha, die bösen Wessis haben die Überreste der von ihren Bürgern vernichteten DDR ausgeschlachtet. Interessant. Waren etwa auch ex-SED-Mitglieder dabei, die sanft "gefallen" sind? Egal, wir werden da heute kaum noch Gerechtigkeit herstellen. Verständnis sehr begrenzt, das ist so im Leben, permanente Anpassung wird verlangt-
jedenfalls für die meisten. Das strengt Kopf und Körper an, natürlich unerhört. Ihr allerwertesten Ossi-Politikrér hattet doch Jahrzehnte 'Zeit, das zu erklären und zu helfen. Habt ihr vielleicht etwas versäumt oder selbst seltsame EMPFINDUNGEN WEGEN DES UNTERGANGS DES ARBEITER-UND BAUERNPARADIESES? Das alles ist nicht so recht glaubwürdig und nachvollziehbar. Fakt ist, der gesamte Osten müßte beobachtet werden, die dortigen Politiker haben seltsame Vorstellungen von Demokratie

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biba_123 08.09.2018, 12:05
4. Es ist viel daran, was die Dame zu sagen hat!

Wir haben doch wirklich die Ossis nicht für voll genommen. Es ist immer ein nur ein erster Schritt, aber ich sage für mich und meine Haltung: Entschuldigung. Ich versuche, zu verstehen!

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treime 08.09.2018, 12:05
5. Kränkung?

Die beleidigte Leberwurst spielen, weil sie "geblieben" sind und sich NICHT angepaßt haben? Meinten die, das bei einer Wiedervereinigung die weiter ohne viel zu arbeiten ihr Gehalt bekommen? Wurde da nicht jahrzehntelang der Kapitalismus verteufelt und dann glaubt man, von heute auf morgen wird es besser?

Wer die bessere Bildung hat, kommt auch weiter. Wer nur zum "Amt" geht und dort nach Geld/Arbeit fragt und keinerlei Eigeninitiative zeigt, darf sich nicht wundern, wenn man dauerhaft im Netz der Ahnungs- und Bedeutungslosen gefangen ist.

Klar hätte man damals vieles besser machen können. Aber an welcher Wiedervereinigung hätte man sich ein Beispiel nehmen sollen? Die Ostpolitiker haben ja auch alles auf Schnell schnell gemacht und sich sicher auch einige Pöstchen gesichert - und somit eine Pension fürs Altenteil.

Man muss auch mal die "Westdeutschen" sehen. Ich bin Jahrgang 71 und habe so quasi mein ganzes Arbeitsleben lang schon die Subventionen für den Osten mitgetragen. Und zahle da immer noch ein. Wie wir alle hier. Wofür? Damit der braune Sumpf da drüben gepimpert wird?

Die Rechten leben IMMER im Gestern, die im Heute geschweige denn im Morgen. Sie sehen nur, was ANDERE falsch machen, niemals was sie selber falsch machen. Jeder der dort mitläuft, ist ein verkapter Nazi.

Woher sollen die auch ihre politische Bildung haben? Von IHREN Politikern anscheinend nicht!

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111ich111 08.09.2018, 12:07
6. Das Problem steht

Und auch hier kein Wort der Eigenverantwortlichkeit. Dafür "Sachsen-Quote" und "Sachsen-Seperatismus".

Natürlich ist bei der Wende vieles schief gelaufen. Aber in Sachsen läuft HEUTE vieles schief was seine Ursachen nicht in der Wende, sondern der "Wendementalität" der dortigen Bevölkerung hat.

Verantwortungsschieberei und Fingerzeigmentalität ist nie produktiv. Wer sich diese zur Lebenseinstellung macht, wird genau gar nichts bewegen oder erreichen. Egal in welcher Himmelsrichtung er lebt.

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muellerthomas 08.09.2018, 12:08
7.

Ich kann's nicht mehr hören. Niedrige Arbeitslosigkeit, steigende Einkommen, neue Infrastruktur, kaum Migranten - und dennoch immer was zu mäkeln.

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Schnabbelschnute 08.09.2018, 12:09
8. Rente als...

... Demütigung bringt es auf den Punkt!
Nicht nur im Osten werden trotz Leistung Ausbildung Qualifizierung...etc. ist wie hier im Westen auch, mittlerweie ein Demütigungs -Instrument und eher ein Armutsdruckmittel zum weiterarbeiten geworden wobei sich die Politik sich hinter einem ungerechten Rentensystem versteckt, und überhaupt keine Ahnung davon hat, was sich anbrodelt, denn viele haben den Eindruck das sich das Rentensystem in ein reines Betrugssystem gewandelt hat.
Ich sehe es als Betrug an, nach fast 50 Jahren Einzahlungen in die Rentenkasse nach allen Abzügen auf Grundsicherungsniveau zu liegen....wie jeder Berufshartzer, Einwanderer oder auch Asylanten!
Das jemand der es z.b aus Krankheitsgründen nach 35 Jahren die Grundsicherung plus 10 Prozent erhält finde ich in Ordnung, und sozial, aber ich der Seite Jahre voll bekommt, letztendlich weniger bekommt, ist nicht nur ungerecht, sondern auch demütigend, denn aus eigener Kraft schaffen es kaum noch viele Arbeitnehmer sich einen Wohlstand oder eine private Altersversorgung aufzubauen bzw zu leisten. Ich arbeite dabei als Ausbilder und Lehrkraft nicht einmal im Niedriglohnbereich, und erhalte den branchenspezifischen Mindestlohn, der mich nicht vor Altersarmut schützt.
So wie die Menschen im Osten geht es für mich seit der Agenda 2010 und der prekären sozialen Grundsicherung Hartz 4 welches Lohndumping und prekäre Beschäftigungsverhältnisse erst ermöglicht hat, immer mehr bergab, obwohl ich im Grunde nix falsch gemacht habe.
Deswegen ,, weil man ja nix zu verlieren hat, boomt der Frust im Osten....und ich hoffe bald auch hier im Westen!

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ympertrymon 08.09.2018, 12:10
9. Sehr gutes Interview ...

... das gerade in Westdeutschland zum Nachdenken anregen sollte, aber nichts an der Radikalisierung verharmlost. Wir benötigen in der Tat mehr Verständnis und Respekt voreinander. Alle.

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