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Prozess in Köln: Die Raser und die Suche nach Gerechtigkeit
DPA

Zwei Raser verursachten den Tod einer Radfahrerin und erhielten Bewährungsstrafen. Ein Gericht soll das Urteil jetzt prüfen. Doch ein Schöffe geriet selbst schon einmal ins Visier der Polizei - wegen Rasens.

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Klangstof 06.12.2017, 22:04
1. Das Rechtsempfinden der Bevölkerung..

Genau, darum geht es. Ich wette, in keinem anderen Rechtsstaat hätte es eine Bewährungsstrafe gegeben, wie im 1. Urteil ausgesprochen. Es kann und darf nicht sein, dass diese PS Prolls durch die Straßen dampfen und dabei jegliche Unbeteiligte gefährden und sogar zu Tode bringen. Es ist ein Mensch gestorben, völlig unschuldig und hier Bewährungsstrafen auszusprechen ist purer Hohn, primär für die engsten Angehörigen. Ich hoffe, der Richter nimmt sich ein Beispiel am Berliner Urteil vom Sommer und spricht knallharte Haftstrafen aus. Da geht mir und vielen anderen sonst die Hutschnur hoch. Man fragt sich ja sonst, ob der Vorwurf der "Kuscheljustiz" nicht doch oft gerechtfertigt ist.

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vliege 06.12.2017, 22:05
2. Bewährung?

Wer mit derart überhöhter Geschwindigkeit durch die Innenstadt brettert, nimmt den Tod von Menschen billigend in Kauf. Das Kölner Urteil ist ein Schlag ins Gesicht für die Angehörigen. Was Richter heutzutage mitunter an Urteile aussprechen ist nicht mehr nachvollziehbar. Ob Gewalt / Sexual oder Todraserei, es wird meist das sanfteste Urteil ausgesprochen ohne Abschreckende Wirkung auf evtl. Nachahmer. Die Rechtsanwälte kennen berufsbedingt jeden Winkelzug um eine "positive" Sozialprognose beim Richter geltend zu machen. Das deutsche Strafrecht gehört dringend reformiert bzw verschärft. Die Richter sollten ebenso angehalten werden diese auch in vollem Umfang auszunutzen.

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ernstmoritzarndt 06.12.2017, 22:21
3. Zur bekundeten Reue der Täter:

Besser spät, als nie sagte der servierende Kellner, als die Gäste schon gegangen waren. Das ist doch ein rein prozeßtaktisches Verhalten. Die wollen die Beteiligten für dumm verkaufen. Andererseits sollte man zumindest darüber nachdenken, ob ein geläuterter Raser vielleicht doch als Schöffe geeignet sein könnte: Der Mann weiß wenigstens, wovon er spricht, er ist nicht der Blinde, der vom Licht redet!

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anchises 06.12.2017, 22:37
4. Jedem "normalem" Autofahrer wird,

wenn er einen Radfahrer oder Fußgänger aus einer Unachtsamkeit heraus verletzt eine Mitschuld angehängt, selbst wenn der Fußgänger oder Radfahrer dem gesunden Menschenverstand nach ursächlich und allein dafür verantwortlich war. Nur allein deswegen weil von einem Kfz eine grundsätzliche Gefährdung ausgeht. Berücksichtigt man nur dies allein, so ist das Urteil ein weiterer Treppenwitz der Juristerei.

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humble_opinion 06.12.2017, 22:37
5. Kein Fan von Law und Order

Ich bin wahrlich kein Fan von Law & Order. Aber als ich diesen Satz im Artikel lese: "Ob eine Gefängnisstrafe in Frage kommt, hängt nun vor allem von der Sozialprognose und den beruflichen Perspektiven der beiden Angeklagten ab." bin ich wirklich fassungslos.


Auch der allerdümmste Mensch, insbesondere, wenn er einen Führerschein gemacht hat, weiß - und da gibt es nun wirklich kein Vertun - dass die 1-2 Tonnen Gewicht eines PKW für Fußgänger, Radfahrer usw. tödlich sein können. Die beiden Fahrer haben billigend in Kauf genommen, durch ihr verantwortungsloses Handeln Menschen töten zu können. Sie haben dadurch das Leben der jungen Frau, ihrer Eltern und vielleicht auch noch anderer zerstört.


Es ist also von einer Sozialprognose abhängig, ob "eine Gefängnisstrafe in Frage kommt"? Die Frage kann ja eigentlich nur sein, für wie lange und mit welchem Ziel sie weggesperrt werden müssen und ob es möglicherweise Wege gibt, das unendliche Leid aller Betroffenen wenigstens etwas zu lindern.


Aber wie leider so oft: das Opfer hat nur eine schwache Stimme während sich die Täter selbst zu Opfern stilisieren. Und wenn man etwas nur lange genug zerlabert finder sich genug Blödies, die auch dem abstrusesten "Argument" etwas abzugewinnen vermögen.


Hallo? Jemand fährt eine Radfahrerin tot, weil er mitten in einer Stadt ein Autorennen veranstaltet.


Ich wünsche den Eltern und allen Angehörigen, Freunden usw. die Kraft und innere Stärke, damit irgendwie fertig zu werden. Und der Justiz Orientierungsvermögen. Schwarzfahrer werden als Wiederholungstäter eingebuchtet. Aber wenn du mit deiner PS-Bombe mitten in der Stadt Menschen tot fährst, wird diskutiert, ob du ins Gefängnis musst. Bei positiver Sozialprognose evtl. nicht. Was stattdessen? 2 Punkte in Flensburg?

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ghp2 06.12.2017, 22:37
6.

Als Kölner denkt man immer wieder, dass unsere Ordnungshüter eher lässig drauf sind.
Da bekommt man glatt als Antwort: Und wieso stellen Sie Strafanzeige? Wegen der Statistik?
Ja, wenn die verhagelt ist passiert vielleicht was!
Als wenn unsere Ordnungshüter nicht wüssten wo die Probleme sind. Natürlich wissen sie das!
Proaktiv? Wat is dat dann? Müssen mer' dat wat tun?
Mitten in der Innenstadt, ihre Präsenz geht gegen null.
Dass es da Ausnahmen gibt ist schon klar und viele würden sicherlich auch anders(agieren), aber das geht halt schon in die Lächerlichkeit. Darfste nicht? Ja und?
Und wenn Firat M. daran kaputt geht - der war kaputt, ist kaputt und bleibt kaputt!
Ja und? Soll mich das interessieren? Soll er sich doch an den Auenweg stellen und aufpassen!

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whoispaul 06.12.2017, 22:39
7. keine Bewährung für Raser

die nehmen doch in Kauf, das jemand verletzt oder gar getötet wird.

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schocolongne 06.12.2017, 22:47
8. na, dann zurück auf LOS

unter den gegebenen Umständen kann offensichtlich nur ein Neustart mit einem unbelasteten Schöffen zielführend sein, sonst stände ohne Not erneut ein Revisionsgrund im Raum.

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_unwissender 06.12.2017, 22:52
9. Das Rechtsempfinden der Bevölkerung.. ?

Zitat von Klangstof
Genau, darum geht es. Ich wette, in keinem anderen Rechtsstaat hätte es eine Bewährungsstrafe gegeben, wie im 1. Urteil ausgesprochen. Es kann und darf nicht sein, dass diese PS Prolls durch die Straßen dampfen und dabei jegliche Unbeteiligte gefährden und sogar zu Tode bringen. Es ist ein Mensch gestorben, völlig unschuldig und hier Bewährungsstrafen auszusprechen ist purer Hohn, primär für die engsten Angehörigen. Ich hoffe, der Richter nimmt sich ein Beispiel am Berliner Urteil vom Sommer und spricht knallharte Haftstrafen aus. Da geht mir und vielen anderen sonst die Hutschnur hoch. Man fragt sich ja sonst, ob der Vorwurf der "Kuscheljustiz" nicht doch oft gerechtfertigt ist.
Was ist "Das Rechtsempfinden der Bevölkerung.." denn für ein seltsames Maß?
Ich denke, gemessen an diesem Maßstab in Sachsen müsste Frau Zschäpe schon auf freiem Fuß sein.

Andererseits wird regierungsamtlich die Raserei massiv gefördert durch laxe Kontrollen und minimale Strafen. So passt das doch nicht.

Wer 50 km/h zu schnell fährt sollte eine Haftstrafe zur Bewährung bekommen. Bei einem Unfall - gerade auch noch mit Todesfolge - ist doch der Vorsatz klar.

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