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Die Autohersteller bringen immer neue Sicherheits-Raffinessen auf den Markt. Welche Technologien sind sinnvoll, welche nicht? Was sind Ihre Erfahrungen mit der Verkehrssicherheit?

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everlast_11 06.11.2006, 16:08
1.

Zitat von sysop
Die Autohersteller bringen immer neue Sicherheits-Raffinessen auf den Markt. Welche Technologien sind sinnvoll, welche nicht? Was sind Ihre Erfahrungen mit der Verkehrssicherheit?
Alle Technik dieser Welt bringt nichts, wenn der Fahrer bzw. die Fahrerin nicht Auto fahren kann!
Ein guter, umsichtiger Fahrer trägt wesentlich mehr zur Straßensicherheit bei als ein hochgezüchtetes, mit Technik volgestopftes Auto.

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DJ2002dede 06.11.2006, 16:17
2.

Ich habe mal folgende Situation mit erleben dürfen:

Ein Mercedes überholte mich auf der Autobahn. Wenig ppäter hab ich ihn wieder eingeholt, da war er nämlich über die Leitplanke "gesprungen" und ist in der Böschung hängen geblieben. Unverletzt fragte er dann verwundert, wie das dann hätte passieren können. "Das Auto ist doch neu, das hat ABS, ESP, TSC ..." (2, 3 Sachen kamen dann noch)"

Ich achte bei meinem Fahrzeugkauf darauf, das nicht zu viele Sachen mein Gefühl behindern. Irgendwann ist die Technik machtlos gegenüber der Physik, und ich möchte spüren wann dieses der Fall ist. Technischer Schnickschnack zögert beispielsweise das "Abfliegen" von der Straße lange heraus, wenn es denn soweit ist hat man keine Chance mehr dagegen zu wirken.

Die sinnigste Sicherheitsvorkehrung ist immer noch ein vorsichtig fahrender Mensch, der sicherstellt das alle seine Technik auch hundertprozentig einsatzbereit ist. Zumindest ABS und einige andere Sachen sind aber zumindest gute ZUSÄTZE.

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Polar 06.11.2006, 16:48
3.

Zitat von sysop
Was sind Ihre Erfahrungen mit der Verkehrssicherheit?
ABS kam mir mal zugute, in einer Situation, in der ich mit einer herkömmlichen Bremsanlage (nasses Laub in der Kurve) wohl in die Botanik gerauscht wäre.

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Muffin Man 06.11.2006, 18:07
4.

Zitat von sysop
Welche Technologien sind sinnvoll, welche nicht? Was sind Ihre Erfahrungen mit der Verkehrssicherheit?
Sinnvoll kann jede Technologie sein, solange man ihr nicht blindlings vertraut... ich möchte als Fahrer schon noch selbst das Auto lenken und bremsen können; völlig "bevormundende" Technik (die ja längst im Gespräch ist, und wahrscheinlich in wenigen Jahren serienreif sein könnte) lehne ich ab.
Breitreifen verbessern den Fahrbahnkontakt - außer bei Nässe oder Schnee... Einzelradaufhängung vorn verbessert die Spurtreue, innenbelüftete Scheibenbremsen sollten sich anständig dosieren lassen, allerdings rosten sie gern, und sie können bei Regenfahrten "wirkungslos" sein, wenn man eine Vollbremsung einleitet. Daher bremse ich - auch ohne elektronisches ABS - "stotternd". Und versuche, Situationen zu vermeiden, wo der zu erwartende Bremsweg eine Kollision nicht zu vermeiden imstande ist.

Schlupfregelungen halte ich für überflüssig (obwohl übermotorisierte Fronttriebler ja gern mal die Räder durchdrehen lassen), ESP ist nur bei Fehlkonstruktionen wie dem Smart oder der A-Klasse obligatorisch... HELFEN tut es im Bedarfsfall übrigens dann doch nicht (mit dem Smart habe ich schon einige Dreher um die Hochachse erlebt, wie man sie sonst nur aus Carl-Barks-Comics kennt)

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Veroly 06.11.2006, 21:18
5. Gehirn ausschalten und Gas!???

Wir haben vor einiger Zeit alle etwas erlernt und aufbauend auf unserem neuen Wissen eine Prüfung abgelegt. Und nachdem wir diese bestanden hatten, haben wir ihn erhalten, den Führerschein.
Sinn des Ganzen ist natürlich, dass man dieses Wissen nicht verliert, umsichtig fährt, mit Abstand, dem Verkehrsfluss angepasst etc pp
Hierfür kann es auch hilfreich sein, ab und an ein Fahrsicherheitstraining zu machen. Z.B. im Winter, damit man lernt, mit Glatteis umzugehen oder im Herbst, weil dann die ganzen Blätter auf der nassen Fahrbahn liegen.

Das ganze technische Klimbim, wie es auch immer heißen mag, soll uns nur dabei unterstützen, sicher ans Ziel zu kommen. Solange es das tolle Auto aus Knight Rider (hatte das eigentlich einen Namen?)nicht in Serienbau gibt, müssen wir die Arbeit schon selber machen: Also schalten, walten, lenken, schauen, denken (ganz wichtig, vergessen manchmal einige!)

In diesem Sinne,
Veroly

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Dieter 58 07.11.2006, 23:56
6. Gefährlich!!!

Zitat von Muffin Man
Sinnvoll jede Technologie sein, solange man ihr nicht blindlings vertraut... ich möchte als Fahrer schon noch selbst das Auto lenken und bremsen können; völlig "bevormundende" Technik (die ja längst im Gespräch ist, und wahrscheinlich in wenigen Jahren serienreif sein könnte) lehne ich ab. Breitreifen verbessern den Fahrbahnkontakt - außer bei Nässe oder Schnee... Einzelradaufhängung vorn verbessert die Spurtreue, innenbelüftete Scheibenbremsen sollten sich anständig dosieren lassen, allerdings rosten sie gern, und sie können bei Regenfahrten "wirkungslos" sein, wenn man eine Vollbremsung einleitet. Daher bremse ich - auch ohne elektronisches ABS - "stotternd". Und versuche, Situationen zu vermeiden, wo der zu erwartende Bremsweg eine Kollision nicht zu vermeiden imstande ist. Schlupfregelungen halte ich für überflüssig (obwohl übermotorisierte Fronttriebler ja gern mal die Räder durchdrehen lassen), ESP ist nur bei Fehlkonstruktionen wie dem Smart oder der A-Klasse obligatorisch... HELFEN tut es im Bedarfsfall übrigens dann doch nicht (mit dem Smart habe ich schon einige Dreher um die Hochachse erlebt, wie man sie sonst nur aus Carl-Barks-Comics kennt)
All diese Sicherheitsfeatures mit diesem unverständlichen Buchstabenmix (ABS, DSR, ESP, XYZ, BSE oder wie auch immer) sind eigentlich Gold wert und ein kolossaler Sicherheitsgewinn!
Aber! Das bloße Wissen der Fahrer um ihr Vorhandensein (Was diese Erfindungen bewirken, oder wie sie gar funktionieren, weiß natürlich keiner so recht...) macht ihren Nutzen vollständig zunichte!
Dieses falsche Sicherheitsbewußtsein gibt den Leuten doch das Gefühl: "Ich hab' jetzt ABC und DEF und GHI und XYZ, mir kann nix passieren, ich kann so richtig die Sau rauslassen!"
Beispiel gefällig? Ich kann mich noch gut an den Winter erinnern, als in Deutschland zum ersten Mal Spikesreifen zugelassen wurden!
Mannomann! Nie zuvor hatte es so viele Glätte-Unfälle gegeben! Im Bewußtsein "jetzt kann nichts mehr passieren!" (Die Werbung hatte es ja so 'rübergebracht) sind alle diejenigen mit hohem Tempo schwer verunglückt, die mit Reifen ohne Spikes höchstens mit einem Bruchteil der Geschwindigkeit harmlos in den Graben gerutscht wären. So weit der "Sicherheitsgewinn"!

Ich bin der Meinung, alle diese an sich guten Erfindungen hätte die Autoindustrie klammheimlich in die Autos einbauen sollen, ohne den Käufern etwas davon zu verraten! Die Leute hätten es niemals erfahren dürfen! Dann hätte so manches Leben gerettet werden können!
Und ESP? Muffin Man, Du hast verdammt Recht! in "richtigen" Autos mit "richtigen" Fahrwerken braucht das kein Mensch. Aber ohne diese "Krücke" waren ja solche Vehikel wie Smart (Mit 'nem Gabelstapler fährt ja auch kein Mensch über 100 Sachen!) oder A-Klasse kaum auf der Straße zu halten.
Und die Kunden kamen zu VW, Opel oder Ford und fragten: "Hat der auch ESP?" "Nein? Aber die A-Klasse hat es! Mercedes ist eben besser!" Also haben die Ingenieure den Leuten den Gefallen getan und es teuer eingebaut.

Und zur A-Klasse und besonders zum Smart vertrete ich folgende These:
Kämen diese "Vehikel" genau so wie sie sind aus Korea und wären schon für ein Drittel des Preises zu haben - Keine 100 Fahrzeuge wären in Deutschland an den Mann zu bringen gewesen! Bestimmt nicht!
Gruß Dieter 58

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Muffin Man 09.11.2006, 15:15
7.

Zitat von Dieter 58
Das bloße Wissen der Fahrer um ihr Vorhandensein (Was diese Erfindungen bewirken, oder wie sie gar funktionieren, weiß natürlich keiner so recht...) macht ihren Nutzen vollständig zunichte!
...wie sich kurz nach Markteinführung des Audi-Quattro zeigte! Danke für den Zuspruch übrigens. Oh, an den ersten Winter mit Spikereifen kann ich mich nicht erinnern, ich weiß nur, daß Spikes irgendwann - fast zeitgleich mit der Gurtpflicht? - wieder verboten wurden, weil sie den Fahrbahnbelag doch recht stark schädigten.

Naja, was die Elektronik betrifft: Die Regel-, Meß- und Steuertechnik macht heute einiges möglich, was vor 20 Jahren noch undenkbar war... aus wirtschaftlicher/beschäftigungspolitischer Sicht muß man ja froh sein, daß wenigstens die deutsche Autoindustrie noch ganz vorn ist und sich dank einiger Innovationen Wettbewerbsvorteile auf dem amerikanischen und auf dem wachsenden Ostasiatischen Absatzmarkt verschafft.

Eine "heimliche" Einführung des ABS hätte auch zu Problemen geführt: Wie verunsichert wäre ein Fahrer gewesen, dem bei einer Vollbremsung das Pedal rhythmisch Gegendruck bietet!

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Dieter 58 09.11.2006, 16:58
8. Hat doch was, oder?

Zitat von Muffin Man
....Eine "heimliche" Einführung des ABS hätte auch zu Problemen geführt: Wie verunsichert wäre ein Fahrer gewesen, dem bei einer Vollbremsung das Pedal rhythmisch Gegendruck bietet!
Na ja, so GANZ ERNST war das ja auch nicht gemeint...
Aber wenn man mal darüber nachdenkt? So ganz verkehrt ist der Gedanke aber auch nicht, oder?

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Tarja13 09.11.2006, 17:35
9. Assistenzsysteme oder Fernsteuerung?

Die Sache ist doch eigentlich ganz einfach: Sinnvoll ist, was den Fahrer BEI BEDARF unterstützt. Nicht sinnvoll ist, was ihn quasi zum Passagier im eigenen Auto macht, denn wer gefahren werden will, soll den Bus nehmen.

Sinnvoll sind also z.B. ABS und zumindest, solange man es bei Bedarf (etwa bei verschneiten Bergaufpassagen) auch abschalten kann, ESP. Auch Fahrer- und Beifahrerairbag wird wohl niemand wirklich als störend empfinden.

Mit den Seitenairbags geht es dann schon los. Der eine mag sie, der andere hält sie für überflüssig, und - nachdem der TÜV demnächst ja auch Airbags überprüfen soll - für geeignet unnötige Kosten zu produzieren.

Meiner Ansicht nach sinnlos sind Spurhalteassistent, Abstandswarner oder noch schlimmer aktive "Abstandshalter" und dergleichen. Wer als Autofahrer so unkonzentriert ist, dass er nicht mal alleine seine Fahrspur einhalten kann, der ist sowieso eine Gefahr für sich und andere und sollte deshalb das Fahren sein lassen! Wer einen Prozessor dazu braucht, um den Sicherheitsabstand zum Vordermann einzuhalten, ohne ihm bei jedem Bremsmanöver hinten drauf zu fahren, der gehört einfach nicht auf die Straße. Wer eine Fahrt auf Computer-gesteuerter Route vornehmen will, der soll den Zug nehmen.

Im Gegenteil halte ich es aber für hochgefährlich, dass sich immer mehr Fahrer anscheinend blind auf ihre technischen Helferlein verlassen. Oder wie erklären sich die vielen A4 usw, die bei Starkregen mit 180 in Autobahnkurven hineinrasen, während ihre Fahrer sich anscheinend nur damit beschäftigen, wie sie den Vordermann schnellstmöglich von der Spur mobben können. Was passiert, wenn ein solches System vielleicht mal nicht funktioniert? Dann ist das Gejammer wieder groß (falls man es überlebt) und das Geschimpfe auf die Hersteller usw. Dabei ist immer noch ausschließlich der Fahrer dafür verantwortlich, dass er keinen Unfall baut, und nicht Pre-Safe und Ähnliches.

Apropos Abstandshalter: Warum muss ich mich als unbeteiligter Dritter eigentlich permanent von diesen Systemen verstrahlen lassen? Muss das wirklich sein?

Der Trend geht ja eindeutig zu immer massiveren Eingriffen der Elektronik - und wehe, sie funktioniert mal nicht. Am Ende gibt man am Navi bloß noch das Ziel ein, und den Rest regelt das Auto alleine. Dabei braucht kein Mensch sowas neu zu erfinden. Das gibt es nämlich schon und nennt sich Taxi.

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