Forum: Panorama
Thomas Fischer und 219a: Welches Frauenbild steckt dahinter?

In einem Beitrag für SPON kritisierte Thomas Fischer die Ärztin Kristina Hänel, bekannt geworden als Symbolfigur im Kampf für die Abschaffung des Werbeverbots bei Abtreibungen. Hier antwortet Hänel auf Fischer.

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groth2 18.05.2018, 09:28
1. Werbung oder Information???

Ja, das ist eben eine unschöne Sache, die die Politik, ebenso wie Dieselgate nicht angehen will. "man könnte ja Wählerstimmen, doer Arbeitsplätze gefähren, oder das Land unsicherer machen...".

Eigentlich ist der Fall einfach.... man muss nur definieren, was ist Werbung "und die gehört im Falle der Abtreibung, wie auch bei Zigaretten und Alkohl" verboten, und was ist Information "und die sollte nicht nur erlaubt, sondern gefordert sein". Eigentlich sollte man die Homepage von Frau Hänel als gutes Beispiel für Sachinformation nehmen... ich habe mir damals im Internet kursierende Screenshots angeschaut und muss sagen "Recht so". Hier wurde sauber informiert und das gehört eigentlich bei allen Behandlungen ins Netz. Ruhig bei allen Krankenkassen und dann als Kopie bei allen Ärzten, die von der Abtreibung bis hin zur Sterilisation und Kopfhaarverpflanung eben entsprechendes "anbieten". Es sollten keine Preise und nichts sonstiges dranstehen (das wäre Werbung....), aber eben sachliche Information. Wenn aber von der Werbetafel ein "Heute Abtreibung und Brustvergrößerung mit 10% Rabatt" irgendwo prangern täte, das ist klar strafbar und sollte klar belangt werden...

Daher "Schutz" des Lebens ist schon korrekt, aber dann muss entscheiden werden, das der Mutter oder des Kindes... und da sollte die Mutter ein klares Wort mitzureden haben... und sich auch ananoym vorab schon gut informieren dürfen... außerdem sollte es auch ein Werbeverbot für die Abtreibungsgegner geben, denn indem sie Werbung "dagegen" machen, machen sie auch indirekt Werbung "dafür". Aber sie dürfen genauso sachlich informieren...

Übrigens finde ich Babycaust eine echt üble Homepage.. Zitat "Die Frau kann sich nur als Frau auszeichnen. Sobald sie mit dem Manne wetteifern will, ist sie nur ein Affe." Das sagt doch schon alles.... Zum vög.... ist "sie" da gut genug und zum Kinder abwerfen, aber wehe sie mag selbstbestimmt sein.... das Zitat dort ist übrigens ein Zitat von Joseph de Maistre, so einem Knilch aus 17-18hundert, der gegen die Aufklärung und für ein gottgegebenes "vererbliches" Regierungssystem ist... da sieht man wo manche Wurzeln herkommen... schade.

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eile15 18.05.2018, 09:32
2. Ich habe Tränen in den Augen vor Wut

Vielen Dank für diesen Beitrag.
Ich verfolge den Prozess schon von Anfang an und es macht mich fassungslos, was Ihnen nicht alles unterstellt wird.
Ich habe mich tierisch über Herrn Fischer geärgert. Es ist so ärgerlich, dass man vielen Männern nach wie vor erklären muss, was es an vielen Stellen bedeutet eine Frau zu sein. Frustrierend!
Ich sende viel Kraft weiterhin!

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merlin 2 18.05.2018, 09:37
3. Die Unterstützung und das volle Verständnis vieler ist Ihnen sicher!

Das ist ein heiß diskutiertes Thema und könnte doch so einfach sein:
Werbung für Abtreibungen nein, aber Informationen für Frauen in fraglicher Situation ohne Einschränkung, vollumfänglich und leicht zugänglich UND im Wunschfall auch eine direkte ärztliche Behandlung.
Punkt! Das ist im Zweifel die Entscheidung einer Frau in einer absolut persönlichen Situation und da hat niemand reinzureden.

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peter.ueding 18.05.2018, 09:43
4.

Kristina Hänel besticht in ihrem Kampf um die Abschaffung des Paragraphen 219a durch Kenntnis und Sachlichkeit.
Erstaunlicherweise kann man das Kritikern wie Thomas Fischer und Robin Alexander nicht nachsagen.

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Politische Bildung? 18.05.2018, 09:47
5. Ich teile die Meinung von Fischer

Da die Autorin sich auf Jahrgang und Geschlecht bezieht : Ich bin weiblich, Jahrgang 1991, nicht religiös und kein Abtreibungsgegner und trotzdem teile ich die Ansicht von Fischer.
Ich bin Juristin und mich haben die Argumente von Fischer überzeugt. Er hat Recht, wenn er sagt, dass missbräuchliche Werbung verboten bleiben muss - oder wer will demnächst im Kino neben Tabakwerbung Werbung für Abbrüche sehen? Der Autorin geht es zwar nicht um missbräuchliche Werbung, aber wo ist da die Grenze zu ziehen? Das würde zu extremer Rechtsunsicherheit führen. Und Nein, ich glaube nicht, dass Standesrecht alleine genügt, um derartiger missbräuchlicher Werbung vorzubeugen.
Und soweit sich die Autorin wünscht, dass die Juristerei diesbezüglich nicht nüchtern wäre muss ich auch dem entgegen treten. Neue Gesetze bzw. die Rechtsanwendung sollte nüchtern und sachlich erfolgen. Aus blindem Aktionismus Gesetze zu schaffen, war noch nie besonders sinnvoll.

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leseoma 18.05.2018, 09:47
6.

Ja glaubt Herr Fischer denn, die Frauen treiben aus Jux und Dollerei ab? Und es bedeutet ihnen nicht mehr, als einen Zahn gezogen zu kriegen? Ich kenne Frauen, die noch nach Jahrzehnten das verlorene Kind erinnern und auch die Situation, in der ihnen nichts anderes übrigblieb. Eine leicht Entscheidung ist das nie.

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noethlich 18.05.2018, 09:49
7. Absichtliches Falschlesen des Artikels von Fischer

Zunächst ist es lobenswert, dass die Betroffene hier eine Plattform erhält. Allerdings lässt sich feststellen, dass die Frau nicht erkannt zu haben scheint, dass die Kritik Fischers nicht auf sie selbst abzielt, sondern darauf, wie ihre Causa von Feministen als Beleg einer vermeintlichen Unterdrückung missbraucht wird. Zu sagen, Fischer behaupte, "Frauen machen es sich leicht" beim Thema Abtreibung, ist einer dieser rhetorischen Tricks von feministischer Seite, die ich und viele Andere satt haben. Er behauptet dies keineswegs, sondern sagt, dass das gern ins Feld geführte Totschlagargument "Keine Frau mache es sich leicht" nicht richtig sei. Ich kann verstehen, dass Fischers Scharfzüngigkeit schmerzen kann, an der Validität seiner Argumente ändert dies nichts.

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friespeace 18.05.2018, 09:55
8. Es tut wirklich weh das zu lesen

Wie kann man so unterirdisch argumentieren? Zwei Beispiele:

Fischer widerspricht ihrer Darstellung, dass keine Frau es sich leicht mache - und argumentiert mit der immens hohen Anzahl insbesondere in Berlin.
Sie nun widerspricht noch einmal, weil Fischer die einzelnen Frauen nicht kennt und stellt im gleichen Satz ihre Aussage als Tatsache dar. Ja, wie viele der abtreibenden Frauen kennt sie denn???

Weiter unten dann der wirklich schon abscheuliche Satz - im Zusammenhang mit Abtreibungen: Frauen wissen, was für sie und ihre Kinder (!!!!!) am besten ist.

Das ist so abgrundtief lebensverachtend, mir fehlen echt die Worte. Abgesehen natürlich von dieser wieder absolutistischen Aussage zur Qualität aller weiblichen Wesen.

Erschütternd.

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Suppenelse 18.05.2018, 10:01
9. Ein durchschaubarer Versuch

Schwaches Bild, Frau Hänel. Ein durchschaubarer und leider auch erwartbarer Versuch, Thomas Fischers Worte als frauenfeindlich abzustempeln - auch feministische Plattitüden von wegen „alte Männer“ dürfen nicht fehlen. Aber ist natürlich auch bequem, denn so muss man sich nicht oder nur sehr oberflächlich mit den Sachargumenten auseinandersetzen, die Fischer in seinem lesenswerten Kommentar ausgesprochen sachlich dargelegt hat, um die ganze Debatte mal wieder etwas zu „erden“. Und, liebe Frau Hänel, er hat sehr wohl auch die andere Seite, die selbsternannten „Lebensschützer“, kritisiert und sich von diesen distanziert.

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