Forum: Panorama
Wer profitiert vom Übergewichtswahn?

Sind Deutschlands Dicke doof, arm und ignorant? Sollte eine Gesundheitspolizei endlich die kostenintensive Fett-Epidemie im Keim ersticken? Mitnichten, sagt Soziologe Friedrich Schorb und plädiert für mehr Entspanntheit im Umgang mit Übergewichtigen. Wer profitiert vom Übergewichtswahn?

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saul7 07.10.2009, 16:58
1. Wir

Zitat von sysop
Sind Deutschands Dicke doof, arm und ignorant? Sollte eine Gesundheitspolizei endlich die kostenintensive Fett-Epidemie im Keim ersticken? Mitnichten, sagt Soziologe Friedrich Schorb und plädiert für mehr Entspanntheit im Umgang mit Übergewichtigen. Wer profitiert vom Übergewichtswahn?
sollten uns diese Art von "Volksbeglückung" wirklich ersparen. Ich fände es schon gut, wenn man gesetzlich vorschreiben würde, dass Lebensmittel mit einer Ampel gekennzeichnet werden, damit der Verbraucher weiß, was sich darin verbirgt. Etwa so, wie es in GB gehandhabt wird.

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lis 07.10.2009, 17:06
2.

Zitat von sysop
Sind Deutschands Dicke doof, arm und ignorant? Sollte eine Gesundheitspolizei endlich die kostenintensive Fett-Epidemie im Keim ersticken? Mitnichten, sagt Soziologe Friedrich Schorb und plädiert für mehr Entspanntheit im Umgang mit Übergewichtigen. Wer profitiert vom Übergewichtswahn?
Die Lebensmittelindustrie, die massenhaft "Light"-Produkte auf den Markt wirft (die bekanntlich eher dick als dünn machen), die Ärzte, die Magenbandoperationen vornehmen und Cholesterinwerte messen (und in jedem Land einen anderen als krankmachend bezeichnen), die Therapeutinnen, die Abnehmewillige betreuen, die Frauenzeitschriften mit ihren alljährlichen Abspeckratschlägen (direkt vor der nächsten Rezeptsammlung), die Autorinnen von Fachbüchern ("Abnehmen leicht gemacht" etc) samt Verlegern und Buchhandel, Ernährungsberaterinnen, Fitness-Studios, die Veranstalter von Abspecklagern für Kinder und Jugendliche, die Hersteller von Blutdruckmessgeräten für den Privatgebrauch usw. Man sieht: rundum eine gut verdienende Gesellschaft.

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spydergyrl 07.10.2009, 17:25
3. Die Medien

Zitat von sysop
Sind Deutschands Dicke doof, arm und ignorant? Sollte eine Gesundheitspolizei endlich die kostenintensive Fett-Epidemie im Keim ersticken? Mitnichten, sagt Soziologe Friedrich Schorb und plädiert für mehr Entspanntheit im Umgang mit Übergewichtigen. Wer profitiert vom Übergewichtswahn?
der SPIEGEL zum Beispiel, der damit alle paar Wochen ein paar Seiten vollkritzeln kann und einen Vorwand für eine Fotostrecke mit (natürlich dünnen) Models hat.
Die Vielzahl von Wartezimmerzeitschriften, die wöchentlich Tips und Rezepte veröffentlichen.

Und die Konsumenten dieser Medien, die wieder mal einen Anstupser bekommen um in Onlineforen Größe, Gewicht und sportliche Leistungen untereinander zu vergleichen.

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Achras 07.10.2009, 17:51
4.

Zitat von sysop
Sind Deutschands Dicke doof, arm und ignorant?
"Sind Deutschlands Berufspolitiker sowie ihre Erfüllungsgehilfen in Behörden und Bürokratie kontrollsüchtig und dienen ihre Maßnahmen zur Ausgrenzung dem gegenwärtigen medial geprägten Schönheitsideal nicht entsprechender Menschen unter dramatisierter Hochrechnung künftiger <Gesundheitsrisiken> und <Behandlungskosten> der systematischen Abwendung von der Beschäftigung mit dringlicheren Problemen oder lediglich der Schaffung von <Handlungsbedarf> und gesetzeskonformer DISKRIMINIERUNG optisch auffälliger Minderheiten?"

Zu fast allen Zeiten und in beinahe allen Kulturen wurde ein überdurchschnittliches Körpergewicht nicht als Problem angesehen, sondern war eher schon (weil ein sichtlich wohlgenährter Leib nicht Mangel zu leiden schien) ein Gewinn an Sozialstatus. Noch in den von der "Freßwelle" geprägten späten Jahren des Wirtschaftswunders rundete ein "Wohlstandsbauch" nicht nur den Charakter ab, weil er von Genußfreude, bodenständiger Wertschätzung landwirtschaftlicher Produkte und einem nicht ins Krankhafte übersteigerten Geiz kündete.

In den letzten weit mehr als zwanzig Jahren scheint sich die WAHRNEHMUNG drastisch verändert zu haben, und von diesem WANDEL berichtet Friedrich Schorb in seinem Buch, das offenbar parallel zu seiner Magisterarbeit und seiner Promotion entstanden ist.

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wudi 07.10.2009, 18:04
5.

Zitat von saul7
sollten uns diese Art von "Volksbeglückung" wirklich ersparen. Ich fände es schon gut, wenn man gesetzlich vorschreiben würde, dass Lebensmittel mit einer Ampel gekennzeichnet werden, damit der Verbraucher weiß, was sich darin verbirgt. Etwa so, wie es in GB gehandhabt wird.
Wird wohl kaum das Problem loesen. Auch werden die meisten nicht durch "normale" Grundnahrungsmittel dick, mehr durch
die "Kleinigkeiten" nebenbei. Das Chips, Schokoriegel und Limonade keine Schlankmacher sind duerfte kein Geheimnis
sein.

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mbs 08.10.2009, 14:53
6. .... problematisches Thema

In den Schulen "gesunde Ernährung" anbieten ist gut, aber es fehlen vernünftige Strukturen. Viele Kinder essen in den Schulen z.B. kein Mittag (aus vielerlei Gründen).

Ernährung ist etwas elementares, es sollte in der Schule als Fachunterricht angeboten werden. Kinder sollten in der Schule ein Frühstücks- und Mittagsangebot bekommen - kostenfrei. Ich denke es gehört zur Solidarität - Kindern gleiche Chancen einzuräumen.

Diät- und Gesund-Essen-Kampagnen sind zum Teil hilflose und nicht durchdachte Angebote.

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DeeDeeBee 08.10.2009, 14:56
7.

Zitat von Achras
In den letzten weit mehr als zwanzig Jahren scheint sich die WAHRNEHMUNG drastisch verändert zu haben, und von diesem berichtet in seinem Buch, das offenbar parallel zu seiner und seiner Promotion entstanden ist.
Die Wahrnehmung hat sich auch deshalb verändert, weil Menschen dazulernen. So ist das nun `mal einerseits. Andererseits leben wir im Kapitalismus. Der setzt auf unendliches Wachstum. So auch die Lebensmittelindustrie. Und ich wette jetzt `mal, dass Wirtschaftswachstum und prozentuale Gewichtszunahme der Bevölkerung im Schnitt irgendwo korellieren...

Dann dieser Unsinn von Schorb, dass Familien mit knappem Budget gezwungen wären, "kalorienreiches" Essen zu kaufen, weil´s billiger, länger haltbar und "besser zu portionieren" sei. Das widerlegt Ihnen jeder Hanswurst - Koch, der einigermassen fit in Ernährungsfragen ist. Nein, Bequemlichkeit ist der Schlüssel, Dose aufreissen und Tütensuppe- und sosse aufgiessen ist angesagt. Frischen Salat, Gemüse, Kartoffeln oder Reis mit Fleisch oder Fisch zubereiten ist anstrengend. Aber definitiv preiswerter, als Fast - Food oder Convenience - Produkte. Dass so einer über ein solches Thema promoviert... nun, ja.

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Bala Clava 08.10.2009, 14:58
8. Krude Logik

Zitat von Interview
Ja, aber dabei wird gern vergessen, dass Familien mit knappem Budget sozusagen gezwungen sind, kalorienreiches Essen zu kaufen, um satt zu werden, denn diese Lebensmittel sind in der Regel billiger, länger haltbar und besser zu portionieren.
Wieso braucht man bei knappem Budget mehr Kalorien, um satt zu werden? Seltsame Logik.
Außerdem kann man auch von Kalorienbomben nur so viel essen, wie der Körper braucht, und somit schlank bleiben. Übrigens: Weniger essen, egal von was, spart Geld. Das ist bei Kaviar nicht anders als bei Formfleisch.

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Pfaffenbeißer 08.10.2009, 15:04
9. Mächtig Gewaltig

Zitat von sysop
Wer profitiert vom Übergewichtswahn?
Die Dicken natürlich. Seit Jahr und Tag erzählen mir verfettete Menschen wie schön es ist dick zu sein, was für ein tolles Körpergefühl ein Zentner Übergewicht bietet.

Ich bin ja nur so ein fettarmes Würstchen...

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