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Abschied als CDU-Chefin: Merkel im Reinen mit Merkel
REUTERS

In ihrer Abschiedsrede als CDU-Chefin spricht Angela Merkel die vielen Zerwürfnisse mit ihrer Partei offen an - und wird trotzdem gefeiert. Wem sie den Job am ehesten zutraut, muss sie nicht mehr explizit sagen.

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fördeanwohner 07.12.2018, 14:25
1. -

Politisch bin ich nicht mit Merkel auf einer Linie, aber ich halte sie für eine integere Person, die nicht an Prinzipien "kleben geblieben" ist, sondern sich und ihre Grundsätze insgesamt stimmig weiterentwickelt und nicht aus Eigennutz gehandelt hat.
Wir werden sie ganz bestimmt vermissen, wenn sie nicht mehr Kanzlerin ist.

Damals, als sie Kanzlerin wurde, habe ich mich fast geschämt und an Deutschlands Ansehen im Ausland gebangt. Sie hat mich Lügen gestraft. Eigentlich schade, dass sie damals nicht in die SPD eingetreten ist. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es mit einer anderen Person an der Spitze der CDU besser wird, im Gegenteil.

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wasnu23 07.12.2018, 14:26
2. Ist die Selbsteinschätzung stimmig?

Und was ist mit all den Problemen, denen Deutschland und die EU gegenüberstehen? Wäre nicht ein wenig mehr Selbstkritik angebracht, angesichts der dramatischen Lage in Deutschland und Europa? So bleibt der Eindruck: Wenn es Probleme gibt, ist es eben Schicksal, Erfolge sind hingegen ein Ergebnis eigener Stärke.

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kajoter 07.12.2018, 14:38
3. Ein Redeabschnitt, ...

... der hier nicht erwähnt wurde, befasste sich mit den Punkten, die Merkel sich selbst nicht zuschrieb, und das waren u.a. Zukunftsentwürfe.
Das hat mich ziemlich ratlos hinterlassen, denn es bestätigte meinen Eindruck von ihr und widersprach dem, was man eigentlich von einer Bundeskanzlerin erwarten sollte. Das permanente Reagieren, ohne zu Agieren, hat die Welt, Europa und Deutschland in die letzte Weltwirtschaftskrise, Finanzkrise und Flüchtlingskrise schliddern lassen. Die simple Bewahrung der Schröderschen Hartz4-Reform war u.a. ursächlich für die eskalierende Unzufriedenheit im Land und die Weigerung, radikale, praktische Schritte nach radikalen Beschlüssen zu unternehmen, haben diese Beschlüsse zu halben Rohrkrepierern werden lassen. Gemeint sind der Atomausstieg und die Flüchtlingsaufnahme. Und daneben bieten Bildung und Infrastruktur ein Feld, auf dem endlich zukuftsträchtig agiert werden muss.
Frau Merkel hinterlässt als Kanzlerin ein sehr ambivalentes Arbeitsergebnis, wobei ich nicht verkenne, dass sie Deutschland durch schwere Unwetter recht sicher manövriert hat.
Sie muss natürlich nicht "wäch", aber es ist höchste Zeit, dass das Land seine Zukunft in Angriff nimmt.

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huchuc 07.12.2018, 14:42
4. Merkel wird eindeutig die Geschichte eingehen - wer übernimmt das Erbe

Merkel hat sehr viel auf nationaler und internationaler Ebene erreicht. Da gebührt aufrichtigen Respekt! Als SPD Mitglied glaube ich, daß sie nach und mit Schröder das Land weitergebracht hat und hat uns wieder Vollbeschäftigung gebracht hat. Leider wurde dadurch das soziale Rückgrat vernachlässigt. Merzens ‘Agenda für die Fleißigen’ ist nicht die Antwort in Zeiten von Vollbeschäftigung. Die soziale Agenda von AKK hat viel mehr Substanz! AKKs Rede war beindruckend. Ich teile Merkels heimlichen Favorit AKK, die die CDU viel sicherer in die Zukunft bringen kann. Die rhetorisch etwas flache Rede von Merz ist mehr rückwärtsgerichtet, mehr Retro, und ist soweit nicht ‘future proof’.

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Freddie-58 07.12.2018, 14:50
5. Danke und Bravo

Vor den Leistungen von Frau Merkel kann man nur ehrfürchtig den Hut ziehen und danken! Bravo!

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ambulans 07.12.2018, 14:55
6. na,

so'n bisschen hat die gute hier schon untern tisch fallen lassen: energiepolitik, umweltschutz, bürgerbeteiligung und -rechte (z.b. datenschutz, kungelrunden in politischen hinterzimmern), gleichberechtigte teilhabe in west und ost, würdiger altersruhestand (trotz rente), und und und ...

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askl 07.12.2018, 15:10
7. Standing Ovations und Applaus

Frau Merkel steht als Parteichefin für das historisch schlechteste Bundestagswahlergebnis und noch schlechtere Umfragewerte für die CDU. Auf dem CDU-Parteitag wird wohl immer geklatscht!

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Florentinio 07.12.2018, 15:13
8. Wahlkampfhilfe

Auch wenn einige glauben, Frau Merkel sei eine Wahlkampfhilfe für die AfD, ist für mich klar, dass sie vor allem eine Wahlkampfhilfe für die CDU war. Amigo Helmut war sein Ehrenwort wichtiger als die Zukunft Deutschlands. Ohne sie gäbe es vielleicht keine AfD, aber die CDU würde sicherlich bei unter 20 % Stimmenanteil liegen und wir hätten eine Grüne Bundesregierung.

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ulrich-lr. 07.12.2018, 15:16
9. Ratlos

Schon seltsam, wie die CDU einer Vorsitzenden geradezu personenkultig huldigt und applaudiert, die die Partei zu den schlechtesten Wahlergebnissen in der Geschichte geführt hat. Zu Wahlergebnissen weit unter der Schmerzgrenze, die ihren Vorgänger, Kohl, maßgeblich zum Rücktritt bewegten.

Kritische Auseinandersetzung konkret - Fehlanzeige. Plötzlich waren es doch keine einsamen Entscheidungen an allen vorbei, sondern es wurde "zusammen geführt". Zum Totlachen. Der Kreis, der da "zusammen führte", muss verdammt klein gewesen sein, so dass der Rest der Partei oft verblüfft war. Und nun fällt ihr auch nichts weiter ein als: "Weiter so!" Armselig. Der CDU ist nicht zu helfen, wenn sie diesem ratlosen Rat folgt.

PS. Seltsam war am Beitrag auch, dass das immer noch ganz ordentliche CSU-Ergebnis in eine Reihe mit den deprimierenden Wahlschlappen der CDU gestellt wurde. Die CSU hat Schnupfen, die CDU hingegen Schwindsucht.

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