Forum: Politik
Abstimmung: Reformer liegen nach Parlamentswahl in Iran vorn
AP/dpa

In Iran könnten die reform-orientierten Kandidaten so stark abschneiden wie zuletzt vor zwölf Jahren. Auch im Rennen um Sitze im Expertenrat liegen die Reformer ersten Zählungen zufolge klar vor den Hardlinern.

aktenzeichen 27.02.2016, 18:18
1. Was für welche Reformen sind denn hier bemeint?

Wenn nicht einmal der Marokkanische König Gesetze erlassen kann, die dem Islam widersprechen (siehe Prof. BAssam Tibi, "Der wahre Imam"), wie soll dann ein x-belieber Gewählter das tun können?
Also: Ich vermute, hier wird alter Wein in neuen Schleuchen verkauft!

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boguspomp 27.02.2016, 18:35
2. Hassan Ali Mansur, PM des Iran

wurde 1965 von iranischen Islamisten ermordet, und Rafsandschani war daran beteiligt, wie er später selbst zugegeben hat. Er hat die Waffe besorgt, mit welcher Mansur erschossen wurde. Weshalb wird Rafsandschani hier als "Reformer" tituliert? Hat SPON so ein kurzes Gedächtnis oder ist das Spiegel-Archiv abgebrannt?

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tripler 27.02.2016, 18:52
3. Unterstützung für Rohani

Nach der Wahl vom Reformer Rohani zeigen die Iraner die 2009 zu Millionen friedlich gegen die damalge Konservative Regierung protestiert hatten wieder einmal dass sie für Fortschritt und Modernität sind. Befasst man sich mit den Menschen im Iran, wie es diese Facebook Seite: https://www.facebook.com/pages/Iran-Photos-Personalities/275357125949953 Eindrucksvoll und Bilder reich macht dann ist diese Entwicklung nicht verwunderlich.
Ich wünsche dass Rohani mit einem Parlament dass auf seine Seite steht so wie es die Bevölkerung eh tut, noch mehr positives Bewirken kann.

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simon.meister6 27.02.2016, 19:21
4.

Seit Jahrzehnten verfolgt die europäische Presse wahnhaft jede Wahl im Iran. Jedes fallende Blatt wird kommentiert. Es wird unterschieden zwischen ultrakonservativen, konservativen, gemässigt konservativen, gemäsigten usw,. Derweilen werden Frauen wie Tiere behandelt, Schwule an Baukränen aufgehängt, Oppositinelle gefoltert und etliche Terrorzellen unterstützt. Iran ist eine theokratische Diktatur. Das Alibiparlament und die Gerichte sind Fassade. Warum die DMedien und DPolitik diesen Massenmördern in den Hintern kriechen und jeden "Reformer" als Heilsbringer anbeten ist hochpeinlich,,...

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syracusa 27.02.2016, 19:54
5.

Zitat von boguspomp
wurde 1965 von iranischen Islamisten ermordet, und Rafsandschani war daran beteiligt, wie er später selbst zugegeben hat. Er hat die Waffe besorgt, mit welcher Mansur erschossen wurde. Weshalb wird Rafsandschani hier als "Reformer" tituliert? Hat SPON so ein kurzes Gedächtnis oder ist das Spiegel-Archiv abgebrannt?
Ein vernunftbegabter Leser weiß, dass "Reformkandidat" ein relativer Begriff ist. Rafsandschani mag ein Verbrecher sein und ist ganz gewiss kein Demokrat, aber er ist im Vergleich mit denen, die die Mörderbanden der Revolutionswächter kontrollieren, doch ein ziemlich moderater Kandidat, der die strengen islamistischen Regeln im Iran ein wenig lockern (= "reformieren") möchte. Rafsandschani weiß, dass das totalitäre Mullah-Regime in der Bevölkerung schon lange keinen Rückhalt mehr hat. Mit Zugeständnissen (= "Reformen") will er das System stabilisieren.

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Peter Bernhard 27.02.2016, 21:56
6. Für mich Foto des Jahres

Vom Aufmacher-Foto kamen mir beinahe die Tränen - wohl weil ich meine Oma in den 60er Jahren noch per eben Foto schon nur noch als im Kopftuch in Erinnerung habe. Was ich als Kind erlebt habe, ist das seltsame Nebeneinander von Tugendhaftigkeit, was hier also die Abgestuftheit von "Shador" betrifft, ganz allgemein noch im Kirchlich-Beichtenmüssigen - was ja die Prostestanten nicht kannten, da ja gewusst puritanisch noch strenger - und - Nebeneinander - der Übertretungen. Gerade also Korruption als grundsätzlich Disfunktionalität von Systemen ist - indem auf dem Foto der Wahlschein als Geldnote "gesteckt" - wird immer "dezent" publik gemacht, das heisst nämlich thematisiert und somit eine Flexibilität überhaupt in ein traditionelles und jedenfalls ganz einfach da noch zu großen Teilen agrarische sehr viel langsamer sich veränderndes System hineingebracht. Beispielsweise könnte da ja tatsächlich eine Banknote sein, ist es aber nicht: es wird also vor allem nicht bestraft und somit eine fest geltende Regel im wahrsten Sinne des Wortes - ach du mein Gott, wird mir gerade erst klar, nach Jahrzehnten von Unbewusstheit, was Sanktionieren bedeutet, ich kenne aber den Fall Hoeness -- sanktioniert also nicht, sondern zur Diskussion gebracht, die sogar implizit also als stille Post noch umso wichtiger wird. "Wünsch dir was" kenne ich etwa als was ganz unsittlich Sensationelles auf 70er Jahre TV hierzulande, lange her, wenn aber erst einmal die Heiligkeit von Regeländerung als solcher ad acta gelegt wird, muss alles supersicher sein. Das könnte also heißen: wenn die reale Situation als supersicher gilt, kann umgekehrt das Ändern von Regeln zu unheiligen Banalität werden. Bezogen auf die Flüchtlingskrise hierzulande bekommt so also der Begriff "Obergrenze" eine neue Note: dazu äußerte ich einst die Idee, dass per Kontingent das ein Begriff des Realisierens und der sicheren Situation ist - meiner Meinung nach muss aber das Regelwerk - um bei diesem Beispiel zu bleiben - sogar geändert werden. So sehe ich speziell der Iran mit seinem Kirchlichen nunmehr seriös-unradikalem Daherkommen als Musterbeispiel von Republik an, in der es immer mit rechten Dingen zugeht und erst die Reglung und die Beachtung, dass das Exekutieren, sprich Durchführen kommt. Was ich von "Baugenehmigungswesen" kenne hier, und da hat sich also Gott sei Dank im Grundsatz noch nichts geändert hierzulande.

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