Forum: Politik
AfD im Bundestag: Hier spricht eine besorgte Bürgerin
DPA

Zentrales Thema der Wahlnacht war der Erfolg der AfD und die Sorgen ihrer Wähler. Über die Sorgen muslimischer, jüdischer oder homosexueller Wähler sprach niemand.

Seite 1 von 13
zeichenkette 25.09.2017, 16:34
1. Ich glaube man muss keinen Migrationshintergrund haben...

...damit es einem bei "wir werden uns unser Volk zurückholen" kalt den Rücken herunterläuft. Es gibt verdammt vieles, das in diesem Land zur Kultur gehört, ohne unbedingt genuin deutsch zu sein. Deutschland ist kein homogenes Land und war es noch nie. Dass solche Aussagen immer so allgemein und diffus sind, ist kein Wunder: Sobald es konkreter wird, lösen sie sich in Luft auf. Es geht hier um Gefühle und um dumpfe Ängste. Schlimm genug, aber dagegen hilft sehr wohl miteinander reden und genaues Hinsehen.

Beitrag melden
bierzelt 25.09.2017, 16:35
2. Die AFD ist das Resultat ...

... einer stetig auf Muslime zeigender Meinungsbildung durch die Presse. Das ist auch durchaus so gewünscht. Oder haben Sie sich mal gefragt, warum Terroristen immer nur dort sind, wo es Rohstoffe gibt?

Beitrag melden
morrisfan 25.09.2017, 16:42
3.

Mich als älteren weißen Mann (auch noch aus dem Osten) hat auch niemand gefragt, warum ich diesen braunen Haufen NICHT wähle. Wenn das gesamte Politikgefüge in Deutschland nach rechts rutscht, dann betrifft mich das vielleicht nicht ganz so stark wie jemanden mit Migrationshintergrund, aber haben will ich das genausowenig.

Ein Land, das sich Gauland zurückholen will (der letzte Versuch im Osten ist übrigens gescheitert, Herr Gauland), scheint mir nicht lebenswert. Deutsche Kultur mag ja eine schöne Sache sein und wir hatten in unserer Geschichte sicher viele Künstler und Wissenschaftler, auf deren Werk man stolz sein kann. Nur sind diese Patrioten weniger auf Gutenberg, Schiller und Böll stolz, sondern wohl eher auf Rudolf Hess und Konsorten. Ich suche mir meine kulturellen Anreize aber lieber in der ganzen Welt, unabhängig von patriotischem Geheule.

Meine Frau mit Migrationshintergrund ist übrigens nicht wählen gegangen, um mir dann süffisant die höheren Prozentzahlen der AfD im Osten unter die Nase zu reiben. Da haben dich Nichtwähler durchaus eine Mitschuld, war meine Antwort.

Beitrag melden
larsmach 25.09.2017, 16:48
4. Nichts anders da, um sich dran hochzuziehen...

Es gibt für manche Menschen, besonders solche mit subtilem Selbsthass, nicht viel, an dem sie sich hochziehen können - außer an Sehnsüchten nach einer vergangenen Zeit, die als vermeintlich "normale" Periode verklärt wird. Das ist absurd, da einige der damals lebenden Menschen ebenso ihre persönliche Vergangenheit als "normal" verklärten und die Gegenwart als "unübersichtlich" sahen (das hat Gegenwart so an sich; Vergangenheit ist abgeschlossen und bietet unvermeidlich heimelige Vertrautheit). Ebenso absurd ist das Gefasel von "völkischen" Werten, von "Biodeutschen"... in einem Gebiet, das Jahrhunderte und Jahrtausende lang kreuz und quer durchwandert worden ist. Seit es Brücken gibt, gehen Menschen rüber. Heute haben Brücken oft Flügel, und es gibt Verunsicherte, die sich vorstellen, man könne die Wirklichkeit einfach kurz anhalten - ausblenden.
"Ataman"? Ja. Klingt doch schön. Und so ist das eben: Es kommen - ganz natürlich! - Nachnamen in unser Land und dessen Vorgänger-Länder, wie das immer schon war. Ist nicht "Schimanski" Deutschlands liebster (polnischer?) TV Kommissar? Es fällt Menschen schwer zu kapieren, dass Menschen einfach Deutsche sind. ...weil sie hier leben, weil sie die deutsche Mentalität internalisiert haben usw.. Ich kenne ein Reihenhaus, in dem es sich lohnt, die Augen zu schließen und sich zu Weihnachten akkustischen wie olfaktorischen Eindrücken hinzugeben. Da wir mit lokalem Akzent gesprochen über lokale Dinge, da werden Plätzchen gebacken... und wenn man die Augen öffnet, sieht man eine typisch deutsche Familie in der Vorweihnachtszeit, deren Großeltern noch in der Republik Kongo (d.h. damals eigentlich "Zaire") lebten. Es gibt Deutsche mit heller Haut. Es gibt Deutsche mit dunkler Haut. Es gibt Deutsche, die wohlmöglich die türkische Vokalharmonie beherrschen - cool! Das SIND nun Deutsche, und wer schon nicht kapiert, was ein Deutscher ist, dem ist eh nicht zu helfen... der wird sich an Phantastereien oder Paranoia zu "Blut und Ehre" hochziehen - wenn es da sonst nichts für ihn gibt!
Und das ist die gute Nachricht: Die Mehrheit unseres (gemeinsamen) Volkes weiß all das. Wir könnten häufiger darüber reden... ja, das stimmt wohl.

Beitrag melden
moritz27 25.09.2017, 16:55
5. Liebe Frau Ataman,

in der Türkei ist es noch viel schlimmer. Da hat eine ganz ähnliche Partei sogar das Sagen. Keine Angst also vor den neuen deutschen Rechten. Die weitaus überwiegende Zahl der Wähler hat diese Partei aus purem Protest gewählt, weil die anderen Parteien am liebsten die ganze Welt rettten wollen, aber nicht mehr alle Menschen mit ihren Sorgen und Ängsten im Inland wahrgenommen haben.

Beitrag melden
Mikrohirn 25.09.2017, 16:55
6. Die Mehrheit

dieser 23 % der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (ich bin einer von denen) scheinen inzwischen derart ein Teil von Deutschland geworden zu sein, dass sie nicht mehr auffallen und deswegen wohl kein Problemempfinden haben (vergleichbar mit den Mützenträgern, den Eisesserinnen und den Fußballfans). Also wo ist die Frage en gros? Im kleinen (wenige Hunderttausend) gibt es noch zu tun, unbestritten, aber eine Mücke zum Elefanten aufblasen...? Muss das sein?

Beitrag melden
peter.di 25.09.2017, 16:56
7. Jede Form von Intoleranz und die Gefährdung daraus erst nehmen!

Man sollte generell jede Form von Intoleranz und die Gefährdung daraus erst nehmen, und jede Form von Intoleranz benennen und bekämpfen.

Über die Sorgen jüdischer Bürger angesichts der massenweisen Einwanderung aus wie Merkel es nannte Ländern in denen "leider auch Antisemitismus und der Hass auf Israel allzu selbstverständlich" sind wurde immerhin einmal berichtet. Merkel meinte sogar, man müsse die "Angst vor muslimischem Antisemitismus ernst nehmen". Der Spiegel berichtete darüber
http://www.spiegel.de/politik/ausland/angela-merkel-angst-vor-antisemitismus-durch-fluechtlinge-ernst-nehmen-a-1112286.html

Genauso sollte man man selbstverständlich die Sorgen muslimischer, jüdischer oder homosexueller Wähler vor der AfD natürlich Ernst nehmen. Daher muss der Staat beobachten, was sich im Umfeld der AfD passiert und ggf. alle Möglichkeiten des Rechtsstaates ausschöpfen, dagegen anzugehen.

Gleiches gilt für die Sorgen muslimischer, ex-muslimischer oder homosexueller Wähler vor radikalen Muslimen, immerhin stehen dort ja Personen unter Polizeischuft, wie z.B. liberalen Moschee in Berlin von Frau.

Oder auch die Sorgen von Personen, die sich wegen der APK in Deutschland nicht mehr ihre Meinung sagen trauen. Der AKP, die unter den türkischstämmigen Deutschen und Türken in Deutschland leider so viel Zustimmung hat.

Man sollte auch offen benennen, wie viele "Gefährder" es in der AfD gibt und wie viele "Gefährder" bei radikalen Muslimen oder anderen politischen Gruppen oder Religionen. Und wie viele Menschen aus politischen oder religiösen Gründen unter Polizeischutz stehen. Das ist ein wichtiger Indikator welche Gefahren von welchen Gruppen ausgehen.

Beitrag melden
StockInsAug 25.09.2017, 16:58
8.

"Und am Wahlabend wieder: Bei der "Berliner Runde" wurde darüber gestritten, was die Bundestagswahl für Deutschland bedeutet, sieben Parteivertreter und zwei ältere Herren von ARD (Rainald Becker) und ZDF (Peter Frey) - alle am Tisch waren weiß."
Wenn Sie am Wahlabend dort sitzen möchten, arbeiten Sie sich doch in einer Partei hoch oder arbeiten sich bei der ARD/ZDF hoch. Das ist der Weg um an der Berliner Runde teilzunehmen.
"wieder eine Politrunde "ohne uns"." Das zeigt aber das Sie sich für so besonders halten, das für Sie der normaler weg zur Berliner Runde, nicht gilt.
Wenn Menschen für Ihre Ängstlichkeit den Islam angeben, ist es antimuslimischer Rassismus. Wenn Sie die Weißen in den Talkshows kritisieren ist es etwa kein Rassismus?

Beitrag melden
skylarkin 25.09.2017, 16:59
9.

Ich bin auch über die Aussage gestolpert es würden überproportional viele Deutsche mit Migrationshintergrund die AfD wählen. Es gibt wohl tatsächlich keine umfassende Untersuchung dazu (warum eigentlich?) aber ich habe mehrere Untersuchungen/Analysen gefunden die Indizien dafür liefern, das der Anteil wirklich recht hoch sein könnte, allein wegen der Aussiedler aber auch viele Türken und ehem.EU Bürger tendieren zur AfD. Sind die keine Deutschen mit Migrationshintergrund oder zählt der nicht wenn's nicht passt?

Beitrag melden
Seite 1 von 13
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!