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AfD nach der Wahl: Petrys kalkulierter Eklat
BILAN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Am Tag nach dem Wahlerfolg droht der AfD die Spaltung. Parteichefin Petry kehrt der Fraktion den Rücken. Was steckt dahinter? Und wie geht es weiter bei den Rechtspopulisten?

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post.scriptum 25.09.2017, 15:43
1. Es hat sich schon ...

... seit längerer Zeit abgezeichnet, das Petry sich mit der AfD-Spitze überworfen hat. Nun hat sie auf der Bundespressekonferenz ihren Ausstieg aus der AfD-Fraktion zelebriert. Wäre Petry dabei geblieben, würde es innerhalb der Fraktion dauerhafte Probleme mit ihr geben. Für ihre Fraktion ist es besser so. Petry sollte nun konsequnterweise ihre Mitgliedschaft niederlegen und ihr Glück außerhalb der AfD suchen.

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markus.pfeiffer@gmx.com 25.09.2017, 15:44
2. Konnte man schon länger wissen...

Bzw. genau, wie schon im April von einem AfD-Funktionär bei 'CORRECTIC' prognostiziert:
"Erst mit ausreichender Vertretung im Bundestag und mehreren Landtagen habe diese neue Partei eine Chance, sich in der Bundesrepublik zu etablieren. Geplant sei eine kalkulierte Spaltung nach der Wahl, so der AfD-Funktionär gegenüber CORRECTIV. "

Insofern ist nur überraschend, wie kurz nach der Wahl und mit welchem Eklat die Spaltung eingeleitet wurde... oder auch nicht: Bundespressekonferenz am Tag nach der Bundestagswahl: öffentlichkeitswirksamer gehts nicht mehr.

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zeichenkette 25.09.2017, 15:45
3. Was man dazu sagen sollte:

Die erste Spaltung der AfD führte nicht gerade zu einer weiteren erfolgreichen Partei. Oder hat noch jemand etwas von Luckes ALFA (heute "Liberal-Konservative Reformer") gehört? Das Problem ist doch, dass in Deutschland kein Platz für eine weitere konservative oder wirtschaftsliberale Partei ist. Nach der Rechtsdrift der SPD und der von Merkel getriebenen Verlinksung der CDU ist zusammen mit der FDP und den Grünen die politische Landschaft um die Mitte herum mehr als versorgt. Die AfD ist stramm rechts bis nationalistisch/faschistisch und das ist für die meisten Mitglieder und unterschwellig auch für die meisten Wähler ihre einzige Daseinsberechtigung, denn dort gab es bisher nix (was auch gut so war nach der deutschen Vergangenheit).

Kurz: Wenn sich die abspalten, die nur konservative Politik machen wollen, dann sind sie überflüssig und die, die übrigbleiben, werden halt noch rechter. Immerhin wird das dazu führen, dass die AfD nur noch aus rechten Betonköpfen besteht, was sie letztlich auf das Wählerpotential der NPD reduzieren wird.

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pnegi 25.09.2017, 15:46
4. Opportunismus oder duch eher Genialer Schachzug?

Habe mir die Rede Petry's 3 mal angehört. Alles, was sie angekündigt hat, war der Rückzug aus der Bundestagsfraktion. Verbunden mit Lobeshymnen auf die AfD und die Freude über das Abschneiden in Sachsen. Nun gibt es aber neben der Bundespolitik auch noch die Landespolitik. Und aufgrund des grandiosen Sieges der AfD in Sachsen könnte ich mir eine AfD-Ministerpräsidentin Petry in naher Zukunft in Sachsen durchaus vorstellen. Zumal der aktuelle Ministerpräsident ja nicht gerade eine glänzende Figur abgibt... Erinnern wir uns alle gemeinsam an den Spruch von Franz Josef Strauss, Zitat: „Es ist mir egal, wer unter mir Bundeskanzler wird.“ :-)

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schwerpunkt 25.09.2017, 15:50
5.

Kaum 24 Stunden nach der Zäsur, dass wieder Nazis im Reichstag reden werden, fangen diese an sich selbst zu zerfleischen.
Wenigstens EINE gute Nachricht.

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descartes 25.09.2017, 15:50
6.

Was mag sie sich wohl dabei gedacht haben? Vielleicht frei nach Goethe: "Die ich rief, die Nazis, werd' ich nun nicht mehr los ..."? Also bleibt als Konsequenz nur selber zu gehen. Danke Frauke, für die Büchse der Pandora, die Du uns zurück lässt ohne Dich der Verantwortung zu stellen!

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funny-smartie 25.09.2017, 15:52
7. Richtig so!

Auch wenn ich zu den 87% Nichtwählern der AfD zähle, finde ich es richtig dass Frau Petry diesen Weg einschlägt. Mit Parolen, die im Grunde der deutschen Vergangenheit angehören sollten, kann man keine konstruktive Politik betreiben. Da trifft Intellektuell auf Intoleranz. Da bin ich mal gespannt was daraus wird und vielleicht ist schon bis der Zusammensetzung des neuen Bundestags 94 Abgeordnetenplätze neu zu vergeben. Finden dann "Neuwahlen" statt? Oder wie läuft dies???

Egal, die hinterhältige Grimasse von Frau Weidel kann ich nicht mehr auf dem Bildschirm sehen, die versucht mit ihrem Lächeln und den Wortformulierungen zu vertuschen, was sowieso jeder schon hinter der Make der Partei vermutet. Dank Petry, zum richtigen Zeitpunkt "entmaskiert".

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ludwig49 25.09.2017, 15:53
8. Meine Stimme für die AfD...

...hat diesmal bei einer Wahl alle Erwartungen erfüllt: Die GroKo hat es zerfetzt, die SPD bekam endlich die saftige Rechnung für ihre soziale Demontagen unter Schröder, die FDP und Grünen befinden sich auf dem besten Weg zum politischen Selbstmord, Seehofers großmäulige Wackel-Politik bekam einen Dämpfer, von dem er sich nicht erholen wird... und die AfD selbst wird sich komplett zum Affen machen. Für mich ist der Wahl-Sonntag bestens gelaufen !

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erichb. 25.09.2017, 15:53
9. Wen wundert's

Dass sich die AfD selbst zerstückelt, war doch klar. Das hat sie bisher doch immer getan. Hier sieht man den deutlichen Unterschied zwischen politischer Streitkultur und prolligen Chaoten.
Schwieriger wäre es wahrscheinlich, wenn Frau Petry mit ihrem bürgerlichen Charme die Partei tatsächlich auf eine Linie hinter sich bringen würde und damit die Menschenverachtung dieses braunen Haufens auch noch salonfähig machte.
So ist gut, das kann nicht lange dauern.
Das eigentliche Problem bleibt die CDU, die im Regierungshalbschlaf ihr Format aufgegeben hat. Wenn sie sich in den kommenden Verhandlungen noch mehr an die künftigen Partner annähert, geht die rechte Lücke noch weiter auf und was dann kommen kann, sieht man jetzt andeutungsweise.

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