Forum: Politik
AfD vor Einzug in den Bundestag: Tüchtig aufgeregt, wenig überlegt
DPA

Wegwünschen hat nicht geholfen: Die AfD ist viel stärker als das liberale Deutschland gehofft hat. Und nun? Man kann weiter Flüche ausstoßen - oder überlegen, warum die Leute rechts wählen.

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petruz 11.09.2017, 14:18
1.

Augstein liegt richtig.

Allerdings ist es in fast allen europäischen Ländern, teilweise seit Jahrzehnten, völlig normal dass dort Rechtspopulisten und sogar Rechtsextremisten in den Parlamenten sitzen. In Osteuropa sogar in der Regierung.

Das es nun in Deutschland soweit ist, ist nichts außergewöhnliches. Es hat hier nur länger gedauert. Und Deutschland wird damit auch klar kommen.

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lasse.wissmann 11.09.2017, 14:29
2. Konstruktiver Schluss?

Schöne Analyse, nicht mehr unbedingt die allerneuesten Erkenntnisse, aber trotzdem gut auf den Punkt gebracht. Die Frage ist nur: Was sollten wir denn gesellschaftlich anders machen? Ich vermisse ein wenig Konstruktivität.
Den Mangel an "politischer Partizipation und moralischer Anerkennung" versucht die AfD ja gerade für eben jene Szenen zu verringern. Gefällt mir jetzt nicht sonderlich, dass solch hasserfüllte Einstellungen politisch teilnehmen und auch noch moralisch anerkannt werden (sollen).

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Steve1982 11.09.2017, 14:30
3. Genau!

Die etablierten Parteien werden nicht viel bewirken, wenn sie die AfD ausgrenzen, ignorieren, ... Sie sollten sich, zumindest intern, fragen, was sie selbst besser machen können, damit die Leute so eine Partei nicht mehr wählen. Darum geht es & so schwer sollte das eigentlich nicht sein, da eine Lösuing zu finden...

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pirx64 11.09.2017, 14:30
4.

Es gab schon immer einen braunen Sumpf von 5-10% und den wird es immer geben. In den 60ern war die NPD ja auch im Landtag in BW, jetzt kommt die NPD 2.0 halt in den Bundestag.

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palerider78 11.09.2017, 14:32
5. Zustimmung zum Artikel,

aber wenn es Studien zum Status Quo seit 2002 gab und der Autor deren offenbar kenntlich war bzw ist: Warum liest man hiervon erst 15 Jahre später, wenn das Kind so gut wie in den Brunnen gefallen ist?
Hat ein Journalist wie Augstein nicht auch das Bestreben, seine Mitmenschen so früh als nur möglich verbal wachrütteln zu wollen ?

Und die noch dringlichere Frage: wie viel mehr werden nach dieser Wahl dem blauen Virus verfallen? Prognose: Es werden unabdingbar mehr werden, sofern die Politik keine Antworten auf die dringenden Fragen der Bevölkerung findet. Egal, welche Partei die Regierung stellen wird.

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darksystem 11.09.2017, 14:34
6.

Ich kann Herrn Augstein hier nicht zustimmen. Die Schlussfolgerung, das "wir" die AfD geboren haben, ist richtig, aber der Umstand warum ist falsch.

Einer großen Mehrheit der Deutschen geht es gut bis sehr gut. Und wenn dieser Fall eintritt neigen wir Deutschen zu zwei Fehlern:

- Wir bringen dies mit dem amtierenden Kanzler in Verbindung.
- Wir wählen mehrheitlich die Parteien welche möglichst wenig ändern wollen damit unser Wohlstand vermeintlich lange erhalten bleibt.

Der Rest wählt Linke und, seit neustem, AfD. Auch gebildete Menschen tun das. Meine Theorie geht eher in die Richtung dass diese Menschen eine Problemlösung suchen anstatt den Status Quo zu erhalten, und diese am ehesten im Extremen finden.

So wie vielen Bürgern schon ein Thema oder eine Person, oder gar eine halbkorrekt zitierte Aussage, reicht damit eine Partei "unwählbar" wird, so ist es bei anderen Menschen genau anders herum.

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eckertoliver 11.09.2017, 14:34
7.

Nehmen wir mal das Kernthema der AfD als Beispiel: Migration und Flucht. Da haben doch die "etablierten" Parteien alle Chancen, das Thema so zu regeln, dass die AfD nicht punkten kann. Ich bin für die Aufnahme von Flüchtlingen. In einer begrenzten Zahl, über die demokratisch entschieden werden muss und nach objektiven Gesichtspunkten wie offensichtliche Kapazitätsgrenzen. Ich bin auch für rechtsstaatliche Asylverfahren. Ich bin aber dagegen, dass faktisch letztlich 99% der Menschen einfach hier bleiben können, egal auf welche Art und Weise, ob mit oder ohne Asyl, ob kriminell oder nicht kriminell. Ich erlebe ein Staatsversagen auf allen Ebenen. Daher wähle ich AfD, trotz riesiger Bedenken, weil ich glaube nur so eine maximale Botschaft meiner Unzufriedenheit an die anderen Parteien senden zu können.

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gantenbein3 11.09.2017, 14:36
8. Gewiss

Zitat von petruz
Augstein liegt richtig. Allerdings ist es in fast allen europäischen Ländern, teilweise seit Jahrzehnten, völlig normal dass dort Rechtspopulisten und sogar Rechtsextremisten in den Parlamenten sitzen. In Osteuropa sogar in der Regierung. Das es nun in Deutschland soweit ist, ist nichts außergewöhnliches. Es hat hier nur länger gedauert. Und Deutschland wird damit auch klar kommen.
...wird Deutschland damit klarkommen. Nur fragt sich, wie? Außerdem ist Rechtspopulismus in Frankreich oder Polen etwas anderes als Neonazitum in Deutschland.

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Berliner42 11.09.2017, 14:38
9.

" was aus einer Gesellschaft wird, in der sich die prekäre Teilhabe an den materiellen Gütern der Gesellschaft ausbreitet"

Das wird auch durch ständige Wiederholung nicht richtiger.

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