Forum: Politik
Alternde Gesellschaft: Japan will mehr Arbeitsmigranten ins Land lassen
REUTERS

Japan vergreist, in etlichen Branchen fehlen inzwischen Fachkräfte. Die rechtskonservative Regierung will deshalb mehr Arbeitsmigration zulassen - gegen den Widerstand der Opposition.

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so-long 07.12.2018, 08:43
1. Blaupause für D?

Japaner arbeiten sehr viele Wochenstunden, das gehört zum guten Ton. Bin gespannt, wieviel Europäer und US-Amerikaner anheuern werden.

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niacoupr 07.12.2018, 09:15
2. Das wahrscheinlich sicherste „grosse“ Land der Welt

...verfolgt die vielleicht restriktivste Einwanderungspolitik aller Industrieländer. Es war und ist in keinen Augen immer noch eine Antithese zur Behauptung, freie Migration (wie in der EU) sei im Sinne wirtschaftlicher Prosperität eine Voraussetzung oder Notwendigkeit.

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Krokodilstreichler 07.12.2018, 09:20
3.

Alos will die Regierung ausländische Arbeitskräfte in die Bereiche bringen, wo schlecht bezahlt und die Arbeitsbedinungen katastrophal sind. Man kann nur hoffen, dass die Japaner bei der nächsten Wahl entsprechend reagieren.

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hoernomat 07.12.2018, 09:22
4. Nun kommt selbst das technologieaffine Japan in der Realität an.

Auch die Japaner verstehen also nun, dass man trotz Robo-Hunden, Asimo und Industrierobotern nicht alles automatisieren kann.
Wenn man also Arbeitskräfte braucht und selbst nicht hinreichend zur Welt bringt, ist Immigration nunmal die einzige Lösung.
Wohlstand, oder Homogenität? Beides zusammen ist in den modernen Industrienationen nicht zu machen. Anstatt dagegen zu hetzen, oder es Immigranten möglichst unangenehm zu machen.... in der Hoffnung, dass diese bloß wieder gehen.... ist es doch kein Druidenwissen, dass wir dieser Entwicklung Rechnung tragen und die Immigration konstruktiv gestalten müssen. Das kostet Geld für Sprachkurse, Ausbildung etc. - aber wieviele Studien braucht es noch, die belegen, dass diese Migration wirtschaftlich vorteilhaft ist und somit den Wohlstand vermehrt.
Dass wir diesen Wohlstand nicht gerecht verteilen, ist nun wahrlich nicht die Schuld der Migranten.

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biesi61 07.12.2018, 09:31
5. Auch Japan wird langsam normal!

Von den Migrationsströmen der Gegenwart kann sich kein großes Land komplett abkoppeln und bei Strafe eines starken wirtschaftlichen Niedergangs sollte das auch niemand versuche!

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ditor 07.12.2018, 09:42
6. Übergang

Zitat von hoernomat
ist es doch kein Druidenwissen, dass wir dieser Entwicklung Rechnung tragen und die Immigration konstruktiv gestalten müssen. Das kostet Geld für Sprachkurse, Ausbildung etc. -
Um dann weiterhin die Strukturpronleme zu haben? Japan muss "nur" die Zeit überbrücken bis die geburtenschächeren Jahrgänge das Rentenalter erreichen, dies kann mit Gastarbeitenr gelingen, wenn sie das Prinzip nicht nachträglich verwässern, wie D in den 70ern.
Japan hat die Chance sich langfristig nachhaltig zu positionieren.

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postmaterialist2011 07.12.2018, 09:48
7. Oh heute wieder nur Japanspezialisten im Forum

Ich habe 8 Jahre als Manager in Japan gelebt und gearbeitet und bin immer wieder überrascht wieviele Japankenner es in diesem Land gibt, die weder mal dort gewesen sind, noch Japan auf einer Landkarte zeigen können. Japan entwickelt sich seit Mitte der 1990er wirtschaftlich eigentlich nur zurück. War Japan mal das vermeintliche Hightechland, so hat in dieser Beziehung China dem Land der aufgehenden Sonne den Rang abgelaufen. Japaner sind zwar noch immer unglaublich viele Stunden im Büro, sind aber auch so extrem ineffektiv, wie ich es noch in keinem entwickelten Land dieser Welt erlebt habe. Das Märchen vom Land ohne Kriminalität wird hier auch immer wieder gerne gesungen. In der Tat man bekommt noch fast immer seine Geldbörse zurück wenn man diese irgendwo verliert, allerdings sind zum Beispiel Fahrräder schon immer "common domain" sprich sie werden geklaut wenn man sie nicht im Haus abstellt oder extremst sichert. Auch wird die organisierte Gewalt ( Yakuza etc.) gerne ausgeblendet, die den Bereich Menschenhandel, Prostitution und Drogenhandel fest im Griff hat und hier auch heftigst wütet. Auch sind in der Zwischenzeit fast alle "Convenience Stores" in Tokyo in der Nacht durch Südostasiaten oder Chinesen besetzt, die offiziell zur Ausbildung kommen, dann aber Jobs machen, die kein Japaner zu dem Preis machen will ( 8€ Stundenlohn für Arbeiten von 24h bis 8 Uhr morgens). Zudem spricht selbst in Tokyo noch immer die Masse kein Wort Englisch ( anders als in Taipei, Shanghai oder Seoul) . Viele zukunftsfähige Branchen sind an Japan vorbeigezogen ( da man sich so extrem vom Ausland abschirmt hat), die vermeintliche Homogenität hat hier sehr viel mehr Nach- als Vorteile. Die Überalterung und der Pflegenotstand sind ein weiteres Problem. Hier hätte Japan seit Jahren Hundertausende Pflegekräfte pro Jahr einreisen lassen müssen.

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hoernomat 07.12.2018, 10:31
8. Was genau meinen Sie?

Zitat von ditor
Um dann weiterhin die Strukturpronleme zu haben? Japan muss "nur" die Zeit überbrücken bis die geburtenschächeren Jahrgänge das Rentenalter erreichen, dies kann mit Gastarbeitenr gelingen, wenn sie das Prinzip nicht nachträglich verwässern, wie D in den 70ern. Japan hat die Chance sich langfristig nachhaltig zu positionieren.
Von welchen Strukturproblemen genau sprechen Sie?
Was soll das für eine Positionierung sein, auf die Japan eine Chance hat?
Es überzeugt mich bisher nicht, einfach zu sagen, die jetzigen Menschen müssen halt in der Misere verharren, bis der Überhang an alten Menschen weggestorben ist... dann kann man überflüssige Infrastruktur abreißen und mit weniger Menschen glücklich sein.
wie @postmaterialist2011 beschrieben hat, bewirkt diese Abschottung zum vermeintlichen "Wohl" der Homogenität einerseits offensichtlich einige Lebenslügen und ist andererseits in Bezug auf die Behandlung von Ausländern in Japan offenbar eher fragwürdig.

Das überzeugt also gar nicht bisher... anstatt uns ideologisch abzuschotten, sollten wir m.E. nach eher konstruktiv die realen Schwierigkeiten von Migration angehen und bewältigen. Das dies geht, zeigen Millionen von Menschen gerade in Deutschland - nicht nur italienische und türkische Gastarbeiter aus den 60er und 70er Jahren, sondern auch die polnischen Gastarbeiter aus dem 19. Jahrhundert, die wir heute bestenfalls noch am Namen erkennen.
Die weit überwiegende Mehrheit dieser Menschen lebt unauffällig und bezahlt mit ihren Steuern und Sozialabgaben auch unsere heutigen Rentner.
Ob die Japaner das wollen, entscheiden sie selbst - was das für ihren Wohlstand bedeutet, kann man allerdings schon antizipieren und gerade deswegen denkt man ja offenbar gerade um in Tokio.

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misterknowitall2 07.12.2018, 10:34
9. Hallo? Artikel gelesen?

Zitat von niacoupr
...verfolgt die vielleicht restriktivste Einwanderungspolitik aller Industrieländer. Es war und ist in keinen Augen immer noch eine Antithese zur Behauptung, freie Migration (wie in der EU) sei im Sinne wirtschaftlicher Prosperität eine Voraussetzung oder Notwendigkeit.
Im Text steht das genaue Gegenteil. Die Gesellschaft in Japan ist überaltet und deswegen braucht man Migranten. Wie schon seit Jahren. Die Zahl der Migranten hat sich deutlich erhöht. Und jede große Volkswirtschaft hat einen gewissen Anteil an "Gast"-Arbeitern. So gesehen ist Migration notwendig, um die Wirtschaft zu fördern. Andersherum weiß ich nicht was sie sich von ihrer These versprechen oder was uns das bringen soll? Ob nun ein Deutscher oder Pole meine Heizung repariert, ist mir ziemlich wuppe.

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