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Angriff in Syrien: Trumps PR-Raketen
REUTERS

Der amerikanische Kurswechsel in Syrien kann funktionieren. Doch es gibt dabei mehrere Risiken - eins davon heißt Donald Trump.

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Pombal1976 07.04.2017, 12:25
1. Schon sechs Jahre todernst

Die Situation ist für die Menschen in Syrien schon seit sechs Jahren todernst. Warum sollte sie nicht auch für uns so sein?

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klausbacker 07.04.2017, 12:26
2. Alles schön und gut.

Solange nicht eindeutig erwiesen ist, dass Assad für das Giftgas verantwortlich ist halte ich den US-Militärschlag für inakzeptabel. Ich verstehe nicht, welchen Vorteil Assad durch einen Giftgaseinsatz hätte haben können, ich sehe nur Nachteile.

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piccolo-mini 07.04.2017, 12:28
3. Wie beurteilt eigentlich SPIEGEL Online

den Angriff völkerrechtlich?
Sollte Völkerrecht für alle Staaten gelten oder für alle außer den USA?
Wie ist die Aussage von Frau Merkel zu bewerten, dass Assad die alleinige Schuld trage? Unterstützt Frau Merkel damit völkerrechtswidrige Angriffe?
Wie können wir uns als Westen hinstellen und uns angesichts solcher Angriffe als moralisch überlegen histellen?
Putins Russland ist fraglos nicht das gelbe vom Ei, aber wie kann man die USA bei sowas unterstützen?

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Silversurfer2000 07.04.2017, 12:32
4. Die Beweislage ist noch immer dünn.

Die schnelle Reaktion zeigt daher nur, dass Trump auf solch ein Ereignis nur gewartet hat, um endlich mal populäre Aktionen vorzeigen zu können (wer ist denn nicht gegen Giftgas?).

Nach all den Wochen voller Misserfolge, nach den immer hilfloseren Versuchen, mittels Twitter von den Russland-Verbindungen abzulenken und der immer enger werdenen Schlinge des Russland-Untersuchungsausschusses, endlich mal ein Befreiungsschlag.

Das positive Echo in den USA wird Trump dazu verleiten, in diese Richtung weiter zu machen. Sei es in Syrien oder in Nordkorea.

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keine Zensur nötig 07.04.2017, 12:33
5. Weitere Risiken -

maßlos schlecht informierte Mitarbeiter, denen nicht bekannt ist, dass erst jüngst in Astana eine Friedenskonferenz zu Syrien stattgefunden hat. Die USA waren zwar geladen, verpassten aber den Termin. Teilgenommen haben fast alle Kriegsparteien - sogar Al-Nusra - und das Ergebnis war eine Abstimmung im Kampf gegen den IS bis hin zu gemeinsamen Luftangriffen und der Luftraumsicherung.

Risiken:
- durch die Aufkündigung der Zusammenaerbeit in der Luft wird wohl demnächst ein Ami-Jet vom Himmel plumpsen, weil er eine S-400 getroffen hat - oder halt sie ihn.
- Wünschen Assads nach S-400 und Panzir wird Putin jetzt wohl wohlwollend gegenüber stehen
- Wünschen nach weiteren Onyx und Kalibr-Marschflugkörpern wohl auch

Und nebenbei stehen sich US-Marines und SAA bei Rakka in Schußweite gegenüber. Bisher gegen den IS - aber das kann sich ja ändern.

Nächstes Risiko - unsere Kopf-ab-Brigaden selbst - die zufällig genau zu dem Zeitpunkt des Luftüberfalls auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt die einzige Zufahrtsstraße überfielen und sperrten.

Und zum Abschluss - von 59 Tomahawk trafen sogar 29 das Ziel. Das ist nicht wirklich beruhigend.

Hoffen wir nun, dass sich die weissen Helme mittlerweile die Fingerchen gewaschen haben, nachdem sie Giftgasopfer mit bloßen Händen angefasst haben. Nicht etwa, dass diesen Al-Nusra Helfern noch ein Leides geschieht.

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DresdenSchnorchler 07.04.2017, 12:34
6. Tenor akzeptabel, Einleitung daneben

Warum muss fast jeder Kommentar, der im SPON erscheint, mit den gleichen Floskeln über den "Schlächter Assad" etc. anfangen? Ist das schon der berühmte unbedingte Reflex, ohne den man gar keine Verlautbarung über Syrien mehr beginnen kann? Und natürlich ist es leichter, auf andere zu zeigen, als mal die Fehler der westlichen Demokratieinvasion darzulegen...
Was Trump ungeht, hat der Kommentator allerdings recht. Es wird Zeit, dass die europäischen Politiker mal das tun, was sie sich auch von Assad wünschen, nämlich sich ums eigene Volk und dessen Sicherheit zu kümmern. Realität ist, dass die USA mit ihrem Irren an der Spitze eine Gefahr darstellen und es sehr daher gefährlich ist, immer nur die Trumpschen Ergüsse ergebendst aufzulecken! Dass Herr Gabriel die Angriffe der USA begrüßt, ist schon schandhaft.

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@nd1 07.04.2017, 12:35
7. Jahre später

werden die Deutschen wieder sagen "Davon haben wir nichts gewusst, wir haben das nicht gewollt".
Soweit ich es mitverfolgt habe, schlachtete Assad nicht seine Bevölkerung ab, sondern die Rebellen, die von USA finanziert und unterstützt werden. So viel zum Bösen Assad.
Dazu muss man noch sagen, dass der Westen noch keinen einzigen Beweis vorgelegt hat, dass Assads Armee die Bevölkerung mit Gas angegriffen hat. Man sagt es einfach direkt aus der Hüfte ohne zu ermitteln.
Aber ist der Bevölkerung auch egal, hauptsache wir haben ein klares Feindbild. Lasst uns wieder Kriege führen. Nach uns die Sinflut.

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ecce homo 07.04.2017, 12:36
8. todernst

Wenn die Situation so todernst ernst, warum dann nicht eine drei-Staaten-Lösung mit Assad, den Kurden etc. und nach ein paar Jahren dann freie Wahlen oder so?
Warum muss Assad auf Tote komm rauß verschwinden, wie dies so sturr vom Westen gefordert wird?

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Kamatipura 07.04.2017, 12:38
9. Feinstaubemission?

Wie ist das eigentlich mit der Feinstaubemission? Wenn so Raketen fliegen und die in einen Flugplatz einschlagen, Treibstofftanks in Brand setzen, ist das nicht schädlich für die Umwelt? Hoffentlich passiert bei uns so etwas nicht.

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