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Anschlag auf "Charlie Hebdo": Warum Blasphemie dazugehört
Charlie Hebdo

Der Anschlag auf "Charlie Hebdo" zeigt, wie gefährlich es ist, sich über Religion lustig zu machen - selbst in Europa. Umso skandalöser, dass Gotteslästerung in Deutschland noch immer unter Strafe steht.

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Niederbayer 09.01.2015, 09:51
1. Blasphemie?

Wer entscheidet eigentlich was Blasphemie ist? Wer entscheidet was eine Religion ist? Gibt es da eine amtliche Kommission, die das beurteilt? Für einige Zeitgenossen ist zum Beispiel Schalke 04 Religion und die Spieler mindestens Halbgötter. Ist es dann Blasphemie zu behaupten, das Schalke 04 Mist ist?

Ich persönlich verehre den Osterhasen. Und wer jetzt lästert, den zeige ich an...

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Mannheimer011 09.01.2015, 09:52
2. Wenn Diskurs so wichtig ist

warum wird dann auf politische Korrektheit so viel Wert gelegt?

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reviloland 09.01.2015, 09:52
3. Religion und Menschenrechte

Danke für diesen wichtigen Beitrag. Auch wenn die Kirchen sich gerne auf die Gottesebenbildlichkeit des Menschen als die Grundlage für die Würde des Menschen berufen: in der Praxis wurden die Menschrechte immer gegen die Kirche erkämpft. Die Aufklärung und der säkulare Staat sind die Grundlage der Freiheit. Diese Errungenschaften gilt es zu verteidigen.

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merkur08 09.01.2015, 09:52
4. Meinungsfreiheit wird auch bei uns bestraft, wenn es zur Beleidigung ausartet

Und das ist richtig so. Irgendwo gibt es Grenzen. Was allerdings nicht den Vorwand fuer Mord liefern kann. Aber auch die Presse- oder Meinungsfreiheit muss sich an Regeln halten. Uebrigens basiert unser Rechts- und Wertesystem wirklich auf der christlichen lehre bez den 10 Geboten. Sogar der Sozialismus konnte sich nur aus dem Christentum entwickeln. Mit ein Grund warum er sonst in der restlichen Welt grandios scheiterte oder pervertiert wird.

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georg schwarz 09.01.2015, 09:53
5. Religiöser Fanatismus

Sehr geehrter Herr Becker, für Ihren Kommentar sei Ihnen gedankt. Die Morde von Paris waren eine Gewalttat religiöser Intoleranz, daran gibt es nichts zum Zweifeln. Die Verfechter des Christentums sind im Mittelalter auch über tausende von Leichen gegangen, um Ihre Religion zu Dominanz zu verhelfen. Der Gotteswahn gipfelte und gipfelt in allen monotheistischen Religionen zu solchen Gewalttaten. Religion, wenn sie denn sein muß, ist in säkulären Staaten absolute Privatsache und jede Kritik an ihr auch und durch die Meinungsfreiheit geischert. Leider verletzt Deutschland mit seinen staatlich gestützten Kirchen die vom Grundgesetz geforderte Religionsfreiheit. Viele Landesverfassungen haben einen dagegen verstoßenden Gottesbezug und einige soger Blasphemieverbote in ihren Gesetzen. Die dunkle Nacht des Mittelalters senkt sich also auch immer noch über Mitteleuropa.

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donschmidto 09.01.2015, 10:02
6. 100% Zustimmung, und ...

... man sollte auf keinen Fall vergessen, dass nun einmal alle Religionen von vorne bis hinten absolut frei erfundener Blödsinn ohne jeden praktischen Nutzen sind. Es gibt nun einmal keinen wie auch immer gearteten Gott und von daher gibt's da auch nichts zu beleidigen.

Dass hier die kollektiven Wahnvorstellungen christlicher, muslimischer, jüdischer oder einer anderen großen Sekte zugehöriger Leute auch noch unter den Schutz vor völlig berechtigtem Spott und Häme gestellt werden ist äußerst beklagenswert.

Sich deswegen auch noch gegenseitig umzubringen ist ein sehr trauriger kosmischer Witz und ich hoffe, dass man in ein paar Jahrhunderten auf dieses dunkle und geistig rückständige 21. Jahrhundert zurückblicken und herzlich darüber lachen wird.

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hedele 09.01.2015, 10:04
7. stimmt nicht

§ 166 StGB war de facto noch nie ein ernsthaftes Problem in der Berichterstattung, weil Art. 5 GG zu einer extrem restriktiven Auslegung zwingt. Viel schlimmer ist die Schere im Kopf: Versuchen Asien einmal hier etwas Kritisches zum Koran zu Posten. Sie fliegen sofort raus.
§ 166 StGB finde ich insofern gut, als er einem ernsthaften Regelungsbedürfnis entspricht. Wenn Christus in sexuellen Posen gezeigt oder Mohammed als Schwein, dann ist das nicht witzig sondern absichtlich verletzend. Umgekehrt sagt der Paragraph aber auch dass fast alles erlaubt ist und niemand zur Selbsthilfe greifen darf.

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der_durden 09.01.2015, 10:04
8.

Ein guter, wie wahrer Kommentar. So ist es.

Ich wundere mich schon immer, wie wir uns als säkularen Staat bezeichnen können, obwohl wir es überhaupt nicht sind: Kirchensteuer, Steuergelder für Bistümer, Steuergelder für Kliniken, die mit kirchlichen Regeln betrieben werden, Sonderarbeitsrecht für die Kirche etc.

Aber das Thema "Religiöse Gefühle" schlägt dem Fass tatsächlich den Boden aus. Ausgerechnet ein Aberglaube soll vor allzu deutlichem Hinterfragen geschützt werden? Einfach schwer zu ertragen, wenn man bedenkt, dass wir uns als freie Gesellschaft bezeichnen.

In unserem Land leben 25% atheistisch, fast 50% bezeichnen sich als nicht wenig gläubig. Glauben ist Privatsache!

Dann der Lug und Trug, die Werte unserer Gesellschaft hätten uns die Kirche, die Religionen gebracht. Absurd!
Der Humanismus ist entstanden, TROTZ der Kirche. Menschen sind für den Humanismus und die Freiheit des Menschen gestorben - oft DURCH die Kirche.

Wäre es in der Geschichte um die christliche Religion gegangen, hätten sich Menschen nicht dagegen aufgelehnt, wir hätten heute noch nicht diese so genannten "christlichen Werte". Unsere Werte, unseren Fortschritt unsere Freiheit haben die Menschen uns gebracht, die für den Humanismus einstanden.

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purzel1950 09.01.2015, 10:04
9. Nunja

Herr Becker.
Der Artikel passt wie die Faust aufs Auge.Wird Ihnen aber viel Mißgunst der "Gläubigen" aller
Konfessionen einbringen. Denn DIE sehen ihren"Glauben" als alleinig richtig an.
Halten Sie es einfach aus. Gratulation!
Anhang: Traurig ist, dass der § 166 immer nochRealität in einem doch angeblich so aufgeklärten
modernen Staat ist.Der sogar den Vereinsbeitrag für den Klerus eintreibt-übrigens auf Kosten Aller.

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