Forum: Politik
Atomenergie - Ausstieg oder Verlängerung?

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) empfiehlt seiner eigenen Partei, sich möglichst bald von der Atomkraft zu verabschieden. Steht damit die Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke wieder auf der Kippe?

Seite 1 von 566
paml1983 06.02.2010, 10:35
1. Ausstieg von der Atomkraft - das leidige Thema!

Zitat von sysop
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) empfiehlt seiner eigenen Partei, sich möglichst bald von der Atomkraft zu verabschieden. Steht damit die Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke wieder auf der Kippe?
--------------------------------------
Ein Abschied von der Atomkraft ist gleichzusetzen mit dem "endgültigen Untergang" der Deutschen Wirtschaft.
Energieentscheidungen müssen für einen Zeitraum von mehreren Generationen getroffen werden, ansonsten kommt das raus, was wir im Moment haben, einen "Irrsinn", welchen letztlich nur der Endkunde und letztlich die Wirtschaft zu tragen haben.
Wer ist wirklich gegen die Atomkraft?
Die immerselben Aufmärschler, geschickt medial in Szene gesetzt?
Oder der einfache Bürger?
Das sagt Niemand wirklich!
Der Röttgen sollte eigentlich abdanken, weil denkbar ungeeignet für sein Amt (wo kommt er überhaupt her?).
Der Widerstand gegen die Atomkraft (den es in Wirklichkeit gar nicht gibt!) ist eine gegen den Deutschen Staat bewußt gerichtete Aktion "linker Gruppen und Parteien", allen voran der Grünen! Niemals hat jemand aus diesen Parteien eine wirkliche Alternative aufgezeigt, entworfen und als Vorschlag für einen Energiemix der Zukunft auf den Tisch gebracht. Alles, was angefangen wurde, zeugt von "Halbherzigkeit", aber trägt sich nie als wirkliche Lösung!
Windräder - nichts spricht gegen "Erneuerbare Energien", aber soviel Wind bläst in Deutschland nunmal nicht!
Der Nordsee-Windpark, grenzüberschreitend, genau das ist eine Lösung, aber nur eine(!) von vielen notwendigen, welche über Generationen hinaus Wirkung zeigen wird!
Nur, soviele Windparks, wie wir alleine in Deutschland an Energieerzeugern benötigen, kann die Nordsee gar nicht aufnehmen!
Schon mal an eine Weiterentwicklung der Atomkraft gedacht?
Richtig, Fusionsreaktoren, jetzt beginnt die Testphase, das hätte schon vor 20 Jahren der Fall sein können, oder nicht?
Die "Atomkraft" weiterentwickeln, bis der letzte Abfall weiterverarbeitet werden könnte, das ist die Lösung für die Zukunft, auch für Abfälle aus Asse möglicherweise, was ist an einem solchen Ansatz "unpopulär"? Da wird lieber für "heiße Luft - CO2-Emissionen" bezahlt und dem Verbraucher aufs Auge gedrückt, als Lösungen zu Ende zu denken.
Da muss ein "fähiger" Umweltminister die Weichen stellen und ein solcher ist leider nicht in Sicht!

Beitrag melden
halbfrosch 06.02.2010, 10:40
2. Bürgerwille

Herr Röttgen empfiehlt den Ausstieg mit der Begründung, Atomenergie sei in der Bevölkerung nicht mehr akzeptiert. Das ist für einen Politiker, der wiedergewählt werden möchte, ein nachvollziehbarer Standpunkt.

Allerdings wollen Bürger weder Kernkraftwerke noch Kohlekraftwerke. Gaskraftwerke sind wegen der zunehmenden Abhängigkeit von den Gaslieferländern verpönt. Selbst neue Windkraftanlagen (ob onshore oder offshore) scheitern häufig an Bürgerbegehren. Selbst wenn dem nicht so wäre, können erneuerbare Energien allein für den Energiebedarf nicht aufkommen.

In irgendeinen sauren Apfel muss die Regierung beißen, wenn sie die Energieversorgung des Landes langfristig sichern will. Was realistisch machbar ist, wird den Wählern so oder so nicht gefallen. Dann lieber CO-freie Kernenergie (wie es andere Länder auch machen) als Backup für intermittierende Erneuerbare Energien als noch mehr Gaskraftwerke.

Beitrag melden
woscho 06.02.2010, 10:42
3. Natürlich keine Verlängerung

Zitat von sysop
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) empfiehlt seiner eigenen Partei, sich möglichst bald von der Atomkraft zu verabschieden. Steht damit die Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke wieder auf der Kippe?
KKWs hätten niemals ans Netz genommen werden dürfen, ohne einer Sicherung der Endlagerung von abgebranntem Atommüll. Voreilig, nicht durchdacht und dilettantisch, wie immer und nicht neu.

Wenn der Herr Minister Röttgen, hart zu seiner gemachten Aussage steht und sich nicht zu einem Rückzug weichklopfen lässt, auf der Linie einer Frau Merkel zu schwimmen, dann wird er bald einen ehrlichen Quantensprung-Platz in der nebeligen Beliebtheitsskala an die Spitze machen.

Herr Gabriel, so geht es. Wo waren ihre populistischen Gedankenströme?

Jetzt fehlen nur noch verbraucherfreundliche Preise und ein Ende des Lobbyismus.

Beitrag melden
iorso 06.02.2010, 11:11
4.

Zitat von paml1983
... Energieentscheidungen müssen für einen Zeitraum von mehreren Generationen getroffen werden, ansonsten kommt das raus, was wir im Moment haben, einen "Irrsinn", welchen letztlich nur der Endkunde und letztlich die Wirtschaft zu tragen haben.
Sind nicht auch die weltweiten Uranvorkommen stark begrenzt ?
Wird somit nicht wieder in eine endliche Energiequelle investiert ?

Atomenergie in der jetzigen Form wird noch einige Jahrzehnte bestehen müssen und können, aber warum weiter entwickeln ?

Warum nicht endlich in grundlastfähige erneuerbare Enegien investieren und dessen Forschung ausdehnen.

z.B. in dezentrale Geothermie Kraftwerke, die weltweit eingesetzt werden könnten, abhängig nur von der Tiefe der Bohrungen.

In meinen Augen wird der jetzige „ Hype“ in die erneuerbaren Energiequellen PV/Solar/Windkraft von der Atomwirtschaft bewusst gefördert. Denn Energiefachleuten ist klar, solange sich der Großteil der Forschung auf diesen Bereich konzentriert, wird die Atomenergie weiter existieren.

Die Energie der Zukunft wird die Energie sein, die „vor Ort“ gefördert werden kann. Die weder auf das Wohlwollen von Förder- oder Transitländern angewiesen ist, noch auf ein sehr teures und aufwendig zu wartendes Netz aus HGÜ Leitugen.

Beitrag melden
dieterschg 06.02.2010, 11:12
5.

Zitat von paml1983
-------------------------------------- Ein Abschied von der Atomkraft ist gleichzusetzen mit dem "endgültigen Untergang" der Deutschen Wirtschaft. Energieentscheidungen müssen für einen Zeitraum von mehreren Generationen getroffen werden, ansonsten kommt das raus, was wir im Moment haben, einen "Irrsinn", welchen letztlich nur der Endkunde und letztlich die Wirtschaft zu tragen haben. Wer ist wirklich gegen die Atomkraft? Die immerselben Aufmärschler, geschickt medial in Szene gesetzt? Oder der einfache Bürger? Das sagt Niemand wirklich! Der Röttgen sollte eigentlich abdanken, weil denkbar ungeeignet für sein Amt (wo kommt er überhaupt her?). Der Widerstand gegen die Atomkraft (den es in Wirklichkeit gar nicht gibt!) ist eine gegen den Deutschen Staat bewußt gerichtete Aktion "linker Gruppen und Parteien", allen voran der Grünen! Niemals hat jemand aus diesen Parteien eine wirkliche Alternative aufgezeigt, entworfen und als Vorschlag für einen Energiemix der Zukunft auf den Tisch gebracht. Alles, was angefangen wurde, zeugt von "Halbherzigkeit", aber trägt sich nie als wirkliche Lösung! Windräder - nichts spricht gegen "Erneuerbare Energien", aber soviel Wind bläst in Deutschland nunmal nicht! Der Nordsee-Windpark, grenzüberschreitend, genau das ist eine Lösung, aber nur eine(!) von vielen notwendigen, welche über Generationen hinaus Wirkung zeigen wird! Nur, soviele Windparks, wie wir alleine in Deutschland an Energieerzeugern benötigen, kann die Nordsee gar nicht aufnehmen! Schon mal an eine Weiterentwicklung der Atomkraft gedacht? Richtig, Fusionsreaktoren, jetzt beginnt die Testphase, das hätte schon vor 20 Jahren der Fall sein können, oder nicht? Die "Atomkraft" weiterentwickeln, bis der letzte Abfall weiterverarbeitet werden könnte, das ist die Lösung für die Zukunft, auch für Abfälle aus Asse möglicherweise, was ist an einem solchen Ansatz "unpopulär"? Da wird lieber für "heiße Luft - CO2-Emissionen" bezahlt und dem Verbraucher aufs Auge gedrückt, als Lösungen zu Ende zu denken. Da muss ein "fähiger" Umweltminister die Weichen stellen und ein solcher ist leider nicht in Sicht!
Ihre Sicht der Dinge geht voll an den Gegebenheiten in Deutschland vorbei.

Klar können Sie sagen Umfragen und amtliche Statistik alles falsch, Deuschland ist in Wirklichkeit wild auf AKW´s, ungelöste Entsorgungen, ungeklärte Erkrankungen in Nähe solcher Atomkraftwerke, unbegrenzte, bezahlbare Uranvorkommen auf der Erde warten nur auf den Abbau, Gewinnmaximierungen der EVU´s für wenige auf Kosten erneuerbarer Energie etc.etc., das alles wollen die Bürger, alles andere ist gefälscht.

PS: Bei der Weiterentwicklung der Technik um den Abfall komplett wieder aufzuarbeiten, bin ich bei Ihnen.,

Gelder hätten die EVU´s dazu genug (AKW´s jetzt schon noch 10-15 Jahre am Netz) wenn sie kurzfristige Gewinnerwartungen etwas reduzieren, und auf langfristige Ziele setzen würden.

Stellen Sie sich vor, Deutschland führe weltweit nicht nur in der EE, sondern auch bei der umweltschonenden, ungefährlichen Verabeitung atomarere Restaabfälle, - Mann das wäre Spitze, mengenweise Arbeitsplätze ohne AKW´s

Beitrag melden
elandy 06.02.2010, 11:30
6.

Zitat von paml1983
-------------------------------------- Ein Abschied von der Atomkraft ist gleichzusetzen mit dem "endgültigen Untergang" der Deutschen Wirtschaft. Energieentscheidungen müssen für einen Zeitraum von mehreren Generationen getroffen werden, ansonsten kommt das raus, was wir im Moment haben, einen "Irrsinn", welchen letztlich nur der Endkunde und letztlich die Wirtschaft zu tragen haben. Wer ist wirklich gegen die Atomkraft? Die immerselben Aufmärschler, geschickt medial in Szene gesetzt? Oder der einfache Bürger? Das sagt Niemand wirklich! Der Röttgen sollte eigentlich abdanken, weil denkbar ungeeignet für sein Amt (wo kommt er überhaupt her?). Der Widerstand gegen die Atomkraft (den es in Wirklichkeit gar nicht gibt!) ist eine gegen den Deutschen Staat bewußt gerichtete Aktion "linker Gruppen und Parteien", allen voran der Grünen! ...
Als Atommüll kann man auch manche Posts bezeichnen...

Die überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist aus guten Gründen gegen die Atomenergie. Dass hier nicht jeder auf die Straße geht, ist klar, aber ich habe noch keine Demo pro Atomkraft gesehen.

Den Wiederstand können sie bei Castor Transporten sehen. Und, falls Sie teilnehmen würden, könnten Sie noch ne Menge lernen.

Beitrag melden
Radtourist 06.02.2010, 11:33
7. Raus aus der Kernkraft!

es gibt kein Argument für Atomkraft und gab es niemals. Es sei denn man möchte Bomben bauen und diese gern einsetzen.

- Uran ist fossiler Brennstoff und muß aus politisch wirklich lupenreinen Demokratien wie Rußland oder South Africa importiert werden.
- Uranvorkomen sind endlich
- Die Entsorgung ist nicht gesichert. Halbwertzeiten sind die Zeiten, mit der 50% der radioaktiven Stoffe zerfallen sind, einen endgültigen Zerfall gibt es nicht (bitte bei Herrn Euler beschweren, der hat die e Funktion entdeckt und sie gilt nunmal!)
- Niemand kann für mehrere tausend Jahre eine Endlagerung sicherstellen (mit 1000 Jahren sind nicht 12 sondern wirklich 1000 gemeint) - schon die vorhandenen Lagerstätten sind mehr als Fragwürdig.
- Unfallrisiken sind nicht vernachlässigbar, es sind nur ein Bruchteil aller bisherigen Störfälle bekannt geworden.

Was etwas bringen kann, ist:

- Energieverbrauch senken (nicht nur private Haushalte, vor allem Konzerne)
- Erneuerbare Energien wirklich fördern
- Weg von einer zentralen Energieversorgung hin zur dezentralen Versorgung: Wind/Solar für Strom und Brennstroffzellen für den Fahrzeugantrieb
- Weg von einer privatisierten Strom/Energieversorgung durch private Konzerne und zurück zur staatlichen Versorgung, gekoppelt mit individueller dezentraler Versorgung.

Außer der Atomlobby und deren korrupten Politikern braucht niemand Atomkraft.

Radtourist

Beitrag melden
dieterschg 06.02.2010, 11:36
8.

Zitat von halbfrosch
Herr Röttgen empfiehlt den Ausstieg mit der Begründung, Atomenergie sei in der Bevölkerung nicht mehr akzeptiert. Das ist für einen Politiker, der wiedergewählt werden möchte, ein nachvollziehbarer Standpunkt. Allerdings wollen Bürger weder Kernkraftwerke noch Kohlekraftwerke. Gaskraftwerke sind wegen der zunehmenden Abhängigkeit von den Gaslieferländern verpönt. Selbst neue Windkraftanlagen (ob onshore oder offshore) scheitern häufig an Bürgerbegehren. Selbst wenn dem nicht so wäre, können erneuerbare Energien allein für den Energiebedarf nicht aufkommen. In irgendeinen sauren Apfel muss die Regierung beißen, wenn sie die Energieversorgung des Landes langfristig sichern will. Was realistisch machbar ist, wird den Wählern so oder so nicht gefallen. Dann lieber CO-freie Kernenergie (wie es andere Länder auch machen) als Backup für intermittierende Erneuerbare Energien als noch mehr Gaskraftwerke.
Nur vergessen Sie nicht alle diese Abhängigkeiten, bis auf die Erneuerbaren, ob Kohle, Gas, Uran, alles muss in Deutschland weitgehend eingeführt werden, also die Abhängigkeit erstreckt sich nicht nur auf Gas.

Bei uns in der Nähe sollte ein 800 MW Kohlekraftwerk gebaut werden, betrieben ausschließlich durch Importkohle aus Australien und Neuseeland. Wurde wegen vieler Proteste, Umweltunverträglichkeit, z.B. in Nähe von FFH-Gebieten (Flora,Fauna,Habitate nach EU-Gesetzen)und einer weiteren Aufwärmung des Rheines (er wird in dieser Gegend schon viel zur Kühlung genutzt) angeblich aus Kostengründen, 1,1 Mia.€ "zurückgestellt".

Gebraucht wird es nicht, denn das erst 2001 als modernstes 400 MW Gaskraftwerk Europas in Betrieb gegangen Werk, ist selbst heute noch nicht ausgelastet. Darüber hinaus besteht eine Option, ein zweites, gleiches daneben zu errichten, und eventuell dann auch Biogas mit einzusetzen.

Ich bin z.B. für modernste, CO-arme Kohlekraftwerke an Standorten, wo z.T. 3-5 veralterte, dann zu entsorgende bereits stehen, vielleicht auch betrieben mit deutscher, subventionierter Kohle, denn dann bläst man kein CO2 und Rußpartikel auf der Umrundung der Erde durch Diesel angetrieben Schiffe mengenweise in die Luft.

Beitrag melden
Palmstroem 06.02.2010, 12:00
9. Gutmichels St. Florian-Prinzip

Zitat von sysop
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) empfiehlt seiner eigenen Partei, sich möglichst bald von der Atomkraft zu verabschieden. Steht damit die Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke wieder auf der Kippe?
... wir können zwar auf unsere Atomkraftwerke verzichten, aber nicht auf Atomstrom. Der kommt dann aus Frankreich oder der Ukraine. Aber dem dt. Gutmichel wird warm ums Herz. Nur wenn er dann zahlen muß, wird er zum Jammermichel!

Beitrag melden
Seite 1 von 566
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!