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Atomkraft nach Fukushima: Japan fährt trotz massiver Proteste Reaktor hoch
REUTERS

Ohne Atomkraft geht es nicht - das ist die Position der japanischen Regierung, die rund ein Jahr nach der Katastrophe in Fukushima jetzt erstmals wieder einen Reaktor hochfahren ließ. Tausende protestierten gegen die Entscheidung.

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karl-felix 01.07.2012, 15:28
1. Wollen

Zitat von sysop
Ohne Atomkraft geht es nicht - das ist die Position der japanischen Regierung, die rund ein Jahr nach der Katastrophe in Fukushima jetzt erstmals wieder einen Reaktor hochfahren ließ. Tausende protestierten gegen die Entscheidung.
wir hoffen, dass alles gut geht. Noch so eine Kathastrophe würde Japan ruinieren. Das ungelöste Problem des Atommülls wird denen auch noch eine Menge Kopfzerbrechen bereiten.
Gerade die im Sommer befürchteten Engpässe sind für eine einstmals in Fotovoltaik weltweit führende Industriemacht beschämend.

Mal sehen, wie die Bevölkerung reagiert.

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no-panic 01.07.2012, 15:38
2. Randnotiz

Interessant ist allerdings die Randnotiz....

"Im havarierten Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi fiel am Samstag das Kühlsystem für die verbrauchten Brennstäbe im Reaktor 4 aus, wie der Betreiber Tepco mitteilte. Am Sonntag sei ein Ersatzsystem installiert worden. Innerhalb von 70 Stunden müsse die Kühlung nun repariert werden, sonst steige die Temperatur und Strahlung trete aus, hieß es in der Mitteilung von Tepco."

Die Menschen in Japan wissen schon, warum sie gegen Kernkraft demonstrieren!

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sxyxs 01.07.2012, 15:52
3. optional

"..eine Protestbewegung die lange von den etablierten Medien ignoriert wurde"-wie?In Japan gibt es die gleiche Art von Pressefreiheit wie in Europa?-wer hätte das gedacht?
Vor allem wenn man den Zusammenhang sieht:
Die Katastrophe war u ist riesig,die Folgern verheerend -aber die Presse findet trotzdem keinen Anlass zu berichten?-vermutlich wusste man zu erzählen dass Paris Hilton einen neuen Pickel am entdeckt hat u hatte dann keinen Platz um von unwichtigen Sachen wie den Protesten zu berichten-man hat ja schliesslich prioritäten.

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Tokiogirl 01.07.2012, 15:59
4.

Zitat von karl-felix
wir hoffen, dass alles gut geht. Noch so eine Kathastrophe würde Japan ruinieren. Das ungelöste Problem des Atommülls wird denen auch noch eine Menge Kopfzerbrechen bereiten. Gerade die im Sommer befürchteten Engpässe sind für eine einstmals in Fotovoltaik weltweit führende Industriemacht beschämend. Mal sehen, wie die Bevölkerung reagiert.
Laut Polizei waren es 17,000 ... es waren locker ueber 100,000. (Letzte Woche waren schon ueber 40,000) Manche Fernsehprogramme haben es vom Helikopter uebertragen, und die Masse war gewaltig. Ich war dabei. Bitte googeln Tokyo demo 6 29. Wir wuerden uns freuen fuer Unterstuetzung aus Deutschland!

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MtSchiara 01.07.2012, 16:15
5. es gibt keine Bevölkerungsmehrheit für Blitzausstieg

Zitat von karl-felix
Das ungelöste Problem des Atommülls wird denen auch noch eine Menge Kopfzerbrechen bereiten.
Das ungelöste Problem des Atommülls besteht unabhängig davon, ob die Reaktoren etwas länger oder kürzer laufen, und muß auch bei einer Schnellabschaltung gelöst werden.

Zitat von karl-felix
Mal sehen, wie die Bevölkerung reagiert.
So wie es in Deutschland keine Mehrheit für die Schnellabschaltung von Kernkraftwerken zu Lasten einer erheblichen Erhöhung des Verbrauchs fossiler Energieträger (in Japan Gas, in Deutschland Gas, Kohle und Auslandsatomstrom) und zu Lasten einer erheblichen Strompreiserhöhung gibt (z.B. 200 Mrd bei der wenig zukunftstauglichen Photovoltaik), so gibt es diese auch in Japan nicht. Die Bevölkerung erwartet eine langfristig angelegte Politik, die (Versorgungs-)Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit gemeinsam im Auge hat.

Für den Ausstieg aus aktueller Atomtechnologie - basierend auf Uranbrennstäben und wassergekühlten Reaktoren - gibt es (zu Recht) eine breite Mehrheit in der Bevölkerung. Aber dies sollte mit Augenmaß und nachhaltig geschehen, so daß die Technologie durch umweltverträgliche und langfristig wirtschaftliche und konkurrenzfähige Technologien ersetzt werden kann.

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Heinz-und-Kunz 01.07.2012, 16:21
6. Aber sicher doch!

Zitat von karl-felix
wir hoffen, dass alles gut geht. Noch so eine Kathastrophe würde Japan ruinieren.
Die ca. 15.000 Toten und die schweren Zerstörungen sind die Folge des Beben und des Tsunami, nicht der Kernschmelze. Lt. UNO hat die keinen das Leben gekostet und wird es vmtl. auch nicht.

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gustavsche 01.07.2012, 16:22
7. Richtig so.

Einschalten! Die Japaner sind nicht dumm. Die Nutzung der Kernkraft erlaubt einen ungeheuren Wohlstand und der Preis, den man bezahlt hat, war doch geringt. Es gab durch Fukushima genau einen Toten und der wurde von einem Kran erschlagen. Niemand hat die Strahlenkrankheit und noch niemand hat Krebs deshalb bekommen. Die Wahrscheinlichkeit, Krebs zu bekommen, stieg nur marginal. In 50 Jahren, wenn die Leute wirklich Krebs bekommen, lässt sich kein kausaler Zusammenhang mehr mit diesem Unglück herleiten.

Übrigens: In Großbritannien gibt es Grüne, die Kernkraft wegen Fukushima plötzlich ganz gut finden: Die Achse des Guten: Grüne Rebellen tanzen den Techno-Beat

Dass er mit dem unseligen Klimawandel argumentiert, ist zwar nicht so schön, aber ein falsches Argument kann ja auch zur richtigen Entscheidung führen.

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karl-felix 01.07.2012, 16:29
8. Sie

Zitat von MtSchiara
Das ungelöste Problem des Atommülls besteht unabhängig davon, ob die Reaktoren etwas länger oder kürzer laufen, und muß auch bei einer Schnellabschaltung gelöst werden. So wie es in Deutschland keine Mehrheit für die Schnellabschaltung von Kernkraftwerken zu Lasten einer erheblichen Erhöhung des Verbrauchs fossiler Energieträger (in Japan Gas, in Deutschland Gas, Kohle und Auslandsatomstrom) und zu Lasten einer erheblichen Strompreiserhöhung gibt (z.B. 200 Mrd bei der wenig zukunftstauglichen Photovoltaik), so gibt es diese auch in Japan nicht. Die Bevölkerung erwartet eine angelegte Politik, die (Versorgungs-)Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit gemeinsam im Auge hat. Für den Ausstieg aus aktueller Atomtechnologie - basierend auf Uranbrennstäben und wassergekühlten Reaktoren - gibt es (zu Recht) eine breite Mehrheit in der Bevölkerung. Aber dies sollte mit Augenmaß und nachhaltig geschehen, so daß die Technologie durch umweltverträgliche und langfristig wirtschaftliche und konkurrenzfähige Technologien ersetzt werden kann.
haben leider völlig recht. Das ungelöste Problem des atomaren Mülls haben wir und unsere Nachkommen auf 1000de Jahre. Nicht nur die Japaner. Das kostet deren und unsere Nachkommen Milliarden, nur damit eine Generaton prassen konnte. ( pardon: neujapanisch Lebensstandard halten).
Kein Mensch will eine Schnellabschaltung, selbst wir- in dieser Hinsicht der Geschwindigkeit verdächtigen Deutschen- nahmen uns 20 Jahre als Zeitmass. Das Schlimme ist nur, wennn Erdbeben, Tsunami, Kühlung, Fehlbedienung, Terroristen, israelische Bomber u.ä. sich daran nicht halten und unseren langfristigen Zeitrahmen sprengen und die Atommeiler schnell abschalten.
Das kostet menschliches Leben, Gesundheit,Leid,Elend und verursacht zusätzlich Kosten in vielstelliger Milliarden Höhe. Es ist halt die dümmste und gefährlichste, teuerste und unzuverlässigste Art Wasser warm zu machen um Strom zu produzieren. Und überflüssig wie ein Kropf.
Nur die Geister die man rief wieder los zu werden ist nicht so einfach, nicht nur wegen der teils mafiösen Strukturen rundherum- auch wegen der sträflich vernachlässigten Alternativen zur Atomspaltung.

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spon-facebook-10000350493 01.07.2012, 16:31
9. Ohi ist hochgradig erdbebengefährdet

Erstens, am Freitag waren es bis 200.000 Demonstranten
Zweitens, vor dem Tor zum ohi-AKW demonstrieren seit gestern ununterbrochen friedlich etwa 400 Menschen (beschützt von etwa der dreifachen Menge an Polizei)
Drittens, unter dem AKW kreuzen sich mehrere seismisch aktive erdspalten und die japanische Regierung verweigert eine genaue Untersuchung.
Die wiedeinbetriebnahme ist schlichtweg unverantwortlich, der Entschidungsprozeß undemokratisch.
Herzliche Grüße aus Japan, lebe seit 20 Jahren etwa 60 km von ohi entfernt, j. Raupach

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