Forum: Politik
Aufteilung des Kosovo: Auf dem Balkan drohen blutige Tragödien
REUTERS

Serben und Albaner einigen sich womöglich schon bald über die Aufteilung des Kosovo. Das könnte auch anderswo Nationalisten beflügeln - und für den ganzen Balkan gefährlich werden.

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knok 07.09.2018, 11:13
1.

Was wäre die Lösung? Ein wirklich geeintes Europa, in dem nationalistische Spielchen hinfällig wären. Zunächst einmal ist es begrüßenswert, dass Albanien und Serbien möglicherweise vor einer Einigung stehen. Das Problem sind aber ohnehin zumeist die Politiker, wenigstens in der jüngeren Generation ist es nicht mehr von Bedeutung, ob jemand Kroate, Serbe, Bosnier oder Albaner ist. Eine Vereinte EU der Regionen, der dann eben auch die Staaten des Westbalkans angehören, wäre eine Zukunftsvision. Dann wäre eine Unabhängigkeit des Kosovo, der Republika Srpska, Kataloniens oder Nordirlands auch kein so großes Problem mehr. Was die Analyse zu den USA angeht, kann ich dem Artikel nur zustimmen. Von diesem Präsidenten ist keine Hilfe zu erwarten. Allerdings hat China ein großes Interesse an der Region und dürfte an Instabilität nicht interessiert sein - mit den Chinesen könnte die EU Unterstützung leisten. Mal ganz davon abgesehen: anstelle wiederholter negativer Berichterstattung: Die Region ist wunderschön, hat sehr freundliche Menschen, ist entwickelter als man glaubt und für Touristen absolut sicher. Und wer nicht auf Beton-Pauschalreisen steht, an Kultur und/oder Natur interessiert ist, wird sich in BiH, Serbien, Albanien oder dem Kosovo sehr wohl fühlen.

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luckylurker 07.09.2018, 11:16
2. Schöne Ouvertüre...

... Herr Puhl, aber einfach nur schelcht recherchiert oder nichts vom Balkan verstanden.
Wenn Bruder Sava Janjic etwas gegen die Aufteilung Kosovos hat dann ist es deswegen weil so Serbien (praktisch für immer) anerkennen wird dass viele Klosther, unter anderem auch das im Artikel genannte Visoki Decani, sich ausserhalb Serbiens befinden werden. Statt dessen möchte die Kirche und viele Nationalisten den aktuellen Zustand hinnehmen und lieber auf „bessere Zeiten“ warten.

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n - n 07.09.2018, 11:21
3. Komisch ...

... Tschechen und Slowaken haben sich recht friedlich geeinigt. Deutsche und Dänen haben sich bei Flensburg geeinigt - obwohl dort auch lange um die Grenze gekämpft worden war. Die Grenze war ja auch schon mal kurz hinter Hamburg ! Es scheint also zu gehen. Vielleicht müßte das nur moderiert werden an einem runden Tisch mit großen Landkarten mit dem Ziel, eine friedliche Lösung zu finden. Die Frage ist ja auch: Wer hat wann diese Grenzen gezogen - gegen den Willen von Bevölkerungen. Hier könnte Brüssel mal was unter Beweis stellen !

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World goes crazy 07.09.2018, 11:22
4.

"Als der Konflikt eskalierte und immer mehr zivile Opfer forderte, griff die internationale Gemeinschaft ein."
NATO = internationale Gemeinschaft? Das ist vielleicht ein bisschen weit gegriffen...

"Amerika und die EU sind faktisch die Schutzmächte des Balkans: Ihre Truppen beendeten die Massaker und hielten die streitenden Ethnien jahrelang auseinander."
Wenn man bedenkt, dass "der Westen" erst nach der Offenlegung des Hufeisenplans effektiv eingriff. Der Hufeisenplan der erwiesenermaßen auf einer Lüge basiert und der erst dazu führte, dass die serbisch-"restjugoslawische" Armee sich radikailisierte...Massaker bzw. gezielte Erschießungen / Kriegsverbrechen (obwohl, vermutlich nur wenn es kein Amerikaner ist der abdrückt...) fanden im Bosnienkrieg definitiv statt, im Kosovo gibt es immer noch keine zweifelsfreien Belege, gerade auch weil "unsere" NATO und einige Mitläufer noch Erkenntnisse und Dokumente zurückhalten. Der Kosovokrieg basiert aber trotzdem gesichert auf einer Lüge...die Aussage "westliche Schutzmacht" ist deswegen ironisch.

Eine Aufteilung um zukünftig auch den Weg beider Länder gen EU / Europa zu öffnen und um dem Nationalismus etwas entgegenzusetzen ist immerhin ein guter Ansatz. Klar das Amselfeld lege dann in Albanien, aber man sollte sich eher mit Stolz an die (verlorene) Schlacht erinnern und akzeptieren, dass die Migration und Vertreibungen der Vergangenheit uns dahin geführt haben, wo wir heute alle sind und leben, als sich wegen einer nationalistischen (eigentlichen) Banalität zu streiten.

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k-lab 07.09.2018, 11:24
5. ...EU an der eigenen Nase fassen

„....die sollen gefälligst mit der Multikulturellen Mischung klar kommen“. Eben EU- du bitte aber auch! Ungarn, Polen, Italien, Frankreich und nicht zuletzt Deutschland sind nicht gerade Vorbildhaft für den Balkan was Multikulti angeht. Zu Tito’s Zeiten hat Multikulti zu 95% funktioniert. Es wurde anders, als die EU den Sozialismus aus Europa verdrängen wollte und dadurch die Bombe am Balkan zu platzen brachte. Danke EU! Austeilen ist immer leicht.

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advocatus diaboĺi 07.09.2018, 11:25
6. Keine neuen nationalen Grenzen

Europa muss ethnisch und multikulturell zusammenwachsen. Neue Grenzziehungen beflügeln nur die Separatisten überall in Europa, neuestes Beispiel Katalonien, Donbas. Serbien hätte niemals die Abtrennung von Kosovo akzeptieren dürfen und notfalls mit Gewalt eingreifen müssen. Da war die Regierung in Madrid konsequenter.

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princip 07.09.2018, 11:37
7. Furchtbarer Artikel der von nicht vorhandener Sachkenntnis zeugt.

Ihnen mögen diese ethnischen Grenzen gegen den Strich gehen, aber es hat sich auf dem Balkan als Erfolg erwiesen.(Serbien und Kroatien sind vergleichsweise mit den multinationalen Staaten auf dem Balkan funktionsfähige Gebilde.) Und was an einem Staat wie Bosnien der bestenfalls als gescheitert bezeichnet werden darf so toll sein soll, das müssen sie erklären. 3 Volksgruppen von denen 2 nichts mit Bosnien zu tun haben will und die dritte eine repressive Politik gegen die anderen beiden Volksgruppen führt.

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RaKader 07.09.2018, 11:52
8. Herbeigeredete Balkanisierung

Das Thema Grenzziehung auf dem "Balkan" ist ein heißes, das stimmt. Das Ergebnis der drei Nachfolgekriege Jugoslawiens ist eine Aufteilung entlang ethnisch-religiöser Trennlinien. Da, wo dies nicht vollständig gelungen ist, brodelt es weiter, denn dort sind wirtschaftlich fragile, kaum lebensfähige Staatengebilde entstanden, die sich im Inneren blockieren und deren Bewohnern langsam dämmert, dass Ethnie und Religion kein Heilsversprechen ist. Namentlich sind dies Bosnien-Herzegowina und der Kosovo.

Während Albanien sich langsam als ernstzunehmender EU-Beitrittskandidat positioniert, verarmen die gemischt-ethnischen Gebiete Nachfolgejugoslawiens und fallen immer weiter zurück. Selbst in Serbien ist der Nationalismus auf dem Rückmarsch, einer nationalistischen Regierung zum Trotz. Der Norden, die Voivodina, wäre lieber gestern als heute in der EU. Dort pfeift man schon lange auf die ideologisch-nationalistischen Erbhöfe aus dem Süden und geht die Zukunft pragmatisch an. Den Kosovo aufzuteilen, um schwelenden Konflikten ein für allemal den Boden zu entziehen, ist da nur pragmatisch gedacht und Beleg für die schwindende Bindekraft der Nationalismen.

Es ist indes eine Fehlannahme, dass Kleingebiete wie das albanisch dominierte Tetovo in Mazedonien geeignet wären, die nur mühsam zugeschütteten Gräben der Jugoslawienkriege wieder aufzureißen. Das ist Panikmache. Diese Konflikte sind beherrschbar. Wohl kaum wäre sonst Kroatien EU-Mitglied geworden, das bis heute Gebietsansprüche an Slowenien aufrecht erhält, vornean sei der Adriazugang in Istrien genannt.

Moldawien in dieser Frage in einen Topf mit dem "Balkan" zu werfen, ist nicht nur geographisch, sondern auch geopolitisch falsch. Rumänien und Moldawien gehören geographisch, kulturel und geopolitisch nicht zum Balkan. Moldawien wird in der EU-Nachbarschaftspolitik Osteuropa wie die Ukraine zugerechnet, Ex-Jugoslawien wird als Westbalkan bezeichnet.

Auch werden in dem Artikel bezüglich Moldawien und Ex-Jugoslawienstaaten Äpfel mit Birnen verglichen: Moldawien ist ehemalige Sowjetprovinz. Die Bevölkerung ist 50:50 russisch und rumänischstämmig. Wer sich dort umhört, dem wird klar, dass niemand einen Anschluss an Rumänien haben möchte. Das verspricht zu wenig Vorteile. Einzig der rumänische Pass war vor dem Assoziationsabkommen mit der EU erstrebenswert, brachte er doch Zugang zum Schengenraum. Einzig rumänische Nationalisten wollen heute den Anschluss Moldawiens an Rumänien. Proponent dieses Großrumäniens war die Basescu-Regierung Rumäniens. Nachfolger Iohannis ist das kein Wort mehr wert. Die Moldawier wollen heute direkt in die EU oder zu Putins Russland. Rumänien spielt da keine Rolle.

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quark2@mailinator.com 07.09.2018, 11:59
9.

Soll der Artikel jetzt ein Argument gegen eine Einigung sein ? Will man lieber den Konflikt verstetigen und wäre das dann gut für den Balkan ? Ich dachte immer, friedliche Einigungen wären ewiger Gewalt vorzuziehen. Der ganze Ärger geht auf die Aufteilung des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg zurück. Das hat ja auch an anderen Stellen nicht gerade in den ewigen Frieden geführt. Vielleicht können wir uns ja dieses Mal etwas zurückhalten und sehen, ob die Völker untereinander eine Einigung finden.

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