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Außenminister Sigmar Gabriel: Seine letzte Mission?
DPA

Richtet sich Außenminister Sigmar Gabriel auf das Ende seiner Amtszeit ein? Noch nimmt er Termine wahr, hofft auf die Freilassung von Deniz Yücel. Doch in der SPD glaubt kaum noch jemand, dass er bleibt.

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frank.huebner 14.02.2018, 19:14
1. Warum sollte er bleiben?

Ehrlich, warum sollte er bleben (dürfen)? Er hat als Außengeländer der Bundesrepublik eine ganz passable Leistung abgegeben, aber auch oft fraglich gehandelt, besonders im Zusammenhang mit der Türkei. Aber er hat uch maßgeblich mitgeholfen, den Schulze zu demontieren, das mag man sicher in der SPD nicht und wird auch nicht vergessen. Seine Meldung von wegen Wortbruch und Mann mit Bart (was habe ich gelacht) hätter sich sparen können. Ich weiß nicht wie machthungrig er ist, aber er sollte erkennen, dass die Zeit seiner politisichen Karriere vorbei ist. Ob dei SPD einen Politiker hat, der seinen Platz einnehmen kann, ist eine andere Frage.
Ich würde mir das an seiner Stelle nicht mehr antun und den Abschied nehmen.

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skeptikerjörg 14.02.2018, 19:29
2. Verbrannt

Gabriel macht seinen Job als Außenminister ganz ordentlich, viel besser als erwartet. Ich weiß, die gesammelten Linken werden jetzt aufschreien. Türkei, Rüstungsexporte(nicht Zuständigkeit des AA), Saudis, Israel, etc. Es geht aber nicht um links-pazifistisch und moralisch sogar verständliche Positionen, es geht um die Außenpolitik, um die Interessen Deutschlands. Und da muss man mit manchem Unsympathen dealen. Aber das ist nur das Eine. Das Andere ist sein Standing in der SPD und da ist er verbrannt. Nicht, ohne selbst gezündelt zu haben. Sein Angriff auf Schulz und auf die Parteiführung war einfach nur dumm und sein Spruch vom "Mann mit den Haaren im Gesicht" war unter der Gürtellinie. Da er zudem weder mit Nahles noch mit Scholz kann, macht er wohl jetzt seine Abschiedstour. Problem der SPD dabei ist, dass sie keinen Außenpolitiker oder einen mit internationalen Profil mehr hat, um die Lücke zu füllen. Und das wird dazu führen, dass Außenpolitik wieder überwiegend im Kanzleramt gemacht werden wird, wie zu Kohls und Schröders Zeiten, als Steinmeier seine Außenministerlehre gemacht hat.

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post.scriptum 14.02.2018, 19:30
3. Okay, Gabriel ist ein political animal und hat ...

... einen Fehler gemacht indem er seine Tochter zitiert hat. Aber offenbar geschah das angesichts seines Frusts, dass Schulz nicht zu seinem Wort stand, ihn im Falle einer erneuten GroKo im Kabinett zu halten. Dennoch: Die Sozis verfügen nicht über derart viele fähige politische Köpfe, um auf Gabriel verzichten zu können. Nahles als angehende Vorsitzende der SPD wird noch in schwere Wasser geraten, zumal sie mit ihrer peinlichen Kodderschnauze alles andere als kanzlerintauglich ist. Schicken die Sozis Gabriel in die Versenkung, wonach der Spitze wohl zu Mute ist, können sie gleich mitgehen. Mit Nahles als Vorsitzende können die Sozialdemokraten von dem ohnehin miserablen Ergebnis, das Schulz eingefahren, bei den nächsten Wahlen nur träumen. Etwas Besseres als Nahles konnte der politischen Konkurrenz überhaupt nicht passieren.

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womo88 14.02.2018, 19:39
4. Was ist denn das für ein Quatsch!

Wenn man einen Job hat, macht man den gewissenhaft und ordentlich bis zum Schluss! Luther soll ja malö gesagt haben: "Und wenn ich wüßte, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen." Es ist doch deutsches Arbeitsethos, dass man bis zum Ende gewissenhaft arbeitet.

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haarer.15 14.02.2018, 19:47
5. Profiliert und kompetent

Zitat von frank.huebner
Ehrlich, warum sollte er bleben (dürfen)? Er hat als Außengeländer der Bundesrepublik eine ganz passable Leistung abgegeben, aber auch oft fraglich gehandelt, besonders im Zusammenhang mit der Türkei. Aber er hat uch maßgeblich mitgeholfen, den Schulze zu demontieren, das mag man sicher in der SPD nicht und wird auch nicht vergessen. Seine Meldung von wegen Wortbruch und Mann mit Bart (was habe ich gelacht) hätter sich sparen können. Ich weiß nicht wie machthungrig er ist, aber er sollte erkennen, dass die Zeit seiner politisichen Karriere vorbei ist. Ob dei SPD einen Politiker hat, der seinen Platz einnehmen kann, ist eine andere Frage. Ich würde mir das an seiner Stelle nicht mehr antun und den Abschied nehmen.
Es wäre ein Fehler, ihn gehen zu lassen. Gabriel hat im AA gute Arbeit geleistet. Das zeigt auch sein Ranking. Da steckt Potential drin. Wer sollte es denn derzeit besser machen ?

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k.hohl 14.02.2018, 19:54
6.

Warum muss ich jetzt an den 1. Dezember 2017 denken?
Der Spiegel Online hatte bereits drei Berichte über die Entlassung R. Tillersons veröffentlicht, da trat S. Gariel im "heute journal" auf.
Und wurde u.a darauf angesprochen, wer von den beiden Außenministern wohl länger im Amt bleiben würde.
Alle Berichte und das Interview beriefen sich auf die NYT.

Heute wissen wir, dass die NYT einen Bericht veröffentlicht hatte, in dem es um die Zukunft des u.s. amerikanischen Ministers ging. Und im letzten Absatz betonte der Autor ausdrücklich, es habe keinerlei zitierbare Quelle für die Gerüchte um eine Entlassung.
Tja, soweit hatten SpOn, SZ, Zeit, RP sowie ARD und ZDF aber nicht gelesen.
Nur der Deutschlandfunk zitierte am frühen Abend explizit den letzten Absatz und warnte vor Überinterpretationen.
Da sprachen T-Online und Focus aber schon vom "Rücktritt" Tillersons - und der SpOn vom "System Mobbing" des D. Trump.

75 Tage später.
R. Tillerson noch im Amt.
S. Gabriel noch im Amt.

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reznikoff2 14.02.2018, 19:55
7. Vielleicht

Sicher ist: Er hat sich mit der Bemerkung gegenüber Schulz keinen Gefallen getan. Aber das wirklich Schlimme ist: Schulz war auch nicht viel besser. Und noch eins drunter rangiert Nahles. Alles untere Schublade. Die SPD hat fertig.

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ralf.kluge 14.02.2018, 19:59
8. Das Beste was die SPD jetzt tun könnte um sich zu erneuern, ist ....

dies mit neuen Ministern zu tun, denn mit größter Wahrscheinlichkeit wird die SPD in den Umfragen auch wegen der Quereleien von Gabriel abgestraft.
Erneuerung ist wenig glaubhaft wenn es mit Politikern geschieht, denen offensichtlich mehr um Ihre persönlichen Interessen als um die der Partei und der Bundesrepublik geht.
Das ganze Verhalten Gabriels, insbesondere mit dem Querschuss in Richtung Schulz deuter auf wenig Weitsicht und Erkenntnis der Risiken für die Partei hin und das braucht keine Partei, ganz besonders die SPD in Ihrer aktuellen Situation nicht.
Will die SPD Vertrauen der Wähler wiedergewinnen, gehören vor allem die Köpfe ausgetauscht, die zum schlechten Wahlergebnis und den jetzt noch schlechteren Umfragen geführt hat.
Interessant ist, dass ausgerechnet Gabriel sich öffentlich darüber beklagt, dass er nicht eingezogen wurde. War er es nicht, der wie auch in diesem Artikel hervorgehoben wird, der mehrfach ohne Abstimmung mit seiner Partei Richtungswechsel vollzogen hat. Es wäre doch vielleicht mal angebracht die Wirkung des eigenen Handelns zu reflektieren (Aktio und Reaktio).
Das aber genau nach allem was zu lesen ist Gabriel nicht zuzutrauen.
Ich plädiere ergo für eine Runderneuerung von Inhalten und Köpfen mit neuen Inhalten.

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stinetrapp 14.02.2018, 20:00
9. Übernatürlich

Woher wissen das Herr Weiland und Herr Teevs dass kaum noch einer in der SPD daran glaubt. Sie haben vermutlich die 464000 Mitglieder angemailt und gefragt ? Oder haben Sie mal wieder die üblichen Gabrielhasser gefragt ? Sie befeuern täglich diese Personalien. Ist das des Spiegel würdig ? Sie waren ja auch der Meinung, Frau Nahles sei seit gestern kommissarische Parteichefin und Schulz wird Außenminister und eine Mehrheit für die GroKo käme zustande. Sie und Ihre Plattform halten ja auch Frau Schwesig für bedeutend. Ob Sie sich bei alledem nicht mal täuschen ...

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