Forum: Politik
Autoindustrie: Kranker Kapitalismus
DPA

Die deutsche Autoindustrie kann machen, was sie will. Es ist wie bei den Banken: Ist man erst mal "Too big to fail", dann sind die Gesetze egal, und die Politik hat ganz viel Verständnis - sogar die Grünen.

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simax2118 31.07.2017, 16:03
1. Zum Thema Kartell

Porsche, Volkswagen und Audi sind Teil des großen VW Konzerns. Wie können diese Firmen ein Kartell bilden? Cayenne und Touareg haben die selbe Plattform, die selben Motoren werden von allen drei Herstellern verbaut, Audi Q5 und Porsche Macan teilen sich ebenfalls Plattform und Motoren. Das hier nicht nur aus Kostengründen Absprachen stattfinden ist doch das normalste der Welt.
Als sich Mercedes, BMW und Audi vor einiger Zeit darauf einigten die Höchstgeschwindigkeit ihrer Fahrzeuge auf 250 km/h zu begrenzen, wer hat da von unerlaubten Absprachen geredet? Wenn es Sinn macht , dass große Unternehmen zusammenarbeiten, dann soll es auch so sein. Welchen Schaden soll der Verbraucher durch die aktuellen Kartell-Vorwürfe erlitten haben?

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teijin 31.07.2017, 16:06
2. Guter Artikel, dem man leider in den meisten Punkten zustimmen muss.

Hervorzuheben ist die unangebrachte Überheblichkeit der Deutschen, wenn es um die Bewertung der amerikanischen Innenpolitik geht. Der Autoskandal zeigt, dass bei uns der Mist zum Himmel stinkt und wir keineswegs anderen Ländern unerbetene Ratschläge geben müssen. Sorgen wir erst mal bei uns für Sauberkeit.

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jozu2 31.07.2017, 16:06
3. Richtig, Herr Augstein

Wow! Das erste Mal, dass ich einen Artikelnvon Herrn Augstein zu 100% unterschreibe. Ich möchte noch etwas ergänzen: Das ganze intransparente Lobby-System wird durch unser Gesellschftrecht unterstützt? Welchen Sinn und Zweck hat es eigentlich, dass Gesellschaften Eigentümer anderer Gesellschaften sein können? Wenn man das durchdenkt, stellt man fest, dass das nur dazu dient steuerlich etwas zu tricksen oder etwas zu verschleiern. Einzig Fonds und die Anlagen von Versicherungen rechtfertigen das Eigentum von Gesellschaften. Alle anderen Geschäfte, die einen volkswirtschaftlichen Mehrwert bringen, kann man mit Betriebsstätten gestalten. Ein weiterer Punkt: wieso kann ich innerhalb von 10 Sekunden 20% von VW ohne (Börsen-)Umsatzsteuer verkaufen? Aber wenn Otto-Normal ein Haus für seine Familie kauft, muss er zum Notar und Grunderwerbsteuer zahlen. Und auch beim PÜäckche Spaghetti werden 7% Umsatzsteuer fällig??? Welchen volkswirtschftliche Nutzen bringt der Turbo-Handel an den Börsen? Alles, um mit den USA mitzuhalten?

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fottesfott 31.07.2017, 16:08
4. Ja, ist so.

Respekt oder gar Angst haben die Automobilkonzerne höchstens vor der 2. Gewalt, im Inland, und noch mehr im Ausland.
Ein Vorschlag zu Fairness und Transparenz wäre, dass die (leider erwartbare) nächste Groko nach den Wahlen die Art. 56 und 64 GG so abändert, dass die Automobilindustrie explizit im Amtseid Erwähnung findet.
Vorher werden natürlich diverse Politiker noch diverse Gesetze fordern, im Wissen, dass es in dieser Legislatur keine neuen Gesetze mehr geben wird, und nach der Wahl erst einmal die übliche Generalamnesie stattfindet.

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Freidenker10 31.07.2017, 16:12
5. Vor dem Gesetz gleich?

Es gelten dann vor allem EIGENE GESETZE! Die Höchststrafe in Unternehmensvorständen ist die Abberufung mit Abfindung und Riesenpension, während der gewöhnliche Kriminelle einfährt, oder zumindest einen Teil seines Vermögens an Strafen zu zahlen hat. In Unternehmnskreisen wird man hingegen für Fehlverhalten, oder ungenügender Kontrolle ( welches ja eigentlich der Job wäre ) noch belohnt. Die Bankenkrise hat doch die totale Unfähigkeit des staates gezeigt diesen Herrschften gegenüber. Das Gerechtigkeitsempfinden wird hierbei massiv gestört da ja jeder angeblich vor dem Gesetz gleich sein soll...

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wopress1104 31.07.2017, 16:14
6. Vorschriften

Zuerst wäre einmal zu klären wie die Abgaswerte ermittelt werden müssen. Auf dem Prüfstand oder im Strassenverkehr? Wahrscheinlich auf dem Prüfstand unter Zugrundelegung eine vorgeschriebenen Zyklus. Ist dem so, dann haben die sich durchaus Vorschriftsmäßig verhalten, auch dann wenn eine Abschaltsoftware vorhanden ist die nicht verboten wurde. Das ganze zeigt aber auch was da für eine Problematik drin steckt und dass der Gesetzgeber da gar nicht mit kommt.
Eins stehlt allerdings fest, das E-Mobil ist nicht die Lösung. Um eine ausgeglichene Umweltbilanz zu erreichen dauert es, so ein schwedisches Institut, 8,5 Jahre. Und ganz viel Fragen sind da noch gar nicht geklärt. Eine echte Alternative wäre der Wasserstoff . Da ist man in Japan offenbar weiter als hier.

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toeffes 31.07.2017, 16:19
7. egal, welche Branche

egal, wohin man schaut, überall tun sich Skandale auf, angefangen bei Gammelfleisch, als Rind verkauftes Pferd, Banken, die an ihrer Rettung verdienen, die Autoindustrie,... Wenn man nur lange sucht, findet man überall Lug und Trug. Und wer darf die Sauerei ausbaden? Der kleine, normal und ehrlich arbeitende Bürger. Der kann sich schließlich nicht wehren und - ich kann es nicht mehr hören - erhält keine Arbeitsplätze.

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hefe21 31.07.2017, 16:21
8. Kein Verstand im Vorstand

Ein anderes, aber bezeichnendes gemeinsames Merkmal mit der sprichwörtlichen Too big fail-Branche ist die obszöne Höhe der Vorstands- und Managmentplündereien. Es ist und war offensichtlich, dass diese Beträge hier wie dort ohne Betrügereien nie und nimmer volkswirtschaftlich finanzierbar waren. Aber aus der blutigen Nase der Bankster nichts gelernt, bzw. eigentlich ängstlich hinausgezögert, denn die Begünstigten wussten seit Längerem, was auf sie zukommt. Da sich die Politik ebenfalls weigert, ihre unmässigen Privilegien zurückzuführen und sich wieder dem anzugleichen, was dem gemeinen Volk zur Lebenssicherung zugemutet wird, sind da zum Schaden desselben die Richtigen zusammengekommen.

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Erichschreiner 31.07.2017, 16:22
9. Kapitalismuskritik

Man muss doch nicht gleich wegen jeder Kleinigkeit eine solch unfaire Kapitalismuskritik hinhauen. Unsere Politiker tun schon Recht daran, wenn sie in dem so wichtigen Bereich des Individualverkehrs den Primat der Politik mal etwas vernachlässigen. Ich grüße alle Vorstandsmitglieder der Automobilindustrie und rufe ihnen zu: Macht weiter so !

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