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Bahrain: Schiitischer Oppositionsführer kehrt zurück

Noch vor wenigen Monaten wurde Hassan Muschaima in Abwesenheit angeklagt, jetzt kehrt der Oppositionsführer unbehelligt heim.*Er fordert*weitreichende politische Reformen von Bahrains Königshaus. Angeblich ist zumindest eine Kabinettsumbildung geplant.

KerKaraje 26.02.2011, 22:08
1. Das "iranische" Totschlagargument

Es ist interessant, dass man in den nicht unmittelbar betroffenen Ländern der arabischen Welt sowie bei den in Europa lebenden Arabern jede Menge Zustimmung für die Befreiungsbewegungen in Tunesien, Ägypten oder Libyen findet und die Meinung der Demonstranten teilt, die dortigen Führer seien Diktatoren, aber beim Thema Bahrain plötzlich eine Ausnahme macht.
In Bahrain ist es nun mal so, dass die Schiiten mit 70% der Bevölkerung die absolute Mehrheit stellen, aber von einer - selbst unter vielen bahrainischen Sunniten umstrittenen - sunnitischen Monarchie regiert werden.
Die rein objektiv betrachtet völlig unsinnige Argumentationskette bei den ausschliesslich sunnitischen Verteidigern des Status Quo reicht von der Leugnung der schiitischen Mehrheit über das Bestreiten der Diskriminierung der selbsigen bis zur Diffamierung der Demonstranten als "iranische Agenten" hin.

Wenn es zum Thema "arabische Schiiten" kommt kennt die Absurdität grosser Teile der sunnitischen Meinung keine Grenzen.
Die arabischen Schiiten werden einfach mal "kriminalisiert", indem man sie grundsätzlich als verlängerten Arm Irans denunziert.
Nach dem Motto: Ein gegen Sunniten aufbegehrender arabischer Schiit hat keine nachvollziehbaren Gründe und seine Motivation kann nur im "Verrat" begründet liegen.

Es ist auch interessant in dem Zuge implizit festzustellen, dass offenbar das "Iranisieren" von Dissidenten ein hinreichendes Argument vor der "arab street" sei, solchen Bewegungen ihre Legitimation zu entziehen. Dabei ist die gleiche "arab street" sonst schnell angetan, wenn Irans Präsident martialische Sprüche gegen Israel klopft.

Der umstrittenste Autokrat kann im schlimmsten Moment der Bedrängnis die Keule der "iranischen Verschwörung" auspacken und sofort wird eine völkische Mehrheitsbewegung als fünfte Kolonne bezeichnet.

Die westliche Welt hat auch hier ihr übriges getan, die antiiranische Stimmung in den Golfstaaten zu fördern:
Hinnahme unverschämter geographischer UMbenennungen wie "arabischer Golf" statt "persischer Golf", das Fördern der Stimmungsmache gegen einen angeblich expansionsgeilen Iran, im Zuge dessen das Tätigen dicker Waffengeschäfte mit den Golfstaaten, das Hofieren des radikal-islamistischsten Staates der Region (Saudi Arabien) u.v.m.

Es ist eine Schande, dass die arabische Welt nicht nur das Diskriminieren von Schiiten dort für völlig normal hält, wo sie in der MInderheit sind, sondern auch nicht bereit ist die Berechtigung von einem Massenaufstand in einem Land hinzunehmen, in dem Schiiten in grosser Mehrheit sind.

K.K.

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