Forum: Politik
Bomben auf Syrien: Unser Krieg
DPA

Trump wirft die guten Bomben, Assad und Putin die bösen? Nein. Nirgends entlarvt sich westliche Heuchelei so wie in Syrien. Auch wir tragen Schuld an diesem Krieg.

Seite 6 von 13
vulcan 16.04.2018, 16:17
50.

Wieder mal ein Totalausfall, dieser Kommentar von Herrn Augstein - wie in letzter Zeit üblich.
Natürlich ist der Westen schuld, das ist ja bei Herrn Augstein immer so. Aber das jetzt auch noch Assad sozusagen als gottgegebenes Übel, das man einfach akzeptieren muss, verkauft wird, ist der Gipfel des menschenverachtenden Zynismus.
Schuldzuweisungen und Verurteilungen westlicher Poliktik in jedem Absatz, Herr A. weiß alles besser, nur der einzige Lösungsvorschlag, der ihm einfällt ist, Assad gewähren zu lassen.
Was bin ich froh, dass er in der Politik nichts zu melden hat.
Auch die Russen, denen nun gar nichts anderes eingefallen ist, als munter an der Seite des Diktators mit draufzuschlagen - alles halb so wild; Iran wird ganz beiseite gelassen. Schuld ist 'der Westen'.
Sicher ist es letztendlich egal, ob die Menschen dort durch Bomben oder Giftgas sterben (jedenfalls, solange man es nicht selbst ist), aber wer pulverisiert denn ganze Städte dort? Die syrische und die russische Luftwaffe, nicht der Westen.
Viel, viel schlimmer ist natürlich, dass die USA versucht haben, dort gegenzusteuern - das ist natürlich unverzeihlich. Es folgen die üblichen linksextremen Floskeln und Phrasen ...bla, bla, bla.
Ob der Herr A. wirklich glaubt, in Syrien kehre Ruhe ein, sobald die letzten Anti-Assad Kämpfer plus Hunderte und Tausende Zivilisten massakriert sind? Wohl weniger - dann fangen die Säuberungen an, und zwar im Feinen, nicht mehr im Groben wie jetzt.
Dann sind Putin, Assad und Herr Augstein zufrieden.

Beitrag melden
frank.huebner 16.04.2018, 16:18
51. Der Westen und die Mitschuld an der Eskalation

Was ich an dem Artikel vermisse ist die deutliche Aussage, dass "der Westen", also auch Deutschland, gar nicht schnell genug seine Unterstützung für die "Rebellen" verkünden konnte. Und damit wurde der Aufstand, der sehr schnell von Islamisten übernommen wurde, nur angefeuert. Kein Wort, dass due USA und Frankreich islamistische Terrorbanden mit Waffen versorgten. Keine Aussage, dass die Terroristen in ihren "befreiten" Gebieten wahre Schreckensherrschaften aufbauten. Assad ist ein Mörder, Dikrator, Unterdrücker. Richtig. Aber schon früh war zu hören, dass die "FSA", die es nur im Traum des Westens gab, eben keine Demokratie und Menchenrechte bringt, sondern das Gegenteil.
Chemische Waffen sind tabu, keine Frage. Aber der Westen hat den Einsatz doch erst salonfähig gemacht, da sie nie wirklich reagiert haben.

Beitrag melden
mostly_harmless 16.04.2018, 16:18
52.

Zitat von viceman
[...] aber der präsident assad ist doch ein anderes kaliber und scheint im land tief genug verwurzelt zu sein, sonst wäre er längst weggejagt . also das ganze diktatorengeschwätz, das gerede von menschenrechten, freiheit ist der totale rauchvorhang für wirtschaftliche und geopolitische interessen des westens ...
Der Massenmörder Assad ist nicht "tief verwurzelt" sondern hat einfach 2011 die zunächst friedlichen Demonstrationen systematisch zusammenschiessen lassen. Der Mann betreibt -- wie man auf den Seiten von AI oder HRW nachlesen kann - einen Folter-Gulag in Syrien. Und ist nur deshalb noch an der Macht, weil er von Putin unterstützt wird. Und nur weil Sie das alles für nicht relevant halten, gilt das keineswegs für "den Westen".

Beitrag melden
muellerthomas 16.04.2018, 16:19
53.

Zitat von dieter-ploetze
. denn russland ist auf ersuchen assads in syrien, der westen hat da nichts zu suchen. wenn er da bomben wirft, ist das ein voelkerrechtlich unerlaubter eingriff ( angriff ) in das land.
Na da machen Sie es sich ja wunderbar einfach: Ein Giftgas einsetzender Diktator lädt einen ebenfalls Giftgas einsetzenden Autokraten, der zudem noch im UNO-Sicherheirsrat ein und damit kann er machen was er will...
Widerlich.

Beitrag melden
The Restless 16.04.2018, 16:19
54. Ich fürchte ...

Zitat von caspe98
ich hatte ja schon nichts gutes erwartet, als ich Ihre Überschrift las. Also so einfach ist das mit Syrien. Dass wir da nicht schon früher drauf gekommen sind. Der Westen zieht sich komplett aus Syrien zurück und überläßt das Land unserem lupenreinen .....
dass das nicht zynisch ist, sondern in der Tat die einzige Lösung, die den Menschen hilft. Den Krieg gewinnen kann der Westen nicht, warum also weiter machen und noch einmal 1/2 Million Leute sterben lassen sowie weitere Millionen Flüchtlinge erzeugen.
Sie haben genau Recht: Lasst Assad gewinnen und Ruhe einkehren. Die beste Lösung für die Menschen, denn was passiert, wenn man den Diktator weg haut, kann man ja schön am Irak oder an Libyen sehen.

Beitrag melden
robbery 16.04.2018, 16:20
55. Zurzur Rationalität

Es ist schon hart eine Melange aus Türkei, Iran, Russland und Inner Syrien als westliche Destabilisationstruppe zu bezeichnen. Am besten ist die Meinung bitte das Land sofort zu verlassen. Machen wir gerne, wir Deutschen, Franzosen, Engländer, Italiener.... Merkt jeman meine Ironie? Wir haben da dort keine Interessen, selbst Israel mischt nur selten mit (nur wenn die Hisbolla zu nahe kommt). Also wie kann man da unsere Schuld finden? Das geht nur über die vorher angeprangerte westlich Überheblichkeit: da er ja das Wichtigste ist, ist er auch immer schuld! Einfach traurig, da Bürgerkriege immer Selbstzerfleischung sind. Aber da auch noch philosophische Grundsätz zu such ist schon was Besonderes!

Beitrag melden
cerberus333 16.04.2018, 16:21
56. Guter Artikel

Auch wenn sich viele Leser in der Rolle des Schuldigen unwohl fühlen heisst nicht dass der Westen keine Schuld trägt. Obama wollte aus wirtschaftlichen und militärischen Gründen einen Regime Change. Dass er sich dann ausgerechnet mit Islamisten und dem Scharia Staat Saudi Arabien zusammen tut um das säkuläre Syrien anzugreifen ist eine Farce.

Beitrag melden
cat69 16.04.2018, 16:22
57. Ich trage sicher keine Schuld an dem Krieg Herr Augstein

Wir (ich nicht) fühlen und mit dem täglichen schlechten Gewissen ganz gut. Nun, die Akteure und Profiteure sind aber andere. Ich möchte auch keine Intervention der Bundeswehr dort. Krieg ist eben immer auch ein Medienereignis.

Beitrag melden
KingTut 16.04.2018, 16:23
58. Falche Brille

Zitat von b1964
[Sorry, Herr Augstein!] In der Tat gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen den "Bomben" Putins und denen der Allianz aus USA, UK und Frankreich. Putin achtet weder das Leben von Kindern, Flugzeupassagieren, noch die staatliche Integrität (Krim, Transnistrien, Kaukasus, demnächst Baltikum?). Er blockiert zudem die Einhaltung des Völkerrechts .......
Verehrter Herr Forumskollege, ich stimme Ihren uneingeschränkt zu, jedem Wort. Dass Herr Augstein die Dinge anders sieht, als sie sich für den gesunden Menschenverstand und nach objektiven Maßstäben darstellen, liegt wohl daran, dass er sich bis dato nicht von seiner im Zweifel links Brille trennen konnte. Ideologie ist gegen rationale Argumente leider immun, weshalb wir vermutlich auch in Zukunft seine tendenziösen Ansichten hier werden ertragen müssen.

Beitrag melden
b1964 16.04.2018, 16:23
59. Die Gründe liegen nach meiner Überzeugung viel tiefer!

Wer hat hier gerade gehandelt? Auf der einen Seite die drei Westalliierten des zweiten Weltkriegs USA, UK und Frankreich, auf der anderen Seite die vierte Siegermacht, Russland als Nachfolger der UdSSR und Schutzmacht von Assad. Die Allianz handelte ohne Beteiligung der Nato - aus gutem Grund. Die Nachkriegsachitektur war in Jalta und Teheran vereinbart, aber von Stalin, der heute in Russland wieder hoch verehrt wird, vielfach verletzt worden. Zwischen 1990 und 2005 war vieles dann doch noch erreicht (z.B. Selbstbestimmung der Länder Osteuropas). Putin arbeitet aber massiv daran, zu Machtpositionen der UdSSR zurückzukehren. Dem will die Allianz aus USA, UK und Frankreich tichtigerweise entgegentreten. Der Giftgaseinsatz war Grund und gute Gelegenheit, durch den sehr begrenzten Rakentenschlag Russland seine Grenzen zu zeigen. Ich bin mir sicher, dass in den Konferenzen von Jalta und Teheran 1944/1945 die Gründe für das aktuelle Handeln liegen. Da ist noch eine Rechnung offen, an der wir nicht beteiligt sind. Die Zukunft wird weisen, ob es ein Fehler, oder das genaue Gegenteil, eine Notwendigkeit war.

Beitrag melden
Seite 6 von 13
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!