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Britisches Verhandlungs-Chaos: Aus der Traum
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Theresa Mays Irland-Debakel zeigt auf brutale Art, warum die Brexit-Verhandlungen zu scheitern drohen: Die britische Regierung weiß noch immer nicht, dass sie nicht alles haben kann - oder sie ist zu mutlos, es dem Volk zu sagen.

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marty_gi 06.12.2017, 11:16
1. Sonderregelungen

Es gibt in Nordirland so viele Sonderregelungen, die von geltendem Recht im Rest Grossbritanniens erheblich abweichen, da ist es schon eine Farce, dass die DUP meint, es duerfe keine Sonderregelung fuer Nordirland bzgl. des Brexits geben......Aber die DUP ist ja auch eher so die Partei der Kleingeister. Die Nordiren sollten sich von denen auch besser verabschieden (und die, die ich kenne, waeren sie tatsaechlich auch liebsten los)

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herwescher 06.12.2017, 11:16
2. Das Irland-Debakel ...

... ist ganz sicherlich keines von Theresa May, sondern eines der Republik Irland ...

Dieser ist am meisten daran gelegen, dass die Grenze zu Nord-Irland offen bleibt. So bliebe wenigstens ein Rest der Illusion vom geeinten Irland. Außerdem hat sie großen Nutzen von Nord-Irland ...

Wenn jetzt - unter anderen - die EU sagt, dass das nicht gehe, kann May das auch recht sein ...

Sicher hätte sie gerne dieses Schlupfloch mitgenommen, aber so ist klar: Irland und Nord-Irland sind getrennte Staaten, quasi mit dem Segen der EU ...

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vonschnitzler 06.12.2017, 11:17
3. Wenn May Rückgrat hätte...

würde sie jetzt zurücktreten weil sie den Brexit in der Form, wie er bei der Abstimmung von Mehrheit befürwortet wurde, nicht erreichen kann und in der Form, wie er erreicht werden kann, nicht verantworten kann.

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bluejuly 06.12.2017, 11:22
4. Tja...

Peinlicher Moment für May, keine Frage und eine Situation die immer festgefahrener scheint. Mays Schwäche bedeutet aber leider nicht wirklich eine starke europäische Verhandlungsposition sondern im Zweifelsfall nur den endgültigen No-Deal-Brexit. Schlecht für Deutschland, schlecht für die UK, schlecht für Europa. Ein Kampf ohne Gewinner (mit Ausnahme vielleicht der DUP die scheinbar die britische Regierung voll im Griff hat).

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CancunMM 06.12.2017, 11:29
5.

Warum sollten die Briten denn nicht denken, dass sie alles haben können. Konnten sie doch in den vergangenen Jahrzehnten auch immer. Jede Extrawurst wurde ihnen gebraten. Und die EU war der Bratmeister. Immer vorher stöhnen und dann doch nachgeben.
Wird auch dieses Mal so sein, dann aber ist es der Sargnagel der EU.

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grumpy53 06.12.2017, 11:35
6. brexit means brexit

So, da stehen die hardline brexiteers jetzt und merken, dass der kalte Wind unter das zu kurze Hemd weht. Man kann es nur gebetsmühlenartig wiederholen, das Referendum war eine rechtlich nicht bindende Meinungsumfrage, die ursprünglich mal Camerons Macht sichern sollte, dann durch verlogene Populisten denen Aufwind gab, die glauben wollten, dass die heile Welt (welche?) ausbricht, wenn die anderen 27 Mitglieder auf Knien rutschend dem Königreich alle Zugeständnisse machen, die die sich so vorstellen. Und Teresa hat ihre eigene Macht geschwächt, indem sie zur Unzeit Neuwahlen ausrief, die ihr genau dieses Dilemma jetzt eingebracht hat. Und bevor die Legendenbildung wieder losbricht, ich wünsche mir, dass die Briten bleiben, die gleichen Rechte und Pflichten haben, wie alle anderen Mitglieder. Und sich besinnen, dass Frieden, soziale Gerechtigkeit, gemeinsame Standards kein Selbstläufer sind, sondern gemeinsam, manchmal auch mit nervigen Kompromissen vereinbart werden müssen. Aber keine Rosinenpickerei mehr für einzelne. Wer Binnenmarkt und Zollunion erhalten will, muss den anderen Spielregeln halt auch zustimmen. Aber die Tories warten ab, bis alle schlechten News im Weihnachtstrubel verloren gehen, das merkt dann keiner, außer den Traumtänzern in der daily mail. Royaler neuer Nachwuchs, royale Hochzeiten trösten (?!), Herr Trump ist doch auch nicht der gute Freund, den man händchenhaltend im Griff halten wollte... also bleibt nix als dem Volk die Wahrheit zu sagen. Und dann Tschüß May, Johnson, Gove, Rees-Mogg und Farage, ihr habt eure Landsleute für dumm gehalten und belogen, aber das böse Erwachen kommt. Und wer sich rechtzeitig ordentlich informiert hat, wird davon nicht überrascht sein.

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Oblomows_Stolz 06.12.2017, 11:36
7. Es kapiert

doch jeder. Der weiche Brexit ist wegen der Nordirland Problematik unumgänglich. Das war allen klar. Jetzt wird so getan als wäre Neues auf Europa geregnet und das Wahlvolk ist beruhigt. Schönes Schmierentheater. Schon oft aufgeführt aber der Applaus ist sicher.

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Atheist_Crusader 06.12.2017, 11:37
8.

Zitat von CancunMM
Warum sollten die Briten denn nicht denken, dass sie alles haben können. Konnten sie doch in den vergangenen Jahrzehnten auch immer. Jede Extrawurst wurde ihnen gebraten. Und die EU war der Bratmeister. Immer vorher stöhnen und dann doch nachgeben. Wird auch dieses Mal so sein, dann aber ist es der Sargnagel der EU.
Warum nicht? Na weil sie dieses mal ihr Druckmittel schon im Vorfeld aufgegeben haben. Die Briten werden gehen - die Drohung ist wirkungslos.
Jetzt sind es nur noch Verhandlungen - und da steht Britannien alleine gegen einen Wirtschaftsblock mit 400 Millionen Menschen und 3 der 8 stärksten Volkswirtschaften des Planeten. Keine beneidenswerte Lage.

Früher hat die EU nachgegeben um den Frieden zu wahren. Jetzt müssen sie dafür das exakte Gegenteil tun. Und das ist den Verantwortlichen auch bewusst. Die Sache steht zu sehr im Licht der Öffentlichkeit, als dass man irgendwelche halbgaren Kompromisse schließen könnte.
Die Verhandlungsposition der EU ist seit Beginn der Verhandlungen unverrückbar - die britischen Positionen haben sich ihr letztendlich immer untergeordnet.

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exil-teutone 06.12.2017, 11:37
9. Unsinn.

Zitat von herwescher
... ist ganz sicherlich keines von Theresa May, sondern eines der Republik Irland ... Dieser ist am meisten daran gelegen, dass die Grenze zu Nord-Irland offen bleibt. So bliebe wenigstens ein Rest der Illusion vom geeinten Irland. Außerdem hat sie großen Nutzen von Nord-Irland ... Wenn jetzt - unter anderen - die EU sagt, dass das nicht gehe, kann May das auch recht sein ... Sicher hätte sie gerne dieses Schlupfloch mitgenommen, aber so ist klar: Irland und Nord-Irland sind getrennte Staaten, quasi mit dem Segen der EU ...
Erstens steht die EU klar hinter ROI, was mindestens durch die Zusage eines Vetos deutlich wird.
Zweitens ist UK und NI genauso an einer offenen Grenze gelegen; die lokale Zusammenarbeit hat sich inzwischen so vernetzt und integriert, dass eine harte Grenze ueble Konsequenzen haben wuerde.
Drittens ist UK genauso an das Good Friday Agreement gebunden, das den schwelenden Buergerkrieg in Nordirland nachhaltig beruhigt hat - beruhigt deshalb, weil lediglich die Waffen ruhen, Ressentiments und unterschwellige Aggressionen immer noch sehr lebendig sind - und das erst seit gerade einmal 20 Jahren, in 1998.

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