Forum: Politik
Cem Özdemir: Die Rache des Pietcong

Bundestag? Nein Danke! Noch vor seiner Wahl zum Grünen-Chef wurde Cem Özdemir von der Basis öffentlich gedemütigt. Der Vorgang zeigt, dass Multikulti dort im Ernstfall auch nur eine Phrase ist - und das sich parteipolitisches Engagement inzwischen so lohnt wie ein Sprung ins Piranhabecken.

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Wolpyy 12.10.2008, 16:05
40. Schwabenstreiche

Zitat von Hardisch
Eine der besten und ehrlichsten Artikel über die GRÜNEN, den ich je las. Danke!
Es zeigt sich zum wiederholten Mal, dass der grüne Haufen auch nach 28 Jahren nicht weiß, was er eigentlich will, sich in internen Hackordnungsspielchen verzockt und so selbst politisch disqualifiziert. Jedenfalls wird es nach diesem Schwabenstreich wohl künftig wieder einige Grünen-Wähler weniger geben.

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Coldfinger 12.10.2008, 16:27
41. Sachverständige Biodeutsche

Zitat von chaoskatze
Jedoch - dieser Satz: "Eine Multikulti-Mutti wie Claudia Roth, die stets tränenreich über das Elend der Welt lamentiert und über Migranten so spricht, als hätte sie es mit Behinderten zu tun ..." ist eine offene Ohrfeige für sogenannte "Behinderte".
Das ist ja das grüne Dilemma, und man sollte dem Autor nicht vorhalten, dass er es offen ausspricht: Fürsprech sein zu wollen für bestimmte Zielgruppen, die man zu diesem Behuf erst entmündigen muss. Bei Bäumen, Tieren, ja sogar "der Umwelt" mag das funktionieren, die können sich gegen diese Bevormundung ja nicht wehren.*

Merke: Wer am Helfersyndrom leidet, sucht keine therapeutische Hilfe, sondern eine "dankbare" Projektionsfläche. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum die West-Grünen das Ost-Bündnis nach der Wiedervereinigung erst vereinnahmt und dann inhaltlich paralysiert haben. Die Ossis hätten sich nämlich mit dem Stimmzettel gegen diese Bemutterung wehren können ...

Und das Gesülze von Frau Roth in Richtung Türkei war ja zum Teil nicht nur tränenreich, sondern volltrunken alkoholgeschwängert. (Oder hatte die Dame da gerade ein Tütchen geraucht?) Ein "Vorzeige-Migrant" im Bundestag hätte diesbezügliche Debatten wenigstens sachverständig bereichern können. Darf er nun aber nicht. Dafür haben wir ja unsere sachvertändigen Biodeutschen im Bundestag ...

* "Wir brauchen keine Helfer und Erlöser, deren Arme immer zu kurz sind, um uns von ihren hohen Rossen herab zu erreichen. Die in irgendwelchen Zuchtanstalten ihr Hirn aufmotzen durften über uns Ungebildete. Wie verzichten sie doch großmütig auf ihre Privilegien, um ums belehrend zur Seite zu stehen." (Konstantin Wecker, Ketzerbriefe eines Süchtigen)

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JensSchmidt 12.10.2008, 16:34
42. kann schon sein

Zitat von Coldfinger
Öhm, dazu sollte man sich den Wahlkreis des Herrn Ströbele (WK 82, Berlin Friedrichshain-Kreuzberg/Prenzlauer Berg Ost) mal genauer anschauen und sich vergegenwärtigen, dass Ströbele als einziger Grüner bundesweit sein Mandat direkt geholt hat. Übrigens gegen den Widerstand seiner damaligen Parteiführung. (Ströbele wohnt übrigens auch nicht in seinem Wahlkreis, sondern - meines Wissens - im feinen Bezirk Zehlendorf.) So, liebe basisdemokratische Gründogmatiker: Feuer frei!
Also ich muss zugeben so genau kenn ich mich da auch nicht aus, mit dem Stroebele, ich will auch den Gruenen, ob Basis oder Bonzen gar, nicht allzuviel Edelmut unterstellen (und auch keiner anderen Partei), nur scheinheilige Gesuelze, wenn mal ein Kandidat von diesen angeblichen Realisten abkackt (und was ist aum Beispiel an Metzgers pseudo-wirtschafts-wissenschaftlicem Dummschwatz realistisch?), diese ploetzliche Erkenntnis, wie boese doch die Parteien sind (na und? bei Becks Abservierung wurde das gefeiert, als Neuanfang), bis zum geradezu laecherlichen Vorwurf von Fremdenfeindlichkeit, ist doch wirklich nur ein schlechter Witz. Die Autoren sollten mal lieber zugeben, worum's wirklich geht. Wenn ein Rechter abserviert wird ist das ganz schlimm und wenn ein Scheinlinker, wie Beck abserviert wird super. Ideologie und Scheinheiligkeit pur. Genau so wie bei den Beck-Fans, die sich auf einmal uber die Art, wie er beseitigt wurde aufgeblasen haben. So lange, wie ihre Lieblingskandidaten davon profitieren, ist das alles normal, wenn nicht, faengt ein erbaermliches, peinliches Gezeter an, dass es einen einfach nut anstinkt. Und wenn morgen Stroebele auf die gleiche Art wegrationalisiert wuerde (was mit eigentlich auch Wurscht waere), dann wurden die von Maltzahns dieser Welt, die vermutlich auch wieder feiern.

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lily666 12.10.2008, 16:46
43. ...

Zitat von JensSchmidt
ist es doch schoen, wenn so Elemente wie Oezdemir oder auch Metzger, die denken sie koennen mal eben in irgendwelchen Kreis oder Landesverbaenden, wo sie sich nie blicken lassen, geschweige den wohnen, aufkreuzen und sofort ein Bundestagsmandat beanspruchen, damit scheitern.
ich finde das kann man so nicht sagen. es gibt themen die eben nicht kreisspezifisch sind, sondern die auf ihrer ebene ganz deutschland, bzw. ganz europa betreffen. daher fände ich es sinnvoll, wenn die grünen auch solche personen an verantwortlichen positionen einsetzen würden, die sich eben nicht in kreisangelegenheiten engagieren. das ist ja schließlich auch der sinn von fixmandaten.

man kann über cem özdemir zweifellos einige negative dinge sagen, wie zB er sei ein karrierist. dem kann man aber entgegnen, dass cem özedmir eine bestimmte vision davon hat was an der integration falsch läuft und wie man es richtiger machen kann. und ich persönlich glaube, dass der weg özdemirs, nämlich von den migranten eigenverantwortung und -initiative einzufordern und ihnen so zu signalisieren, dass man sie ernst nimmt, einiges für sich hat. man muss denen die es in sich haben die möglichkeit geben es zu tun. je mehr erfolgreiche migranten es gibt, desto größer ist die sogwirkung für die anderen, und das erreicht man nicht indem man flächendeckend großzügige transferleistungen verteilt, sondern indem man gezielt die fördert, die es auch tatsächlich verdienen gefördert zu werden. das natürlich in einem rahmen wo möglichst viele davon profitieren können, aber immer unter der voraussetzung dass ein bereits unter beweis gestellter wille zum persönlichen einsatz vorhanden ist. daher glaube ich, dass gerade bei den grünen ein gegengewicht zu personen wie claudia roth oder christian ströbele durchaus wichtig wäre um in der integrationsdebatte glaubwürdig zu bleiben.

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JensSchmidt 12.10.2008, 16:51
44. tja, so kanns gehen

Zitat von Coldfinger
Das ist ja das grüne Dilemma, und man sollte dem Autor nicht vorhalten, dass er es offen ausspricht: Fürsprech sein zu wollen für bestimmte Zielgruppen, die man zu diesem Behuf erst entmündigen muss. Bei Bäumen, Tieren, ja sogar "der Umwelt" mag das funktionieren, die können sich gegen diese Bevormundung ja nicht wehren.
Nur hat man darueber kein Wehklagen bei Spiegel Online oder gar von Oezdemir gehoert, als er noch davon profitiert hat, als die Gruenen ihn als Vorzeige-Tuerken brauchten und er die Rolle gerne bedient hat - eine win-win-situation, gewissermassen, die er mit sicherem Realisten-Auge erspaeht hat und mit der er ja auch nicht so schlecht gefahren ist. Schade fuer ihn, dass er sich fuer die Gruenen entscheiden musste, weil die anderen Parteien damals noch nicht so auf Quoten-Immigranten standen. Aber jetzt ueber etwas zu jammern, was ihm ueberhaupt erst seinen politischen Ein- und Aufstieg ermoeglicht hat (naemlich die scheinheilige Heuchelei der Gruenen), ist einfach nur abstossend.

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Pittie 12.10.2008, 16:58
45. Progressive Entscheidung

Ich glaube, umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Grünen sind mittlerweile auch über das Stadium der positiven Diskriminierung hinaus. Man muss jetzt auch nicht mehr jemanden wählen, weil er Migrant ist. Da haben andere Parteien noch einen langen Weg vor sich. Die vier gewählten Männer haben in der laufenden Wahlperiode exzellente Arbeit geleistet, von daher ga es auch keinen Grund, ihnen einen sicheren Listenplatz zu verweigern. Es war daher auch keine Entscheidung gegen Özdemir, sondern für die gewählten Personen. Deshalb sollte Özdemir auch weiter für den Parteivorsitz kandidieren.

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erichkarl 12.10.2008, 17:11
46. Gartenzwerge

Nun werden sich die kleinlichen Gartenzwerge aber freuen. Sie werden nach Hause gefahren sein und sich gut fühlen und ihrer Basis werden sie erzählen, wie sie es dem Cem gezeigt haben. Das werden sie auch ihren Enkeln erzählen, auch wenn es die Grünen nicht mehr gibt.

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Volker_Detering 12.10.2008, 17:14
47. Der Mann wurde bewusst demontiert, viel Spass bei der Suche nach Ersatz

Das peinliche Gruene Dilemma ist doch folgendes: Cem Özdemir reist monatelang durch's Land, sein "Gegenkandidat" hat aufgegeben, und NIEMAND stellt seine Kandidatur mit einem Alternativvorschlag in Frage. Stattdessen wird der Mann auf einem alternativen Kriegsschauplatz gemeuchelt bevor es ernst wird.

Die Baden-Wuerttemberger haben Cem Özdemir als Bundesvorsitzenden abgewaehlt bevor er auf dem Bundesparteitag ueberhaupt antrat. Das ist die schlichte Tatsache des Geschehenen, und es ist auch ganz sicher die Absicht des Landesverbandes gewesen. Das offenkundige Schweigen der Promis, die fehlende Unterstuetzung, zeigt dass man den Mann nicht an der Spitze will.

Viel Spass bei der Suche nach einem besseren Mann. Wie waer's mit Alexander Bonde, der ja schliesslich schon eine Kampfabstimmung gegen einen der Besten gewonnen hat? Jemand der noch nicht grossartig aufgefallen ist ausser bei internen Papiereschreibern und in Kungelzirkeln kommt bei der Basis traditionell gut an. Bloss keine Kanten, bloss kein Profil. Der Hinweis auf Petra Kelly ist uebrigens absolut zutreffend. Die Frau hatte viele private Probleme, und eine Persoenlichkeit die sich nicht von Satzungen eingrenzen liess, aber eine wahnsinnige Energie, und eine wichtige politische Mission, und gelebte Grundsaetze. Sowas macht dem durchschnittlichen Milieu-Delegierten aus Kleinkleckersdorf mit Kotten und Biogarten halt Angst.

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zeluise 12.10.2008, 17:29
48. Klarstellung

Zitat von lis
Hab ih da was verpasst und Claudia Roth und Fritz Kuhn sind nicht mehr im Bundestag? Oder nicht mehr im Grünen-Präsidium? Oder wie war das mit der Trennung von Amt und Mandat? Also das kann nun wirklich nicht der Grund für die Nicht-Nomination sein. Ich tippe mal eher auf die Haltung "wenn der in Berlin wohnt, soll er sich dort aufstellen lassen" in der ba-wü-Provinz. Und natürlich das moralinsaure Aufstossen...
Nur zur Klarstellung: Fritz Kuhn ist nicht Parteivorsitzender. Die Mitgliedschaft im "grünen Präsidium" ist kein Mandat. Einzig stimmt, dass Claudia Roth MdB und Parteivorsitzende ist.

Und den Artikel empfinde ich als unterirdisch. Der Autor würde Zivilcourage wohl auch ablehnen mit der Begründung, jeder solle nur für seine eigenen Angelegenheiten kämpfen. Meiner Meinung nach brauchen beispielsweise Schulkinder mit Migrationshintergrund oder aus den unteren Bildungsschichten dringend politische Interessenvertreter. Und warum man nach Autoren Meinung anders von einem Migranten sprechen sollte als von einem Rollsthlfahrer, erschließt sich mir auch nicht. Hier ist wohl "behindert" = wehrlos, schutzbedürftig gemeint. Ich denke, Herr Malzahn hätte auch nie einen Listenplatz ergattern können. Zumindest kommt mir keine entsprechende mandatvergebende Partei in den Sinn. Zum Glück!

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veit-ulrich 12.10.2008, 17:54
49. der ärmste

ach gottchen. özdemir, der ärmste. was ist ihm denn passiert? nichts anderes als das, was er selbst früher praktiziert hat. da hat er selbst intrigiert wie ein grosser, um andere von der liste zu kicken. und als es gelang, hat er sekt kommen lassen. ich behaupte mal kühn, dass özdemir auch deshalb in den bundestag wollte, weil ihm das salär als bundesvorstand allein nicht ausreicht. deshalb wird er sich jetzt auch nach was anderem umsehen. gibt's eigentlich beim herrn hunziger noch was zu holen? als unschuldslamm, das auf dem altar parteipolitischer stammesrituale geopfert wurde, taugt özdemir jedenfalls nicht. im gegenteil. am fleiss, an der konsequenz und an der glaubwürdigkeit eines winfried hermann kann er sich nicht messen lassen. und deshalb ist der obenstehende kommentar entweder aus unkenntnis oder aus böser absicht entstanden. ernst zu nehmen ist er nicht.

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