Forum: Politik
DDR-Dissident zu Chemnitz: "In der Regierung sitzen Brandstifter"
AFP

Ehemalige DDR-Bürgerrechtler wehren sich gegen die Vereinnahmung der friedlichen Revolution durch "Pegida- oder AfD-Sympathisanten". Dem Historiker und DDR-Dissidenten Ilko-Sascha Kowalczuk reicht das nicht.

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uglyripper 11.09.2018, 10:30
10. Danke

Sehr schönes Interview und viele kluge, richtige Gedanken.
Auffällig ist, dass ein Großteil der bisherigen Kommentatoren in diesem Thread allerdings den Inhalt des Gesagten offensichtlich nicht voll reflektieren kann, oder will.

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eggshen 11.09.2018, 10:44
11. Deutsche zweiter Klasse?

"Jeder zweite Ostdeutsche fühlt sich als "Deutscher zweiter Klasse" Das schlägt irgendwann in Verzweiflung und Wut um."

Aha. So viel zum Thema 'Allgemeinplätze', bzw. 'Totschlagargument'.

Stellt sich allenfalls die Frage, welche (halbwegs) sachliche Erklärung es für dieses Gefühl gibt.

Die immer noch schwächere Ökonomie im Osten? Es gibt auch etliche strukturschwache Gebiete in den alten Bundesländern. Selbst in einer sozialen Marktwirtschaft florierende Regionen nicht 'anordnen'. Die Zeiten, in denen die Partei beschließt, daß sowas wie Eisenhüttenstadt hochgezogen wird, sind eben vorbei.

Oder dass die Vergangenheit der DDR nicht ausreichend gewürdigt wird? Da gibt es nicht viel zu verklären. Aber vielleicht liegt es daran, daß den Bürgern dort immer wieder eingehämmert wurde, die DDR sei das 'bessere Deutschland'. Sowas hinterläßt möglicherweise Spuren.

Oder fühlt man sich einfach nicht genug geliebt? Falls es sich noch nicht herumgesprochen haben sollte - aber auch hier 'im Westen' klopfen wir uns nicht andauernd auf die Schulter und sagen uns, wie großartig wir sind.

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flugfrosch 11.09.2018, 10:44
12. Neufünfland @Lobhudel #2

Vollkommen richtig ihr Beitrag. Muss man allerdings ehrlicherweise ergänzen, dass es defacto ausschließlich westdeutsche Politiker und echte oder vermeintliche Intellektuelle und Meinungsmache, insbesondere ÖR-Fernsehen und Leitpresse waren, die diese "Helden-Epen und den Opfer-Mythos" begründet haben und bis heute aktiv pflegen. Tasächlich ist es mit den 'Nachbarländern' wohl eher so wie charlie95 #1 schreibt. Das ist ja auch nur all zu menschlich... - oder? Und wenn man jetzt schon mal beim 'ehrlichmachen' ist, kann man sich aber auch mal fragen, wie den das Verhältnis von 'materiell' zu 'politisch verfolgt bei unserer heutigen Migrationsbewegung so ist... Ein Schelm, wer da Parallelen vermuten würde...!? Wie gesagt, alles menschlich nachvollziehbar.

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joergrome 11.09.2018, 10:46
13. Sachsen fehlen vor allem die Abiturienten der Nachwendegeneration

Stärker als in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg (wo weite Landesteile nahe an innerdeutschen Grenzen bzw. Berlin lagen) sind in Sachsen bis zu 80% der Abiturjahrgänge 1990-2010 abgewandert (teilweise natürlich auch in die Großstädte Ostdeutschlands). Zurück blieb abseits der Metropolen eine überalterte Gesellschaft in der vor allem die höher Gebildeten fehlen. Was man heute sieht ist auch dieser Entwicklung geschuldet.

Wem das unglaubwürdig erscheint, der suche sich mal einen Kollegen (oder Kollegin) der aus Sachsen stammt und frage den wie das so ist wenn er mal "nach Hause" fährt, ob er dann dort gleich all seine alten Kumpels (bzw. Freundinnen) aus Schulzeiten trifft...

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kuac 11.09.2018, 10:47
14.

Zitat von charlie95
"Die Demonstranten 1989 waren keine homogene Gruppe, aber sie waren sich darin einig, dass sie Demokratie, Freiheit und den Rechtsstaat wollten." Ich behaupte: min 80% wollten " Marlboro, GolfGTI und Videorecorder...".
Folgendes Plakat fasst alles zusammen:
"Kommt die DM zu uns bleiben wir, kommt sie nicht, gehen wir zu ihr"
https://www.deutschlandfunkkultur.de/deutsche-rufe-7-8-kommt-die-d-mark-bleiben-wir.1001.de.html?dram:article_id=294872

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biesi61 11.09.2018, 10:48
15. Ein lesenswerter Beitrag!

Er räumt mit einigen Mythen auf und ordnet Verantwortlichkeiten m. E. richtig zu.

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heinrich.busch 11.09.2018, 10:48
16. Vorsorglich, damit mein Beitrag nicht

gestrichen wird, stimme ich dem Foristen #9 zu.
Ansonsten Weise ich große Teile des Herrn Historikers als EOS Schüler (Gymnasium) undTeilnehmer der Montagsgebete in der Nikolaikirche in Leipzig zurück. Mit den "Rechtsaussen " in Deutschland ist es ganz sicher ein Kreuz. Mit der pseudolinken Presse und o.g. Historikern aber auch. So jedenfalls wird es in Deutschland nicht wirklich gut.

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Zottelbär 11.09.2018, 10:53
17. Ansiedlungspläne für den Osten ausgeblendet

Zu Herrn Kowalczuks Satz „Sachsen gehört zu den Bundesländern mit dem geringsten Ausländeranteil“ hätte man nachfragen sollen, ob z. B. die bereits im Juli 2015 von Winfried Kretschmann angeregte Aufnahme von mehr Flüchtlingen in Ostdeutschland, vgl. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-warum-asylbewerber-im-osten-unterkommen-koennten-a-1044433.html vom20.7.2015, - denn dort gebe es genügend leerstehende Wohnungen - das Misstrauen dort angefacht haben könnte. Auch ein Interview der Grünen- Fraktionschefin im EU-Parlament Ska Keller mit der Neuen Osnabrücker Zeitung im Juni 2017, das ebenfalls in die „östliche“ Richtung wies, dürfte u. a. in Sachsen registriert worden sein: Größere Flüchtlingsgruppen könnten in Osteuropa angesiedelt werden, es sei möglich, ein ganzes syrisches Dorf nach Lettland zu schicken, wenn einzelne Flüchtlinge nicht dorthin wollten. In Ostdeutschland kennt man außerdem den angeblich nicht rechtsverbindlichen UN-Migrationsvertrag, mit dem Einwanderung z. B. auch aus schlecht regierten und überbevölkerten Staaten „geregelt“ undn gelenkt werden kann. Eine weitere Konferenz hierzu im Dezember in Marokko wird für weitere Auseinandersetzungen sorgen, nicht nur im Osten.

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tokata 11.09.2018, 10:53
18.

Ich war damals als 17 Jähriger bei den Monatgsdemos dabei... Ich kann ihnen nicht beim besten willen nicht sagen was die Menschen alle wollten, jeder hatte so seine eigenen Vorstellungen. Aber Alle waren sich einig was sie Nicht wollten. Ein "weiter so" Wir waren nicht sosehr für irgendwas , sondern Einfach gegen die damaligen Verhältnisse , den Staat und die restriktive Welt in der wir lebten. Das "gegen " einte uns, niemals das "für"

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treibgut 11.09.2018, 10:54
19. Mehr als bedenklich

ist, wie kollektiver Wahnsinn das gesamten links-grüne Politik-Spektrum, inklusive Medien, ergriffen hat. Kein Wunder, dass laut letzter Welt-Umfrage nurmehr 43% der Bevölkerung Medien (TV,Radio,Zeitungen) glauben und vertrauen, im Osten sind es 29%. Die links-grünen Parteien kämpfen gemeinsam mit den Medien für ihre Kanzlerin Merkel und wollen einen Mann feuern der warnte, nicht voreilig "Hetzjagden" und "Jagdszenen" zu schlagzeilen und zwar allein auf Basis eines Videos, welches durchaus ge/verfälscht oder inszeniert sein könnte, um daraus ein Politikum zu machen.
Besonders wenn man die Quelle, Antifa-Gruppe "Zeckenbiss" und den Verleiher/Verteiler, Bild-Zeitung, bedenkt.
In Deutschland scheint Vernunft inzwischen ein Kündigungsgrund zu sein.

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