Forum: Politik
Demos zum katalanischen Nationalfeiertag: Die Spalter sind gespalten
REUTERS

Die Katalanen feiern ihren Nationalfeiertag, doch Einheit sieht anders aus. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist gegen einen eigenen Staat, die andere Hälfte vehement dafür. Doch den Aufmüpfigen ist eine Reizfigur abhanden gekommen.

Seite 12 von 12
Pless1 12.09.2018, 17:13
110.

Zitat von just me
Anders gesagt jeder der das Referendum in Schottland billigt muss dasselbe mit Katalonien tun.
Nein, muss man nicht.

Das Recht auf Selbstbestimmung liegt beim Souverän. Die Souveränität liegt aber in Spanien nicht bei den Regionen und auch im vereinigten Königreich nicht bei den Landesteilen. Wir Außenstehende haben es weder gut zu finden, dass die Briten die Schotten haben abstimmen lassen noch, dass die Spanier die Katalanen nicht abstimmen lassen, es geht uns schlicht nichts an. Es geht aber in UK einen Londoner ebenso an wie einen Glasgower und ganz analog in Spanien die Leute aus Sevilla oder Madrid genauso viel wie die aus einem katalanischen Dorf oder aus Barcelona.

Die Briten (landesweit!) hatten sich eine Regierung (Cameron) gewählt, die die Idee eines Referendums irgendwann gut fand und das daher gemacht hat. Daran ist nichts auszusetzen.

Die Spanier (landesweit!) haben diverse Regierungen gehabt und haben sie noch, die keine Anstalten machen, den gleichen Weg zu gehen. Da sie in dieser Frage die überwältigende Mehrheit der Spanier repräsentieren ist daran ebenfalls nichts auszusetzen.

Spanien und Großbritannien sind zwei souveräne Staaten, die auf ähnliche Fragestellungen eben zu anderen Antworten kommen. Genau dadurch drückt sich Souveränität doch aus.

Beitrag melden
just me 12.09.2018, 19:49
111. Es geht uns doch nichts an?

Ein "Souverän" muss auch dafür Sorgen, dass Konflike innerhalb des Landes friedlich gelöst werden können. Wie sie sicher wissen waren die Republikaner in Katalonien schwach vertreten bis 2011 die PP via dem TC systematisch Rechte der Katalanischen begann zu beschneiden. Die PP hat schon den Sender Canale Nou geschlossen und wenn es an ihr liege (und Reviera) sollte das gleiche mit TV3 passieren. Auch ist es das Ziel von PP/C's letztendlich die Sprache durch allerlei Massnahmen zu marginalisieren (Beamte in Katalonien müssen kein Katalanisch mehr sprechen, la casilla lingüistica, Bussgeld wenn man Katalanisch in Katalonien spricht, unschuldige Lehrer an den Pranger stellen, TV3 offen und direkt als "Propagandasender", der Lügen verbreitet zu bezeichnen, das Baskenland fürs Stillhalten 1,1 Mrd. Euro bekommt), usw.
Kurzum hat eine Region das Recht gegen die Zentralregierung zu agieren, wenn sie systematisch vom "Sourverän" Stück für Stück von ihren Grundwerten beraubt wird. Man kann dies als moderne Kolonalisierung bezeichnen. Weiterhin haben die Führer der Bewegung seit Monaten Untersuchungshaft, dann auch noch weit weg von Katlonien. Sicher rein juridisch gesehen kann das (in Spanien). Gott sei Dank hat das OLG dies durchschaut und selbst der sp. Innenminister hat Zweifel an der politischen Unabhängigkeit der sp. Justiz. Llarena glaubt auch, dass andere Länder in Europa seine Hexenjagd durchschauen und ein ähnliches Urteil wie das OLG fällen würden und hat deshalb den europ. Haftbefehl zurürckgezogen.
- Wie sicher wissen hatte Belgien ein ähnliches Problem und durch eine Verfassungsänderung den Konflikt gelöst.
- Aber wie Sie schon schrieben ist das alles nicht Ihr Bier. Wenn das dann echt so wäre warum schreiben Sie dann hier Kommentare über das Thema?

Beitrag melden
just me 12.09.2018, 19:50
112. Es geht uns doch nichts an?

Ein "Souverän" muss auch dafür Sorgen, dass Konflike innerhalb des Landes friedlich gelöst werden können. Wie sie sicher wissen waren die Republikaner in Katalonien schwach vertreten bis 2011 die PP via dem TC systematisch Rechte der Katalanischen begann zu beschneiden. Die PP hat schon den Sender Canale Nou geschlossen und wenn es an ihr liege (und Reviera) sollte das gleiche mit TV3 passieren. Auch ist es das Ziel von PP/C's letztendlich die Sprache durch allerlei Massnahmen zu marginalisieren (Beamte in Katalonien müssen kein Katalanisch mehr sprechen, la casilla lingüistica, Bussgeld wenn man Katalanisch in Katalonien spricht, unschuldige Lehrer an den Pranger stellen, TV3 offen und direkt als "Propagandasender", der Lügen verbreitet zu bezeichnen, das Baskenland fürs Stillhalten 1,1 Mrd. Euro bekommt), usw.
Kurzum hat eine Region das Recht gegen die Zentralregierung zu agieren, wenn sie systematisch vom "Sourverän" Stück für Stück von ihren Grundwerten beraubt wird. Man kann dies als moderne Kolonalisierung bezeichnen. Weiterhin haben die Führer der Bewegung seit Monaten Untersuchungshaft, dann auch noch weit weg von Katlonien. Sicher rein juridisch gesehen kann das (in Spanien). Gott sei Dank hat das OLG dies durchschaut und selbst der sp. Innenminister hat Zweifel an der politischen Unabhängigkeit der sp. Justiz. Llarena glaubt auch, dass andere Länder in Europa seine Hexenjagd durchschauen und ein ähnliches Urteil wie das OLG fällen würden und hat deshalb den europ. Haftbefehl zurürckgezogen.
- Wie sicher wissen hatte Belgien ein ähnliches Problem und durch eine Verfassungsänderung den Konflikt gelöst.
- Aber wie Sie schon schrieben ist das alles nicht Ihr Bier. Wenn das dann echt so wäre warum schreiben Sie dann hier Kommentare über das Thema?

Beitrag melden
amcat 12.09.2018, 22:11
113. Just me 101

zur Klarstellung: ich glaube den "Tanz der Zahlen" wenn es um Teilnehmer von Demonstration geht,
kennen Sie genau so gut wie ich. Je nach Interesse sind es mehr oder weniger.
Ich gebe Ihnen Recht, PP und Rajoy haben das Verhältnis verschlechtert. Dafür hat er aber letztlich auch
den Preis bezahlt. Mit Sanchez kann man doch jetzt versuchen neu zu verhandeln.
Aber will Torra das überhaupt? Ihm geht es nur noch um die Unabhängigkeit und die wird Sanchez ihm nicht
geben können. Die Vergleich mit anderen Nationen ist nicht zielführend, da diese Ihre eigenen Entscheidungen treffen. Ich frage mich,(sollte es soweit kommen) wie die "Rebuplik Katalonien" mit Tabarnia umgehen würde?

Beitrag melden
just me 12.09.2018, 22:51
114. In einem Jahr ist Sanchez wieder Geschichte?

Zitat von amcat
zur Klarstellung: ich glaube den "Tanz der Zahlen" wenn es um Teilnehmer von Demonstration geht, kennen Sie genau so gut wie ich. Je nach Interesse sind es mehr oder weniger. Ich gebe Ihnen Recht, PP und Rajoy haben das Verhältnis verschlechtert. Dafür hat er aber letztlich auch den Preis bezahlt. Mit Sanchez kann man doch jetzt versuchen neu zu verhandeln. Aber will Torra das überhaupt? Ihm geht es nur noch um die Unabhängigkeit und die wird Sanchez ihm nicht geben können. Die Vergleich mit anderen Nationen ist nicht zielführend, da diese Ihre eigenen Entscheidungen treffen. Ich frage mich,(sollte es soweit kommen) wie die "Rebuplik Katalonien" mit Tabarnia umgehen würde?
Mit Sanchez hat sich sicherlich einiges gändert. Falls bei den nächsten Parlamentewahlen PP und C's gewinnen werden dann Gute Nacht Katalonien. Sie vervolgen sicher auch die spanischen und katalanischen Medien und Rivera sagt es ganz offen (TV3 ist Propagandasender, ein Beamter in Katalonien muss kein Katalanisch mehr können, usw). Die eingebuchteten Führer, ob verurteilt oder nicht, werden dann sicher wieder ins entfernte Madrid oder noch weiter weg verlegt. Leider kann auch Sanchez ohne PP/C's Spanien nicht in einen Bundesstaat wie der Schweiz umwandeln. Damit könnte z.B. Pudigemont gut leben und Belgien ging auch genau diesen Weg und kann damit gut leben.

Beitrag melden
Pless1 13.09.2018, 11:15
115.

Zitat von just me
Ein "Souverän" muss auch dafür Sorgen, dass Konflike innerhalb des Landes friedlich gelöst werden können. Wie sie sicher wissen waren die Republikaner in Katalonien schwach vertreten bis 2011 die PP via dem TC systematisch Rechte der Katalanischen begann zu beschneiden. Die PP hat schon den Sender Canale Nou geschlossen und wenn es an ihr liege (und Reviera) sollte das gleiche mit TV3 passieren. Auch ist es das Ziel von PP/C's letztendlich die Sprache durch allerlei Massnahmen zu .......
Sie scheinen da ein falsches Grundverständnis zu haben. Der Souverän ist nicht die Exekutive, also nicht die Spanische Zentralregierung. Der Souverän ist das spanische Volk.

Ich will das Agieren der spanischen Zentralregierung, insbesondere unter Rajoy, gar nicht verteidigen. Da ist vieles falsch gelaufen, da bin ich ganz bei Ihnen. Sie zeichnen hier allerdings auch ein Zerrbild, das niemandem weiterhilft. Katalonien hat sehr weitreichende Autonomierechte und die stehen grundsätzlich auch nicht in Zweifel. Die Separatisten haben aber klar den Boden der Verfassung und damit des rechtstaatlichen Handelns verlassen. Das sie dafür zur Verantwortung gezogen werden ist in einem Rechtstaat eine Selbstverständlichkeit. Und darin liegt auch die Ursache für die zeitweilige Suspendierung der Sonderrechte Kataloniens.

Sie kommen ja schon wieder mit Belgien! Ja, dort gab es eine Verfassungsänderung. Weil es in Belgien dafür eine politische Mehrheit gab! Wenn es die in Spanien gibt, kann es auch in Spanien eine entsprechende Verfassungsänderung geben, das ist doch gerade in all meinen Kommentaren immer wieder mein Vorschlag! Eine Mehrheit von einer föderalen Verfassung oder von einem Sezessionsrecht der Regionen zu überzeugen ist der genau richtige Weg. Den beschreiten die Separatisten aber nicht. Genau das ist das Problem.

Beitrag melden
Seite 12 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!