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Demos zum katalanischen Nationalfeiertag: Die Spalter sind gespalten
REUTERS

Die Katalanen feiern ihren Nationalfeiertag, doch Einheit sieht anders aus. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist gegen einen eigenen Staat, die andere Hälfte vehement dafür. Doch den Aufmüpfigen ist eine Reizfigur abhanden gekommen.

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Thomas Friedrich 11.09.2018, 10:23
10.

Zitat von Tylenol
Der Autor wünscht sich die Einheit Spaniens. Die Mehrheit der Katalanen wünscht sich ein eigenes Land. Lasst sie doch abstimmen, dann haben alle Gewissheit. Glückwunsch zum Nationalfeiertag nach Barcelona.
Dann lasst die Barceloner auch stimmen, sie wollen sich von Katalonien abspalten weil sie ihre Wirtschaft nicht zerstören wollen. 65% der Barceloner haben bei letzter Wahl unionistische Parteien gewählt. Ach....... das geht doch gar nicht, oder?

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just me 11.09.2018, 10:25
11. Einige Ergänzungen

Man sollte vielleicht noch erwähnen, 1) Dass Rivera erst vorgestern gesagt hat das TV3 ein "Progandasender" ist und "Lügen verbreitet" und diesen Sender eigentlich kontrollieren und verbieten muss. So etwa wenn Merkel sagt, dass man den BR stilllegen muss. 2) Die PP und C's keine Bewürwörter des monumentalen Denkmals /Grabsteins von Diktator Franco sind. 3) PP und C's die katalanische Sprache zurückdrängen wollen. 4) Menschen seit einem halben Jahr im Gefängnis sitzten, obwohl z.B. es in DLD keine Straftat und z.B. Form nicht mehr politisch tätig sein will. 4) Kalananen müssen Strafgeld bezahlen weil sie in Katalonien Katalansisch sprechen. 5) Puidgemont kann mit einem föderalen Staat wie z.B. der Schweiz, Belgien oder DLD leben, aber die PP und C's lehnen das kategorisch ab.

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adnan.duman 11.09.2018, 10:29
12.

Zitat von lumpipot
In der letzten Wahl hat die Mehrheit der Katalanen - 52% - für den Verbleib in Spanien gestimmt. Trotz aller jahrelangen Vorbereitungen der Separatisten ist es nicht gelungen die Mehrheit zu überzeugen. Nun ist es an der Zeit pragmatische Lösungen in der Autonomie zu finden.
Dabei ist auch noch zu berücksichtigen, dass das katalanische Wahlsystem die ländliche Bevölkerung überproportional gewichtet. Es gilt nicht das Prinzip "ein Bürger, eine Stimme". Es sind also in Wahrheit viel weniger Menschen für die Loslösung, als es die prozentualen Wahlergebnisse ausdrücken. Für mich verändert das die Deutung der Wahlergebnisse in dem Sinne, dass sie für mich nicht wirklich repräsentativ sein können.

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just me 11.09.2018, 10:30
13. Kennen Sie Belgien oder den Kosovo?

Zitat von Pless1
Darüber wurde bereits abgestimmt. Spanien hat sich Ende der 70er Jahre eine neue Verfassung gegeben. Darin wird auch die "Unteilbarkeit der Nation" festgeschrieben. Anders als in Deutschland wurde über diese in einem landesweiten Referendum abgestimmt und diese mit überwältigender Mehrheit angenommen. Auch in Katalonien. Deshalb hat es auch wenig mit Demokratie zu tun, wenn die Katalanen nun eine einseitige Unabhängigkeit anstreben. Natürlich ist ihr bestreben nach Unabhängigkeit rechtens. Aber der Weg führt über eine Verfassungsänderung Spaniens. Es ist den Katalanen unbenommen, hierfür eine Mehrheit zu suchen. Weil ihnen der demokratische und rechtstaatliche Weg aber zu wenig erfolgversprechend ist versuchen es einige Separatisten auf einem unrechtmäßigen Weg und versuchen diesem einen demokratischen Anschein zu geben. Leider verfängt das bei vielen Menschen. Wenn die Katalanen klug sind stellen sie ihre Bestrebungen erst einmal so lange zurück, bis sich ein Bild des Vereinigten Königreiches nach dem Brexit ergibt. Denn ein unabhängiges Katalonien wäre nicht automatisch EU-Mitglied.
Damals nach Franco war diese Verfassung besser als gar nichts. Heute sind wir 40 Jahre weiter. - Kennen Sie Belgien und die Veränderung des Staates in einee Föderation? Nun leben die drei Sprachgruppen relativ friedliche miteinander. - Oder der Kosovo war "unteilbar" mit Rest-Jugoslawien/Serbien verbunden und auch DLD hat ihn als unabhängigen Staat anerkannt?

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pietschko 11.09.2018, 10:30
14.

und da sind die wieder die katalanenfreunde, die die zusammenhänge immer noch nicht verstanden haben. die gleichn, die wahrscheinlich immer noch den brexit als gut idee verteidigen. die katalanen haben ein sehr weitreichende autonomie. madrid hat nun angeboten nachzuverhandeln. irgendwann reicht es einfach. ich glaube die strategie der aktuellen regierung in madrid is richtig. einfach die luft langsam ablassen.

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medienskeptiker 11.09.2018, 10:31
15. nichts Neues-das war schon seit langem so

allerdings wollen alle (zumindest) mehr Autonomie von Madrid. Nichts hat sich geändert.

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Mallorquinsky 11.09.2018, 10:45
16. Warum

wird eigentlich immer so getan als ob die Separatisten alles Linke sind? Den Großteil stellen die Konservativen rund um den ehemaligen Präsidenten Artur Mas dar.
Sogar die rechtspopulistische Lega Nord nimmt an der Feier teil https://www.elperiodico.com/es/politica/20180907/liga-salvini-participa-diada-catalunya-som-catalans-7022596

Viele der Abspalter lassen auch sehr rechte Tendenzen verlauten. So war hier letztes Jahr der Wahlkampflogan "Som millors" übersetzt Wir sind die Besseren. In der Tat sind viele Katalanen der Meinung das sie dem Rest Spaniens auch intellektuell überlegen sind. Mit anderen Worten: Die Katalanische Herrenrasse will sich von dem angeblich minderwertigem Rest abspalten.

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Pless1 11.09.2018, 10:55
17.

Zitat von just me
Damals nach Franco war diese Verfassung besser als gar nichts. Heute sind wir 40 Jahre weiter. - Kennen Sie Belgien und die Veränderung des Staates in einee Föderation? Nun leben die drei Sprachgruppen relativ friedliche miteinander. - Oder der Kosovo war "unteilbar" mit Rest-Jugoslawien/Serbien verbunden und auch DLD hat ihn als unabhängigen Staat anerkannt?
Natürlich kann man Entwicklungen berücksichtigen - man muss das aber in gegenseitigem Einvernehmen machen. So wie etwa in Belgien, einem hervorragenden Positiv-Beispiel. Das können die Spanier natürlich genau so machen, wer wollte es ihnen verwehren? Aber auch hier müssten darüber die Spanier insgesamt entscheiden.

Es-Jugoslawien ist ein hervorragendes Negativ-Beispiel. Hier wurden abtrünnige Republiken viel zu schnell anerkannt, was einer Lösung der Krise dann so massiv im Wege stand, dass Europa einen blutigen Krieg über Jahre hinweg nicht stoppen konnte. Leider hat insbesondere Deutschland da eine ganz unglückliche Rolle eingenommen. Kurz nach der Verwirklichung der Deutschen Einheit glaubte man, auch anderen Territorien staatliche Selbstständigkeit und Souveränität zuerkennen zu müssen und hat die internationale Anerkennung von Staatsgebilden forciert, deren Grenzziehung teilweise recht willkürlich war und frühere Einflusszonen und Herrschaftsbereiche wiedergab, nicht jedoch die ethnische Zugehörigkeit. Ist ein Staat und seine Grenze aber erst einmal international anerkannt ist der Staatengemeinschaft nahezu jedes Mittel genommen, hier regulierend einzugreifen. Das war eine Hauptursache für das totale Versagen des Westens im Jugoslawien-Krieg.

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guy 11.09.2018, 10:56
18. keine Stimmenmehrheit für die "Separatisten"

Es ist nicht die Hälfte für einen "eigenen Staat". Die sogenannten Separatisten haben auch keine Stimmenmehrheit sondern nur eine Sitzmehrheit im Parlament. Das ist bedingt durch das katalonische Wahlsystem. Eine Stimme in Girona zählt 1,5 mal soviel wie eine in Barccelona und eine Stimme "in der Provinz, auf dem Lande" sogar 2,5 mal soviel. Die Separatisten hatten nur etwa 46% der Stimmen( und davon entfallen 8 auf die dubiose CUP-Partei) . Es gibt in Katalonien eine Mehrheit für mehr Unabhängigkeit von Madrid (so um die 70%) aber mit Sicherheit keine Mehrheit und auch keine Hälfte die für einen "eigenen Staat" ist.

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taglöhner 11.09.2018, 11:03
19.

Zitat von alternativestimme
Freiheit gibt es nur fuer Voelker ausserhalb der EU ??? Jetzt hat die EU auch ihre Dissidenten,genau wie Russland+China. In Belgien befand sich Puigdemont a/d richtigen Stelle beim EU-Parlament. Jetzt koennen die EU-Politiker sich nicht mehr verstecken und muessen prinzipielle Aussagen machen ueber Freiheit fuer Voelker/Bevoelkerungsgruppen mit vernichtenden Folgen fuer die Erweiterungspolitik der EU. EU-Erweiterungsabteilung sofort aufloesen.Wenn Katalonien im Balkan,in Russland,China gelegen waere,haetten EU-Politiker geschriehen fuer Freiheit f Voelker ungeachtet dortige Konstitution.Jetzt im Falle Kataloniens wo es der EU-Eliten besser passt nicht ueber Freiheit f Voelker zu sprechen ist Freiheit eine hohle Frase geworden+versteckt man sich hinter der Konstitution.Weshalb musste Kosovo ohne Referendum unabhaengig werden,was Katalonien verweigert wird? Kosovo ist nicht lebensfaehig+wird bis auf unabsehbare Zeit viele MIllionen v Euros kosten f EUsteuerzahler.Der Gipfel ist wirklich J.C.Juncker der sagte er kann nicht vermitteln,sonst koennten 100 EU-Staaten entstehen.Also es gibt Freiheit in Klassen.In Ukraine wird einen Putsch befoerdert zugunsten der EU mit 10.000 Toten,4.5 mio Fluechtlingen+Halbierung des dortigen Lebensstandards,Parlamentswahlen sind abgeschafft.Im Balkan werden nichtlebensfaehige Ministaaten unter 1 mio Einwohner zur EU+Unabhaengigkeit gedraengt
"Völker" sind keine Personen, sondern ein strittiger Kunstbegriff. Sie haben keinen Willen.

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