Forum: Politik
Der Krieg und die Folgen: Die Macht in Syrien, auf die es bald ankommen wird
AFP

Das Assad-Regime hat viele Millionen Syrer aus dem Land vertrieben - und wenig Interesse daran, dass diese Menschen zurückkehren. Was passiert, wenn die Mehrheit in Syrien irgendwann genauso denkt?

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jamguy 12.09.2018, 16:20
1. realität

Assad hat den Krieg gewonnen und Die Schuld an Flüchtlingen und Gefahr hin zur Katastrophe liegt einzig bei Denen, die völlig chancenlos trotzdem nicht aufgeben.

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slartibartfass2 12.09.2018, 16:22
2. Unlogisch...

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die verbliebenen Syrer weiter mit den Sunniten zusammen leben wollen. Wohin dieses Multikulti führt, konnte ja nun jeder sehen - in einem Bürgerkrieg, der auch noch sehr einfach vom Ausland steuerbar war. Dass der 'Aufstand' in Syrien zu einem Überlebenskampf aller Gruppen werden musste, war sogar noch Herrn Scholl-Latour klar, als ansonsten alle noch vom tollen Arabischen Frühling' tirilierten...

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just me 12.09.2018, 16:31
3. Die Alternative?

Als jemand eine "bessere" und "glaubhafte" Alternative für Assad präsentiert bin ich sofort Feuer und Flamme. Jeder normale Mensch weiss, dass man doch ohne Plan B, die heutige Situation akzeptieren muss. Barack hatte keine, Trump nicht. Schon gar nicht Macron, Merkel, May oder van der Leyden. Daher finde ich so einen Artikel schon an Stimmungsmacherei grenzen. Übrigens weiss man ja was in Libien passierte/passiert seit dem der dortigen Diktator verschwunden ist.

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Ossifriese 12.09.2018, 16:32
4. Verstörend

"...Unter allen syrischen Volks- und Konfessionsgruppen gibt es allerdings auch Menschen, die derart faschistisches Gedankengut ablehnen. Vielleicht sind sogar noch in der Mehrheit. Sie glauben an ein Zusammenleben, sehen Vielfalt als Bereicherung, was für viele Syrer übrigens keine Multikulti-Phrase, sondern gelebte Wirklichkeit ist. …"
Das wollen wir doch hoffen, dass das so ist - nur mit wem kann ein friedliches Zusammen eher erreicht werden: mit Assad oder mit den sunnitischen Islamisten? Die Antwort kann gerade jenen Syrern nicht schwerfallen, die "Vielfalt als Bereicherung" anstreben. Die Islamisten sind es keinesfalls. Aber gerade die unterstützt der "Westen". Irgendwie verstörend sicher auch für wirklich demokratisch denkende Syrer.

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walligundlach 12.09.2018, 16:33
5.

Überschrift aus einem Artikel, bevor Assad zum Schlächter umgeschrieben wurde:
EIN VOLK LEHRT TOLERANZ
https://www.zeit.de/2007/09/Syrien/komplettansicht
Um aufzuzeigen, wie in der Vergangenheit z.B. über Libyien geurteilt wurd,. in der ZEIT, hier ein weiterer Artikel: Titel: Eine deutsche Schande (das Nichtmitmachen wird hier kritisiert)
https://www.zeit.de/2011/35/Libyen-Versagen
Es ist nun einmal schwer, Irrtümer zuzugeben.



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heinrich-wilhelm 12.09.2018, 16:33
6. Absurd

Ist beim Lesen dieses Kommentars über das religiöse,vorurteilsbefrachtete Zusammenleben der Völker Syriens die Forderung v.d.Leyens und anderer,dass sich Deutschland ggf im syrischen Bürgerkrieg engagieren müsse,falls Assad Giftgas einsetzen würde. Frage,,was hat diese Bestie denn bisher getan? Sogar Obama ist zurückgeschreckt vor den Konsequenzen,trotz der angeblich roten Linie,die ein Giftgaseinsatz bedeuten würde. Zweite Frage,womit eigentlich,mit den 3 noch fliegenden Tornados Deutschlands? Lächerlich.

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puc 12.09.2018, 16:35
7. Daniel Gerlach als Syrienkenner denkt in größeren Dimensionen

Dafür ist ihm zu danken, insbesondere auch, weil er seit vielen Jahren am Thema dran ist und diverse Informationsquellen nutzt abseits der klassischen Freund-Feind-Schemen.

Was ich überraschenderweise vermisse ist, trotz Gerlachs bester Informiertheit: die Rolle der schiitischen Milizen und ihrer Auftraggeber, den iranischen Revolutionsgarden. Sie haben seit dem Beginn der Syrischen Revolution 2011 in militärischen, politischen und wirtschaftlichen Strukuren des Assad Regimes incl. zentraler Positionen des syrischen Geheimdienststaates und sogar bis hinein in den inneren, mafiös organisierten Entscheidungszirkel der syrischen Herrschenden ihren Einflussbereich zur entscheidenden Macht ausgebaut.
Diese iranisch gesteuerten Kräfte waren (und sind es), die die militärischen Erfolge auf dem Boden erzielen und in den vom Regime zurückeroberten Gebieten (ca. 50% Syriens), Immobilien, Firmen, Kasernen, Folterzentren und Geheimdienstzentralen übernehmen. Es gibt jetzt bereits eine nicht übersehbare Spiegelung iranischer Machtausweitung im Alltagsbild der großen Städte in den Händen des Assadregimes.
Verkürzt: das Assadregime existiert so wie vor 2011 nicht mehr. Der Kreml bombt den iranisch geführten Milizen (aus aller Herren Länder) und 100.000der Angehöriger derselben neues Siedlungsgebiet frei.
Womit an eine Rückkehr der Flüchtlinge (auch der 7 Millionen IDPs) gar nicht gedacht werden kann. Die Berichte enteigneter Syrer, deren Häuser und Grund von Iranern oder deren Treuhändern übernommen wurden sind bekannt. Gerade im eben zurückeroberten Daraa zeichnet sich jetzt klar ab. Das Regime läßt niemanden zurück, wer einmal flüchtet, verliert für immer (eben zumeist an die iranischen Milizen).
Eine große Umschichtung iranischer Einflussbereiche deutet sich im ME an - vielleicht auch als letztes Rückzugsgebiet für eine absehbare iranische Revolution? Wer weiß das schon? Aber sicherlich müßte Herr Gerlach, dessen Berichte ich - wie geschrieben - sehr schätze, über die Übernahme weiter Teile der syrischen (insbesondere Entscheidungs-) Strukturen gut Bescheid wissen. Deshalb bin ich etwas verwundert, dass in einem analytisch derart treffsicheren Beitrag zu Syrien dieser Aspekt nicht findet.

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spon-1280768952714 12.09.2018, 16:36
8. Diejenigen, die in Europa angekommen sind,

werden alle nicht zurückkehren nach Syrien, aus den Gründen, die im Beitrag genannt wurden, aber auch deshalb, weil sie das ökonomische und gesellschaftliche Klima in Europa schätzen gelernt haben. Ich kenne etliche Syrer in Deutschland und kaum einer will auf Dauer zurückkehren. Die Begründungen unterscheiden sich, der Trend ist aber eindeutig.

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nach-mir-die-springflut 12.09.2018, 16:41
9. Bagdad-Bahn 2.0

In den IS-befreiten Gebieten hat der Wiederaufbau begonnen, in der Party-Stadt Damaskus steppt der Bär, die Strände sind gut besucht. Assad und Putin werden allgemein gefeiert. Wenn die Gegner des Assad-Regimes, die Rebellen und Demokratiebringer, Angst vor einer Rückkehr haben, mag das verständlich sein. Aber selbst diese Dissidenten bekommen Straffreiheit von dem Diktator Assad zugesichert. Oder Merkel gewährt ihnen Asyl, unter frenetischem Beifall ihrer Einwohner. Die Rückkehrer bringen ein Stück deutsche Lebenskultur mit nach Syrien, auch wenn's nicht gleich Schweinshaxe sein wird. Vielleicht kann Merkel aber dennoch mit dem Diktator reden, vielleicht fehlen ja Fachkräfte in Syrien, die Merkel gezielt ausbilden lassen kann? Ob an der Uni oder gewerblich. Da werden selbst die Ausländerhasser der Nazi-Partei AfD zustimmen.

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