Forum: Politik
Deutsche Entwicklungspolitik in Afrika: Der Wassermann
SPIEGEL ONLINE

Flucht stoppen, Boom-Regionen pushen - für diese Ideen verteilt Deutschland in Afrika Geld. Der Kölner Peter Jander dagegen bohrt Brunnen, verteilt Rindviecher. Droht dieser klassischen Entwicklungshilfe das Aus?

Seite 1 von 9
neu1197 26.07.2017, 16:26
1. Hatten wir schon einmal

Vor 40 Jahren haben ein kleines, heute nicht mehr existierendes Land u.a. den Versuch unternommen, genau das zu tun.
Wasserstellen wurden entwickelt, das Bildung-u. Gesundheitswesen aufgebaut und Fachkräfte ausgebildet, damit diese ihr Land besser aufbauen können.
Das wurde durch Teile der "Weltgemeinschaft" zerstört.
heute werden Schlachtabfälle aus Hühnern dort verkauft, wo kleine Bauern mühselig ein bisschen Wirtschaft aufgebaut haben.
In Ländern, wie Lybien, Irak, Syrien, die in den 70-90-er Jahren diese Entwicklungshilfe nutzen konnten herrschen heute Kireg, Terror und alles zum Zwecke der "Weltherrschaft" einzelner Staaten.
Flüchtlinge kann man am Mittelmeer mit Waffengewalt hindern, zu uns nach EU zu kommen. das Problem bleibt. Geht das irgend wann in die Köpfe unserer Politiker rein.
Oder muß das Sytem erst verändert werden?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
horstenporst 26.07.2017, 16:29
2.

Deutsche Entwicklungshilfe ist oft nichts anderes als Wirtschaftsförderung für deutsche Großkonzerne. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem sei folgende arte Doku ans Herz gelegt:
http://www.arte.tv/de/videos/059525-000-A/konzerne-als-retter

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wecan 26.07.2017, 16:32
3.

Sorry, aber das Gerede von der Bekämpfung der Fluchtursachen ist Populismus in Reinform. Soll nicht heissen, dass man andere Länder nicht bei der Entwicklung unterstützen sollte. Aber eine realistische Lösung für den stetig wachsenden Bevölkerungsdruck auf Europa darf man hierdurch nicht erwarten.

Um z.B. nur alleine das heutige Nigeria (186 Mio Einwohner, BIP 0,405 Billionen Dollar) wirtschaftlich auf das Niveau von Mexiko (123 Mio Einwohner, BIP 1,046 Billionen Dollar) zu heben, wäre ein gigantischer Kraftakt notwendig, der sicherlich Jahrzehnte benötigen würde.

Nun betrachten wir das nigerianische Bevölkerungswachstum von 2,44% pro Jahr. D.h. in weniger als 30 Jahren wird sich die Bevölkerung mehr als verdoppeln. Die Wirtschaftsleistung müsste sich somit in diesen dreissig Jahren sogar vervierfachen, um beim Lebensstandard zum heutigen Mexiko aufschließen zu können. Vervierfachen!

Und selbst wenn Europa durch seine Unterstützung diesen Kraftakt leisten könnte (was vollkommen unrealistisch ist), dann wäre bzgl. des Migrationsdrucks nicht viel gewonnen. Denn auch aus Mexiko (wo es den Menschen heute sehr viel besser geht als in Nigeria) versuchen die Menschen zu hunderttausenden illegal in die USA zu gelangen, wo der Lebensstandard nochmal eine Klasse besser ist.

Dem Migrationsdruck kann ausschließlich durch eine strikte Abschottung entgegen gewirkt werden, so wie es z.B. Australien praktiziert. Alles andere ist reines Wunschdenken zur eigenen Beruhigung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
moerre 26.07.2017, 16:38
4. Nach Jahrzehnten Hilfe

Nach Jahrzehnten Hilfe sind die diese Hilfsaktionen führenden Leute immer noch nicht nur keine lokal aufgewachsenen Menschen, sondern sogar welche von einem ganz anderen *Kontinent*!

Schon daran sieht man, wie komplett sinnlos das ganze aufgezogen ist. In der Wirtschaft ist schon lange bekannt, wie man erfolgreich Unternehmen im Ausland haben kann - ich empfehle, um nur eine in der Praxis entstandene Arbeit zu nenne, u.a. die Lektüre von "Transfer von Unternehmenskultur" von Dr. Markus Liemich (einfach googeln).

Was NICHT funktioniert ist, dass die ausländischen Einheiten für immer von "Ausländern" geleitet werden. Erfolgreich ist in aller Regel der, der schnell lokale Leute ausbildet, und am besten von Außen nicht mehr eingreift, sondern nur noch berät.

Das Gegenteil zeigt diese irre "Hilfe" für Afrika: Nach Jahrzehnten(!) hat man es immer noch nicht geschafft, die Führung und Ausführung (beides!) solcher Projekte durch herangezogene lokale Leute machen zu lassen.

Entweder hier sind Kräfte am Werk, die statt echter Hilfe für die Afrikaner eher Selbsthilfe für sich zu wichtig nehmende Europäer erzeugt, oder - und das glaube ich nie und nimmer - dass es auf dem ganzen großen afrikanischen Kontinent einfach nicht einmal ein paar tausend brauchbare Leute geben soll, die man da hineinwachsen lassen kann.

Jeder Europäer, der ein "Hilfs"-Projekt leitet, ohne als Hauptziel zu haben, *sich selbst überflüssig zu machen*, gehört nicht in die Hilfe. So wird immer nur ein letztendlich scheiterndes Projekt nach dem anderen gebaut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Beccaria 26.07.2017, 16:44
5. G20 Partner Elfenbeinküste ?

Ausgerechnet die Elfenbeinküste, deren Präsident sich nur unter dem Schutz einer von den UN gestellten Prätorianergarde in seine Hauptstadt wagt. Nachhaltig ist da keine Hilfe, und früher war die Elfenbeinküste das reichste Land in Westafrika.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
misterknowitall2 26.07.2017, 16:46
6. Visionen

ich bin erschrocken von den negativen Visionen einiger foristen. da werden katastrophenszenarien aufgestellt und Zahlen genannt, die so weit weg von der Realität sind, das man sich fragt, wo lebt ihr denn alle? es wird mitnichten so sein, dass halb Afrika sich auf den weg macht. hier werden auch niemals 40, 50, 100 Mio. Menschen hinkommen. wer kommt nur auf solche Zahlen? das was jetzt kommt, schadet keinem Land in Europa, viel zu wenig. langfristig wird aus das frische Blut sogar helfen. mal sehen, vielleicht haben wir in 50 Jahren unser Land unbewohnbar gemacht und dann ist Afrika unser Ziel. das ist gar nicht so unwahrscheinlich bei all dem Dreck den wir hier ausstossen. vielleicht geht auch eins oder zwei der ach so sauberen a-Kraftwerke hoch. dann ist hier Sabbat. auf jeden Fall sollten wir nicht gleich für eine fadenscheinige zukunftsvision unsere Menschlichkeit aufs Spiel setzen. und wir sollten auch aufhören ums goldene kalb zu tanzen und Afrikaner und Flüchtlinge zu verbrechern zu machen. jeder strebt nach einem besseren Leben. das ist nicht verwerflich. wir können immer noch mauern, wenn es dann wirklich zu viele werden sollten und unsere Ressourcen erschöpft sind. also beruhigt euch. jetzt muss erstmal Italien geholfen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freidenker10 26.07.2017, 16:49
7. Aus Fehlern lernen

Ich habe den Kontinent längst aufgegeben! Die 2500 Jahre Eroberung und Ausbeutung durch Europäer haben scheinbar so tiefe Spuren hinterlassen, dass ein Anpacken und sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen gar nicht mehr in Betracht gezogen wird. Man schlägt sich dann lieber gegenseitig die Birne ein weil der Nachbar irgendeiner Ethnie angehört die vor 500 Jahren mal eine Kuh gestohlen hat und zerstört dann binnen Wochen Aufbauhilfe und Infrastruktur von Jahrzehnten. Dann rennt man ständig irgendwelchen Revolutionären hinterher die dann das Land nach einem erfolgreichen Putsch genauso brutal ausplündern wie die Vorgänger auch. Ich kann diese Mentalität einfach nicht verstehen! Die Asiaten haben es doch auch geschafft und werden immer erfolgreicher, warum dann die Afrikaner nicht? Korruption, Kriege, Revolutionen, Mißwirtschaft, Überbevölkerung, aber irgendwann muss man doch auch mal aus seinen Fehlern lernen und es besser machen? Die Wirtschaftshilfen der Industrienationen landen doch auch nur in den Taschen der Eliten in Afrika, aber gut, das Gewissen ist dann wohl beruhigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mesi0013 26.07.2017, 16:49
8.

Zitat von neu1197
Vor 40 Jahren haben ein kleines, heute nicht mehr existierendes Land u.a. den Versuch unternommen, genau das zu tun. Wasserstellen wurden entwickelt, das Bildung-u. Gesundheitswesen aufgebaut und Fachkräfte ausgebildet, damit diese ihr Land besser aufbauen können. Das wurde durch Teile der "Weltgemeinschaft" zerstört. heute werden Schlachtabfälle aus Hühnern dort verkauft, wo kleine Bauern mühselig ein bisschen Wirtschaft aufgebaut haben. In Ländern, wie Lybien, Irak, Syrien, die in den 70-90-er Jahren diese Entwicklungshilfe nutzen konnten herrschen heute Kireg, Terror und alles zum Zwecke der "Weltherrschaft" einzelner Staaten. Flüchtlinge kann man am Mittelmeer mit Waffengewalt hindern, zu uns nach EU zu kommen. das Problem bleibt. Geht das irgend wann in die Köpfe unserer Politiker rein. Oder muß das Sytem erst verändert werden?
Ja, und wir hatten die respektierte GTZ sowie andere. Leute vor Ort mit dem entwicklungswirtschaftlichen Ansatz im Blick nach deutschen Leitlinien ausgebildet und in vielen Bereichen Kompetenzinseln geschaffen.
Dies wurde durch die Inkompetenz des Hauptmannes der Reserve und Entwicklungshilfeministers Niebel zerstört. Die Fusion der deutschen Entwicklungshilfsdienste konnte unglücklicher nicht geschehen. Stopp: der Leitgedanke ist doch nun wirtschaftliche Zusammenarbeit. Also muss dabei für deutsche Firmen etwas herauskommen. Die Förderung der Menschen und örtlichen Strukturen a la GTZ ist nicht mehr der Fall weil nicht mehr gewollt. Der Rubel muss rollen. Betrachtet man Niebels ungesunde Verflechtungen in die Wirtschaft dann war er das Schlimmste was der deutschen Entwicklungshilfe hat passieren können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jozu2 26.07.2017, 16:55
9. Keine Lösung gegen Überbevölkerung!

Die ganze Erde ist überbevölkert und in Afrika ist es am schlimmsten. Wo nur 5 Liter Regen im Jahr fallen, kann man mittel-/langfristig auch nur 5 Liter entnehmen, egal wie tief man Brunnen bohrt. Afrika hat - insb. an Trinkwasser nur Ressourcen für eine ganz dünne Besiedelung. Alles, was Menschen animieren könnte, Nachwuchs zu bekommen, sollte unterlassen werden. Die Bevölkerung muss dringend gesund-schrumpfen. Das gilt für die gesamte Erde, aber insb. für Afrika.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 9