Forum: Politik
Ein Jahr #MeToo: Die Dunkelfrauen
DPA

Viele #MeToo-Verfahren gleichen dem Pranger des Mittelalters, an dem der Delinquent öffentlich ausgestellt wurde. Der wesentliche Unterschied: Der Gepeinigte im Mittelalter konnte denAnklägern ins Gesicht sehen.

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ahloui 11.10.2018, 16:01
1. Ich sehe das sehr ähnlich

Die #MeToo Debatte an sich ist richtig und notwendig.
Leider ist sie mittlerweile vollends aus dem Ruder gelaufen und es treiben sich ganz sicher auch einige Trittbrettfahrer (innen) herum.

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oskarspapa 11.10.2018, 16:01
2. Anonymitaet

ist ja scheinbar der einzige Schutz vor Hass und Haeme, mit der Frauen ueberschuettet werden, die lang zurueckliegende Missbrauchs-/Vergewaltigungsfaelle an die Oeffentlichkeit bringen. (Siehe Donald Trump ueber Dr.Ford letzte Woche)

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williwi 11.10.2018, 16:02
3. Selbstjustiz gehört bestraft

Die sich jetzt über das Urteil empören sind diejenigen, die sonst vehement Selbstjustiz anprangern.

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harald441 11.10.2018, 16:03
4. Das erinnert mich an eine Szene aus meinem

Arbeitsleben Mitte der Siebzigerjahre. Nach einem Treffen unter Kollegen außerhalb der Firma wollte ich während des Verabschiedens einer älteren Kollegin in den Mantel helfen, worauf diese mit leicht schnippischem Unterton meinte, sie könne sich selbst den Mantel anziehen: Daran hatte ich freilich nie gezweifelt, wollte jedoch nur der mir anerzogenen Höflichkeit des Herrn gegenüber einer Dame nachkommen.
Das Ergebnis war, daß ich dieser Kollegin nie mehr in den Mantel geholfen hatte. Aber ob diese durch ihre strikte Einstellung nun glücklicher durch's Leben ging, bezweifelte ich schon damals.
Nachsatz: Sie als sogenanntes "spätes Mädchen" heiratete dann doch noch und jenseits der Vierzig.

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seeyouin1982 11.10.2018, 16:05
5. etwa ab einem Drittel

des Textes war mir klar, das es Herrn F. um Knabe geht, nicht um metoo, nicht um den aktuellen Diskurs, nicht um Frauenrechte, sondern einzig und allein um Knabe. Sind Sie mit dem befreundet, Herr F.? Zu diesem Zweck missbraucht er den notwendigen Diskurs um Frauenrechte etc., stilisiert sich selbst als Emanze...irgendwie zum Fremdschämen.

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peter.stein 11.10.2018, 16:05
6. Wie gerade zu lesen war

legt Knabe Kündigungsschutzklage gegen seine Freistellung ein. Es bleibt zu hoffen, dass das Arbeitsgericht den handelnden Personen deutlich vor Augen führt, welche rechtsstaatlichen Hürden es für solch drastischen Maßnahmen gibt und dass diese auch im Zuge der Me-too Debatte nicht obsolet geworden sind. Wobei Herr Knabe im Grunde noch Glück hat, dass ihm eines solches Rechtsmittel zur Verfügung steht. In anderen Situationen (Kevin Spacey, Dieter Wedel etc.) gibt es vermutlich keine Mittel, das "Urteil" der Gesellschaft zu ändern, da sind die Mechanismen unerbittlich, der Grundsatz "in dubio pro reo" gilt nicht mehr. Wer dies für übertrieben hält, mag sich mal bei Herrn Kachelmann erkundigen, bei dem selbst nach gerichtlich festgestellter und erwiesener Unschuld der gesellschaftliche und berufliche Status nicht ansatzweise vergleichbar sein dürfte wie in der Zeit vor den Vorwürfen.

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susanneuser 11.10.2018, 16:07
7. Viel verstanden hat er mal wieder nicht, der Jan

Völlig verständlich das die ersten Meldungen erstmal aus der geschützten Anonymität kommen. Wenn man bedenkt das die Opfer sofort an den Pranger gestellt werden in üblicher herabwürdigender und beleidigender Manier. Allerdings habe ich dann hier noch keinen Artikel gelesen in dem es um sexuelle Übergriffe geht, wo sich dann nicht besagte Opfer teilweise in die Öffentlichkeit gewagt haben. Diejenigen, die sich dem allen nicht in der Öffentlichkeit ausgesetzt sehen wollten (was ich gut verstehen kann), haben sich zumindest bei den entsprechenden Stellen oder sie schützenden Frauengruppen ausgesagt. Und unser lieber Jan macht dann was daraus? Den modernen Pranger, wo angeblich anonym angeprangert wird im Gegensatz zum Mittelalterdorfplatz. Und ja, Opfer dürfen ihre Aussagen in geschützter Atmosphäre machen ohne das die ganze Weltöffentlichkeit ihre Namen erfährt. Sie dürfen sich entscheiden, ob sie die Kraft dafür haben ihr Gesicht der ganzen Welt zu zeigen. Viel verstanden hat er halt nicht, unser Jan.

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wombinchen 11.10.2018, 16:08
8. Ausreißer

Ein Artikel, der sich gegen Lynchmob-Selbstjustiz und für rechtsstaatliche Verfahrensweisen positioniert? Und das im SPON? Ich glaub ich träume... Bitte schauen Sie doch mal bei Ihrer Kollegin Stokowski vorbei, Herr Fleischhauer. Die kann Sie vielleicht wieder zur Verlagslinie zurückführen.

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ogoehni 11.10.2018, 16:11
9.

Mal wieder ein Beitrag zum gesunden Menschenverstand. Wie im Beitrag richtig dargestellt, ist die Anonymität der Anschuldigungen und
die Verweigerung der eigenen Verteidigung das Hauptproblem.
Die #MeToo Debatte hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts zutun.
Es hilft auch den wirklichen Opfern sexueller Gewalt überhaupt nicht.
Sie werden einem Topf mit den Denunzianten , die nur Rache üben wollen.

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