Forum: Politik
Ende des Rebellenkampfes: Philippinen schließen Friedenspakt mit Islamisten
AFP

Die philippinische Regierung hat sich mit der größten Rebellengruppe des Landes auf einen Friedenspakt geeinigt. Die "Moro Islamische Befreiungsfront" kämpft nicht länger für die Unabhängigkeit - und bekommt dafür eine halbautonome Region.

Seite 1 von 2
ofelas 07.10.2012, 09:30
1. Lange Tradition

Zitat von sysop
Die philippinische Regierung hat sich mit der größten Rebellengruppe des Landes auf einen Friedenspakt geeinigt. Die "Moro Islamische Befreiungsfront" kämpft nicht länger für die Unabhängigkeit - und bekommt dafür eine halbautonome Region.
Wenn man sich etwas mit dem Hintergrund beschaeftigt:

The Spanish initiated the conflict by conquering the Philippines and invading Moro territory in an effort to subjugate the region to their rule since the 1500s. The Spanish conquered the Muslim Kingdom of Maynila, the Muslim King Rajah Sulayman resisted the Spanish. Manila then became the capital of the Spanish Phillipines after the conquest, with the Spanish forcibly converting people to Catholicism. They then turned to attack the Moro Muslim Sultanates in the south to Mindanao.Spanish

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tonybkk 07.10.2012, 09:40
2. Ausnamsweise mal eine gute Nachricht

Zitat von sysop
Die philippinische Regierung hat sich mit der größten Rebellengruppe des Landes auf einen Friedenspakt geeinigt. Die "Moro Islamische Befreiungsfront" kämpft nicht länger für die Unabhängigkeit - und bekommt dafür eine halbautonome Region.
Das ist mal neben dem ganzen Nahost-Irrsinn eine gute Nachricht und ein Paradebeispiel dafuer, dass die Politik der harten Hand einfach nicht funktioniert. Die Moro galten die letzten Jahrzehnte als Terrororganisation. Jetzt hat man endlich die militaerischen Loesungen hintenan gestellt und die politischen wieder auf die Tagesordnung gesetzt und endlich gibt es Frienden.
Ein Beispiel das sich die USA und der gesamte Nahe Osten auch mal nehmen sollte ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
h4n5p3t0r 07.10.2012, 09:59
3.

eine gute nachricht fuer ein wunderschoenes land,
dennoch muss ich immer schmunzeln, wenn ich von der "milf" hoere.. ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
amrod 07.10.2012, 10:00
4.

Zitat von sysop
Die philippinische Regierung hat sich mit der größten Rebellengruppe des Landes auf einen Friedenspakt geeinigt. Die "Moro Islamische Befreiungsfront" kämpft nicht länger für die Unabhängigkeit - und bekommt dafür eine halbautonome Region.
Die Frage ist doch wie groß diese autonomen Regionen sind und was für Gesetze dort gelten. Und bei der Volksabstimmung bleibt die Frage, wer daran teilnehmen darf. Die Mehrheit der Bevölkerung Mindanaos ist durch Einwanderung christlich. Mit einer lokalen Anwendung islamischen Rechts in kleinen autonomen Regionen werden die sich wohl abfinden. Mit Diskriminierung ala Scharia wohl kaum...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
franzdenker 07.10.2012, 10:18
5. Anmerkung.

Zitat von sysop
Die philippinische Regierung hat sich mit der größten Rebellengruppe des Landes auf einen Friedenspakt geeinigt. Die "Moro Islamische Befreiungsfront" kämpft nicht länger für die Unabhängigkeit - und bekommt dafür eine halbautonome Region.
Die 150.000 Menschen die während des Konflikts getötet wurden waren überwiegend Moslems. Diese wurden von der katholischen Mehrheit immer weiter von ihrem Land verdrängt und wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Da es sich aber nicht um verfolgte Christen handelt, stört und störte sich der Westen daran kaum. Peter Scholl Latour hat über diesen Konflikt interessante Beiträge veröffentlicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
glücksbärchi35 07.10.2012, 11:16
6.

Zitat von franzdenker
Die 150.000 Menschen die während des Konflikts getötet wurden waren überwiegend Moslems. Diese wurden von der katholischen Mehrheit immer weiter von ihrem Land verdrängt und wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Da es sich aber nicht um verfolgte Christen handelt, stört und störte sich der Westen daran kaum. Peter Scholl Latour hat über diesen Konflikt interessante Beiträge veröffentlicht.
Die Terror und Rebellen-Gruppen sind alle islamisch.
Beim Kampf gegen diese kamen leider auch viele Zivilisten ums Leben.
Vielleicht hätte man sich auf friedliche Proteste gegen Ungerechtigkeiten beschränken sollen? Dann ginge es der Region und allen Bewohnern heute besser.
Dass christliche Zuwanderer in eine traditionell islamische Region einwandern ist kein Grund zu Gewalt zu greifen.

Weltweit passiert derartiges dutzendfach andersherum und nirgendwo bilden sich christliche Terrororganisationen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
friedrichii 07.10.2012, 12:45
7. Falsche Ueberschrift

Ob das ein Ende des Rebellenkampfes ist bleibt erstmal abzuwarten. Es gab vor wenigen Jahren schon mal einen aehnlichen Vertrag, der vom hoechsten Gericht fuer ungueltg erklaert wurde. Daraufhin gab es erneut starke Kaempfe.

Hintergrund: Es gibt bereits eine autonome Moslemzone. Diese wurde in den Neunziger Jahren nach einer Volksabstimmung eingerichtet. Die Moslems wollen jetzt noch Gebiete dazu, in denen sie keine Mehrheit haben und die ihnen damals deshalb nicht zugesprochen wurden.
Dies wurde ihnen in dem ungueltig erklaerten Vertrag zugesichert, der widersinnigerweise neue Volksabstimmungen bis zu 20 Jahren nach der Eingliederung der Gebiete vorsah.
Unberuecksicht bei der ganzen Sache bleibt auch, dass insbesondere in den laendlichen Gebieten viele Staemme mit Naturreligionen wohnen. Diese werden wohl erneut klagen, wenn sie gegen ihren Willen unter moslemische Herrschaft gestellt werden.
Wenn das oberste Gericht den Vertrag dann wieder fuer nicht verfassungsgemaess erklaert, sind neue Kaempfe vorprogrammiert. Einmal ganz davon abgesehen. dass es neben der MILF noch andere Rebellengruppen gibt, die dem Vertrag nicht zustimmen und die deshalb nicht friedlich werden.
Interessant bei dem neuen Vertrag ist ja schon die Tatsache, dass ueber neue Volksabstimmungen nur widerspruechlich berichtet wird. Ebenso, wie nichts ueber die betreffenden Gebiete berichtet wird.
Hier soll wohl der fruehe Widerstand der betroffenen Bevoelkerung vermieden und diese vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ofelas 07.10.2012, 14:54
8. Andersrum wird ein Schuh daraus

Zitat von glücksbärchi35
Weltweit passiert derartiges dutzendfach andersherum und nirgendwo bilden sich christliche Terrororganisationen.
Einwandern und Verdraengen sind zwei Paar Schuh. Die Christliche Einwanderung nach Amerika, Australien, Neuseeland war klassische Verdraengung (Vernichtung?) Denke wenige haben was gegen Einwanderer. In einem Gebiet hat erobert wurde, und dann sich immer dagegen gewehrt hat, ist es kein Wunder das ein einfaches Zusammenleben mit den Eroberern nicht so leicht ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
friedrichii 07.10.2012, 15:37
9.

Zitat von ofelas
Einwandern und Verdraengen sind zwei Paar Schuh. Die Christliche Einwanderung nach Amerika, Australien, Neuseeland war klassische Verdraengung (Vernichtung?) Denke wenige haben was gegen Einwanderer. In einem Gebiet hat erobert wurde, und dann sich immer dagegen gewehrt hat, ist es kein Wunder das ein einfaches Zusammenleben mit den Eroberern nicht so leicht ist.
Die Verdraengung der Moslems durch Christen auf Mindanao ist ein geschichtliches Maerchen.
Die Moslems kamen von Malaysia, dort wiederum sind sie ca. 100 Jahre angekommen, bevor die Spanier auf die Philippinen kamen.
Die moslemische Besiedlung der Philippinen beschraenkte sich auf wenige Sultanate, in denen wiederum die Moslems nur die Herrscherschicht bildeten.
Das einzige Volk, das den Islam annahm, sind die Moros. Und die leben nach wie vor auf ihren Gebieten in Suedmindanao, in denen sie heute schon die ARMM, eine autonome Moslemregion bilden.
Eine Verdraengung gab es da nicht.
Das einzige Sultanat, das von den Spaniern erobert wurde, war das von Manila.
Gegen den letzten, durch das hoechste Gericht als ungueltig erklaerten Vertrag, wehrten sich insbesondere auch Eingeborenenstaemme, die weder Christen noch Moslems sind. Zu Recht, wenn man aus dem jetzigen Vertrag wieder lesen kann, dass in dem neuen autonomen Gebiet auch die Scharia gelten soll.
Zwar nur fuer Moslems - doch wie soll das bei Streitigkeiten zwischen einem Moslem und einem Christen oder sonstigen Nichtmoslem funktionieren?
Und warum achtet man nicht einfach die bereits erfolgten Volksabstimmungen ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2