Forum: Politik
Entlassungen bei Siemens: Masse und Ohnmacht
REUTERS

Der Fall Siemens zeigt: Die Wirtschaft kann blühen und die Leute leiden trotzdem. Politiker, die nur ohnmächtig zusehen, machen sich überflüssig. Eine Chance für die SPD.

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seca-2004 04.12.2017, 15:26
1. Recht

kann man Herrn Augstein nur geben. Hinzuzufügen ist : "Der Krieg Reich gegen Arm hat längst begonnen." Zitat von W. Buffet

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dr.eldontyrell 04.12.2017, 15:31
2. Zwei Sätze, die alles sagen:

1. "Die Bereitschaft zu reden bedeutet bei fundamental ungleichen Machtverhältnissen bereits eine Kapitulation."
2. "Aber er hat - wie so viele ganz normale Bürger - noch nicht begriffen, dass die Soziale Marktwirtschaft nur noch ein Stück deutscher Folklore ist."

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exHotelmanager 04.12.2017, 15:32
3.

Es war doch die Politik, die diesen Produktzweig mit so deutlichen Restriktionen belastet, dass nicht planbare Überkapazitäten in erheblicher Größenordnung entstanden sind. Warum kümmert sich die Politik nicht um den absehbaren Flurschaden und zeigt statt dessen auf die SIEMENS-Gewinne?
Sollen die MitarbeiterInnen nun Däumchen drehen auf Kosten der Aktionäre und des Steuerzahlers?
Man könnte den Menschen raten, die Standorte zu verlassen und anderswo tätig zu werden, aber genau das wollen sie ja auch nicht.
Die Umrüstung eines Standortes auf völlig andere Produkte würde Jahre dauern, durch Auflagen der Politik weiter verzögert und verteuert werden, bis die Wettbewerbskraft dahin ist.
Die Menschen müssen sich daran gewöhnen, den Arbeitsplätzen hinterher zu ziehen. Das ist Pech für Görlitz - aber was hat Görlitz den Menschen als Antwort zu bieten? Immerhin - Herr Prof. Stöcker hat wenigstens ein Angebot. Das sollten Sie dann auch erwähnen.

Gewinne und Entlassungen stehen nicht immer im direkten Zusammenhang.

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Überfünfzig 04.12.2017, 15:38
4. Was für ein….

….heuchlerisches Schauspiel von dem großen Arbeiterführer Mr. 100% Schulz und seine Schranzen in den Gewerkschaften, die ebenso die Decarbonisierungsstrategie mittragen, wie die SPD, worauf folglich es in Deutschland keine Nachfrage mehr nach Dampfturbinen geben wird. Und was im eigenen Land auch nicht mehr hergestellt und erprobt wird, hat dann auf dem Weltmarkt auch keine Zukunft mehr. Der Arbeitsplatzabbau rund um die Kraftwerkstechnik, als auch in der Kohleförderung hat doch erst gerade begonnen und wenn wir in Deutschland endlich eingesehen haben, das wir mit unseren 100% aus Regenerativen für ein Industrieland nichts werden, können wir nur noch Made in China einkaufen. Im Moment ist ja die Lust bei Abräumen des Industriestandortes Deutschland ja noch ungebrochen und die Automobilindustrie ist ja dann als nächstes dran. Die IGM-Flaggenträger sollten mal nachdenken, welcher Ideologie sie da eigentlich nachlaufen und das Privatbetriebe keine Sozialstationen für eine verpfuschte Industriepolitik im Zeichen der Klimareligion sind.

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rgryf 04.12.2017, 15:41
5. Hier geht es um einen alternativen und unideologischen Wandel

Es geht hier nicht in erster Linie, um das Thema Billiglöhne, sondern auch um einen kritischen Umgang mit den Verheißungen von Effizienz und Automatisierung im globalen Wettstreit. Der aktuellen Wandel der Arbeitswelt geht aber genau in diese Richtung und trifft nun zusätzlich auf den Mangel an Arbeitskräften.
Was würde im Siemensfall helfen: Eine Auffanggesellschaft, welche erstens die Leute im Job hält und zweitens ein Plattform (ala Google Labs oder so) für Tätigkeiten mit Innovations oder Entwicklercharakter, ggf. Bastlercharakter bildet.
Mal ein Beispiel: Es gibt viele Leute die sich privat kleine Biogasanlagen basteln, aber es gibt keine Systemlösung für so etwas. Da wäre ein solches Siemens Lab oder ein outgesourctes Lab ne tolle Idee.
Diese Ideen könnte man durch viele Wirtschaftsbereiche ziehen!
Aber ich glaube nicht das die SPD und vor allem der Mann der Phrasen Martin Schulz für solche Ansätze stehen!

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catomaior 04.12.2017, 15:42
6. Ein wirklich befremdlicher Kommentar

Harr Augstein sonnt sich im politischen Nirvana. Die Gasturbinensparte, um die es geht leidet unter einer weltweiten Überkapazität. Es werden ca. 100 Große Gasturbinen pro jahr nachgefragt, gleichzeitig besteht für 400 derartige Anlagen weltweit jedes Jahr die Produktionskapazität. Entweder die Kapazitäten werden um 300 Einheiten weltweit je Jahr heruntergefahren, oder Mitarbeiter werden, wie im real existierenden Sozialismus, im Betrieb gehalten ohne zu arbeiten, lediglich die Kosten laufen weiter. Politische Kommentare sind selten von wirtschaftlichen Gedanken geprägt, hier zeigt sich indes, dass ein große Name nicht unbedingt für "großes Problembewusstsein" steht. Beim lesen derartiger Kommenare fällt mir nur ein : si tacuisses ...

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seiwol 04.12.2017, 15:43
7. Fachkräftemangel? Dieser Fall ist eine Lehre für alle

die Jahrelang vom Fachkräftemangel geschwafelt haben insbesonders für Politiker und Journalisten die dies Mähr nachgeplappert und ins Volk gestreut haben.

Es ist eigentlich nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Siemens von Sparten trennt, für die Siemens kein Zukunft sieht.
Die betroffenen Arbeitnehmer sollten aber eigentlich in anderen Sparten des Unternehmens unterkommen können, wenn der Fachkräftemangel keine Lüge wäre.

2011 Hat Siemesn wi folgt gejammert:
"Wenn wir jetzt nicht reagieren, droht Siemens alleine in Deutschland im Jahr 2020 eine Lücke von bis zu 14.000 qualifizierten Arbeitnehmern", sagte Siemens-Personalvorstand Brigitte Ederer der Zeitung "Die Welt". http://www.t-online.de/finanzen/jobs/id_49818046/siemens-fuerchtet-fachkraeftemangel.html
Jetzt 2 Jahre vor dem angeblichen will Siemens in Deutschland 3500 Fachkräfte rausschmeißen.
Jeder der in den letzten Jahren vom Fachkräftemangel geplappert hat, sollte sich fragen wie dumm oder wie verlogen er gewesen ist und sich schämen.

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thelix 04.12.2017, 15:44
8. Rechts gegen Links ist nur Ablenkung.

Es heißt "Arm gegen Reich", und das wird den Menschen mehr und mehr bewusst.

Mir rollen sich zwar die Fußnägel hoch bei derartigen Sprüchen und "klar definierten Feindbildern" à la Schwarz/Weiß, aber es ist tatsächlich so: die da oben kümmern sich buchstäblich einen Dreck um die da unten!

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gammoncrack 04.12.2017, 15:45
9. Hier wird ganz offensichtlich

übersehen, dass Siemens ca. 340.000 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz gibt. Schon seltsam, dass die Sicherung dieser Arbeitsplätze keine Zustimmung, die Kritik an 6.000 Kündigungen volle Zusimmung findet.

Mich würde schon interessieren, wie ein solcher Artikel aussehen würde, wenn man in 5 Jahren 20.000 Arbeitsplätze deswegen streichen müsste und dieses duch die jetzige Massnahme hätte verhindert werden können.

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