Forum: Politik
Entscheidende Runde der Parlamentswahl: Niedrige Wahlbeteiligung in Frankreich
AFP

Die Franzosen stimmen heute in der zweiten Runde über die Nationalversammlung ab. Präsident Macron kann mit einem Triumph rechnen. Die Wahlbeteiligung könnte erneut ein historisches Tief erreichen.

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quark2@mailinator.com 18.06.2017, 15:51
1.

Und wie immer stellt sich die Frage, wie niedrig die Wahlbeteiligung eigentlich werden darf, um trotzdem eine ordentliche Legitimation darzustellen. Die Theorie ist ja, daß alle Nichtwähler implizit einverstanden mit dem Ergebnis sind, denn sonst würden sie ja dagegen stimmen. Die andere Theorie ist, daß sie einfach niemanden finden, der die Politik anbietet, für welche sie stimmen würden. Die Wahrheit mag in der Mitte liegen, aber wie gesagt - es bleibt eine offene Frage ...

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horstu 18.06.2017, 15:59
2. Demokratische Tragödie

Dass ein Bruchteil der Wahlbevölkerung für eine Dreiviertelmehrheit einer Partei mit neoliberaler Umverteilungsagenda sorgt, ist eine Tragödie der Demokratie, und keine "Rettung Europas", wie medial verbreitet wird. Erinnert mich an Saramagos "Stadt der Sehenden", in der die Aufgeklärten diejenigen sind, die der Wahl fernbleiben.

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speedy 18.06.2017, 16:08
3. Nennt ihr das Demokratie???

Wenn schon bei der Präsidentenwahl eine Mehrheit nicht Macron wählte sondern andere und Nichtwähler wurden.Wenn beim letzten Wahlgang nur 48,7% der Wähler zur Urne gingen.Wenn heute diese niedrige Wahlbeteiligung nochmal unterlaufen wird und vielleicht bei 45% liegt.Wenn dies alles Fakten sind wo bitte ist nun diese Demokratie wenn etwa 55% diese System ablehnen.Wenn das ein Erfolg ist dann bitte ich euch den Mund zu halten über Russland oder China.Eine Elitenklicke über nimmt feudalistisch dieses Parlament und unsere Demokratie und setzt dies alles mit einem Ausnahmezustand durch.Dies alles ist iene diktatur und die werden wir im Herbst auch bekommen weil es keine politische Kraft mehr gibt die Demokratie leben will.

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agreatwaytofly 18.06.2017, 16:09
4. Ich verstehe es einfach nicht...

Oh Mann, jetzt gibt es einmal die historische Chance, dafür zu sorgen, dass Macron die benötigte Rückendeckung (Mehrheit) für seine Vision bekommt - und niemand geht zur Wahl? Ich bin großer Frankreich-Fan und wünsche diesem tollen Land endlich die dringend erforderlichen Reformen. Wo ist die Jugend, um deren Zukunft es geht? Wo ist die Mitte der Gesellschaft? Schönes Wetter gibt es auch nächste Woche noch. Die Chance, die Zukunft zu gestalten, erst wieder in mehreren Jahren...

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sonntag500 18.06.2017, 16:11
5. #1 + #2

Völlig egal, gefeiert wird der Heilsbringer, auch wenn keiner zu Wahl geht.
Hauptsache man hat etwas zu feiern.
Hierzulande stürzt der Heilsbringer ins Bodenlose und feiern wird man das eher nicht, denn hier richtet man sich auf Stillstand und Schläfrigkeit ein.
Dann doch eher diesen Phönix Marcon aus der Asche befeiern, auch wenn es jetzt den Franzosen schwant, was auf sie zu kommt.

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einwerfer 18.06.2017, 16:22
6. Die niedrige Wahlbeteiligung

wird für unsere Qualitätsmedien nur zum Thema, wenn die 'Falschen' gewählt würden. Das Geheul von Bild- bis Süddeutsche Zeitung kann ich mir vorstellen, wenn durch solche Umstände bei uns Die Linke oder AfD eine Regierung stellen könnten. Aber jetzt in Frankreich handelt es sich ja um den Elitenlieb- und -zögling Macron und da wollen wir mal nicht so kleinlich sein und rein quantitativ argumentieren.

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spontanistin 18.06.2017, 16:27
7. Lange "Demokratie"-Erfahrung!

Also könnte es sein, Sasses den zur Wahl stehenden Politikern nicht gelingt, die Mehrheit der Bürger zur Wahl zu motivieren? Also entweder sind diese Wähler dann intellektuell überfordert oder können guten Gewissens niemandem ihre Stimme geben. Ein Armutszeugnis für eine der ältesten "Demokratien". Oder das Ergebnis der faktischen Elitenherrschaft. Da dürfen wir als Demokratie-Nachzügler in D noch einiges in Zukunft erwarten.

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powaaah 18.06.2017, 16:36
8.

Zitat von speedy
Wenn schon bei der Präsidentenwahl eine Mehrheit nicht Macron wählte sondern andere und Nichtwähler wurden.Wenn beim letzten Wahlgang nur 48,7% der Wähler zur Urne gingen.Wenn heute diese niedrige Wahlbeteiligung nochmal unterlaufen wird und vielleicht bei 45% liegt.Wenn dies alles Fakten sind wo bitte ist nun diese Demokratie wenn etwa 55% diese System ablehnen.Wenn das ein Erfolg ist dann bitte ich euch den Mund zu halten über Russland oder China.Eine Elitenklicke über nimmt feudalistisch dieses Parlament und unsere Demokratie und setzt dies alles mit einem Ausnahmezustand durch.Dies alles ist iene diktatur und die werden wir im Herbst auch bekommen weil es keine politische Kraft mehr gibt die Demokratie leben will.
Jeder hat die Möglichkeit wählen zu gehen und seine Stimme abzugeben. Jede abgegebene Stimme wird gewertet. Außerdem hat jeder Bürger die Möglichkeit eine eigene Partei zu gründen, um seine eigenen politischen Anschauungen vertreten zu wissen (wie es Macron getan hat). DAS ist Demokratie. Wenn aber manche Menschen am wählen gehindert werden oder Stimmen verschwinden oder wenn die Opposition in ihrem Wahlkampf gestört wird, dann ist es nunmal wie in Russland oder China und man kann nicht von Demokratie sprechen.

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mwroer 18.06.2017, 16:37
9.

Zitat von quark2@mailinator.com
Und wie immer stellt sich die Frage, wie niedrig die Wahlbeteiligung eigentlich werden darf, um trotzdem eine ordentliche Legitimation darzustellen. Die Theorie ist ja, daß alle Nichtwähler implizit einverstanden mit dem Ergebnis sind, denn sonst würden sie ja dagegen stimmen. Die andere Theorie ist, daß sie einfach niemanden finden, der die Politik anbietet, für welche sie stimmen würden. Die Wahrheit mag in der Mitte liegen, aber wie gesagt - es bleibt eine offene Frage ...
Ich bin mir sicher es gibt auch in Deutschland Wege für Bürger Volksbegehren oder ähnliches anzuleiern - starten Sie eins mit 'Wahlpflicht - für mehr Demokratie'.

Nachdem Sie dann gescheitert sind werden Sie die Theorie die praktisch auf 'Wer schweigt, stimmt zu' basiert ziemlich sicher übernehmen.

Wer seinen Mund nicht aufmacht - aka 'wählen geht' - der verzichtet freiwillig auf ein demokratisches Grundrecht und das ist seine Schuld, ganz alleine seine und niemand soll es wagen irgendeiner Partei dafür die Schuld zu geben.

Ungültige Stimmzettel werden gezählt! Einfach 'Nicht mit mir' oder 'Leroy was here' drüberschreiben und abgeben. Das hat zwar keine Auswirkungen - ist aber ein nach außen (!) sichtbares Signal dass hier viele Millionen (im besten Fall) Menschen die Schnauze voll haben.

Das ist die einzige Möglichkeit - bei der Wahl - seinen Protest kundzutun.

Schauen Sie sich die politische Kurskorrektur der etablierten an als die AfD stärker wurde .... Sie haben Einfluss, mehr als Sie denken. Es ist nur an Ihnen den auch zu nutzen.

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