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Eritrea und Äthiopien: Wie nachhaltig ist der Frieden?
REUTERS

Eritrea gilt als brutale Diktatur, jedes Jahr fliehen Zehntausende aus dem Land. Jetzt hat die Regierung Frieden mit dem Nachbarn Äthiopien geschlossen - nach 20 Jahren. Wird sich das Regime öffnen?

Emmi 18.07.2018, 20:06
1. Geschichte

Man hätte ja wenigstens mal erwähnen können, dass Eritrea mal ein Teil Äthiopiens war und sich mit Gewalt (Krieg) abgespalten hat. Das würde das Spannungsverhältnis zwischen den Ländern etwas besser verstehen helfen...

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butzibart13 18.07.2018, 20:13
2. Man kann nur hoffen

Es wäre schön, wenn dort ein friedlicher stabiler Großraum entstehen würde, in dem Staaten und Unternehmen investieren könnten. Verlierer in einem solchen Prozess wäre der Präsident Eritreas, der seine harte Haltung, insbesondere seinen drakonischen Wehrdienst aufgeben müsste, der viele Eritreer zu Flüchtlingen gemacht hat. Abiy ist einen mutigen Schritt vorwärts gegangen, aber dieser ist auch nicht unumstritten. Das erinnert so ein bisschen an die Bemühungen von Santos von Kolumbien auf seine Gegner zu zugehen, aber selbst da ist, obwohl dies schon länger zurückliegt, längst nicht alles im Reinen, wie die letzte Wahl zeigt.

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Atheist_Crusader 18.07.2018, 20:58
3.

Wird jetzt alles besser? Nö, von alleine sicher nicht. Aber Frieden erhöht doch ganz erheblich die Chancen und verbessert die Möglichkeiten um etwas zu verbessern. Instabilität verschreckt Investoren und tötet die Eigeninitiative der Menschen ab - wozu etwas erschaffen, wenn es morgen schon zerstört sein könnte?

Es wäre klug, jetzt einzugreifen und mit beiden Ländern zu sprechen. Eine Roadmap erstellen mit verschiedenen messbaren Zielen (Demokratie stärken, Pressefreiheit verbessern, HDI-Index erhöhen, etc.) in kleinen Schritten und dann deren Erreichung belohnen, z.B. mit einer Erhöhung der Entwicklungshilfe. Zeigen, dass man mit zivilisierter Staatsführung auch weiter kommt, ohne aber gleich die Machtstrukturen zu zerschlagen indem man von heute auf morgen Demokratie fordert.
Es würde ja noch nicht einmal viel kosten: der durchschnittliche Eritreer verdient etwa 24 USD im Monat. Für etwas das hier als Taschengeld gilt, kann man dort eine Menge bewegen - vorausgesetzt es kommt eben auch bei den Leuten an. Wenn man die Bauern zum Beispiel mit dem nötigen Startkapital versorgt, können diese Nutzpflanzen (Kautschuk, Pflanzenöl, Biodiesel, Kaffee, etc.) statt Nahrung anbauen - und billige Import-Lebensmittel werden vom Problem zum Segen.

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tesso 18.07.2018, 21:32
4. Geschichte

@Emmi:
wenn Geschichte, dann bitte richtig: Eritrea wurde 1961 von Äthiopien annektiert. Die Eriträer kämpften 30 Jahre lang um ihre Unabhängigkeit. Während die äthiopische Derg-Regierung von UDSSR unterstützt wurde, musste sich der Freiheitskampf Eritreas um Unterstützung betteln. Dass plötzlich ein ?Friedensangebot? kam, hat mit dem Druck der USA zu tun, die die Präsens Chinas und Türkeis am Horn von Afrika beunruhigt. Also Frieden auf Zeit.

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könig der jogis 18.07.2018, 21:37
5.

Kautschuk, Pflanzenöl, Biodiesel, Kaffee .... ?
Zwei Drittel des Landes sind kahle Wüste. ..... Kautschuk ist ein tropischer Baum, der viel Wasser braucht, der kann in Eritrea nicht wachsen. Nirgends.

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spon-facebook-1778155160 19.07.2018, 14:45
6. bitte richtig recherchieren

"Präsident Afewerki versprach im Jahr 2015 der EU, den Zwangsdienst auf 18 Monate zu begrenzen. Dafür erhielt er 200 Millionen Euro, doch geändert hat sich bislang nichts." das ist eine falschbehauptung, die Gelder waren für die Stromversorgung!

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