Forum: Politik
EU-Erweiterung: Wartezimmer Westbalkan
AFP

Die EU hat den Westbalkan-Staaten eine Perspektive zum Beitritt versprochen - wieder einmal. Kritiker warnen, dass Russland und China die Zögerlichkeit der Europäer ausnutzen.

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stefan.p1 17.05.2018, 20:42
1. Nicht zu fassen!

Da hat die EU immer mehr Probleme mit den aktuellen Mitgliedern und hat nichts besseres zu tun als noch Konflikt Länder eine Mitgliedschaftin Aussicht zu stellen!
Das erinnert mich an einen Bauherr der auf 26 morschen Stockwerken noch ein paar drauf setzen will!
Blöder geht's kaum.

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irobot 17.05.2018, 21:03
2.

Es gibt eine ganz einfache Lösung für das Problem. Alle Beitrittskandidaten schließen sich vorher in einer Art Mini-EU/Balkanbund zusammen. Und wenn sie all ihre Streitigkeiten beseitigt und bewiesen haben, dass sie konstruktiv zusammenarbeiten können, dürfen sie geschlossen beitreten. Also etwa im Jahre 2500.

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Raphael II 17.05.2018, 21:06
3. Keine Experimente!

Mag sein, das eine weitere Verzögerung eines Beitritt der Westbalkan-Staaten zur EU Einflußsphären eröffnet für China, Russland und wen sonst noch.

Aber:

Die Länder des Westbalkan sind gerade nicht gefestigt in Sachen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Diese Prinzipien sind längst noch nicht in Fleisch und Blut der Bevölkerungen übergegangen. Was in solchen nicht gefestigten Staaten passiert, sehen wir IN der EU am Beispiel von Polen und Ungarn. Und auch an ihrem Rand, wo sich in dem Beitrittskandidaten Türkei eine lupenreine diktatorische Machtergreifung vollzieht.

Lernen wir aus der jüngsten Geschichte und schaffen wir unserer ohnehin schlecht konstruierten und handlungsunfähigen EU nicht noch weitere Probleme.

Die Stabilisierung der EU muß die höchste Priorität haben. Die EU muß handlungsfähig werden. Damit es nicht zerrieben wird zwischen den neuerlich feindlich agierenden USA, Russland und China.

Eine EU-Erweiterung um Balkanstaaten ist ein gefährliches Experiment - nicht zu verantworten.

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Atheist_Crusader 17.05.2018, 21:07
4.

Meh. Im Zweifelsfall lieber draußen lassen als sich noch mehr Probleme einzufangen.

Ich hätte die Balkanstaaten ja auch gerne dabei, aber das geht nicht bevor sie ihre Probleme gelöst haben. Und viele davon sind leider hausgemacht und der eigenen Sturheit und Rückwärtsgewandtheit geschuldet.

Sollen die Russen sie sich ruhig holen - wie toll die ihre Verbündeten halten können wissen wir ja. In spätestens 30-40 Jahren sind die dann wieder frei.

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ichsagwas 17.05.2018, 21:15
5. Ketzerische Fragen

Warum darf sich denn nicht Russland um das eine oder andere Land im W-Balkan kümmern ? Gerade nach dem Austritt Großbritanniens: Warum ist es für die EU erstrebenswert, noch mehr Staaten an sich zu binden, die wirtschaftlich kaum Perspektiven haben und auf Dauer Nettoempfänger bleiben werden ? Soll doch Russland Handel mit Moldawien oder Mazedonien treiben, was ist denn so schlimm daran ? Warum nicht gleich eine große Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok ? Für die US-Amerikaner wäre das der Supergau, aber für uns Europäer kann ich nicht erkennen, was daran so schlimm wäre. Diesen neuen Kalten Krieg können wir uns eigentlich gar nicht leisten. Wir führen ihn für einen korrupten Pleitestaat schlimmster Sorte (die Ukraine) und für einige Länder O-Europas, wie Polen oder die Baltischen Staaten, die das Feindbild Russland kultivieren, um ihre Wähler bei der Stange zu halten und ihren Nationalismus zu kultivieren. Für uns Deutsche bringt das alles überhaupt nichts. Viele Menschen haben das längst erkannt, nicht nur AfD- und Linke-Wähler, bis hinein in SPD und FDP finden sich Stimmen der Vernunft.

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Rohmilch 17.05.2018, 21:28
6. Gibt es das immer noch?

EU–Erweiterung? Gibt es das immer noch? Eine EU, die die nächsten 5 Jahre übersteht, wäre das Sicht ihrer Bonzen wohl schon ein Erfolg. Erweiterung, Balkan?! Die EU ist am Ende und für den Balkan interssiert sich gleich niemand.

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Raphael II 17.05.2018, 21:31
7. Nicht ketzerisch

Zitat von ichsagwas
Warum darf sich denn nicht Russland um das eine oder andere Land im W-Balkan kümmern ? Gerade nach dem Austritt Großbritanniens: Warum ist es für die EU erstrebenswert, noch mehr Staaten an sich zu binden, die wirtschaftlich kaum Perspektiven haben und auf Dauer Nettoempfänger bleiben werden ? Soll doch Russland Handel mit Moldawien oder Mazedonien treiben, was ist denn so schlimm daran ? Warum nicht gleich eine große Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok ? Für die US-Amerikaner wäre das der Supergau, aber für uns Europäer kann ich nicht erkennen, was daran so schlimm wäre. Diesen neuen Kalten Krieg können wir uns eigentlich gar nicht leisten. Wir führen ihn für einen korrupten Pleitestaat schlimmster Sorte (die Ukraine) und für einige Länder O-Europas, wie Polen oder die Baltischen Staaten, die das Feindbild Russland kultivieren, um ihre Wähler bei der Stange zu halten und ihren Nationalismus zu kultivieren. Für uns Deutsche bringt das alles überhaupt nichts. Viele Menschen haben das längst erkannt, nicht nur AfD- und Linke-Wähler, bis hinein in SPD und FDP finden sich Stimmen der Vernunft.
Eine Freihandelszone mit den Westbalkan-Staaten . . . Ehrlich vereinbart ohne Beitrittsperspektive. Und an Bedingungen geknüpft.

Vernünftig. Nicht ketzerisch.

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irobot 17.05.2018, 21:35
8.

Zitat von ichsagwas
Warum nicht gleich eine große Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok ?
Weil Russland im Moment unberechenbar ist? Und außer Rohstoffen nichts zu bieten hat?
Zitat von
Für die US-Amerikaner wäre das der Supergau, aber für uns Europäer kann ich nicht erkennen, was daran so schlimm wäre.
Wir würden einen großen und wirtschaftlich extrem starken Partner verlieren. Die Ausfälle könnte Russland niemals kompensieren, hochstens China. Und die sind nun auch nicht dafür bekannt, dass sie Interesse an einem fairen Handel haben.

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knok 17.05.2018, 21:37
9.

Das Problem dieser Länder ist in erster Linie, dass die Bevölkerung kaum eine Perspektive hat. Die jungen, oft vielsprachigen und gut ausgebildeten Leute wandern aus in die Schweiz, nach Deutschland, Österreich, Slowenien oder gleich nach Kanada oder Australien. Gut bezahlte Jobs gibt es oft nur dann, wenn man Beziehungen in die Wirtschaft oder Politik hat. Zurück bleibt eine überalterte Bevölkerung. Wir müssen in die Infrastruktur der Region investieren und ihr eine Perspektive bieten, warum nicht gemeinsam mit Chinesen und Russen? Es lohnt sich, denn die jungen Menschen sind wie gesagt gut ausgebildet und motiviert, die Region ist touristisch sehr attraktiv, liegt strategisch enorm günstig, stellt eine Brücke dar zwischen West und Ost, Nord und Süd. Anstatt dass sich die EU der untergehenden Weltmacht und irrem erratischen Präsidenten unterwirft, sollten wir uns lieber den "neuen" Playern zuwenden, Projekte wie die neue Seidenstraße unterstützen, ohne gleich deren Politik oder Kultur übernehmen zu müssen.

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