Forum: Politik
Europa: Der verletzte Kontinent
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säkularist 03.01.2016, 11:44
0.

Was die Wertegemeinschaft wert ist, sieht man an der EU-Politik gegenüber Erdogan und den Saudis.
Ansonsten hat Europa bis zur Euro-Einführung und der undemokratischen Machtergreifung der EU-Kommission wunderbar funktioniert.

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localpatriot 03.01.2016, 12:00
1. Wände und Tapeten

Die Generationen der nach 1950 geborenen sehen die Tapeten der europäischen Gemeinsamkeit und fragen wenig über die Qualität er Mauern welche dahinter die wirkliche Last der Gemeinsamen Werte tragen.

Werte, in einer Gruppe relativ abgekapselter ehemaligen Konkurrenten und Gegner sind eine seltsame Sache welche durch die Abwesenheit einer gemeinsamen Sprache weiter verzerrbar sind.

Die EU Kommission, in Bruessel abgekapselt und ohne Wunsch die zweidirektionale Verbindung mit den Einwohnern auf breiter Basis zu pflegen, trägt zu der Entfremdung der Volksnationen wie Polen, Ungarn bei.

Es wäre Zeit fuer einen Anhalt und für Nacharbeit.

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HaioForler 03.01.2016, 12:12
2.

Das Europa, nach dem wir streben, war das von 1999. Da war mehr Harmonie als heute. Auch da verstanden sich Italiener und Deutsche, Griechen und Deutsche und andere. Besser als heute. Gut, ein paar Millionen nicht-europäische Muslime weniger gab es, die nicht-europäische Werte pflegen. Wer darunter heute noch leidet, mag sich trösten: nur gemach. Es wird noch monokulturell genug.

Vorbei ist vorbei.

Das heutige Europa lebt vom Deutschen Hartz 4-Scheck, von populistischen Wir-schaffen-das-Parolen und von Ausgrenzung der Demokratie.

Verbessert hat sich nichts. Es sei denn, für einige Wirtschaftszweige. Aber wir wollten ja "bunt", so als sei zuvor alles grau gewesen. Nun haben wir e$ bunt. Aber $att.

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Melange 03.01.2016, 12:29
3. ein Kunstgebilde von Anfang an

Tante Merkel "blew it". Nicht, dass es um diesen EU-Moloch schade wäre: Außer den geringen Vorteilen durch die Währungsunion hat sich die Lebensqualität der einfachen Bürger (und das ist die Masse), in den letzten Jahren nur verschlechtert. Wenn man die Lebensqualität abseits von I-Phones und Auto-PS beurteilt, so ist Europa heute von Unsicherheit, Ängsten Perspektivlosigkeit und Stress geplagt. Das Leben war schon viel besser. Nur wenige profitieren von diesem Europa in Form von Einkommen oder Wohlstand.

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Dieter62 03.01.2016, 12:41
4. Schöner Text

hab ich da irgendwie auch wiedererkannt, nur war mir damals Europa zur Selbstfindung zu klein gewesen. Ich liess mich damals auch von fehlender freier Wohnsitznahme nicht abschrecken. Das wäre eine Lösungsmöglichkeit. Man muss nicht alles regeln wollen. Sollen doch alle kommen. Aber nicht, um die Hand aufzuhalten. Sondern um ihr Ding durchzuziehen.
Ach ja. Hab eine kleine ortografische Unregelmässigkeit entdeckt. Die Pilgerstadt am Jakobsweg heist Santiago de Compostela. Mit einem L. Das Doppel-L wird im Spanischen anders ausgesprochen. Oder haben uns da die Galizier wieder einen Streich gespielt? Schliesslich wird in Europa in jedem Tal anders gesprochen, und jeder meint, seins sei das Richtige.

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nullneunelf 03.01.2016, 12:49
5.

Zitat von Melange
Tante Merkel "blew it". Nicht, dass es um diesen EU-Moloch schade wäre: Außer den geringen Vorteilen durch die Währungsunion hat sich die Lebensqualität der einfachen Bürger (und das ist die Masse), in den letzten Jahren nur verschlechtert. Wenn man die Lebensqualität abseits von I-Phones und Auto-PS beurteilt, so ist Europa heute von Unsicherheit, Ängsten Perspektivlosigkeit und Stress geplagt. Das Leben war schon viel besser. Nur wenige profitieren von diesem Europa in Form von Einkommen oder Wohlstand.
Naja. Das klingt schon sehr stark nach "früher war alles besser", was in nahezu allen Fällen der typischen Verdrängungs- und Verklärungsfunktion des menschlichen Gehirns zu verdanken ist. Zutreffend ist es in keiner Weise, viel mehr sollte man sich vielleicht mal fragen, ob man das überhaupt tatsächlich beurteilen kann, ob man vieles was ja angeblich so toll war, tatsächlich wieder haben möchte, ob man da nicht so manches unter den Teppich kehrt, was nicht gerade in den Zeitgeist des Meckerns und Motzens über die Realität passt. Kurz: Nicht im geringsten war "früher alles besser", das ist ein ewig dehnbares Märchen, das jeweils in der Gegenwart über die jeweilige Vergangenheit angestimmt wird. Daran ändert es nichts, dass es sicher zu hinterfragende Entwicklungen gibt, die man korrigieren sollte, aber diese dümmliche Pauschalisierung trifft die Tatsachen nicht ansatzweise.

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Fehlerfortpflanzung 03.01.2016, 12:56
6. Ende eines Elite Projekts

In den letzten Jahren hat die EU immer mehr an Anshen verloren. Dafür gibt es viele Gründe.

Die EU ist zu einem Verein zur Wirtschaftsförderung und zu einer Anlaufstelle für Lobbyisten geworden.

Der Steuer Skandal um Luxemburg, die Griechenlandkrise, die ungenügenden Antworten auf den Zusammenbruch der Weltwirtschaft nach 2007, die Unfähigkeit mit den vielen Flüchtlingen umzugehen, das Erstarken rechter Parteien in Folge der Austeritätspolitik.

TTIP wird das Killer Projekt, wenn das durchkommt, und dafür gibt es große Chancen, wird das der Todesstoß.

Die EU wir langsam dahinsiechen und an ihren inneren Widersprüchen zugrundegehen.

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HaioForler 03.01.2016, 12:57
7.

Man möge doch einfach diejenigen Werte hinterfragen und vergleichen, die doch die Europa-Beschwörer dauernd hoch halten.

1) Ist das "Gemeinschaftsgefühl" (was immer das sein mag) besser geworden?

2) Verstehen sich die Nationen in Europa untereinander besser ? (Deutschland Griechenland, nur 1 Beispiel)

3) Geht es den Deutschen/Europäern nun in Summe besser ? Finanziell? Moralisch? Gesellschaftlich?

4) Fühlen sich Bürger und Wähler ernster genommen ?

5) Habne wir mehr Demokratie in europäischen Belangen?


WEM geht es besser als 1999? Wohl nicht den Europäern sebst, eher Millionen von Migranten durch die offenen Grenzen. Das kann man ja durchaus mögen, aber in Summe ist Europa für die europäischen Bürger in den letzten 15 Jahren in Summe eher ein Flop, keine Verheißung.

Nun, wem diente die Verheißung Europas ?

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HaioForler 03.01.2016, 13:04
8.

Zitat von nullneunelf
viel mehr sollte man sich vielleicht mal fragen, ob man das überhaupt tatsächlich beurteilen kann, ob man vieles was ja angeblich so toll war, tatsächlich wieder haben möchte
Ja, möchte ich. Und ich bin nicht allein. Es muß nicht alles besser sein; es reicht, wenn es 60% waren. Alles andere ist dumm; das sollte man hinterfragen.

Aber eines ist sicherlich richtig. Heute wird mehr bessergeredet. Politische Stümperei, Chaos, Scheckbuch-Immigration auf Kosten der Steuerzahler unter dem Deckmantel der Nicht-Ausgrenzung.

Der Profiteur ist der Rest der Welt. Stimmt, die werden sagen: "Früher war es schlechter"

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