Forum: Politik
Europaparlament: Kein Platz für "religiös aufgeladene" Kunst
DPA

Eine Installation zu den gemeinsamen Wurzeln von Christen, Juden und Moslems begeistert in Dänemark das Publikum. Doch vor dem Europaparlament in Brüssel darf sie nicht stehen. Warum nicht?

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skylarkin 12.09.2015, 08:12
0.

Hoppla, vor meiner Haustür aber bitte keine Meinungsfreiheit, wenn auch nur das kleinste Risiko besteht, dass das zu Konflikten oder Demonstrationen führen kann. Wie scheinheilig!

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heinzpeter0508 12.09.2015, 08:25
1. Es ist unverständlich was für ein Hype

in unserer ach so aufgeklärten Zeit immer noch über Religionen gemacht wird. Bibel und Koran, „zusammengeschusterte Werke“, wie es der Autor Christopher Hitchens nennt. Die Menschen, wenn sie geistig dazu überhaupt in der Lage sind, sollten sich mehr mit den wissenschaftlichen Grundlagen der menschlichen Evolution befassen, statt von „fairy tale stories“ ihr Leben so stark beeinflussen lassen. Auch Richard Dawkins, Evolutionsbiologe und Professor in Oxford macht klare Aussagen zur Entstehung des Lebens, folgend Charles Darwin’s Evolutionstheorie. Mit mehr Humanismus und weniger Religion wäre die Menschheit besser dran. Wieviel Leid und Tod haben die christlichen Religionen in der Vergangenheit gebracht, genauso wie heute der Islam. Eine Wahrheit dazu sei noch von Karl Marx zitiert, „Religion ist Opium fürs Volk“. Es war der Humanismus und die Aufklärung, die schlussendlich mehr Frieden nach Europa brachten. Die Religion machte sich dann die humanistischen Ideale zu eigen, und nicht umgekehrt.

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manni.baum 12.09.2015, 08:27
2. religiös aufgeladen

die Beurteilung als "religiös aufgeladen" ist sehr subjektiv, ABER auf einem Parlamentsplatz hat auch "normale" religiöse Kunst nicht zu stehen.

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Martin Franck 12.09.2015, 08:32
3. Das falsche Signal

Das falsche Signal wäre es die Meinungsfreiheit einzuschränken. Zwar gibt es Religionsfreiheit, aber durch diese werden keine bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten beschränkt.

Wer sich also von Mohammed-Karikaturen, Papst-Satiren oder jüdischen Witzen stört, die weder zum Hass aufstacheln, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordern, oder beschimpfen, böswillig verächtlich machen oder verleumden, der hat in Europa nichts verloren.

Was wäre, wenn sich Pastafari (die Anhänger des fliegenden Spaghettemonsters) darüber aufregen würden, wenn Nudeln vor dem Parlamentsgebäude dargestellt würden?

Gerade als Europapolitiker sollte man demonstrieren, dass Religion kein Freibrief ist, Meinungen einzuschränken.

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alohas 12.09.2015, 08:36
4.

Bei aller Liebe zur Kunst, aber die Message dieser Installation ist einfach zu billig. Der ewige Schnulz um die vermeintlichen Gemeinsamkeiten der sogenannten „Buchreligionen“, sowie die Feststellung, dass sowohl im Koran als auch in der Bibel aus heutiger Sicht problematische Aussagen stehen, ist nicht gerade ein revolutionärer Gedanke und wird an dem Konflikt zwischen den Glaubensrichtungen, der seit Jahrhunderten besteht, nichts ändern. Entscheidend ist doch, wie die Religion gelebt wird und da gibt es eben schon mal Unterschiede. Wer glaubt, dass das entsprechende Buch von Gott höchstpersönlich verfasst wurde, neigt natürlich dazu, genau das zu leben, was in der „Heiligen Schrift“ geschrieben steht und wird sich zeitgemäßen Interpretationen eher verweigern.

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voiceecho 12.09.2015, 08:56
5. Finde verbot richtig!

Die EU ist eine Wertegemeinschaft, in der es Religion keine Rolle spielt/spielen sollte.
Es spielt auch keine Rolle, wie die Religion in dieser Installation dargestellt wird, es dient nicht der Institution der EU, es ergreift Partei für eine bestimmt Seite und verbindet damit die Meinungsfreiheit. Religion ist eine Privatsache und sollte immer so behandelt werden, auch religiöse Kunstthemen fallen darunter!

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peter_tpp 12.09.2015, 08:59
6. Falsches Symbol

Ein Werk, daß religiöse Dogmen zum negativ belegten Ausdruck Fundamentalismus vereint, ist religionsfeindlich. Was man vor einem Parlament aufstellt wird von den meisten als Symbol dessen gesehen, wofür dieses Parlament steht. Nachdem das Parlament sich nicht als religionsfeindliche Institution sieht, ist die Ablehnung der Aufstellung nur konsequent. Dies ist mitnichten eine Verletzung der Meinungsfreiheit. Diese beinhaltet ja nicht das Recht, seine Meinung so zu´manifestieren, daß sie als die Meinung von anderen gedeutet werden kann.

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Ruhri1972 12.09.2015, 09:05
7.

So ist das mit den Grundwerten in der EU. Sie werden in Anspruch genommen, wenn sie der eigenen Agenda dienen. Deutschland gibt vor, wie andere Staaten zu sein haben sollen (aktuelle Politik). Hier bei den Basics wird aber schon Meinungsfreiheit in Nähe des EU-Parlaments abgelehnt. Es zeigt sich die Doppelzuengigkeit des EU-Parlamentspraesidenten.

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vagabondix 12.09.2015, 09:08
8. Verdrängung und Verleugnung der Widersprüche der abrahamitischen Glaubensgenossen

sind typische Reaktionen der zu satten, weil "so erfolgreichen" Europäer. Zu faul, sich den Mühen der Reflektion ihres nur noch auf dem Papier vorhandenen Glaubens zu stellen. Man hat sich ja schließlich vor lange Zeit konfirmieren lassen (danke Opa, Onkel, Tante für die 1000 Euronen), das muss reichen, jetzt muss effizient gelebt sein!

Klar sind die lästigen Fundamentalisten, ob "12 Stämme" oder Salafisten, ein offensichtliches Problem, die von ihnen provozierten Störungen der öffentlichen Ruhe nerven besonders auffällig. Aber ich habe schon oft festgestellt, dass für politische Entscheidungen die gedankenlos, selbstgefällig, unreflektiert dahinlebendenen Taufschein-"Gläubigen" ein viel zäheres Konfliktpotential bergen.

Da wird die Widersprüchlichkeit der Basis ihres Wertesystems, an dem sich ihr Leben orientiert, hingenommen (1 Gott, aber 3 "heilige Werke" mit zig Interpretationen), weil die "Kirche" ja so viel Gutes , Soziales tue, weil das schon immer so war, weil sonst die Familie/Nachbarn/blabla komisch gucken, weil wir im christlich-abendländischen Kulturbereich leben
und, ja, weil doch inzwischen jeder glauben könne, was er will.

Weder bin ich von Geburt an Muslim
noch gehöre ich zu denen, die Merkel mit ihrem "...WIR sind Christen..." ungefragt vereinnahmt hat. Genauso wie die größte Bevölkerungsgruppe in D: 34% Konfessionslose gegenüber je unter 30% Katholische oder Protestantische.

Trotzdem regiert hier, der oft beschworenen "christlichen" Botschaft zum Trotze, ein C mit und werden in diversen legislativen wie exekutiven Ausschüssen zwar Vertreter irgendwelcher Konfessionen, aber keine Atheisten beteiligt.

Für die EU/BRD heißt es angesichts der aktuellen Probleme 2015 wohl, die Gemeinsamkeiten weiter zu klären, die Aufklärung weiter humanistisch voranzubringen und den europäischen Konsens im zivilbürgerlichen Sinne von unnötigem religiösen Ballast zu befreien.

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