Forum: Politik
Flagge zeigen auf dem Campus: Warum es deutschen Unis schwerfällt, sich gegen rechts
SPIEGEL ONLINE

Wie sollen sich deutsche Hochschulen bei Vorfällen mit rechten Aktivisten positionieren? Diese Beispiele zeigen, wie vertrackt das sein kann - und warum sich eine klare Haltung trotzdem lohnt.

Seite 1 von 4
Crom 05.09.2018, 21:28
1.

Das Problem, sobald man sich entsprechend gegen Rechts positioniert, muss man sich auch mit der Extreme auf der anderen Seite auseinandersetzen, welche an den Universitäten leider viel stärker anzutreffen sind. Das möchten eine jede Hochschulleitung natürlich vermeiden und daher scheut man Präzedenzfälle wie der Teufel das Weihwasser.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hardcoregalaxycommander 05.09.2018, 21:31
2.

Was ist denn so schlimm an rechten Gruppen und Aktionen auf dem Campus ? Solange diese nicht rechtsextrem sind...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Paddel2 05.09.2018, 21:38
3. Realität an deutschen Hochschulen

Hochschulen sind Einrichtungen für wissenschaftliche Bildung und Neuentdeckungen. Offenheit und Toleranz sind dabei genauso entscheidend wie Unvoreingenommenheit und Neutralität. Leider haben viele Studenten vergessen, wozu man eine Universität besucht. Statt dessen setzen sich einige auf Kosten der Steuerzahler jahrelang in die Hochschulgänge und arbeiten an ihrem kommunistischen Manifest. Es ist erschreckend, wie extrem linken Positionen an Hochschulen Raum geboten wird. Es ist richtig, den Hintergrund der deutschen Geschichte vollumfänglich zu betrachten und unter Beachtung der zahlreichen Opfer rechter und linker Ideologien eine klare Positionierung gegen Extremismus aller Art vorzunehmen. Einen einseitigen Fokus auf Rechtsextremismus zu fordern und linke Ideologien schönzureden ist genauso verwerflich wie Rechtsextremismus zu tolerieren. Da die Forderungen gegen rechts häufig aus der extrem linken Ecke kommen, kann ich die Zögerungen der Hochschulleitungen nachvollziehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
muunoy 05.09.2018, 21:44
4. Verzerrte Wahnehmung

Häh, leiden die Hochschulen heute nicht eher darunter, dass ein pluralistischer Diskurs gar nicht mehr möglich ist? So wurden auch muslimische Islam-Kritiker niedergeschrien oder am Betreten der Hörsäle gehindert, obwohl sie eingeladen waren. Und wer bestimmt eigentlich, was rechts und menschenverachtend ist? Ich finde linke Ideologien nämlich auch ziemlich menschenverachtend und allgemein gegen die Natur des Menschen. Und zumindest zu meiner Zeit als Student waren die an Politik und weniger an ihrem Studienfach interessierten Studenten ausnahmslos links bis linksextrem. Ich kenn auch keine rechten "Aktivisten", sondern nur linke. Ich bin zwar ein Anhänger der FDP, wundere mich aber am sehr undemokratischen Umgang mit der AfD. Inwiefern hat die Partei z. B. ein Problem mit unserer Verfassung? Man könnte kolportieren, die AfD hätte ein Problem mit dem Art. 21 GG, da sie für mehr direkte Demokratie ist. Aber sie fordert mehr direkte Mitbestimmung ja nur zusätzlich zum Parteienstaat. Dagegen haben die linken Parteien schon einige Probleme mit dem GG. Die SPD ja sogar mit dem Art. 12 GG, wenn ich mir die Hetze gegen Freiberufler so ansehe. Der Art. 14 GG ist den linken Parteien ja auch ein Dorn im Auge. Vielleicht sollte man über diese Details mal sprechen, wenn man irgendwelchen Leuten immer vorwirft, verfassungsfeindliche Nazis zu sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lankoron 05.09.2018, 21:48
5. Man kann und darf

aber diese Vorfälle nicht gleichsetzen. Gegen rechte Ansichten, die geäußert werden, gegen Aufmäsche und ähnliches miss man klare Flagge zeigen. Aber was in Bremen passiert, ist Gesinnungsverfolgung beim Denken. Die Studentin hat nichts getan, gesagt, auf niemanden Einfluss genommen, niemanden angegriffen. Wird sie jetzt für die taten ihrer Mutter haftbar gemacht? Klare Kante geggen rechts muss gezeigt werden, aber das darf nicht zur Gesinnungsverfolgung führen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
conocedor 05.09.2018, 21:52
6. das Gleiche ist wohl noch lange nicht dasselbe

Zunächst ein Beispiel: In Bremen haben sich Rektorat und die Studentenvertreter des Asta über einen anonymen Flugzettel zerstritten, auf dem im Juni eine Studentin aus dem rechten Milieu mit Name und Foto geoutet wurde. Der Asta will, dass sich das Rektorat nun öffentlich gegen rechten Extremismus positioniert.

Wenn es "gegen Rechts" geht, darf es beim Asta Bremen also dann auch schon mal eine ganz schnöde Denunziation in unseeligster Tradition sein.

Selber sind allerdings zum Beispiel die Brüder und Schwestern im Geiste und gewählten Berliner Kollegen an der Humboldt-Uni sehr empfindlich, wenn auch nur deren vollständiger Name genannt werden soll, was bei Mitgliedern einer demokratisch gewählten Körperschaft eigentlich die normalste Sache der Welt sein sollte. Nicht so dort.

Man fürchtet intern die Offenlegung von Pfründen und bemäntelt das extern sehr schön mit einem Satz, der hier bei den Bremer Gesinnungsgenossen im Kampf gegen Rechts offenbar keine Gültigkeit besitzt:
[url=https://www.berliner-zeitung.de/wissen/mehr-transparenz-gefordert-humboldt-uni-verklagt-eigene-studentenvertreter-31067992]"Namenslisten sollen einschüchtern, Leute an den Pranger stellen und zu Zielscheiben machen."[/url ]

Eine widerliche Doppelmoral, die so ähnlich alle hier im Text genannten Beispiele durchzieht.
Die Narrenfreiheit, die sektiererische Linke an etlichen Unis genießen, wird ihren rechten Pendants noch lange nicht eingeräumt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
austromir 05.09.2018, 22:06
7. Universitäten und Ausländer

Naja. Universitäten gegen rechts?

2016
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.uni-stuttgart-unirektor-kritisiert-hohen-auslaenderanteil.93de13e9-1e3d-4f90-8aa7-766f5ea0198e.html

Reaktion: keine

Beitrag melden Antworten / Zitieren
C.Rainers 05.09.2018, 22:16
8. Ich sehe nicht

wieso vereinzelte Rechtsextreme eine größere Gefahr darstellen wie viel mehr Linksextreme an den Unis? Das hat irgendwas von Gedankenpolizei. Wäre ich noch Student hätte ich eher Sympathien für die Rechten Davids wie für die Linken Goliaths. Die gehen einem schon wegen ihrer vermeintlichen moralischen Überlegenheit und der ewigen Besserwisserei auf den Senkel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bollwanger 05.09.2018, 22:28
9. Warum das deutschen Unis so schwer fällt?

Weil deutsche Unis in der Regel staatlich sind, und weil die Staatsgewalt sich politisch neutral zu verhalten hat. Ganz einfach, Frau Klovert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4