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Frankreich: So wird die Nationalversammlung gewählt
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Die Franzosen wählen am Sonntag eine neue Nationalversammlung. Wer darf seine Stimme abgeben? Und wie funktioniert der erste Wahlgang? Die Fakten im Überblick.

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Actionscript 11.06.2017, 07:08
1. Sieht man sich an, dass Macron nur etwas über 20% der Stimmen bekam

und dass seine Partei hauptsächlich Politneulinge hat, so ist es nicht wahrscheinlich, dass seine Partei die Mehrheit bekommt. Er wird also eine Politik der Kompromisse machen müssen, was vielleicht auch besser ist, da sie eher von Allen akzeptiert werden kann. Oder er wird Dekrete erlassen müssen. Doch das kann grossen Widerstand hervorrufen. Alles wird davon abhängen, wie geschickt er seine Pläne verkaufen kann. Dieses Wahlsystem entspricht mehr dem System in den USA als dem in Deutschland. Der Nachteil ist, dass sehr viel vom Parlament blockiert werden kann (siehe Obama).

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omanolika 11.06.2017, 08:27
2.

Um sozusagen ausüben zu können die Staatsgewalt,
braucht auch Macron ja parlamentarischen Rückhalt,
deshalb kommt er halt beim Wusch nach 289 Sitzen,
am heutigen Tag vielleicht noch richtig ins schwitzen,
denn er fürchtet nun diese fürchterliche Horrorvision,
die noch bekannt ist unter dem Begriff Kohabitation...

Man darf hoffen, dass "La République en marche" durchmarschiert,
und Macron zumindest zu Beginn, nun ein wenig ungestört regiert!

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Malto Cortese 11.06.2017, 08:35
3.

Dieser "Kandidat der Herzen" war doch lediglich ein Sammelbecken für die Stimmen gegen Marine Le Pen und den Front National. Warum sollten die Franzosen dieser Wundertüte, die vermutlich die französische Agenda 2010 enthält - mithin also massiv von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegen Arbeiter und sozial Schwache geprägt ist - ihre Stimmen leihen?

Dieser ganze Hype ist völlig unverständlich weil substanzlos. Er basiert auf der Macht der Konzerne, ihre Meinung gedruckt zu sehen.

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Nordstadtbewohner 11.06.2017, 09:07
4. Erinnert ein wenig an Hollands Wahl zum Präsidenten.

Ich erinnere mich bei dem Macron-Jubel an Hollands Beginn seiner Amtszeit und an einen Spon-Artikel namens "Der ganz normale Präsident". Holland stieg damals sehr schnell auf und fiel nach kurzer Zeit wieder auf den Boden der Realität und eine katastrophale Amtszeit begann. Vielleicht wird es bei Macron nicht ganz so schlimm werden, aber dem Macron-Jubel wird eine Macron-Ernüchterung folgen, vor allem wenn es ans "Eingemachte", also die Privilegien der französischen Arbeitnehmerschaft geht.

Frankreich ist dringend reformbedürftig wie Deutschland Anfang der Schröder-Ära in Deutschland. Ich hoffe, dass Macron dies umsetzt, habe aber meine Zweifel, dass die französische Bevölkerung langfristig auch mitzieht.

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henry.miller 11.06.2017, 09:42
5.

Ich hoffe er bekommt seine Mehrheit und kann etwas verändern.

Aber ich merke schon, ab Besserwissern mangelt es nie.

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Kurt2.1 11.06.2017, 10:00
6. #4

Zitat von Nordstadtbewohner
Ich erinnere mich bei dem Macron-Jubel an Hollands Beginn seiner Amtszeit und an einen Spon-Artikel namens "Der ganz normale Präsident". Holland stieg damals sehr schnell auf und fiel nach kurzer Zeit wieder auf den Boden der Realität und eine katastrophale Amtszeit begann. Vielleicht wird es bei Macron nicht ganz so schlimm werden, aber dem Macron-Jubel wird eine Macron-Ernüchterung folgen, vor allem wenn es ans "Eingemachte", also die Privilegien der französischen Arbeitnehmerschaft geht. Frankreich ist dringend reformbedürftig wie Deutschland Anfang der Schröder-Ära in Deutschland. Ich hoffe, dass Macron dies umsetzt, habe aber meine Zweifel, dass die französische Bevölkerung langfristig auch mitzieht.
Es gibt bei allen Entscheidungen immer eine imposant anzuschauende Menge Jubler. Das sagt nichts aus (außer bei Trump).

Als Hollande vor der Wahl darauf bestand festzustellen, er sei Sozialist, aber kein Sozialdemokrat, war klar, dass das mit Hollande nur schiefgehen konnte. Sein "Triumphzug" in dem kleinen Autochen bei strömendem Regen war einfach nur lächerlich.

Macron heute hat solche unsinnigen Sätze noch nicht von sich gegeben. Vielleicht haben die Franzosen (und die EU) mit ihm mehr Glück. Ich wünsche ihm für heute einen deutlichen Sieg, der ihn handlungsfähig macht. Die nächsten Monate werden nicht leicht.

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affenzahn 11.06.2017, 10:14
7. Hoffen wir,

dass die Politikneulinge mit gesundem Menschenverstand und unverkorkst an ihre Aufgaben gehen. Das wird hoffentlich heilsam sein, wenn die Leute ihren Auftrag ernst nehmen und Lobbyisten, gleich welcher Couleur, wenig Einflluss haben.

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dieter 4711 11.06.2017, 10:35
8. Besser für Europa

Zitat von Actionscript
und dass seine Partei hauptsächlich Politneulinge hat, so ist es nicht wahrscheinlich, dass seine Partei die Mehrheit bekommt. Er wird also eine Politik der Kompromisse machen müssen, was vielleicht auch besser ist, da sie eher von Allen akzeptiert werden kann. Oder er wird Dekrete erlassen müssen. Doch das kann grossen Widerstand hervorrufen. Alles wird davon abhängen, wie geschickt er seine Pläne verkaufen kann. Dieses Wahlsystem entspricht mehr dem System in den USA als dem in Deutschland. Der Nachteil ist, dass sehr viel vom Parlament blockiert werden kann (siehe Obama).
Lieber action,
ich wünsche aber Macron den Sieg, damit in Frankreich wieder normale Verhältnisse eintreten, Es ist auch besser für Europa.

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mountbatten 11.06.2017, 11:23
9.

Entscheidend ist doch das Taktieren zwischen den Wahlgängen, besonders wenn Macrons Kandidaten mehr als nur einen Gegner haben.

Kann ich leider nicht einschätzen wieviel Unterstützung von abgehängten Altparteien da zu erwarten ist.

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