Forum: Politik
Gauck, Klarsfeld und die Stasi: Deutschstunde

Die Kandidaten zur Bundespräsidentenwahl können die Deutschen eine Menge lehren. Hoffentlich nutzt der Kandidat Joachim Gauck die Chance, auch etwas über sich selbst zu lernen. Es wäre höchste Zeit.

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mariobocks 15.03.2012, 16:33
30. Nicht Stasi-Jäger - Stasi-Begünstigter war der feine Herr Gauck

Zitat von flieder2
...wer Stasimitarbeiter nach der Wende in den Staatsdienst holt... hat gewisse Defizite.
Wenn ein ehemaliger Innenminister der CDU (Peter-Michael Diestel) den damaligen Pastor Gauck als Stasi-Begünstigten nennt, wird man hellhörig. Bereits am 23.04.1991 veröffentlichte „DIE WELT“ das Terpe-Papier (nach einem Hauptmann des Ministeriums für Staatssicherheit genannt).

Für seine Kooperation und sein wiederholtes Lob an die Stasi erhielt Gauck einen VW-Bus als Entlohnung. Für normale Bürger in der DDR war ein solches „West-Gefährt“ unerreichbar. Selbstverständlich war Gauck ein Westreisekader und seine Verstrickung mit der Stasi geht aus eben jenem Stasi-Terpe-Papier unzweifelhaft hervor. Beim MfS wurde Gauck unter dem Namen „Larve“ geführt.

Noch ratloser lässt einen der Umstand zurück, das Gauck trotz eines angeblichen Kontaktverbotes mit der Stasi sich am 28.07.1988 mit dem MfS-Hauptmann Terpe getroffen hat. Der Treffpunkt, nämlich seine Privatwohnung und nicht ein offizieller Raum der Kirche, lässt Fragen offen. Die Kirchenführung hatte jedenfalls keine Kenntnis. Bei diesem Treffen sagte Gauck, er sei nicht gewillt "mit nicht kompetenten Mitarbeitern des MfS Gespräche zu führen", er würde sich von vornherein verbieten, "mit einem kleinen Leutnant des MfS zu sprechen. Mit "kleinen Mitarbeitern" lassen sich "große Dinge" nicht besprechen. Ebenfalls ein Thema bei dem Treffen waren die „Ausreisewilligen“ in der DDR.

Dazu berichtete der Stasi Hauptmann Terpe: "Gauck äußerte, dass er selbst in seiner Gemeinde dahingehend wirksam werden will, dass er die ihm dort bekannten Übersiedlungsersuchenden durch mehrmalige Gespräche beeinflussen will, damit sie in der DDR bleiben." Terpe dankte ihn ausdrücklich dafür.

Er beschimpfte diese Ausreisewilligen auch noch. Jungen Angehörigen der Intelligenz, der Ärzte und der Jugendlichen attestierte er eine Unterentwicklung im Punkt Heimatgefühl."

Terpe dankte Pastor Gauck ebenfalls "für seine Initiativen und für seine langfristig gute Zusammenarbeit". Ausdrücklich verwies der Stasi-Mann darauf, dass er nicht nur persönlich dankt, sondern dass der Dank vom Ministerium für Staatssicherheit insgesamt kommt. Pastor Gauck erklärte, das Gespräch mit Hauptmann Terpe habe ihn angenehm überrascht, es habe ihm viel gegeben. Er glaube, "dass das MfS einen echten positiven Beitrag zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft einbringen wird". Das ist eindeutig nicht die Sprache eines Verfolgten, eines Dissidenten oder eines Bürgerrechtlers in der DDR.

Heikel wird es dann auch, wenn man sich der Frage zuwendet, wer letztendlich entscheidet, wer in der DDR Täter und Opfer war. Praktischer Weise die Gauck-Behörde selbst. Das der Pastor aus Rostock stundenlang alleine in der Behörde seine Akten eingesehen hat (Spiegel Ausgabe 17/91), hinterlässt einen weiteren schalen Geschmack. Selbst das ZDF berichtete damals darüber und der CDU-Politiker Diestel nannte dieses Vorgehen „rechtswidrig“. Der Verdacht liegt nahe, das Gauck sich seine Akten zurecht gemacht hat und die ihn betreffenden Passagen zu seiner Stasi-Tätigkeit entfernt haben könnte.

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Ylex 15.03.2012, 16:40
31. Alles wird gut

Zitat von sysop
Die Kandidaten zur Bundespräsidentenwahl können die Deutschen eine Menge lehren. Hoffentlich nutzt der Kandidat Joachim Gauck die Chance, auch etwas über sich selbst zu lernen. Es wäre höchste Zeit.
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Herr Augstein, arbeiten Sie sich bitte nicht krampfhaft an Joachim Gauck ab - der Mann hat eine Lebenserfahrung, die der von vielen Menschen weit überlegen ist, er hat auf seine Weise einem diktatorischen Regime getrotzt, auf seine Weise, gewiss nicht durchgehend in heldenhafter Pose, das hat er auch nie behauptet. Akzeptieren Sie einfach, dass Gauck eine konservative Grundhaltung hat. Auch als Bundespräsident wird sich das nicht ändern, und versuchen Sie gerade als bundesweit bekannter Journalist nicht, Joachim Gauck zu belehren bzw. ihm einen geistigen oder sonstwie beschaffenen Aufholbedarf unterzujubeln - das nenne ich albern.

Wenn man lange genug den Kopf schüttelt, dann findet man auch irgendwann ein Haar in der Suppe - es sei denn, man muss oben nur noch Staub wischen. Weder bei Gauck noch bei Klarsfeld ist etwas von kritischem Belang zu finden, also Schluss mit dem sinnlosen Gestochere in der Vergangenheit. Wenn sich Joachim Gauck als ein kantiger und wirklich demokratisch gesinnter Bundespräsident erweist, dann wird alles gut.

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ih2011 15.03.2012, 16:42
32. -

Zitat von supersmith
... Demokratieverständnis der Parteien und Zeitungen die uns suggerieren es gäbe nur zwei Bewerber. Auch die NPD stellt einen Kandidaten, das wird aber, wie bei all den Wahlen zuvor, gerne totgeschwiegen. Warum? Schade eigentlich.
Schön, dass Sie andere an das Demokratieverständnis im Zusammenhang mit der NPD erinnern. Diese Absurdität sollte sogar einem Einfaltspinsel auffallen.

Ist bei Ihnen beim möglichen nächtlichen Fackelzug Rumms die Bumms die Fackel der demokratischen Erleuchtung gekommen?

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KarlFaktor48 15.03.2012, 16:45
33. Titel

Zitat von Michael KaiRo
Egal ob Gauck oder Klarsfeld - beide sind absolut unqualifiziert für diesen Job.
im Gegensatz zu Ihnen halte ich Herrn Gauck absolut geeignet für diesen Job. Wenn ich diese unverschämten Tiefschläge linker Besserwisser lese, kann ich nur sagen- Gauck for President!

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Bondurant 15.03.2012, 16:47
34. Jaaa

Zitat von sysop
Hoffentlich nutzt der Kandidat Joachim Gauck die Chance, auch etwas über sich selbst zu lernen. Es wäre höchste Zeit.
wie jetzt: ist das
Zitat von
Aber noch viel mehr als das ist Gauck ein Mann der Ordnung. Die 68er Revolution des Westens war ihm suspekt und die zeitgenössische Kapitalismuskritik hält er für albern. Er hat einen zutiefst bürgerlichen Widerwillen gegen das Ungezügelt-Chaotische, das den sozialen Protest der Straße auszeichnet.
per se was Schlimmes?

Sympathie für das Ungezügelt-Chaotische habe ich nur bei drei Gruppen von Menschen kennengelernt:

Künstlern (da ist's manchmal auch echt)
Kindern
und Menschen, die - sagen wir mal so - sehr privilegiert aufgewachsen sind.

Allerdings: wie so oft bei Meisterdenker Jakob A. ist das ja alles nicht so ernst zu nehmen. Wer das Ungezügelt-Chaotische im sozialen Protest der Straße vorzufinden meint, offenbart schon eine gewisse Ahnungslosigkeit. Aber warum nicht? Wenn man es sich leisten kann?

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politikverdrossenheit 15.03.2012, 16:49
35. keiner von beiden

Zitat von sysop
Die Kandidaten zur Bundespräsidentenwahl können die Deutschen eine Menge lehren. Hoffentlich nutzt der Kandidat Joachim Gauck die Chance, auch etwas über sich selbst zu lernen. Es wäre höchste Zeit.
sollte bp werden.zu undurchsichtig ist ihre vergangenheit.

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Olaf 15.03.2012, 16:56
36.

Zitat von Bondurant
Allerdings: wie so oft bei Meisterdenker Jakob A. ist das ja alles nicht so ernst zu nehmen. Wer das Ungezügelt-Chaotische im vorzufinden meint, offenbart schon eine gewisse Ahnungslosigkeit. Aber warum nicht? Wenn man es sich leisten kann?
Nur das Chaos welches man selber veranstaltet, macht richtig Freude.

Wenn Herr Augstein seinen Artikel kurz vor der Deadline nicht hochladen kann und in der Systembetreuung keiner ans Telefon geht, weil die sich spontan zu einem Bierchen zurückgezogen haben, ist sicher schnell schluß mit lustig. ;-)

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shermanns 15.03.2012, 16:59
37. Aber hallo

Bitte beachten: Die Waehrungsreform zur D Mark wuerde im Westen eigenstaendig eingefuehrt vor der DDR Mark, die BRD wurde vor der DDR gegruendet, die Bundeswehr wurde vor der NVA gegruendet, und die BRD is der NATO vor der DDR dem Warschauer Pakt beigetreten. Es ist also nur halbwahr, dass die Russen schuld sind.

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turo 15.03.2012, 17:00
38. ohne Titel

Zitat von Dirk Ahlbrecht
Wenn denn Herr Gauck diesen Beitrag von Jakob Augstein lesen sollte, so wird er sich möglicherweise fragen, was es denn sei, daß es zu lernen gelte. Denn dies habe ich mich nach dem Lesen .....
Ich freue mich nicht auf Gauck!
Ich habe das Bauchgefühl, dass er uns noch viel Ärger bereiten wird.
Schon seine selbstverliebte Berufsbezeichnung"Demokratielehrer/Demokratieversteher"
zeigt wie er sich "überhöht" darstellt.

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keuleleser 15.03.2012, 17:06
39. Nach vorne schauen!

Sollten wir nicht endlich nach vorne schauen und die Probleme von Heute und Morgen in Augenschein nehmen?
Da ist allerdings ein Herr Gauck der wohl ungeeignetste Präsident.
Wie sehr hätte ich mir da einen Klaus Töpfer gewünscht. Der weiß drängende Fragen für die Zukunft zu stellen.

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