Forum: Politik
Gelbwesten-Protest in Frankreich: Tränengas auf den Champs-Élysées
AP

Die Gelbwesten waren mit Masken und Pyrotechnik ausgerüstet, die Polizei setzte Tränengas um Gummigeschosse ein: In Paris und anderen Städten Frankreichs kam es zu schweren Zusammenstößen, mehrere Menschen wurden verletzt.

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delta120 12.01.2019, 19:27
1. Konsequent verhalten wie bei Griechenland

Wenn die Griechen auf Kurs sind, muss das in Frankreich auch gehen. Hier muss Kurs gehalten werden und Macron aufgefordert werden, endlich Reformen durch zu ziehen. Die Anzahl der Demonstranten ist lächerlich. Griechenland hatte mehr und ist ca. 6 mal kleiner.

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seine-et-marnais 12.01.2019, 19:35
2. Zahlenspielereien

Die angegebenen Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen. Die Zahl von 32.000 ist offiziell für 14h, für Paris wurden gerade (offiziell) 8000, für Bourges 6300, für Toulouse und Bordeaux 5000 Demonstranten durchgegeben, ohne zu sprechen für die Demonstrationen von Nantes bis Strassburg und von Marseille bis 200 "au Touquet", der Ferienidylle der Macrons.
Nur als Beispiel, für Paris habe ich letzte Woche und diese Woche an der Demo teilgenommen. Meiner Meinung nach war die Beteiligung in beiden Demonstationen gleich, offiziell 3500 letzte Woche, 8000 diese Woche. Man sollte diese Zahlenspielereien unterlassen, da die 32000 heute abend berichtigt werden, aber in Spon steht die Zahl von 14h und nicht die Zahl die heute abend bekanntgegeben wird, ob die dann richtig ist oder frisiert ist wieder eine andere Sache.
Eines ist aber gescheitert, und bitte nicht meinen Beitrag deswegen 'mediatisieren'. Die Propaganda der Regierung dass da eine 'foule haineuse' eine hasserfüllte Menge von Rassisten, Homophoben, Antifeministen usw unterwegs ist, ist wohl endgültig gescheitert. Das Argument wird heute nicht mehr gebraucht. Diese andauernde 'Aufteilung', Splittung der Gesellschaft ist wohl Gottseidank zu Ende. Was Frankreich braucht ist eine politische Lösung, keine Lösung die 'herbeigeknüppelt' wird indem man die Gesellschaft dividiert und ihre Teile gegeneinander aufhetzt, um dann anschliessend die 'Ordnung' durchzusetzen. Die Taktik von Innenminister Castaner nun alle Welt einschüchtern zu wollen ist nach den heutigen Zahlen die höher liegen als letzte Woche gescheitert, wie vorher schon die Parolen von der 'braunen Pest' von Darmanin, oder den 'Leprösen' von Macron.
Nachsatz: eine wichtige Meldung ist in Spon noch nicht erwähnt worden. Italiens Cinque Stelli hat den französischen Gilets Jaunes Hilfe angeboten bei der Organisierung ihrer Bewegung. De Maio will die Informatikplattform der 5 Sterne den Gelbwesten zur Verfügung stellen. Ein Beweis dass Europa da zusammenwächst! ob in dem Sinn der Brüsseler EU-Behörden, das ist wieder eine andere Sache.

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chlorid 12.01.2019, 19:50
3. Falsches Verhalten

Ich hoffe doch sehr, dass sich dazu bald eine Gegenbewegung formiert, die verhindert, dass die Demokratie von einigen gewalttätigen Demonstranten auf der Straße ausgehebelt wird. Denn genau das passiert gerade. Macron wurde regulär und sogar mit großer Mehrheit gewählt! Ihn jetzt auf diese Weise zu beschädigen, ist einfach falsch. Letztlich ist das gewalttätige Vorgehen der Demonstranten nichts anderes als eine milde Form des Terrors - man muss es auch so deutlich formulieren. Auch wenn man der Meinung ist, gerechte Ziele zu verfolgen, darf man m.E. nicht zu solchen Mitteln greifen. Umso weniger, da mit Macron ja nicht etwa ein brutaler Diktator an der Macht ist. Er hat nur andere politische Vorstellungen als die Demonstranten. Mit der Zeit der französischen Revolution ist das in keiner Weise vergleichbar. Die Demonstranten sollten auf ihre Anliegen aufmerksam machen - friedlich aufmerksam machen - und dann an den Verhandlungstisch zurückkehren. Alles andere ist willkürlich und falsch.

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peter028 12.01.2019, 19:52
4. Proteste sind gegen Macron, als Person, gerichtet

Das Problem ist, dass die Demonstranten erst aufhören werden, wenn Macron zurücktritt. Geld wird sie leider nicht mehr besänftigen. Also was tun ? Die Proteste gewaltsam auflösen ?

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Guerilla_79 12.01.2019, 20:04
5. ...

Zitat von delta120
Wenn die Griechen auf Kurs sind, muss das in Frankreich auch gehen. Hier muss Kurs gehalten werden und Macron aufgefordert werden, endlich Reformen durch zu ziehen. Die Anzahl der Demonstranten ist lächerlich. Griechenland hatte mehr und ist ca. 6 mal kleiner.
Ihnen ist schon klar das die dunkelziffer idR. deutlich höher ist?
Nunja eventuell auch nicht...

Die die zu demos gehen müssen sich das heutzutage auch leisten können, die anreise, das frei uvm. ...

Ich würde da eher die Nichtwählerzahl mit einbeziehen, das sind nämlich die die chancenlos resigniert haben, alterstechnisch, monetär, gesundheitlich uvm . ...

Griechen, Italiener und Franzoschen bekommen sie im übrigen nicht "auf Kurs" das geht nur mit den Deutschen.
Besagte drei, mögen aktuell noch still halten, früher-oder-später werden sie aber die Städte anzünden.... da mache ich mir wenig Sorgen.

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sufou 12.01.2019, 20:09
6. Jawohl auf Kurs!!

Zitat von delta120
Wenn die Griechen auf Kurs sind, muss das in Frankreich auch gehen. Hier muss Kurs gehalten werden und Macron aufgefordert werden, endlich Reformen durch zu ziehen. Die Anzahl der Demonstranten ist lächerlich. Griechenland hatte mehr und ist ca. 6 mal kleiner.
aha. Die Anzahl der Demonstranten sind immer kleiner als das gesamte Volksbefinden. 75% der Franzosen sind mit ihre Regierung unzufrieden. Und diese "Reformen" zielen nur ab "Luxuskosten" wie die Energiewende auf die Allgemeinheit abzuwälzen damit eine relativ kleine Elite davon profitieren kann so wie hier in D. Wir haben die niedrigeste Eigentumsquote in der EU und das wird sich in ein paar Jahren wenn die zb Geburtenstarken in Rente gehen katastrophal niederschlagen. Die hälfte der Babyboomer wird von ihre Rente nicht leben können! Soweit zu "Reformen" die hier in D stattfanden. Auch hier in D wurde die politische Elite samt ihre Dienerschaft ihre Beamten von "Reformen" befreit. Oder haben die Beamten bei der Agenda 2010 Opfer bringen müssen? Wieder hat Karl Marx recht Kausalität ist ein Naturgesetz

Mit ihre Aussage die Franzosen "auf Kurs" zu bringen macht uns in der EU nicht unbedingt beliebter. Und irgendwan werden WIR keine Druckmittel haben denn dafür ist usnere Gesellschaft in den nächsten Jahre aufgrund des demographischen Wandels nicht leistungsfähig genug

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WolfThieme 12.01.2019, 20:12
7. Frankreichs Zukunft?

Unter den Gelben Westen gibt es viele verbitterte Bürger, die sich den teuren Alltag in Frankreich nicht mehr leisten können. Zum Teil aber auch aus der Behaglichkeit aufgescheucht, zum Teil wirklich abgehängt. Franzosen wollen natürlich immer gleich die Bastille stürmen. Macron muss weg, und dann?

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_gimli_ 12.01.2019, 20:23
8.

Zitat von delta120
Wenn die Griechen auf Kurs sind, muss das in Frankreich auch gehen. Hier muss Kurs gehalten werden und Macron aufgefordert werden, endlich Reformen durch zu ziehen. Die Anzahl der Demonstranten ist lächerlich. Griechenland hatte mehr und ist ca. 6 mal kleiner.
Frankreich steht wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand, die Weltkonjunktur kühlt sich ab (was für die kommenden Monate eine weitere Anspannung der wirtschaftliche Position vieler französischer Unternehmen erwarten lässt) und Sie erwarten von Macron ein hartes Durchgreifen? Dann heißt die nächste Staatspräsidentin Frankreichs Le Pen und die EU fliegt mit einem lauten Knall auseinander. Macron ist nicht zu beneiden. Viele Franzosen haben den Ernst der Lage, in der sich ihr Land befindet, bisher nicht erkannt, ganz ähnlich wie die Briten. Ich habe Verwandschaft in Frankreich. Die Leute haben ihren Kindern (alle drei mit MINT-Abschlüssen) schon vor Jahren geraten, das Land zu verlassen. Was sie auch getan haben.

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In_Frankreich_lebend 12.01.2019, 20:27
9. Ich bin froh, dass die Regierung konsequent gegen Randalierer vorgeht.

Als in Frankreich lebender Deutscher bin ich sehr froh, dass die Regierung/Polizei/Gendarmerie (endlich) konsequent gegen Randalierer und Blockierer vorgeht. Geregelte, genehmigte Demonstrationen sind sicherlich das Recht der Bürger, allerdings habe ich genug von den "Kreisverkehrblockierern" und v.a. den Randalierern und Chaoten, die sich der Bewegung der Gilets Jaunes bedienen. Frankreich muss sich ändern, um im 21. Jhdt. anzukommen und v.a. weiter zu gedeihen. Das dies nicht immer schmerzfrei ist und auch Fehler gemacht werden, ist klar. Die Fehler gilt es bei besserer Erkenntnis zu beseitigen. Fatal wäre, nichts zu tun. Die Forderungen der Gilets Jaunes sind im heutigen Frankreich und bei seiner beschränkten Wirtschaftskraft nicht zu bezahlen. Ich bin froh, dass Macron die Probleme des Landes angegangen ist, glücklich über das bisher Erreichte (Reduzierung Taxe d'habitation, Neudefinition ISF, Anhebung der Grenzbeträge für Auto-Entrepreneurs, etc.). Auch in Frankreich gilt, dass erstmal jeder selbst seines Glückes Schmied und für sich selbst verantwortlich ist. Wenn einige (wenige) meinen, nicht das Leben zu haben, das sie sich erträumen, ist das für diejenigen vielleicht zwar enttäuschend, aber immer noch nicht das Problem der Gesellschaft/des Staates. Vielleicht sollten sie sich einfach etwas besser bilden, mehr als 35 Stunden/Woche bzw. länger im Leben arbeiten oder flexibler in Bezug auf Art der Beschäftigung und Arbeitsort/-land sein. Dann könnten sie sich ihre "Träume" vielleicht auch erfüllen.

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