Forum: Politik
Gewaltausbruch in Charlottesville: Vereint im Rassenhass
AP

Eine neue Rechte probt in den USA die Zusammenarbeit mit Rassisten und Neonazis. Sie sucht den direkten Kampf mit dem Feind. Das Bündnis zeigte sich deutlich wie nie in Charlottesville. Eine Eskalation mit Ansage.

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nurEinGast 13.08.2017, 17:01
1.

Der Fisch stinkt immer vom Kopfe her...
Und wenn man betrachtet, wie sehr rassistisch motivierte Angriffe seit der letzten Wahl gestiegen sind, zeigt sich einmal mehr der Wahrheitsgehalt dieses Satzes.

Die USA, einst Vorreiter in Sachen Freiheit und Demokratie, sind zu einem Mahnmal der Schande verkommen.

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der_unbekannte 13.08.2017, 17:01
2.

Was sind das nur für hasserfüllte Menschen? Kennen die überhaupt keine Nächstenliebe? Haben die wirklich einen so kleinen Horizont?

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madjogi 13.08.2017, 17:08
3. Wer Wind sät....

oder: die Geister die ich rief! Die Leute, welche Trump gewählt haben, zeigen sich jetzt auf der Straße. Und: Er lässt sie nicht hängen!
Ein weiterer Grund warum sich Europa schnellst möglich von den USA emanzipieren muss!

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Atheist_Crusader 13.08.2017, 17:11
4.

Zitat von der_unbekannte
Was sind das nur für hasserfüllte Menschen? Kennen die überhaupt keine Nächstenliebe? Haben die wirklich einen so kleinen Horizont?
Für die sind die Nächsten die sie lieben sollten Menschen mit der gleichen Hautfarbe wie sie selbst. Und die sehen sie von allen Seiten angegriffen.
Und positionieren sich dann gleichzeitig als Kämpfer gegen eben diese als bedrohlich empfundenen Kräfte. Weil die meisten von denen vermutlich sonst nicht viel im Leben haben, das ihnen ein Gefühl von Heroismus und moralischer Rechtfertigung gibt.

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deichgraffe 13.08.2017, 17:11
5. Wehret den Anfängen

So entstehen Bürgerkriege. Um das Land zu schützen, dürfen demokratiefeindliche Extremisten, ganz gleich ob Rechts oder Links, keine weitere Existenzberechtigung haben. Freieheit kann nicht darin bestehen, dass Menschen sich gegenseitig die Rechte absprechen. Ich kann nicht nachvollziehen, dass es immer noch einen Ku-Klux-Klan o.ä. gibt.

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KingTut 13.08.2017, 17:16
6. Gegendemonstranten

Ich kenne zwar nicht die politische Zugehörigkeit der Gegendemonstranten, aber waren das wirklich alles Linke oder einfach nur anständige Bürger, wozu ich linke Gegendemonstranten natürlich auch zählen würde, aber eben auch Konservative, Christen, Nichtchristen, die sich angesichts dieses Aufmarsches von schwerbewaffneten Rechten und ihren gemeingefährlichen Ansichten angewidert fühlen. In der Washington Post liest man in den Foren durchweg Entsetzen über diese schrecklichen Vorfälle und viele geben Donald Trump und seiner rechten Entourage die unmittelbare Schuld dafür.

Die WP zitiert folgende Aussage des Attentäters:
"He said that he’s long held white supremacist views and that Trump’s election has “emboldened” him and the members of his own Nazi group."

Von solchen Leuten und Ansichten hat sich Trump nicht eindeutig distanziert. Er beherbergt im Weißen Haus einen Steven Bannon, der mit der rechtsradikalen Plattform Breitbart eng verwurzelt ist.
Zu Denken geben sollte auch die Tatsache, dass zahlreiche Republikaner von Trump eine klare Abgrenzung zu diesen Rechtsextremen fordern. Dass er es nicht tat, spricht für sich.

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Spiegelsicher 13.08.2017, 17:22
7. Der Artikel hat mehrere Zwischenüberschrifften im Fließtext, u.a....

.... "Die Berührungsängste verschwinden" und "Kokettieren mit Trump", was die Vermengung von einfacher Rechte bis hin zu Neonazis beschreiben soll: Da wären keine Unterschiede mehr erkennbar gewesen. Obwohl klar war, dass die Nazis in Charlotesville Gewalt ausüben würden, zogen Alt-Rightler und Republikaner mit.

Komisch, woran erinnert mich das? In Hamburg vor 5 Wochen war es pures Glück, dass es kein Todesopfer gab. Die Verletztenzahl hingegen betrug ein Vielfaches. Obwohl der schwarz Block zu "Welcome to Hell" und "Randalen" lud, lud marschierten Rote Falken, Alevitische Gemeinde, die LINKE und die GRÜNEN lustig "kokettierend" mit.

Während SPON, dass im erstgenannten, aktuellen Fall - zu Recht - beklagt, war es ihm vor 5 Wochen nicht ganz so wichtig, es wurde sogar noch hier und da "koktettiert".

Die Entwicklungen werden sich in den USA und Europa nicht aufhalten lassen. Es wird jetzt zunehmend und schnell viel radikaler aufeinander eingeschlagen werden. Die Zivilisation verliert; bürgerkriegsähnliche Zustände lassen sich nicht mehr so strikt ausschließen, wie bspw. noch vor 15 Jahren.. Aber, bitte, Journalisten haben ihr gerüttet Maß dazu beigetragen, in dem sie sich viel zu Lange zur Partei gemacht haben, und Gewalt von einer Seite zumindest nicht kategorisch verurteilten.

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Atheist_Crusader 13.08.2017, 17:28
8.

"Vordergründig ging es in Charlottesville um das Denkmal des Kriegsgenerals Robert E. Lee, der Truppen der Südstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg befehligte. Manchen gilt er als Kriegsheld, anderen als oberster Verteidiger des Unterdrückungssystems der Sklaverei. Die Statue soll entfernt werden."

Die Sache ist nur: der Krieg ist vorbei. Die Konföderierten haben verloren. Und die Menschen die da diese Nation verharmlosen sind eben nicht in den CSA aufgewachsen, sondern den USA.
Dass da überhaupt noch so viel fehlgeleitete Sympathie für diesen lange nicht mehr existenten Staat da ist, ist an sich schon ein Problem. Dass diese fragwürdige Nostalgie noch benutzt wird um die "modernisierten" Wertvorstellungen (z.B. Föderalismus - speziell wenn es um das Recht der Bundesstaaten geht, die Rechte des Individuums zu unterminierien) dieses Staates politisch salonfähig zu machen, macht es noch drastischer. Es kommt nicht von ungefähr, dass in eben diesen Staaten heute Rassismus, Homophobie und so viele andere gesellschaftliche Probleme weit härter grassieren als im Rest des Landes.

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großwolke 13.08.2017, 17:28
9. Aktion und Reaktion

Es wäre gut, wenn sich deutsche Medienkommentatoren bei dem Thema wahlweise zurückhalten oder die ganze Geschichte erzählen. Unsere deutsche Nazivergangenheit sagt uns, dass wer rechts ist, automatisch auf der falschen Seite steht. Nur sieht es in den USA im Moment so aus, dass es keine richtige Seite mehr gibt. Auf der einen Seite die White Supremacists, auf der anderen Seite die Diversitätsnazis, und wer mit gesundem Menschenverstand dazwischensteht, wird von beiden Seiten niedergebrüllt. Die Rechten haben das "Pech" dass sie jetzt offiziell diejenigen sind, die es eskaliert haben. Aber im Grunde spielt das keine große Rolle. Was wirklich wichtig ist: jetzt ist der sprichwörtliche erste Stein geworfen, jetzt gibt es ganz offiziell einen Grund für BEIDE Seiten, sich nicht mehr für weitere Gewalt zu schämen. Halleluja. Mal sehen, wie das weitergeht.

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